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Die venezianische Schwester
Verfasser: Junia Swan (20)
Verlag: Digital Publishers (284)
VÖ: 24. September 2020
Genre: Historischer Roman (4535) und Romantische Literatur (21704)
Seiten: 384 (Taschenbuch-Version), 371 (Kindle-Version)
Themen: 19. Jahrhundert (1352), Begegnungen (2869), Bettler (21), Venedig (219), Verschwörungen (525)
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Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Junia Swan für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Junia Swan gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

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Zwanzig Jahre später



Im Laufe des Vormittags war Marta zwischen den Marktständen herumgeschlichen und hatte aufgesammelt, was zu Boden gefallen war. Die Ausbeute war nicht so ergiebig wie sonst, da sie ihre kleine Schwester, die sie sich auf den Rücken gebunden hatte, behinderte. Ihr Gewicht war schuld daran, dass die junge Frau oft nicht schnell genug war und andere Bettler ihr zuvorkamen. Nachdem sie der Mittagshitze, an die Wand eines Durchgangs gekauert, entkommen war, beschloss sie, ihr Glück am Piazza San Marco zu versuchen. Hier, rund um den Dogenpalast und den Markusdom, traf man hin und wieder auf einen angesehenen, reichen Bürger, der von einem Gebäude zum nächsten eilte. Doch es war wie verhext. Sie fand niemanden, den sie um ein paar Münzen anbetteln konnte. Mit gerunzelter Stirn untersuchte sie den Inhalt ihrer Stofftasche. Daraus würde sie nicht einmal eine Suppe kochen können! Ihr Geldbeutel stellte ebenfalls keinen Grund zur Freude dar: Sie hatte nur eine einzige Münze ergattert. Wenn sie Arturo damit unter die Augen träte, würde er sie zweifellos windelweich schlagen. Die Angst, welche sich während der letzten Stunden in ihrem Magen eingenistet hatte, ballte sich nun zu einem Stein zusammen. Er würde seine Drohung wahrmachen und Linda aussetzen. Bisher hatte Marta dies verhindern können. Aber wenn Arturo seine Vermutung, die kleine Schwester würde sie bei der Arbeit stören, bestätigt fände, wäre alles verloren.
     Tränen glitzerten in Martas Augen, doch mit einer unwilligen Geste strich sie diese mit den Fingerspitzen fort und straffte die Schultern. Es musste einen Weg geben, dieses schreckliche Schicksal abzuwenden! Prüfend musterte sie den Himmel. Nicht mehr lange und die Sonne würde untergehen. Was sollte sie nur tun?
     Plötzlich fiel ihr Blick auf einen Mann, der zielstrebig auf die gewaltigen Tore des Markusdoms zustrebte. Sie hatte nur Augen für ihn, erkannte ihn sofort. Es war der Bürgermeister dieser Stadt. Er würde hoffentlich ein Herz haben und ihr helfen. Welch ein Glück, dass er nicht mehr weit entfernt war. Sogleich begann sie zu laufen und stellte sich ihm im letzten Moment in den Weg.
     „Bitte, Signore, haben Sie Mitleid! Nur eine kleine Münze!“
     Auffordernd streckte sie eine Hand in Richtung des sichtlich erstarrten Mannes. Doch schon im nächsten Augenblick hatte er seine Überraschung abgeschüttelt und musterte sie von oben herab.
     „Aus dem Weg, du Hure! Ein so widerliches Geschöpf wie du verdient es nicht zu leben!“
     Entsetzt riss Marta die Augen auf.
     „Aber das bin ich nicht! Dieses Kind ist meine kleine Schwester. Ich bitte Sie, haben Sie Mitleid!“
     Entnervt stieß er sie rücksichtslos zur Seite und eilte weiter. Marta stolperte und wäre gefallen, hätte sich nicht eine Hand stützend um ihren Arm geschlossen, um ihr auf diese Weise Stabilität zu geben.
     „Danke“, murmelte sie und sah auf, während sich ihr Retter wieder von ihr löste.
     Er erwiderte nichts, sein Blick streifte sie nur kurz. Jene Hand, mit der er sie vor einem Sturz bewahrt hatte, tastete über die Vorderseite seiner Weste. Seine wohlgeformten Finger glitten in eine Tasche seines Gehrocks und er holte einige Münzen hervor. Ohne etwas zu sagen, griff er nach ihrer Hand und drückte das Geld auf ihre Handfläche. Als sie sein Almosen betrachtete, stellte sie fest, dass es mehr war, als sie jemals in einer Woche sammeln konnte. Ihr Mund öffnete sich überrumpelt und sie sah wieder zu ihm auf. Doch er hatte sich mittlerweile abgewandt und folgte dem Bürgermeister ins Innere des Doms.
     „Mille grazie“, wiederholte sie überwältigt, obwohl er es nicht mehr hören konnte.
     Marta wusste, dass sie den Fremden niemals vergessen würde. Seine dunklen, ernsten Augen hatten sich in ihr Gedächtnis gebrannt, als hätte jemand mit einem heißen Eisen ihre Haut mit einem Zeichen markiert. Dieser Mann hatte Linda davor gerettet, in die Gosse geworfen zu werden und gleichzeitig Marta eine Tracht Prügel erspart. Sie beschloss, Arturo das gesamte Geld nicht auf einmal zu geben. Nein, die Differenz würde sie für weniger einträgliche Tage aufheben.

Der Kanal lag dunkelblau im fahlen Mondschein. Das leise Plätschern, wenn das Ruder ins Wasser getaucht wurde, war das einzige Geräusch, welches die Stille durchbrach. Marta hatte ihr Haar unter einem Tuch verborgen und dieses wiederum unter einem breitkrempigen Hut. Abgesehen davon hatte sie ihr Tageskleid gegen ein Hosenpaar und ein weites Hemd getauscht. Ihre Sicherheit hing davon ab, dass niemand jemals herausfand, dass sie eine Frau war. Am Wichtigsten war, dass Arturo nichts von ihrem geheimen Nebeneinkommen erfuhr. Sollte er dahinterkommen, würde er ihr alles, was sie sich so mühsam erspart hatte, abnehmen und sie vermutlich windelweich schlagen. Außerdem würde er sie der Gilde der Gondolieri ausliefern. Es war anzunehmen, dass diese mit einer Frau, die nichts in ihrem Geschäft zu suchen hatte, kurzen Prozess machen würden. Trotzdem hatte Marta beschlossen, das Risiko einzugehen.
     Als sie ihr Ziel erreicht hatte, befestigte sie die Gondel an zwei hölzernen Pfählen und sprang leichtfüßig auf die verlassene Gasse. Eine einzige Gaslaterne erhellte die Umgebung in einiger Entfernung nur unzureichend. Aber das tangierte Marta nicht. Die junge Frau kannte die Stadt wie ihre Westentasche. Leise huschte sie zu einer Haustür und schob ein versiegeltes Kuvert darunter hindurch. Dann richtete sie sich schnell wieder auf, wirbelte herum und prallte gegen einen harten Körper, der unbemerkt direkt hinter ihr aufgetaucht war. Sie unterdrückte einen erschrockenen Aufschrei, da legte sich auch schon eine Hand über ihren Mund, während eine andere ihren Oberarm umschloss.
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