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TASCHENBUCH
 
Du stirbst allein
Verfasser: Simon Geraedts (13)
Verlag: Eigenverlag (17507)
VÖ: 14. September 2020
Genre: Thriller (6650)
Seiten: 309 (Taschenbuch-Version), 230 (Kindle-Version)
Themen: Gefahr (1211), Geheimnisse (4281), Inseln (1722), Ostfriesland (555), Schlüssel (47), Stürme (148)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Du stirbst allein« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Simon Geraedts für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Simon Geraedts gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Wie geht’s dir?«, fragte er sanft. »Kommst du klar?«
     Sie nickte. »Und du?«
     »Kennst mich doch, mich wirft so schnell nichts aus der Bahn.« Er schwieg einen Moment und fragte dann mit vorsichtiger Stimme: »Ganz sicher, dass du nicht wieder hier einziehen willst?«
     Da ihr Vater kein Testament hinterlassen hatte, gehörte das Haus samt Einrichtung jetzt Tim und Hanna zu gleichen Teilen. Nach der Beerdigung hatte er ihr angeboten, wieder einzuziehen, damit sie keine Miete mehr zu zahlen brauchte. Das war zwar verlockend, da ihre kleine Wohnung in Frankfurt-Mitte-West unverschämt teuer war, aber sie wäre nicht für alles Geld der Welt in ihr Elternhaus zurückgekehrt.
     »Keine Chance«, erwiderte sie und ließ unbehaglich den Blick schweifen. »Zu viele schlechte Erinnerungen.«
     Er nickte verständnisvoll. »Dann kümmern wir uns zusammen um den Verkauf, sobald wir mit dem Entrümpeln fertig sind.«
     »Ich weiß, das wäre wahrscheinlich nicht in Papas Sinne, aber ...«
     »Mach dir darum mal keine Gedanken«, fiel er ihr ins Wort. »In all den Jahren hat er sich einen Scheiß um uns gekümmert, also müssen wir jetzt auch keine Rücksicht auf seinen letzten Willen nehmen.« Er fuhr sich mit einer Hand schnaubend durchs Haar. »Zumal wir seinen letzten Willen gar nicht kennen, da er sich nicht einmal die Mühe gemacht hat, ein Testament aufzusetzen.«
     Sie sah ihn dankbar an und deutete auf die staubigen Kartons. »Hab schon angefangen, aber noch keine nennenswerten Schätze entdeckt.«
     Tim lachte. »Die werden wir in diesem Haus wohl auch nicht finden. Papa war Elektriker, kein Investmentbanker.«
     »Immerhin hat er uns keine Schulden hinterlassen«, sagte Hanna, was sie ihrem Vater wirklich zugutehielt. Nach dem Tod seiner Frau hatte er sich zwar in einen teilnahmslosen Trauerkloß verwandelt, aber wenigstens war er bis zuletzt seiner Arbeit nachgegangen.
     »Stimmt schon.« Ihr Bruder warf einen Blick auf seine Armbanduhr. »Ich muss spätestens morgen Nachmittag zurück nach Hamburg, also sollten wir keine Zeit verplempern. Mal sehen, was wir in den Schränken und Schubladen finden.«
     »Alles klar. Ich mache erst mal hier oben weiter.«
     »Ich übernehme den Keller«, sagte Tim. »Danach kümmern wir uns um das Erd- und Obergeschoss, okay?«
     Sie nickte. »Um eins mache ich uns etwas zu essen, hab vorhin eingekauft.«
     »Perfekt, dann bis später.« Er hauchte ihr einen Kuss auf die Wange und stieg die Leiter hinab. Hanna wandte sich wieder den staubigen Kartons zu, öffnete einen und lächelte verwundert.
     Von wegen, keine Schätze, dachte sie.

Ihr alter Teddy schaute aus seinen pechschwarzen Knopfaugen zu ihr hoch. Nachdem Hanna damals begriffen hatte, dass Lou in Wahrheit keine Superkräfte besaß, hatte sie ihn einfach fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel.
     Sie dachte, ihr Vater hätte das Stofftier entsorgt, dabei hatte es all die Jahre hier oben auf dem Dachboden gelegen. Vorsichtig hob Hanna den Plüschbären aus dem Karton und erwiderte seinen neugierigen Blick. »Hey, Kumpel«, flüsterte sie. »Lange nicht gesehen.«
     Mit geschlossenen Augen drückte sie den Teddy an die Brust, wie sie es als kleines Mädchen getan hatte, um die Nachtmonster zu vertreiben. Als sie die Augen wieder aufmachte, stockte ihr vor Schreck der Atem. In dem Karton befand sich noch etwas anderes, das sie zuletzt als Siebenjährige gesehen hatte. Seit einer Ewigkeit hatte sie nicht mehr daran gedacht, ja sogar vergessen, dass es überhaupt existierte.
     Mit klopfendem Herzen nahm sie das eingerahmte Foto heraus – eine Aufnahme vom Borkumer Wattenmeer. Kurz nach dem Tod ihrer Mutter war es in einem cremefarbenen Umschlag mit der Post gekommen. Hanna hatte ihn damals aus dem Briefkasten geholt, da ihr Vater dafür zu müde und niedergeschlagen gewesen war. Obwohl die Empfängeradresse offenbar in großer Eile hingekritzelt worden war, hatte sie sofort die Handschrift ihrer Mutter erkannt und war vor Freude in Tränen ausgebrochen.
     »Papa! Papa!«, rief sie auf dem Weg in die Küche. Dort saß ihr Vater am Frühstückstisch und klammerte sich mit gesenktem Kopf an eine dampfende Kaffeetasse. Seine Wangen waren stoppelig, die Augen blutunterlaufen. Seit der schrecklichen Nachricht vor zwei Tagen hatte er nicht länger als eine Stunde am Stück geschlafen.
     »Mama ist nicht tot!«, rief Hanna aufgeregt. »Sie hat uns Post geschickt!«
     Ihr Vater starrte sie irritiert an. »Maus, wovon redest ...«
     Als sie den Umschlag auf den Tisch legte, verstummte er und riss die Augen auf. Im Gegensatz zu seiner siebenjährigen Tochter wusste er natürlich, dass eine Postsendung mehrere Tage unterwegs war, dennoch verspürte er leise Hoffnung. Vielleicht war ja alles bloß ein Irrtum gewesen, eine unglückliche Verwechslung. Vielleicht war es gar nicht ihre Leiche gewesen, die am Strand gefunden worden war, vielleicht ... vielleicht ...
     Mit zitternden Händen riss er den Umschlag auf und zog das Foto heraus. Einen Moment lang betrachtete er es verwirrt, dann brach er wie seine Tochter in Tränen aus. Jedoch nicht vor Freude, sondern vor schmerzvollem Kummer.
     »Lebt sie noch?«, fragte Hanna mit leiser Stimme. »Kommt sie bald nach Hause?«
     »Nein, sie kommt nie wieder zurück.«
     »Aber Mama hat doch das Foto ... «
     »Vergiss das Foto«, hauchte ihr Vater und steckte es zurück in den Umschlag. »Das hat nichts zu bedeuten.«
     »Aber ...«
     »Kein Wort mehr davon!«, fauchte er mit tränennassen Augen. »Auch nicht zu deinem Bruder!«
     Erschrocken wich sie zurück. Hanna hatte ihren Vater noch nie so wütend erlebt, daher nickte sie nur und verschwieg Tim diese rätselhafte Postsendung. Nach einer Weile dachte sie nicht mehr an das Foto und vergaß es schließlich ganz.
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