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Selene 2 - Flammengleiche
Verfasser: Christian Pfeiler (2)
Verlag: epubli (1418)
VÖ: 11. September 2020
Genre: Fantasy (12435)
Themen: Außerirdische (602), Ferien (355), Gäste (48), Villas (160)
Reihe: Selene (Christian Pfeiler) (2)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Christian Pfeiler für die Einsendung seiner Geschichte! Das Buch ist komplett kostenlos durch einen Klick hier im PDF-Format zu finden. Eine Hardcover-Version kann man direkt beim Autor bekommen, seine Mailadresse lautet Bluesman.BGM@t-online.de und seinen Blog findet man hier.

Prolog


Mit einem leisen Knarren des trockenen Holzes neigten sich die großen Bäume an den Ufern des stillen Flusses Euphrat im warmen Morgenwind. Ihre Äste streiften über das lebensspendende Wasser, das in der spätsommerlichen Sonne glitzerte. Es war Erntezeit und die Getreidespeicher füllten sich.
     Ein Schatten huschte an den Bäumen vorbei. Schnell.
     Schneller, als ein gewöhnlicher Mensch hätte laufen können. Wie ein Windhauch wehten ein geflochtener Zopf aus langen Haaren und ein weites Kleid aus edlem Leinenstoff vorbei. Das Kleid war schmutzig und mit braunen und roten Flecken bedeckt.
     Das Mädchen bremste schlitternd ab, als sie die mächtigen Mauern des Königspalastes umrundet hatte, und lief dann keuchend die Steinstufen der großen Zikurrat nach oben. Atemlos. Beinahe wie ein Mensch. Der Tag hatte seinen Tribut gefordert.
     Die Glasur auf den gebrannten Lehmziegeln der akkurat nach der Überlieferung bemessenen Terrassen wechselte nach einer jeweils exakten Zahl die Farbe, je näher sie der obersten Plattform kamen. Nur die untersten Stufenreihen wirkten grob und naturbelassen, um den Pfad aus der Menschenwelt hinaus zu weisen.
     Das Mädchen stolperte über die rissigen Steine am Fundament der Pyramide aufwärts gen Himmel.
     Vorbei an einem jungen Wachsoldaten, der zuerst einschreiten, und die Blasphemie von weiblichen Füßen auf den Stufen des Tempels verhindern wollte, dann jedoch kreidebleich wurde, und hastig zur Seite wich.
     Er fiel auf die Knie und verbarg sein Antlitz.
     Sie verließ den irdischen Pfad und spürte nun die glasierten Ziegel an ihren Zehen. Eine symbolische Apotheose in Lehm und Farbe. Ihre nackten Füße patschten laut auf der schimmernden Oberfläche, während sie das flirrende Farbenspiel unter sich in ihren Geist aufsog.
     Grün wie die blühende Erde. Rot wie die Glut des Kupfers. Blau wie das schöpfende und heilige Firmament. Und all die anderen. Die Schichten des ewigen Universums. Der Pfad zur obersten Ebene. Zum Tempel und dem Allerheiligsten. Dem Ort der Gegenwart der Götter.
     Das Mädchen, das jung und alt war, schnaufte für einen Moment verächtlich, und ihr grenzenloses Bewußtsein füllte sich mit wenig schmeichelhaften Begriffen für die Götter. Für ihre eigene Art.
     Sie war aus einer Laune heraus in dieser bescheidenen Form auf der Erde inkarniert und hatte sich nach einer kurzen Weile des Menschseins wieder selbst erkannt.
     Und die Menschen hatten sie wegen ihres Wissens und ihrer Kräfte Göttin genannt. Herrin genannt, auch wenn sie nicht ihre Kinder waren.
     Das unabwendbare Schicksal, das oben auf der Tempelplattform auf sie wartete, brachte sie dazu, in sich zu gehen.
     Sie dachte zurück an ihr Leben.
     Geboren als Tochter eines Steinmetzes und Schriftgelehrten, der trotz seiner unerschöpflichen Neugierde in einem
     ärmlichen Quartier vor den Toren von Uruk gelebt hat. Schon als Kind war sie anders gewesen.
     Sie hatte sich standhaft geweigert, dem Stadtgott zu dienen. Er war nicht ihr Herr gewesen. Niemals.
     Und da war mehr. Ihr Haar war anders. Ihre Haut war anders. Ihr Geist war anders. Ihre Augen waren anders. Es war ein Licht im Dunkel.
     Als sie erwacht war, und ihre Macht in einem breiten Strom in die Welt hinaus floß, und die Tempel des Stadtgottes zerbrachen, hatten sie die Menschen erkannt. Der König selbst hatte ihr das Haus von Eanna als Wohnstatt errichtet. Der König selbst hatte das Haupt vor ihr gesenkt. Königin der Nacht. Königin der Welt. Der lebende Morgenstern. Die Menschen hatten ihr in der alten Sprache den Namen gegeben, an den sie sich nun klammerte. Und ihr menschlicher Vater hatte Angst gefühlt und war gegangen.
     Kulturbringer. Lichtbringer. An diese Namen hätte sie sich gewöhnen können. Und für eine Weile war es gut gewesen, und der Schmerz hatte sich verringert.
     Und dann hatte sie an jenem Tag in einem zweiten Moment der Epiphanie eine Gegenwart gefühlt. Eine Präsenz, die sie lange nicht mehr...
     Sie war nicht mehr allein in ihrer Größe gewesen. Ihre Schwester war durch Zufall auf dem selben Planeten inkarniert und erwacht. Und sie hätten beide niemals gemeinsam auf diese Welt kommen sollen. Zuviel stand seit langer Zeit zwischen ihnen. Genozid und Schuld aus alten Zeiten. Lange vor den Menschen.
     Gedankenfetzen blitzten durch ihren Kopf. Gedanken und Erinnerungen, die nicht die eines Menschen waren.
     Von großer Freiheit zwischen den Sternen. Von brennendem Schmerz. Von Kontinenten, die zerbrachen und zersplitterten wie morsche Knochen.
     Von Asche und Feuer und Ozeanen in Flammen. Und von den letzten Gedanken, die im Raum trieben. Und dem Geheimnis. Ihre Mundwinkel zuckten unwillkürlich nach oben. Doch. Es war gut gewesen.
     Und nun hatte ihr Zwist einmal mehr Kreise und Wellen geschlagen, und das Mädchen hatte ebenso unwillkürlich eine Träne für diesen Planeten hier vergossen. Für die Erde. Sie hatte von einer Erlösung geträumt, und sie hatte Menschen gefunden, die ihr dabei helfen wollten. Die einen neuen Anfang wollten.
     Sie hatte einen Menschen gefunden, den sie nach ihrem Bilde hätte formen und lehren können. Sie hatte ihm die Wahrheit enthüllt am Brunnen der Tiefe.
     Aber ihre Schwester hatte sich eingemischt. Ihre Schwester war die Dunkle Königin geworden, und sie hatte sich aus den Schatten der Unterwelt erhoben, um den Plan nach ihrem eigenen Bilde zu verändern.
     Das Mädchen war bis in die Tiefen der Unterwelt gegangen, um ihre Schwester zu suchen. Hatte die sieben Tore durchschritten und den Preis bezahlt. Um die Dinge zu klären. Und es hatte wieder in zu viel Dunkelheit geendet.
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