Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.352 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »ciarda150«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
Du stirbst allein
Verfasser: Simon Geraedts (13)
Verlag: Eigenverlag (17533)
VÖ: 14. September 2020
Genre: Thriller (6660)
Seiten: 309 (Taschenbuch-Version), 230 (Kindle-Version)
Themen: Gefahr (1219), Geheimnisse (4292), Inseln (1730), Ostfriesland (555), Schlüssel (47), Stürme (148)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
BLOGGERNOTE DES BUCHS
1,00 (100%)
auf Basis von einem Blogger
1
100%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
2,20 (76%)
1
37%
2
31%
3
19%
4
6%
5
2%
6
6%
Errechnet auf Basis von 54 Stimmen
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Du stirbst allein« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe     Blogger (1)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Simon Geraedts für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Simon Geraedts gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Tim legte eine Hand auf die Klinke der Wohnzimmertür und warf Hanna über die Schulter einen besorgten Blick zu. Das Schniefen und Schluchzen war jetzt deutlich zu hören. Schließlich drückte ihr Bruder die Klinke herunter und stieß die Tür auf.
     Ihr Vater saß auf dem Sofa, hatte das Gesicht in den Händen vergraben und schluchzte so heftig, dass sein ganzer Körper bebte. Neben ihm lag der Telefonhörer an einer gekringelten Schnur; ein leises, monotones Tuten war zu hören. Hanna spürte, wie ihr das Blut in den Adern gefror. Die Nachtmonster waren schlimm, der Anblick ihres weinenden Vaters war grauenerregend.
     Nie zuvor hatte sich der Teddy in ihren Armen so nutzlos angefühlt. In diesem Moment und für den Rest ihres Lebens begriff Hanna, dass Lou nur ein unbelebtes Objekt mit Stofffüllung war. Ein wirksames Placebo gegen die Schrecken ihrer Fantasie, aber machtlos gegen den Horror des wahren Lebens.
     »Papa, was hast du?«, flüsterte Tim.
     Ihr Vater ließ die Hände sinken und drehte den Kopf. Sein Gesicht war tränenüberströmt, die Augen geschwollen und gerötet. »Kinder, kommt her«, brachte er mühsam hervor. »Ich muss mit euch reden.«
     Tim näherte sich mit kleinen, vorsichtigen Schritten und setzte sich neben seinen Vater aufs Sofa. Hanna rührte sich nicht vom Fleck, sie war starr vor Angst.
     »Was ist passiert?«, fragte Tim leise. »Geht es um Mama?«
     Ihr Vater wischte sich die Tränen von den Wangen und nickte. »Es ist etwas Furchtbares passiert.«
     Hanna hielt vor Schreck den Atem an, auch ihr Bruder wirkte jetzt sehr ängstlich. Mit großen, feuchten Augen hauchte er: »Ist sie tot?«
     Ein Ruck ging durch Hannas Magen, als hätte sich unter ihren Füßen eine Falltür geöffnet. Sie war erst sieben und hatte im Unterschied zu ihrem zwölfjährigen Bruder vom Tod noch keine klare Vorstellung. Aber sie wusste, was es bedeutete, wenn ihre Mutter tot war: Sie würde niemals zurückkommen.
     Fester denn je drückte Hanna ihren Teddy an die Brust und hoffte, ihr Vater würde lächelnd den Kopf schütteln und sagen: Nein, natürlich nicht.
     Aber das tat er nicht. Seine Miene drückte weiterhin den Schmerz eines Mannes aus, der einen schweren Schicksalsschlag erlitten hatte. »Komm, mein Schatz«, krächzte er und winkte seine Tochter herbei. Aber sie blieb wie angewurzelt stehen. Hanna wollte sich nicht neben ihren Vater setzen. Ihr graute vor dem, was er zu sagen hatte.
     »Mama ist nicht tot«, brachte sie mit einer brüchigen Stimme hervor, die sie kaum als ihre eigene erkannte. »Sie kann nicht tot sein ...«
     Ihr Vater verzog schluchzend das Gesicht. »Setz dich, Süße. Lass uns darüber reden.«
     »Nein, sie ist nicht tot!«, protestierte das Mädchen. »Mama ist nicht tot!«
     Sie ließ ihren Teddy fallen und lief in den Flur.
     »Hanna! Bleib stehen!«
     Aber sie rannte in das Zimmer zurück, das sie sich mit ihrem Bruder teilte, warf sich aufs Bett und zog sich die Decke über den Kopf. Als könnte sie auf diese Weise dem Schmerz entfliehen, der sie in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren wie ein dunkler Schatten begleiten sollte.

Siebzehn Jahre später

Frankfurt am Main


Hanna ließ den Blick über die Kartons, Kisten, Bücher, Möbelstücke und all den anderen Kram schweifen, der seit Ewigkeiten hier oben auf dem Dachboden verstaubte.
     Sie wollte die Sachen ihres verstorbenen Vaters nicht durchwühlen. Wollte sie nicht einmal berühren. Das Zeug fühlte sich an wie die Habseligkeiten eines Fremden. Im Grunde stimmte das, schließlich hatte sie sich in den letzten Jahren komplett von ihm entfremdet. Eigentlich hatte sie schon in der Kindheit den Draht zu ihm verloren – nach dem Tod ihrer Mutter.
     Obwohl Hanna damals erst sieben war, erinnerte sie sich noch genau, wie sie von seinem Schluchzen aufwachte. Wie sie mit Tim ins Wohnzimmer ging, wo sie ihren Vater weinend neben dem Telefon vorfanden. Die Borkumer Polizei hatte ihm mitgeteilt, dass ein einheimischer Rentner Marias Leiche am Strand entdeckt hatte, ganz im Süden unweit der Fähranlegestelle.
     Hannas Mutter war Reisefotografin gewesen und wollte wohl vom Watt aus den Hafen bei Nacht ablichten. Dort draußen wurde sie dann von der Flut überrascht und schaffte es nicht mehr zurück an Land. Wegen der tückischen Gezeiten waren in den letzten Jahrzehnten Hunderte Menschen in den ostfriesischen Wattenmeeren ertrunken.
     Anfangs verspürte Hanna keine richtige Trauer. Als kleines Mädchen brauchte sie eine Weile, um diese Tragödie zu begreifen. In den ersten Wochen war sie völlig verstört und apathisch.
     Erst nachdem sich der Schock gelegt hatte, drangen die Emotionen mit voller Wucht an die Oberfläche. Plötzlich hatten Trauer, Schmerz und Wut sie überwältigt. Sie bekam Weinkrämpfe und Tobsuchtsanfälle, schrie wie am Spieß und zerschmetterte Gläser und Geschirr. Eine Zeit lang war Hanna böse auf ihre Mutter, weil sie für immer weggegangen war, ohne sich zu verabschieden.
     Monatelang wurde sie von einem wiederkehrenden Albtraum heimgesucht. In diesem Traum trieb sie auf einem offenen Ozean – um sie herum nichts als kristallblaues Wasser – und spürte, dass unter ihr Kreaturen mit langen Fangarmen lauerten. Jedes Mal, wenn sich glitschige Tentakel um ihre Beine schlangen und sie in die Tiefe zogen, wachte sie schreiend auf.
     Auf die Phase der Gefühlsausbrüche folgte innere Leere. Immer wieder stellte sich Hanna die Frage, warum ihre Mutter sterben musste. War es wirklich nur ein Unfall, der auf Leichtsinn zurückzuführen war? Ihr Tod konnte doch unmöglich so belanglos sein.
Seite: 1 2 3 4 5 6
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2020)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz