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TASCHENBUCH
 
Der Hässliche und die Puppe
Verfasser: C.U. Eichner (1)
Verlag: Eigenverlag (17247)
VÖ: 30. Juli 2020
Genre: Kriminalroman (7500) und Kurzgeschichte (4167)
Seiten: 57 (Taschenbuch-Version), 41 (Kindle-Version)
Themen: Banküberfall (80), Begegnungen (2783), Beziehungen (1778), Selbsthass (11), Tod (1088)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei C.U. Eichner für die Einsendung dieser Leseprobe!
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Der Hässliche stand nackt am Fenster und schaute hinaus. Er wurde von allen der Hässliche genannt. Einer fing an und alle stimmten mit ein. Die Jahre vergingen und er wehrte sich nicht. Irgendwann vergaß er seinen Namen. Bis heute Morgen, als sie ihn rief: Ray! Ray! Ray!
     Ray war nicht besonders hässlich. Nein, er war nur nicht besonders schön. Er war Mitte 40, etwas größer als die anderen, etwas schmaler als die anderen. Er trug graues, kurz geschnittenes Haar, seine Haut war fettig, seine Nase dick und auf beiden Wangen zeigten sich tiefe Aknenarben aus seiner Jugendzeit.
     Seine Jugend bückte seinen Gang noch immer. Ray ging immer leicht nach vorn gebeugt. Die Schultern vor der Außenwelt eingezogen. Wurde er angesprochen, schweifte sein Blick ab. Selten hielt er einem längeren Augenkontakt stand. Seine Stimme war wie seine Seele. Wacklig. Mal zu tief. Mal zu hoch. Nie traf sie den richtigen Ton. Objektiv betrachtet war Ray nicht hässlich, aber - und das ist viel wichtiger – er hielt sich selbst für hässlich. Ja, an manchen Tagen fühlte er sich als Verstoßener unter den Menschen. Der Hässlichste unter den Hässlichen.
     Es war morgens um halb sechs. Der Tag brach gerade an und allmählich tauchten aus der Dunkelheit Umrisse auf. Gebäude, Straßen, Pfützen. Pfützen, in denen sich das Scheinwerferlicht der vorbeifahrenden Autos spiegelte. Es regnete. Die Wolken hingen tief und drückten alles Lebendige zu Boden. Vereinzelt hetzten die Menschen mit schnellen Schritten vorbei. Im Licht der Straßenlaternen tauchten sie auf: kopflose Gestalten, die Blicke aus den Kapuzen auf den Boden gerichtet, Schutz suchend vor dem Unheil von oben. „Fürchterliches Wetter“, dachte der Hässliche, „aber schön, trotzdem schön.“ Wahrscheinlich dachte er das nur, weil er gerade gekommen war. Er zog an seiner Zigarette und schaute zurück auf das Bett. Dort lag sie. Die nackte Schönheit. Die Puppe. Sie rauchte auch. Ihre aufgespritzten Lippen zogen an der Zigarette und ließen langsam, ganz langsam blaue Ringe nach oben steigen.
     „Du kannst jetzt gehen“, sagte sie.
     Er hustete kurz. „Was?“
     Sie lachte frech. Sie hatte ein lautes, vulgäres Organ. Dann hauchte sie ihm zu.
     „Komm mal her.“
     Er ging zu ihr. Langsam. Er versuchte selbstbewusst zu wirken, aber die Angst hatte ihn schon erfasst. Die Puppe könnte jetzt alles zum Einsturz bringen.
     „Du bist schön“, fing sie an.
     Er schluckte, zog die Augenbrauen hoch und fragte sich, worauf sie hinauswollte.
     „Findest du mich schön, Ray?“
     „Soll das ein Witz sein?“
     „Nein ehrlich, sag, findest du mich schön?“
     „Du bist die schönste Frau, die mir je begegnet ist.“
     „Das ist nett von dir, Ray. Aber ich will noch schöner werden. Ich will meine Möpse vergrößern lassen. Und dafür brauche ich Geld.“
     „Du willst Geld?“
     „Ja Ray, ich brauche das Geld für die OP.“
     „Ich habe kein Geld.“
     „Dachte ich mir. Aber du bist ein richtiger Mann.“
     „Was willst du von mir?“
     „Ich arbeite in einer Bank am Schalter. Die Bank hat viel Geld. Sehr viel Geld. Und ich will, dass du mich überfällst.“
     „Du willst was?“
     „Ray, ich habe mir alles genau überlegt. Es wird keinerlei Probleme geben. Und danach teilen wir. Jeder bekommt die Hälfte. 100.000 Dollar.“
     Er drückte seine abgebrannte Zigarette aus. Asche. Sie hatte ihn ausgesucht, weil er aussah wie jemand, der für eine Frau wie sie alles tun würde. Und sie hatte recht damit. Er würde für sie alles tun.
     „Ich weiß noch nicht mal, wie du heißt.“
     Sie hatte ihm ihren Namen nicht verraten. Nun musste er ihn wissen.
     „Susann.“
     „Susann?“
     „Ja, süßer Ray. Ich heiße Susann.“
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