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Die venezianische Schwester
Verfasser: Junia Swan (19)
Verlag: Digital Publishers (270)
VÖ: 24. September 2020
Genre: Historischer Roman (4450) und Romantische Literatur (21308)
Seiten: 371
Themen: 19. Jahrhundert (1331), Begegnungen (2824), Bettler (21), Venedig (215), Verschwörungen (515)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Junia Swan für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Junia Swan gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Marta schluckte. War sie zu geizig gewesen und hatte zu viel einbehalten? Morgen würde sie zwei zusätzliche Münzen dazulegen.
     „Die Huren bringen mir das Fünffache ein.“
     Bei dieser unterschwelligen Drohung zuckte Marta zusammen. Ja, sie hatte eindeutig einen zu hohen Betrag auf die Seite gelegt!
     „Morgen wird es mehr sein, ich verspreche es!“
     Arturo scheuchte sie mit einer auffordernden Handbewegung aus dem Raum und Marta beeilte sich, ihm zu entkommen. Sie kochte ein karges Abendessen und brachte danach Linda zu Bett. Die Sonne war längst untergegangen und sie musste sich beeilen. Hastig wechselte sie in ihrem Zimmer die Kleidung und huschte durch den Hinterausgang ins Freie. Auf Zehenspitzen rannte sie durch enge Gassen, bis sie den Steg eines Transportunternehmens erreichte. Hier schaukelten mehrere Gondeln auf ihren Plätzen und Marta wählte die äußerste. Deren Fehlen würde am wenigsten auffallen.

Nachdem der Fremde zu ihr ins Boot gestiegen war, flüsterte sie ihm zu, dass sie im südlichen Bereich des Stadtteils San Marco keine passende Brücke gefunden hatte. Ihr Fahrgast nickte nur und breitete eine weitere Zeichnung vor ihr aus. Darauf waren einige Hausfassaden zu sehen, die nur teilweise von dem Licht einer Gaslampe erleuchtet wurden. Marta verengte auf der Suche nach ungewöhnlichen Details die Augen. Da entdeckte sie an einer Hauswand das Gesicht einer alten Frau und beugte sich näher. Entgeistert musterte sie diese. Sie wusste genau, wer das war. Guistina oder Lucia Rossi – je nachdem, wer von ihr erzählte – hatte im Jahre 1310 den Anführer einer Verschwörung gegen den Dogen Pietro Gradenigo zur Strecke gebracht, indem sie im richtigen Augenblick einen Mörser auf dessen Kopf hatte fallen lassen. Aber das war nicht der Grund, welcher sie mit Unbehagen erfüllte. Der lag darin verborgen, dass es sich hierbei um Arturos Haus handelte. Weshalb suchte der Fremde nach Arturo? Und was geschähe, wenn er ihn fände? Er durfte ihn nicht aufspüren! Marta würde alles dafür tun, um das Leben des großzügigen Mannes in der Gondel zu schützen.
     „Hast du etwas erkannt?“, wollte er wissen und riss sie damit aus ihren Überlegungen.
     „Nein“, log sie, blickte ihm nicht in die Augen. „Es gibt viele Häuser, die so aussehen.“
     „Verdammt!“
     Er lehnte sich zurück, legte den Kopf in den Nacken und starrte in den Sternenhimmel. Eine Weile saßen sie schweigend.
     „Sollen wir weiter nach der Brücke suchen?“, fragte sie, da sie seine Enttäuschung nur schwer ertragen konnte.
     Ihr Retter riss sich von der Betrachtung des funkelnden Firmaments los und kehrte mit seiner Aufmerksamkeit zu der Zeichnung zurück. Langsam, fast liebevoll, rollte er diese zusammen und verstaute sie in seiner Ledertasche. Dann lehnte er sich wieder nach hinten und Stille hüllte sie ein. Nur das leise Plätschern der Wellen gegen den hölzernen Bootsleib drang an ihre Ohren.
     „Wie heißt du, Knabe?“, wollte er unvermittelt wissen und Marta versteifte sich.
     Sie war froh, dass sie sich schon vor langer Zeit einen Namen überlegt hatte, den sie in einem solchen Fall nennen konnte.
     „Pietro“, erwiderte sie deswegen ohne zu zögern und er nickte.
     „Freut mich“, lächelte er. „Mein Name lautet Daniele Esposito und ich wohne in einem Haus in San Stae. In der Nähe der Kirche. Kennst du den Ort?“
     „Si, Signore. Es ist nicht weit von hier.“
     „Ja, das stimmt. Dann wirst du die Salizzada San Stae, Hausnummer 10, sicherlich finden.“
     „Natürlich, mein Herr!“
     „Gut.“
     Er musterte sie eindringlich und sie hatte das Gefühl, als dringe sein Blick unter ihre Haut bis tief hinein in die Verborgenheit ihrer Gedanken. Sofort beschleunigte sich ihr Puls.
     „Ich bitte dich, dir diese Zeichnungen genau einzuprägen. Solltest du irgendeinen Hinweis entdecken, irgendetwas, das dazu beitragen könnte, den Ort in der Realität zu finden, möchte ich, dass du mich umgehend informierst. Wärst du dazu bereit, Pietro?“
     „Sicher, Signore Esposito!“
     Er atmete tief durch.
     „Weißt du, dies alles ist überaus wichtig für mich.“
     Schlechtes Gewissen darüber, dass sie ihm eine Information bewusst vorenthielt, trübte ihre ausgezeichnete Laune.
     „Ich werde mein Bestes geben“, versprach sie und wünschte, sie könnte ehrlich zu ihm sein.
     Doch sie belog ihn ja nicht nur, indem sie Wissen vor ihm zurückhielt, sondern auch mit ihrer falschen Identität. Normalerweise bekümmerte es sie nicht, wenn sie jemanden täuschte. Bei Arturo machte sie es täglich. Vermutlich lag es daran, dass sie Signore Esposito ins Herz geschlossen hatte, weil er von freundlichem Wesen war. Er war ein guter Mann und hatte ihr aus einer schrecklichen Lage geholfen, ohne es zu wissen. Sie war überzeugt, dass er sich für sie noch mehr eingesetzt hätte, wenn ihm ihre Situation bekannt gewesen wäre.
     „Vielen Dank“, sagte er, zog eine weitere Zeichnung aus der Tasche und rollte sie aus.
     Es handelte sich wieder um die Brücke mit dem Löwenkopf.
     „Bist du vollkommen sicher, dass du nicht weißt, wo sie ist?“, hinterfragte er erneut und Marta schüttelte den Kopf.
     „Tut mir leid.“
     Minutenlang starrte er auf das Bild, dann meinte er: „Und wenn es sich um ein Symbol handelt? Der Löwe ... was könnte er bedeuten?“
     Marta kniff die Augen zusammen und beugte sich über die Zeichnung. Angestrengt überlegte sie. Ja, die Vermutung könnte stimmen. Ein Löwe ... sie hatte diesen Löwen mehrmals gesehen. Wenn der Bürgermeister, Sindaco Caputo, eine Veranstaltung im Dogenpalast besuchte, wehte eine Fahne mit seinem Wappen auf dem Markusplatz. Unbewusst spannte sich die junge Frau an. Irgendetwas war an der ganzen Sache, den Zeichnungen, beunruhigend. Der Stadtvorsteher war ein Mann, vor dem man sich in Acht nehmen musste. Immerhin pflegte er Umgang mit Arturo. Allein ihre Verzweiflung hatte sie am vorigen Tag dazu bewogen, ihn um Hilfe zu bitten.
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