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Die Wunderfrauen 1 - Alles, was das Herz begehrt
Verfasser: Stephanie Schuster (1)
Verlag: Fischer (1646)
VÖ: 1. Juli 2020
Genre: Historischer Roman (4278)
Seiten: 480 (Taschenbuch-Version), 463 (Kindle-Version)
Themen: Deutschland (692), Frauen (731), Fünfziger Jahre (158), Nachkriegszeit (128), Neuanfang (981), Wirtschaftswunder (1)
Charts: Einstieg am 8. August 2020
Höchste Platzierung (7) am 12. August 2020
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Die Wunderfrauen 1 - Alles, was das Herz begehrt« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (6)     Blogger (1)     Tags (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 11. August 2020 um 9:40 Uhr:
» Vier Frauenschicksale im bayrischen Nachkriegsdeutschland

Die locker erzählte, aber nicht minder tragische Geschichte über vier Frauenschicksale ist hauptsächlich Mitte der 1950er-Jahren in der bayrischen Kleinstadt Starnberg angesiedelt. Da sind Marie, die Heimatvertriebene aus Schlesien; Luise, die einen Dorfladen gründet; Helga, die sich von Ihren reichen Eltern lossagt, um Krankenschwester zu werden und schließlich Annabel, die unglückliche Ehefrau eines reichen Arztes. Jede dieser Frauen ist bereits in jungen Jahren vom Schicksal hart geprüft worden. Langsam erschließt sich im sehr angenehm zu lesenden Roman die reichhaltigen Lebensgeschichten dieser Frauen. Trotz des Elends der Kriegszeiten und der Diktatur sind sie innerlich nicht gebrochen und bauen sich jede auf ihre Art ein neues Leben auf. Das ist sehr anschaulich und lebensnah beschrieben, so dass die Geschichte überzeugt und nicht aufgesetzt wirkt. Auch die Nebenfiguren sind durchwegs lebendig gezeichnet. Einzig an ein paar Stellen fand ich, dass gewisse für den Fortgang der Geschichte relevante Entwicklungen etwas zu konstruiert wirkten. Leider habe ich mir die beim Lesen nicht notiert und kann sie deshalb auch hier nicht zitieren.

Was anfangs so leicht daherkommt, hat bei genauerer Betrachtung mehr Tiefgang als man zuerst denkt. Der Roman spielt 1953/1954. der Krieg ist zwar schon einige Zeit vorbei, aber die Nazizeit ist immer noch in den Köpfen der Leute. Schlimme Erinnerungen für die Einen, verpasste Chancen für die Anderen. Eine nach wie vor innerlich durch Krieg, Nazitum, Elend und Armut tief zerrissene Gesellschaft im Aufbruch, in der sich die vier jungen Frauen behaupten müssen auf der Suche nach ihrer eigenen Identität. Vier Frauen, die einerseits durch ihre Herkunft und Jugend sehr unterschiedlich sind, aber etwas gemeinsam haben: Sie wollen Leben, sich selbst sein und ausbrechen aus der ihnen von der Vergangenheit und von kaputten Männern aufgedrängten Welt. Und die vier Frauen haben noch etwas gemeinsam: Trotz allem haben sie den Glauben an das Gute im Menschen nicht verloren. Für mich lebt das Buch von dieser innere positive Kraft der vier Protagonistinnen im Spannungsfeld zu all den schrecklichen Vorkommnissen in der Vergangenheit aller Personen, die im Roman vorkommen. Es ist nicht nur eine gut lesbare Sommerlektüre, sondern ein sehr guter Roman, der diese Zeit aus dem Blickwinkeln von Frauen schildert, ohne dabei groß philosophisch zu werden. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil.

Vier Frauen, vier Schicksale, vier Erzählstränge, die plausibel über die etwas mehr als 450 Seiten miteinander verwoben werden. Ohne großen philosophischen Firlefanz ist der Autorin ein feministisches Buch gelungen, das diese Zeit und den Aufbruch in eine neue Zeit in Deutschland anschaulich aus Frauensicht schildert. So ein Buch habe ich bis jetzt noch nicht in den Händen gehalten und auch vermisst.

LESEN!«
  17      0        – geschrieben von Mogul
 
Kommentar vom 9. August 2020 um 9:59 Uhr:
» Vier wahre Powerfrauen

> Handlung und Charaktere
Die junge Frau Luise hat nach entbehrungsreichen Kriegsjahren einen Traum: Sie will ihren eigenen Laden eröffnen. Dort möchte sie all das anbieten, worauf man in den vorangegangen Jahren verzichten musste und als gelernte Köchin könnte sie ihre Kundinnen mit Rezepten versorgen. Doch zunächst muss sie ihren Mann davon überzeugen und das nötige Startkapital aufbringen.
Drei andere Frauen werden ihre Wege kreuzen: Die junge Marie, die ihre Heimat in Schlesien verlassen musste und nun nach einer Anstellung sucht; Helga, die ihre Ausbildung zur Krankenschwester macht und sich dabei Hals über Kopf verliebt und Annabel, eine Arztgattin, die um Liebe und Aufmerksamkeit ihres Mannes kämpfen muss.

> Leseerfahrung
Der Einstieg ins Buch ist wunderbar flüssig und macht Lust auf mehr. Die Geschichte wird aus den Perspektiven der vier Frauen erzählt und so lernt der Leser die Wünsche und Probleme jeder Frau sehr gut kennen. Es ist spannend, in die 50er Jahre abzutauchen und sich von der geschickten Autorin durch die Geschichte tragen zu lassen. Die Zeit lebt direkt vor dem inneren Auge auf und man kann sich sehr gut auf die Geschichte einlassen. Die Handlungen erscheinen schlüssig und machen nach jedem Kapitel neugierig darauf, was als nächstes folgt.
Ich habe mich mit den Figuren gefreut und mit ihnen gelitten und bin sehr gespannt auf die Fortsetzung, welche im Frühjahr 2021 erscheinen wird.

> Fazit
Ein wunderbarer Roman über vier starke Frauen, die für ihre Wünsche kämpfen und sich nicht so leicht unterkriegen lassen.«
  12      0        – geschrieben von Schlaflos
Kommentar vom 6. August 2020 um 16:04 Uhr (Schulnote 1):
» Handlung:
1953
Die Wirtschaftswunderjahre haben begonnen und für Luise, Helga, Marie und Annabel beginnt eine neuer Lebensabschnitt. Luise möchte gerne ein eigenes Lebensmittelgeschäft eröffnen und selbst das verkaufen, was es jahrelang nur in geringen Mengen zu erwerben gab. Dafür ist sie aber auf die Genehmigung ihres Mannes angewiesen, ohne diese würde ihr Traum in weite Ferne rücken.
Marie ist aus Schlesien geflohen und sucht eine neue Heimat. Und wird dabei immer von den Dämonen der Vergangenheit verfolgt.
Helga flieht vor einer arrangierten Zukunft vonseiten der Eltern und will ein selbstbestimmtes Leben führen. Sie beginnt eine Ausbildung zur Krankenschwester, doch genau dann trifft sie einen Mann, den sie nicht mehr vergessen kann.
Als vierte Dame im Bunde gibt es noch Annabel, Gattin eines angesehenen Arztes. Sie fühlt sich häufig einsam, hat keine Aufgaben im Haushalt und so bleibt ihr nur die Betreuung des Sohnes. Und dabei gibt es eine ständige Angst, dass ihr Mann ihr fremdgeht...
Immer wieder werden sich diese vier Frauen über den Weg laufen, manche nähern sich an, manche empfinden keine Sympathie füreinander. Doch langsam, aber sicher entstehen Freundschaften und die Frauen erkennen Gemeinsamkeiten und ähnliche Ambitionen.

Meinung:
Das Cover wurde perfekt an die Handlungszeit angepasst. Nicht nur farblich und die Mode der Frauen, sondern auch die Schriftart des Titels schreit für mich nach den 1950er Jahren. Ich mag diese Details gerne und muss sagen, dass mir das Bild immer besser gefällt, je länger ich es betrachte. Bei den Damen im Vordergrund finde ich es absolut gelungen, wie sie der Zeit entsprechend gekleidet, aber auch frisiert sind. Man erhält allein durch das Betrachten des Covers einen guten Eindruck. Was auch sehr gut passt ist, dass es vier Damen auf dem Cover gibt und der Roman dreht sich ebenfalls um vier komplett unterschiedliche Frauen. So kann man den Protagonistinnen ein jeweiliges Gesicht zuordnen und sie wurden für mich noch lebendiger.

Ich bin erst durch eine Vorstellung des Romans bei Vorablesen auf ihn aufmerksam geworden und die Inhaltsangabe hat mich wirklich direkt angesprochen. In dieser Woche gab es allerdings auch noch zwei weitere Bücher, die interessant klangen, ich hatte für jedes einen Leseeindruck verfasst und durfte mich über ein anderes Buch freuen. Als ich dann entdeckt habe, dass es bei Lovelybooks eine Leserunde geben wird, habe ich nicht lange gezögert, mich für ein Exemplar beworben und durfte mich diesmal darüber freuen.

Der Roman dreht sich um vier unterschiedliche Frauen, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen. Sie haben verschiedene Pläne und Ziele und gehen diese unabhängig voneinander an. Nach und nach verbinden sich die vier Erzählstränge, es gibt Zusammentreffen und Überschneidungen.
So ergeben sich vier Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird und anhand derer man einen Hauch der Stimmung von 1950 erfassen kann. Man erlebt vier Schicksale mit, die lebendig beschrieben werden und anhand derer man hautnah miterleben kann, wie sich die Gesellschaft entwickelt und welche Normen und Regeln damals noch üblich waren. Zudem erhält man so einen stärkeren Bezug zu den vier Damen und ich finde, man kann eine bessere Bindung zu ihnen aufbauen!

Mir hatte schon die Leseprobe hervorragend gefallen und bereits da ist mir aufgefallen, dass ein ganz lebendiger und genauer Schreibstil vorliegt, der mir richtig gut gefällt. Es gibt nicht nur eine interessante und detailreiche Darstellung der Damen, auch das Setting oder allgemein die Szenerien konnte ich mir bildreich vorstellen.
Ich würde sagen, dass die Sprache im Grunde recht einfach gehalten wurde, aber durch allerhand Andeutungen, historische Details und den Bayrischen Dialekt erhält sie Anspruch. Immer wieder gibt es Andeutungen zu kleinen Rätseln, die nicht sofort gelöst werden und teilweise auch nach dem Ende des ersten Bandes noch nicht vollkommen gelöst. Es ist also noch genügend Spannungspotenzial vorhanden, um sich bereits jetzt auf die weiteren Teile der Reihe zu freuen und bis dahin hat man allerhand Stoff zum spekulieren!
Der bayrische Dialekt taucht in einem für mich angenehmen Maß auf. Es gibt nicht zu viele Einstreuungen dessen und auch wenn man mit dieser Mundart nicht so bewandert ist, hatte ich absolut keine Probleme, um den Sinn des Gesagten zu verstehen. Durch die Einbindung dessen entsteht nicht nur Abwechslung, sondern auch viel Authentizität. Und außerdem passt es natürlich perfekt zum Handlungsort, dem Starnberger See.

Immer wieder gibt es in den Kapiteln ein paar Abschnitte rund um historische Ereignisse. Diese tauchten in einer angenehmen Anzahl auf und haben die eigentliche Handlung nicht überstrahlt. Zudem mochte ich es sehr, wie die Details in die Geschichte eingeflochten wurden und man die Informationen wie nebenbei wahrgenommen hat. So wurde der Lesefluss in keinster Weise beeinträchtigt und es hat einfach Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen.
Vor allem von dem Lebensgefühl der 1950er Jahre bekommt man einen hervorragenden Eindruck. Nicht nur gesellschaftlich, sondern auch familiär gibt es einige Aspekte, die mir nicht bekannt waren und die mich dementsprechend überrascht haben. Ich konnte ohne Probleme in die Zeit eintauchen und durch Details wie die Mode oder die Ausstattung von Wohnungen und Häusern entstand vor meinen Augen ein lebendiges Bild.

Und auch die allgemeine Stimmung trägt nicht nur zu einem authentischen Bild bei, sondern auch dazu, dass man sich die Zeit noch besser vorstellen kann. Man merkt deutlich, dass die Welt rund um den Starnberger See in einem kleinen Aufruhr ist und der Fortschritt immer mehr einzieht, aber auch der Wunsch von Frauen, selbstbestimmter zu handeln. Man spürt deutlich die Aufbruchsstimmung der Damen, die nicht mehr ständig die Erlaubnis der Gatten einholen oder von den Eltern bestimmt werden, sondern ihre eigenen Entscheidungen treffen wollen. Die freier Leben wollen und nicht nur in der Welt, sondern auch der Gesellschaft einen Fortschritt sehen wollen. Und genau solch eine Stimmung ist zu spüren, was mir richtig gut gefallen hat. Es entsteht ein Roman, der einem in die Zeit der 1950er Jahre mitnimmt und man erfährt einen Hauch dessen, was die Menschen damals beschäftigt hat und mit welchem Lebensgefühl sie ausgestattet waren.

Anhand der Stimmung, aber auch zahlreicher historischer Details ergibt sich eine spannende Geschichte, die mit viel Authentizität daherkommt und viel Charme versprüht. Die Protagonisten erscheinen dadurch sehr lebendig und ihre Handlungen realitätsnah. Oft hatte ich das Gefühl, Lebensgeschichten zu lesen, die sich genauso abgespielt haben könnten und an keiner Stelle hatte ich Zweifel, dass das gerade Gelesene in irgendeiner Weise falsch sein könnte. Ich habe einfach vollkommen darauf vertraut, dass die Autorin eine perfekte Recherchearbeit geleistet hat und hatte dadurch viel Spaß am Lesen!

Als Setting dient fast durchweg die Gegend um den Starnberger See. Ich konnte mir jeglichen Ort, seien es Wohnhäuser oder die Seeklinik von Annabels Mann, die Natur oder den Bauernhof von Luises Bruder gut vorstellen. Eine jede Örtlichkeit hat eine genaue, aber nicht zu umfangreiche Zeichnung bekommen, sodass man ein ungefähres Bild hatte, aber auch seiner Fantasie Platz lassen kann. Manchmal kommt es auch vor, dass in bestimmten Gebäuden eine gewisse Stimmung vermittelt wird. Während diese in Luises Haus ziemlich hoffnungsfroh und modern erscheint, ist sie in Annabels Haus eher altmodisch und kühl. Auch dadurch wird den jeweiligen Gebäuden eine Lebendigkeit verliehen, die mir nochmals dabei geholfen hat, mir diese vorzustellen.

Bei den Protagonisten standen vor allem die vier Frauen Helga, Marie, Luise und Annabel im Vordergrund. Auf ihnen lag eindeutig das Hauptaugenmerk, alle anderen Personen nahmen eine untergeordnetere Rolle ein. Trotzdem hat man bei jedem einzelnen Charakter gemerkt, dass sich Gedanken um ihn gemacht wurden und so entstehen viele individuelle und unterschiedliche Wesen. Keiner gleicht sich und jeder hat andere Eigenarten, die ihn besonders machen und auszeichnen.
Am stärksten dargestellt waren die vier Damen, sie hatten den tiefgründigsten Charakter bekommen und sie lernt man auch im Verlauf des Romans am besten kennen. Hier fand ich es angenehm, dass mir nicht jede sofort sympathisch war, gerade mit Helga und Annabel hatte ich anfangs meine Probleme und brauchte einige Zeit, um sie positiver einzuschätzen und aktiver an ihrem Leben teilzunehmen. Zudem finde ich es sehr gelungen, wie die vier Handlungsstränge langsam miteinander verwoben werden und immer mehr Überschneidungen entstehen. Auf diese Weise kann man als Leser beobachten und miterleben, wie Freundschaften entstehen, aber auch, wie man Situationen falsch einschätzen kann und wie dadurch Missverständnisse entstehen.

Fazit:
Nach der sehr guten Leseprobe hatte ich natürlich einige Erwartungen und war richtig gespannt, endlich selbst das Buch zu lesen. Ich hatte mir bereits ein paar Gedanken bezüglich der Geschichte gemacht und wollte wissen, inwieweit diese am Ende zutreffen. Und ich muss sagen, dass ich sehr begeistert bin und mich unglaublich auf die nächsten beiden Teile freue. Nicht nur, weil das Ende recht offen und damit spannend gehalten wird, sondern weil mir die vier Protagonistinnen nach und nach immer sympathischer wurden und ich wissen will, was das Leben noch so für sie parat hält. Ich habe absolut keinen Aspekt, der mir nicht gefallen hat, sondern bin vollkommen zufrieden mit dem Roman. Ich kann nur eine große Empfehlung aussprechen und werde mich in Geduld üben muss, bis Band zwei und drei erscheinen...«
  14      0        – geschrieben von MarySophie
 
Kommentar vom 2. August 2020 um 17:36 Uhr (Schulnote 1):
» Die Wunderfrauen – Alles was das Herz begehrt, Frauenroman aus der Zeit des Wirtschaftswunders von Stephanie Schuster, 472 Seiten, erschienen im Fischer Verlag.

Vier Frauen zu Beginn des Wirtschaftswunders, haben etwas gemeinsam, den Wunsch endlich wieder glücklich zu sein.

Der Krieg und die entbehrungsreiche Zeit danach sind nun endlich vorbei. Nach dem Tod ihrer Schwiegermutter, träumt Luise Dahlmann von einem eigenen kleinen aber feinen Lebensmittelgeschäft. Nach den Jahren des Verzichts soll es da alles geben was das Herz begehrt. Kann sie ihren Mann davon überzeugen? Drei Frauen kreuzen dabei immer wieder ihren Weg. Marie, die frühere Gutsbesitzertochter, vertrieben aus Schlesien. Annabel von Thaler, die wohlhabende Arztgattin und die junge Lernschwester Helga Knaup. Jede der vier Frauen versucht auf ihre Weise, ein Stück vom Glück zu ergattern.
Jede der einzelnen Damen erzählt ein Stück der Geschichte aus ihrer Sicht, abwechselnd ist Jeder ein Kapitel gewidmet. Dadurch ist es dem Lesenden möglich sich einen Überblick über das gesamte Geschehen zu verschaffen. Durch die einzelnen Schriftarten gibt es dem Buch ein lebendiges aufgelockertes Bild. Ladenschilder und Werbetexte z.B. in Schönschrift. Kursiv sind Liedtexte englische Phrasen. Filmtitel oder Zeitschriften gekennzeichnet. Besonders aufschlussreich fand ich die Notizen aus Luises Notizheften, zwischen den einzelnen Kapiteln. Mit Rezepten, Ladentipps, Lebensmittelgesetzestexten usw. einfach alles was Luise wert war festgehalten zu werden. In der vorderen und hinteren Klappe befinden sich, eine Personenliste und auch Bilder, damit man sich den Tante Emma Laden wie er damals aussah, gut vorstellen kann. Durch die schlagfertigen Dialoge z.T. in bairischem Dialekt (z.B. Dschamsterer, Goaßmilli, Manschgerl) wurde die Geschichte zusätzlich aufgelockert und belebt.

Dieses Buch hat mich bestens unterhalten, es war leicht und flott zu lesen, kaum begonnen konnte ich es innerhalb eines Tages lesen und erst aus der Hand legen nachdem der Schlusspunkt gesetzt war. Immer wieder habe ich mich in die Jugendzeit meiner Eltern, die ich aus ihren Erzählungen kenne, zurückgebracht gefühlt. Nierentische, Petticoats, die Musik, Halbstarke, Zeitschriften usw.. Stephanie Schuster ist es perfekt gelungen, den Zeitgeist der frühen 50er Jahre einzufangen. Ihr bildhafter Erzählstil hat mich gefesselt. Die Beschreibung z. B. des Tante Emma Ladens hat mich an einen Ort zurückgeführt, an den ich mich aus meiner Kindheit noch gut erinnern kann. Auch die Sonnenfinsternis 1954 und das „Wunder von Bern“ haben einen Platz im Buch gefunden.

Die Lebensgeschichten der Charaktere sind berührend und erinnern an eine Zeit in der Frauen noch das Einverständnis ihres Mannes brauchten um arbeiten zu dürfen, oder Alleinerziehende junge Mütter einen schweren Stand hatten. Luise Dahlmann tüchtig und fleißig, steht für die zupackenden und tatkräftigen starken Frauen dieser Zeit. Besonders ergreifend fand ich das Schicksal der heimatvertriebenen Marie, die in Bayern ein neues Leben beginnt. Helga steht für eine junge moderne Frau, die selbstbestimmt und ohne die Annehmlichkeiten einer wohlbehüteten Tochter einfach frei und unabhängig sein will. Die vierte im Bunde Annabel von Thaler ist die Gattin eines angesehenen Arztes mit eigener Klinik, die nur für die Behaglichkeit ihres Mannes und für ihren Sohn lebt. So unterschiedlich die Frauen und ihre Schicksale auch sind, trotzdem sind sie Freundinnen geworden und in den weiteren Büchern der Trilogie ist deshalb m.E. noch viel zu erwarten.

Ein Wohlfühlbuch voller Zeitgeist und spannender Geschichten, geeignet für Leserinnen und auch Leser, die wie ich gerne in den Wirtschaftswunderjahren schwelgen oder mehr darüber erfahren wollen. Da sich am Ende ein Cliffhänger angebahnt hat, werde ich die Trilogie auf alle Fälle weiter verfolgen. Dafür von mir Note 1«
  21      0        – geschrieben von Ele95
Kommentar vom 2. August 2020 um 17:25 Uhr (Schulnote 2):
» Dies ist der 1. Band der Trilogie über die vier Wunderfrauen. Sie spielt in Bayern am Starnberger See. Die Kapitel erzählen abwechselnd ihre Geschichte, die Anfang der 50er Jahre spielt. Zwischendurch kreuzen sich oft ihre Wege. Schon am Cover kann man erkennen, wann die Story spielt und es sieht darauf aus, als wenn sie noch beste Freundinnen werden, trotz unterschiedlicher Herkunft und Charaktere.
Luise verheiratet mit Hans verwirklicht sich ihren Traum von einem Tante Emma Laden. Marie geflüchtet aus Schlesien findet ihr Zuhause bei Luises Brüdern auf einem Hof mit Ziegen und Schafen. Helga, reiche Fabrikantentochter entflieht der Enge ihres Elternhauses und lebt ihr Leben ohne Zwang und Moral. Annabel, Luises Nachbarin, verheiratet mit dem Chefarzt der Starnberger Seeklinik. Hat nur eine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es Mann und Sohn gutgeht.
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, schnell und flüssig zu lesen. Einiges kam mir aus meiner Kinderzeit noch sehr bekannt vor. Dieser erste Band schreit förmlich nach Fortsetzung, will man doch unbedingt wissen, wie es weitergeht mit den vier Wunderfrauen. Ich freue mich darauf und kann das Buch gerne empfehlen.«
  9      0        – geschrieben von HexeLilli
Seite:  1 2
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