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Die venezianische Schwester
Verfasser: Junia Swan (19)
Verlag: Digital Publishers (267)
VÖ: 24. September 2020
Genre: Historischer Roman (4436) und Romantische Literatur (21207)
Seiten: 371
Themen: 19. Jahrhundert (1329), Begegnungen (2813), Bettler (21), Venedig (214), Verschwörungen (513)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Junia Swan für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Junia Swan gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Keine Angst, Junge, ich tue dir nichts“, flüsterte eine Stimme an ihrem Ohr und Marta nickte eilig.
     Obwohl ihr Herz raste, meinte sie zu erkennen, dass von dem Mann keine Bedrohung ausging. Als wollte er ihr seine Aufrichtigkeit beweisen, zog er die Hand von ihrem Mund.
     „Ich brauche lediglich deine Hilfe. Kennst du dich in dieser Gegend aus?“
     „Ja“, hauchte Marta, darum bemüht, ihre Stimme tiefer klingen zu lassen.
     Neugierig hob sie den Kopf und versuchte, ihr Gegenüber trotz der Dunkelheit zu erkennen. Doch es war unmöglich. Die Gaslaterne war zu weit entfernt.
     „Ich bezahle dich gut, wenn du mich zu dem Ort ruderst, den ich suche.“
     „Ich bringe Sie überall hin“, versprach sie großspurig und fand, dass heute ihr Glückstag war.
     „Gut“, sagte er, „aber ich verlange absolute Verschwiegenheit! Niemand darf davon erfahren!“
     Marta nickte. Ihre Neugierde wurde immer größer. Wohin wollte er nur?
     „Ich kann schweigen wie ein Grab.“
     „Ausgezeichnet!“ Im Klang seiner Stimme meinte sie ein kleines Lächeln herauszuhören. „Dann komm!“
     Sie eilte ihm voraus zu ihrer Gondel. Wobei „ihre“ übertrieben war. Jede Nacht „lieh“ Marta sich eines der Flachboote für ein paar Stunden aus. Bisher war ihr zum Glück niemand auf die Schliche gekommen. Schweigend wartete sie, bis er sich gesetzt hatte und griff nach dem Ruder.
     „Wohin soll ich Sie bringen, Signore?“
     Statt einer Antwort zog er eine weiße Rolle hervor, welche er neben der kleinen Lampe, die sie auf der Gondel entzündet hatte, ausbreitete. Überrascht blickte Marta auf eine Zeichnung. Sekundenlang starrte sie darauf, dann drehte sie den Kopf und musterte den geheimnisvollen Mann. In diesem Moment erkannte sie in ihm ihren Retter des gleichen Tages. Zum Glück war es zu dunkel, weshalb ihm ihre Überraschung entging. Verwirrt runzelte sie die Stirn.
     „Das ist eine Zeichnung“, stellte sie verwundert fest.
     „Offensichtlich“, erwiderte er. „Ist das ein Problem? Ich nehme an, du kommst viel herum.“
     Wieder wandte sie sich dem Bild zu und studierte es mit zusammengezogenen Augenbrauen.
     „Mir fallen auf Anhieb vier Brücken ein, die ein solches Geländer besitzen“, wisperte sie. „Vermutlich gibt es noch weitere.“
     Bei dieser Offenbarung stieß er einen unwilligen Laut aus. Dann dehnte sich Stille zwischen ihnen aus, während sie beide auf die Zeichnung starrten. Plötzlich zog ein winziges Detail Martas Aufmerksamkeit auf sich. Ein kleiner Löwenkopf schien in eine der Brückenstreben geschnitzt worden zu sein. Sie zeigte mit dem Finger darauf.
     „Ja?“, wollte er hoffnungsvoll wissen.
     „Das ist ungewöhnlich“, flüsterte sie. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dieses Tier schon jemals bei einer der Brücken entdeckt hätte.“
     Sein Mund verzog sich enttäuscht.
     „Es ist von signifikanter Wichtigkeit, dass ich diesen Ort finde“, erklärte er eindringlich. „Kommt dir möglicherweise eines der Gebäude bekannt vor?“
     So sehr sich Marta auch konzentrierte, sie vermochte keine Besonderheiten zu entdecken.
     „Tut mir leid, nein. Es gibt viele Häuser, die ähnlich aussehen.“
     „Dann müssen wir uns an die Brücken halten“, stellte der Fremde entschlossen fest. „Bringe mich zu der nächstgelegenen mit einem solchen Geländer!“
     Marta richtete sich auf, löste die Gondel von den Pfählen, griff nach dem Ruder und sprang aufs Heck. Als sie sich mit einem Bein von der Mauer abstieß, bemerkte sie, dass er einen verstohlenen Blick um sich warf, als hätte er Angst, jemand würde sie beobachten.
     Gemeinsam untersuchten sie die schmalen Brückengeländer nach dem kleinen Löwenkopf, der darin eingraviert sein musste. Doch es war ein erfolgloses Unterfangen. Als sie auch bei der dritten Brücke auf keinen Hinweis stießen, meinte Marta, die Enttäuschung des Fremden körperlich zu spüren.
     „Es gibt diese Brücke“, brummte er und sackte auf einem jener Holzbretter zusammen, welche in der Gondel zum Transport von Fahrgästen montiert worden waren.
     Marta saß ihm gegenüber auf dem Heck und ließ ihre Beine in den Innenraum baumeln. Sie war mittlerweile hundemüde und befürchtete, jeden Moment einzuschlafen. Leider hatte ihnen die vierte Brücke ebenso keinen Erfolg beschert.
     „Ich verspreche, dass ich meine Augen offenhalten werde!“
     Obwohl Marta keine Ahnung hatte, wie sie die spezielle Brücke finden könnte, wollte sie ihrem Kunden Hoffnung machen. Sie beschloss, alles für ihren Retter zu tun. Wenn dies bedeutete, für ihn eine ungewöhnliche Brücke aufzuspüren, dann würde sie erst wieder rasten, wenn er zufrieden war. Der Mann nickte gedankenversunken.
     „Bring mich zurück“, bat er nach einer Weile und sie kam sogleich auf die Beine.
     Dreißig Minuten später ließ sie ihn an jener Stelle aussteigen, an der ihre Suche begonnen hatte.
     „Hole mich hier morgen zur gleichen Stunde ab.“
     Er zog seine Geldbörse hervor und zählte einige Münzen ab, die er ihr übergab.
     „Reicht das?“, wollte er kurz angebunden wissen.
     Marta starrte auf das kleine Vermögen auf ihrer Handfläche.
     „Das ist zu viel“, sagte sie aufrichtig.
     Das erste Mal in dieser Nacht musterte er sie und seine Augen trafen ihre. Plötzlich lächelte er und Marta stockte der Atem. Bevor sie ihm etwas hätte zurückgeben können, war er aus der Gondel gestiegen.
     „Bis morgen“, flüsterte er, setzte sich eilig in Bewegung und verschwand in der Dunkelheit.


2


Am folgenden Morgen beschloss Marta, sich Linda auf den Rücken zu schnallen und mit ihr gemeinsam auf die Suche nach jener Brücke zu gehen. Dank der großzügigen Entlohnung des Fremden war sie nicht mehr gezwungen zu betteln. Sie begann am Markusplatz und arbeitete sich entlang des Canale Grande weiter. Obwohl sie es gewohnt war, den ganzen Tag auf den Beinen zu sein, meinte sie am Abend doch, dass diese ihr abfallen würden. Tapfer ließ sie sich nichts davon anmerken, als sie vor Arturo einige Münzen auf die Tischplatte legte, hinter der er mit verschränkten Armen saß und sie aus zusammengezogenen Augenbrauen finster musterte.
     „Das wird ja immer weniger“, stellte er kalt fest. „Du solltest dich mehr anstrengen!“
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