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KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
Franzi
Verfasser: Nadine Teuber (10)
Verlag: Eigenverlag (17549)
VÖ: 21. September 2020
Genre: Thriller (6665)
Seiten: 310 (Taschenbuch-Version), 302 (Kindle-Version)
Themen: Gesichter (10), Krankheiten (598), Lügen (1045), Prosopagnosie (1), Rache (1984), Schriftsteller (1171), Suche (1133)
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Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Nadine Teuber für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Nadine Teuber gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Heute


Meine nackten Füße rutschen auf dem gefliesten Boden, während ich immer schneller durch die einheitliche Masse gehe. Nur noch ein bisschen mehr und ich renne, doch Rennen ist hier verboten.
     Verärgerte, verständnislose Blicke streifen mich, doch ich erkenne keines der Gesichter. Sie sehen alle gleich aus – Männlein wie Weiblein. Gleiche Gesichter, gleiche Kleidung. Uniform strömen sie in die gleiche Richtung. Für sie ist es völlige Normalität. Aber nicht für mich.
     Panisch schlägt mein Herz immer schneller. Eine entfernte Erinnerung kämpft sich an die Oberfläche, doch entrinnt mir sogleich wieder. Ich fühle mich nackt, hilflos, bin es auch.
     Völlig aufgeschmissen!
     Eine Tür wird aufgestoßen. Eine Dampfwolke umfängt mich, lässt mich straucheln. Meine Bestandsaufnahme wird immer schlimmer: Allein, nackt – wenn man von diesem weißen Fetzen, den alle tragen, absieht – ausgeraubt und jetzt lässt mein Kreislauf mich auch noch im Stich.
     Am liebsten würde ich mich in eine Ecke verkriechen, den Tränen freien Lauf lassen und sterben. Doch diese Option besteht nicht. Das ist nicht mein Ausweg. Ich werde hier herauskommen. Lebend, wenn auch mit deutlichen Blessuren und einer klaren Konsequenz.
     Ich verharre und kneife die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen, als ob ich so besser sehen könnte. Als ob die vom Augenarzt bescheinigten 150 % nicht ausreichten.
     Ein Schlag in meinen Rücken bringt mich zum Stolpern. »Bleiben Sie doch nicht mitten im Weg stehen«, fährt mich eine dunkle Stimme an, doch ihr Besitzer ist schneller in der monotonen Masse entschwunden, als ich ihm hinterherschauen kann.
     »Entschuldigung!«, flüstere ich unsinnigerweise.
     Wut gesellt sich zur Hilflosigkeit.
     Wie konnte er mich hier zurücklassen? Einsam, schutzlos? Er darf nicht weg sein!
     Ich zucke zusammen, als sich zwei Arme von hinten um mich legen. So fest, dass ich mich kaum bewegen kann. Ich drehe meinen Kopf und blicke in die Augen eines fremden Mannes. 


Sieben Jahre zuvor


Das Glück strömt aus jeder meiner Poren, als ich durch die Luft fliege. Schnell kommt der Boden näher, meine Füße erwarten ihn.
     Ein kurzer Ruck und ich stehe sicher vor der mächtigen Felswand. Mächtig, wenn man eine Plastikwand in einer schlecht gelüfteten Halle so bezeichnen kann. Jeder »richtige« Kletterer würde mich wohl auslachen.
     »Das war super, Caro!«, lobt mich Till und legt die Hand auf meine Schulter. Ein warmes Kribbeln breitet sich dort aus, wo er mich berührt, doch ich lasse mich nicht beirren, sondern löse den Knoten an meinem Klettergurt, während ich das Kompliment verarbeite.
     Dann strahle ich ihn an. »Danke!«
     »Du hast dir eine Pause verdient. Magst du einen Kaffee trinken?« Jetzt löst auch er das Seil von seinem Gurt und wir entfernen uns von der Wand, um den nächsten Kletterwütigen Platz zu machen.
     Ehrlich oder höflich?
     Ich entscheide mich für höflich, dabei kribbelt es in meinen Finger- und Fußspitzen. Sie wollen den künstlichen Felsen unter sich spüren, immer höher hinaus und die Welt weit unter sich lassen. Zehn Meter ist zwar keine wirkliche Höhe, aber für eine Halle nicht schlecht. Es ist ein Anfang. In meinen Träumen klettere ich bereits über sizilianischen Traumstränden, spüre die Sonne auf meiner Haut brennen, höre das tosende Meer in meinen Ohren rauschen und rieche die salzige Luft.
     Ich zwinge mich zu einem Lächeln, nicke und folge ihm in den Kaffeebereich.
     ›Date4sports‹. Was für eine grandiose Idee!
     Ich bin kein Freund von Dating-Plattformen und würde mich niemals bei einer solchen Plattform anmelden. Welchen Wert hat eine Beziehung nur auf der Grundlage, dass beide einen Partner haben möchten? Nein, ich bin Single und glücklich damit. Und doch habe ich einen Partner gesucht. Einen Kletterpartner. Mein letzter ist nach dem Abschluss seines Studiums zurück nach Russland gegangen und hat mich mit blutendem Herzen in Berlin zurückgelassen. Nicht, weil ich ihn so sehr vermisste, sondern weil das Klettern mir fehlte – ein Sport, den man aus Sicherheitsgründen stets zu zweit erleben sollte: Einer klettert, der andere sichert.
     Im Internet stieß ich dann auf date4sports. Das Prinzip ist ganz einfach: Du gibst deine gewünschten Sportarten an, deine Verfügbarkeit und das gewünschte Geschlecht deines Trainingspartners. Letzteres fand ich affig, aber es gab genug Women-Only-Sportstudios, dass ich den Grund dahinter verstand. Welchen Unterschied machte es, ob ich mit einem Mann oder einer Frau zusammen kletterte, joggte oder Squash spielte? Denn das mein Sportpartner nur für sportliche Belange mein Partner sein sollte, war mir von vornherein klar.
     So kam ich jedenfalls zu Till. Till, der mir jetzt mit seinem Cappuccino gegenübersitzt und wie ein kleiner Junge auf seinem Stuhl hin- und her wippt. Wüsste ich es nicht besser, würde ich ihn in die ADHS-Schublade stecken. Doch wie ich hat er wohl einfach ein gesteigertes Bewegungsbedürfnis. Und immer gute Laune. Seine hellblonden Haare strahlen mit den hellblauen Augen um die Wette. Nie zuvor habe ich derart blaue Augen gesehen. Wäre er mein Typ, wäre ich ihm längst hoffnungslos verfallen. Mein Interesse an ihm ist aber rein sportlicher Natur und das spornt ihn wohl an, sich auf immer neue Treffen mit mir einzulassen. Das, oder weil sein eigentlicher Kletterpartner nur einmal im Monat für ihn Zeit hat.
     »Wie war deine Woche?« Seine Augen fixieren mich, als wollten sie ein Loch in mich hineinbrennen. Vielleicht liegt es einfach an der ungewöhnlichen Farbe.
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