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Selene 2 - Flammengleiche
Verfasser: Christian Pfeiler (2)
Verlag: epubli (1375)
VÖ: 11. September 2020
Genre: Fantasy (12226)
Themen: Außerirdische (592), Ferien (352), Gäste (45), Villas (156)
Reihe: Selene (Christian Pfeiler) (2)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Christian Pfeiler für die Einsendung seiner Geschichte! Das Buch ist komplett kostenlos durch einen Klick hier im PDF-Format zu finden. Eine Hardcover-Version kann man direkt beim Autor bekommen, seine Mailadresse lautet Bluesman.BGM@t-online.de und seinen Blog findet man hier.

     Die Schriftgelehrten hämmerten die Geschichte nun verfremdet in ihre bröckelnden Steintafeln und hatten doch nicht verstanden.
     Am Ende enthüllte sich ihr eine bedrückende Erkenntnis. Sie hatte sich zu sehr an eine fremde Schöpfung gebunden, die nicht ihre eigene war. Deren Kinder sie nicht wirklich bis zum Grunde ihrer Seelen verstehen konnte, weil sie nicht aus ihrem Geist geboren waren.
     Ihre Gedanken schnappten zurück in die Gegenwart und setzten sich wieder wie glimmende Partikel in die Enge des menschlichen Gefässes ab.
     Aus dem Augenwinkel bemerkte das aufwärts stolpernde Mädchen einen leblosen und zusammengekrümmten Körper auf den Stufen. Die blütenweiße Kleidung wies ihn als einen Hohepriester von Uruk aus.
     Ein großer, roter Fleck breitete sich feuchtwarm und in der Sonne glitzernd über den Leinenstoff seines Ritualgewandes. Er war offenbar auf dem Weg zur Plattform gewesen, als ihn der gnadenlose Tod ereilt hatte.
     Sie war hier. Die Dunkle Königin war hier. Das Mädchen sprintete erneut los, und sprang dabei über weitere tote Körper, die nun mehr und mehr die Stufen bedeckten. Schließlich erreichte sie die oberste Plattform und hielt mit einem heiseren Laut der Qual inne.
     Ihre menschlichen Lungen rasselten, als sie nach Luft schnappte. Sie war zu spät gekommen.
     Das perfekte Quadrat aus kosmischen Maßeinheiten und heiliger Ackererde von den fruchtbaren Ebenen am Ufer des Euphrat bildete ein Symbol für die wahre Form der Welt. Ein Huluppu-Baum strebte aus dem Zentrum des Quadrats zum Himmel und verband Erde und Kosmos.
     Die Zikkurat war ein Speculum Mundi.
     Alle Farben des Universums auf dem Weg über die Stufen und die vier Ecken des Kosmos in Verbindung mit der Saat des Lebens.
     Und genau wie die imperfekte Welt, die es spiegelte, war das Quadrat zerwühlt und von Pfützen aus Blut bedeckt. Ein rotes Rinnsal ergoß sich die Stufen hinab und spülte kleine Klumpen aus brauner Erde mit sich.
     Auf dem Boden vor dem Baum lag hingestreckt ein großer Mann in herrschaftlicher Kleidung. Sein langer Bart war in elegante Knoten geflochten. Seine Kleidung war durchwoben von feinen Metallfasern, die wie Adern aus Gold schimmerten. Ein großer Bronzeschild auf seiner Brust verherrlichte seine Taten.
     Der Adler, der zu den Sternen fliegt. Der Adler, der die Schlange tötet, die die Unsterblichkeit gestohlen hat. Hoher König von Uruk.
     Seine toten Augen starrten gebrochen und leer in den wolkenlosen Himmel, und durch die klaffenden Wunde in seiner Brust sickerte das Leben aus der durchbohrten Herzkammer und vermischte sich mit Lehm und Schmutz. Die Dunkle Königin stand wie ein Gebirge aus schwarzen Haaren und nachtfarbenen Stoffwolken einer flatternden Krähe gleich über ihn gebeugt. Ein Schleier aus ebenso schwarzer Spitze verhüllte ihre blassen Züge. Auch sie war jung und alt zugleich.
     Eine massive Krone aus kaltem Eisen mit sieben Sternen aus flammender Bronze saß schwer auf ihrem Haupt. In ihrer Hand hielt sie einen blutigen Dolch.
     "Warum, Schwester...?" stieß das Mädchen in einer alten Sprache schrill hervor und wankte nach vorne. "Warum hast du das getan?"
     "Warum...?" Die Dunkle Königin schien für einen langen Moment irritiert über die kindliche Frage. "Weil es notwendig war..."
     Das Mädchen kniete sich neben die Leiche und fuhr mit der Hand über seine erkaltende Schulter.
     Tränen liefen über ihre brennenden Wangen und sie beweinte das grausame Schicksal. Weinte, solange sie noch verbunden war, und die Möglichkeit hatte, all diese kleinen und flüchtigen Emotionen berühren zu können. Aber sie drifteten bereits davon.
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