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Die verschwindende Hälfte
Verfasser: Brit Bennett (2)
Verlag: Rowohlt (1677)
VÖ: 15. September 2020
Genre: Gesellschaftsroman (343)
Seiten: 480 (Gebundene Version), 60 (Kindle-Version)
Original: The Vanishing Half
Themen: Familien (1332), Hautfarben (3), Louisiana (81), New Orleans (116), Rassismus (102), Schwestern (1227), USA (611), Wiedersehen (1568), Zwillinge (678)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Seit einem Dreivierteljahr ist Brit Bennett mit ihrem Roman »The Vanishing Half« nun schon durchweg in der Bestsellerliste der New York Times vertreten, und der Verkaufserfolg will einfach nicht abreißen. Hierzulande ist das Buch nun schon seit einem halben Jahr als »Die verschwindende Hälfte« zu bekommen, es konnte jedoch nicht ganz so viel Aufmerksamkeit erhaschen ... zumindest scheint uns dies so. Inzwischen haben wir es uns - ziemlich verspätet - einmal selbst durchgelesen. »Die verschwindende Hälfte« wurde im vergangenen September im Rowohlt Verlag veröffentlicht, ist 416 Seiten langg und kostet 22 Euro. Für die E-Book-Ausgabe müssen zwei Euro weniger hingeblättert werden, ein ungekürztes Hörbuch mit einer Spielzeit von zwölf Stunden wurde von Tessa Mittelstaedt eingelesen.

Bei Frau Bennett geht es in einen kleinen Ort namens Mallard irgendwo in der Provinz von Louisiana, in der die Kinder der afroamerikanischen Einwohner von Generation zu Generation immer heller werden. Dies trifft auch auf die Zwillingsschwestern Stella und Desiree zu, die hier aufwachsen. Auf der Stufe zum Erwachsenwerden beschließen sie, gemeinsam aus dem Ort zu flüchten. Sie bleiben einige Zeit in New Orleans, dann begeben sie sich auf komplett unterschiedliche Lebenswege. Die eine heiratet den dunkelhäutigsten Mann, der ihr je begegnet, und bekommt ein »blauschwarzes« Kind. Die andere wird Teil einer Welt, die eigentlich nur Weißen vorbehalten ist. Jahrzehnte vergehen, in denen sie sich nicht wiedersehen und nichts voneinander hören, und als Leser begegnet man den Lebensweg der beiden (sowie den ihrer Töchter).

Eine Prämisse des Buchs empfanden wir bis zum Ende hin als ein wenig seltsam, nämlich die, dass es das Aussehen der beiden Schwestern hergab, allein durch das eigene Verhalten und die eigene Entscheidung dafür zu sorgen, ob sie als Schwarze oder als Weiße betrachtet werden. Irritierend ist dies vor allem, weil es die eigentliche Problematik, nämlich die negativen gesellschaftlichen Konsequenzen aus einem unabänderlichen Geburtsmerkmal, in gewisser Weise abschwächt. Ansonsten könnte man allenfalls noch kritisieren, dass das Buch ein paar unnötige Baustellen aufmacht, etwa das Thema der Geschlechteridentität, das - so wichtig es an sich auch ist - an dieser Stelle ein bißchen so wirkt, als wäre es in die Story unnötig »hineingezwungen« worden, obwohl es hier eigentlich um ganz andere Dinge geht

Davon einmal abgesehen verfolgt das Buch einen hochinteressanten Ansatz. Wann immer in Büchern und Filmen ein derart großer Schwerpunkt auf das Thema Hautfarbe gelegt wird, geht es um den Kampf gegen die Ungerechtigkeit, und man kann recht sicher davon ausgehen, dass sich Protagonisten gegen Zustände auflehnen. Das ist in »Die verschwindende Hälfte« über weite Strecken nicht der Fall, vielmehr gehen die Schwestern dem Konflikt aus dem Weg und fügen sich in das System mit all seinen Ungerechtigkeiten mehr oder weniger ein, man mogelt sich allenfalls um die Ungerechtigkeiten herum. Interessant ist dies vor allem deshalb, weil vermutlich die Mehrheit der Menschen kampflos Dinge hinnimmt, in Geschichten jedoch unterrepräsentiert ist. Hier bekommt diese Mehrheit ein Gesicht.

Das Buch verbirgt natürlich nicht, dass es an eine amerikanische Zielgruppe gerichtet ist, denn wenngleich auf nahezu der ganzen Welt Hautfarbe zu Benachteiligungen und Bevorteilungen führt, handelt es sich hier schon um sehr spezielle Zustände. Nichtsdestotrotz erhält man hier einen wahrhaft beeindruckenden Einblick in eine Gesellschaft aus einem Blickwinkel, aus dem man sie sonst nicht betrachtet. In dieser Hinsicht ähnelt das Werk ein wenig dem »Gesang der Flusskrebse« von Delia Owens, das sich zwar mit einer ganz anderen Außenseiterin beschäftigte, sich der amerikanischen Gesellschaft auf ähnliche Weise näherte und vermutlich nicht umsonst in den USA ähnlich erfolgreich war (und ist). Die in »Die verschwindende Hälfte« geschilderte Geschichte lebt jedenfalls nicht von Spannung und Spektakel, sondern vielmehr davon, dass man hier tief in Persönlichkeiten und deren Leben hineinblicken darf, die auf ihre Weise normal und außergewöhnlich zugleich sind. Es ist ein Buch zum Darüber-Nachdenken, eines das nachhallt, und eines, bei dem das Lesen wirklich jede Minute wert ist.
– geschrieben am 1. März 2021 (5/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz