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Die venezianische Schwester
Verfasser: Junia Swan (19)
Verlag: Digital Publishers (268)
VÖ: 24. September 2020
Genre: Historischer Roman (4442) und Romantische Literatur (21262)
Seiten: 371
Themen: 19. Jahrhundert (1330), Begegnungen (2821), Bettler (21), Venedig (215), Verschwörungen (513)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Junia Swan für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Junia Swan gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Gibt es eine Freske, ein Bild, das einen bekannten Löwen zeigt?“
     Marta fuhr sich mit einer Handfläche unbehaglich über den Oberarm.
     „Die Sonne wird als Löwe dargestellt. Am Tage des Schutzheiligen von Venedig.“
     Statt einer Antwort rieb sich der geheimnisvolle Fremde übers Kinn und für den Bruchteil einer Sekunde wirkte er, als würde er sich an etwas erinnern.
     „Löwe, Stier und Venus in einer Linie“, murmelte er. „Am 25. April.“
     „Ja.“
     „Aber das ist kein Ort, sondern ein Datum.“
     Er stöhnte auf und massierte sich mit Daumen und Zeigefinger den Nasensteg. Marta bemühte sich darum, sich ihre Erleichterung darüber, dass es ihr gelungen war, ihn auf eine andere Fährte zu locken, nicht anmerken zu lassen.
     „Himmel, ist das alles verworren!“
     Langsam senkte er seine Hand. Dann rollte er die Zeichnung entschlossen zusammen, verstaute sie und holte eine neue heraus.
     Darauf abgebildet war der Dogenpalast bei Nacht, erhellt von zwei kleinen Lichtern, welche die zwei einzigen rosafarbenen Säulen des Gebäudes erkennen ließen. Obwohl das Bild mit schwarzer Farbe gezeichnet worden war, wusste sie, dass es sich um diese handelte.
     „Das ist nicht schwer“, sagte sie erleichtert. „Der Dogenpalast. Soll ich Sie dorthin bringen?“
     Mit den Fingerkuppen strich er sanft über die Leinwand, darauf bedacht, nichts zu verwischen.
     „Ich bitte darum.“
     Sofort kam Marta auf die Beine, löste die Seile und sprang auf ihren Platz am Heck. Flink stieß sie das Boot ab und ruderte den düsteren Kanal entlang. Während sie durch die Dunkelheit glitten, ruhten ihre Augen immer wieder auf dem Hinterkopf des fremden Mannes, der sie tief berührte. Die einzige Erklärung für ihre Schwäche ihm gegenüber meinte sie in der Vermutung, dass es seine Freundlichkeit war, die sie dermaßen von ihm einnahm, zu finden. Normalerweise wurde sie herumkommandiert, gestoßen, angeschrien. Niemand hatte sie jemals so höflich behandelt wie Signore Esposito.
     Trotzdem machte sie sich Sorgen um den Grund, aus dem er diese merkwürdigen Nachforschungen vorantrieb. Jedes der Bilder beunruhigte sie.
     In einer dunklen Ecke unweit des Markusplatzes legte sie an. Behände sprang er auf den Gehweg und wandte sich ihr zu.
     „Warte hier!“, befahl er und verschwand Sekunden später zwischen den Schatten der Nacht.
     Keiner der matten Lichtkreise der entlang des Weges entzündeten Gaslaternen erhellte seine geduckte Gestalt, als vermiede er es, entdeckt zu werden.
     Marta vertäute die Gondel und kauerte sich auf den Sitz, auf dem ihr Fahrgast zuvor gesessen hatte. Die Minuten verstrichen und ihre Unruhe wuchs. Schließlich hielt sie nichts mehr zurück und sie kletterte an Land. Leise schlich sie sich in die Richtung davon, in die er vor Ewigkeiten aufgebrochen war. Je näher sie dem Markusplatz kam, desto mehr bemühte sie sich darum, kein Geräusch zu machen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, verharrte sie in einer Mauernische und sah sich um. Es war zu dunkel, um etwas zu erkennen, deswegen hatte sie keine andere Wahl, als aufs Geratewohl weiterzugehen. Als sie sich dem Säulengang näherte, hörte sie ein leises Reiben.
     „Signore Esposito?“, flüsterte sie angespannt und kniff die Augen angestrengt zusammen.
     „Si, Pietro. Ich habe doch gesagt, du sollst in der Gondel bleiben.“ Wie aus dem Nichts tauchte er neben ihr auf.
     „Ich habe mir Sorgen gemacht“, gestand sie leise.
     „Dazu besteht kein Anlass. Außer uns ist niemand hier. Anständige Menschen schlafen um diese Zeit.“
     Aus seinen letzten Worten meinte sie ein Lachen herauszuhören.
     „Si, Signore“, stimmte sie zu. „Kann ich Ihnen helfen?“
     „Nein, ich denke nicht. Für heute gebe ich auf.“
     Er rieb die Hände aneinander, als versuchte er, Staub und Schmutz abzuschütteln.
     „Was haben Sie gehofft, hier zu finden?“, wollte Marta voller Neugier wissen, als sie nebeneinander den Markusplatz überquerten.
     „Ich bin ein Mann der Wissenschaft“, erklärte er leise, „und hoffe, hier in Venedig ein paar Anhaltspunkte dafür zu entdecken, dass Wikinger vor hunderten von Jahren bis hierher vorgedrungen sind.“
     „Wikinger?“
     „Ein Volk aus dem Norden.“
     Verständnislos runzelte die junge Frau die Stirn. Sie konnte sich keinen Reim darauf machen, weshalb sich jemand für derartige Dinge interessierte.
     „Und die sollen hier gewesen sein?“
     „Um das herauszufinden, bin ich in Venedig.“
     Sie erreichten die Gondel und Signore Esposito setzte sich auf seinen Platz, während Marta die Seile einholte.
     „Bitte bring mich nach San Stae. Für heute habe ich genug Misserfolge erlitten.“


3


Mit Linda auf dem Rücken trieb sich Marta am folgenden Tag vor dem Dogenpalast herum. Da sie wie eine Bettlerin gekleidet war, nahm niemand Notiz von ihr. Deswegen konnte sie unauffällig über den Stein der Säulen tasten, ohne genau zu wissen, was sie da konkret tat. Aber sie vermutete, dass der geheimnisvolle Fremde in der Nacht genauso vorgegangen war. Untertags war es sicherlich einfacher, auf Wikingerspuren zu stoßen. Wie auch immer die aussahen. Während sie mit ihren Handflächen wie nebenbei über die raue Oberfläche der Stützen strich, ging sie in Gedanken die Zeichnungen durch, die er vor ihr ausgebreitet hatte. Sie erinnerte sich an seine schlanken Hände, als diese die Leinwand gehalten hatten und an die Wärme seines Leibes, als er sie vor dem Sturz bewahrt hatte. An den Ausdruck seiner Augen, als sie über die Höhe der Entlohnung protestiert hatte. An das Lachen, welches seine Stimme zum Schwingen gebracht hatte und auf einmal überwältigte sie Sehnsucht. In seiner Gegenwart fühlte sie sich geborgen. Sie musste unbedingt zu ihm eilen und irgendeinen Vorwand suchen, der ihr Auftauchen rechtfertigte. Fieberhaft überlegte sie, wie sie das bewerkstelligen könnte, ohne dass er Verdacht schöpfte. Ja, das war es! Sie würde ihm von Pietro eine Nachricht überbringen. Wie vom Blitz getroffen machte sie einen Satz und stürzte über den Markusplatz davon.

Sie war eine ganze Weile durch das unübersichtliche Labyrinth aus Kanälen und Gassen unterwegs, bis sie endlich in die Salizzada San Stae einbog. Ein Glück, dass ihr die Stadt vertraut war wie eine alte Freundin und sie jede Kirche, jede Brücke, ja jeden Steg kannte.
     Vor dem Haus Nummer zehn hielt sie inne und klopfte an die schwere Holztür. Während aus den Fenstern eines der gegenüberliegenden Gebäude empörtes Kindergeschrei drang, blieb es hinter der Tür des Fremden still. Sie pochte noch einmal. Doch nichts rührte sich. Erst jetzt wurde sie der Müdigkeit gewahr, die ihre Glieder beschwerte. Sie löste Linda aus dem Tuch, setzte sich auf den Boden und hob das Kind, das sie mit großen Augen musterte, auf ihren Schoß.
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