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Witte und Fedder ermitteln 7 - Juister Lüge
Verfasser: Sina Jorritsma (33)
Verlag: Klarant (657)
VÖ: 24. Juli 2020
Genre: Kriminalroman (7309)
Seiten: 200 (Taschenbuch-Version), 129 (Kindle-Version)
Themen: Kommissare (1916), Leichen (1992), Lügen (993), Ostfriesland (528), Ringe (59), Vögel (82)
Reihe: Witte und Fedder ermitteln (7)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Lotta Dolke geht zur Juister Polizeistation, um eine Lüge zu melden. Am nächsten Morgen findet man nur noch die Leiche der jungen Frau am Strand. Was wollte Lotta den Beamten sagen, bevor sie im letzten Moment einen Rückzieher machte und verwirrt davonlief? Die Inselkommissare Antje Fedder und Roland Witte nehmen Lottas Reisegruppe ins Visier. Sind die angeblichen Ornithologen wirklich auf der Ostfriesischen Insel, um Vögel zu beobachten? Und was bedeutet der Siegelring mit dem stilisierten Buchstaben B, den alle Mitglieder der Gruppe tragen? Der Fall steckt voller Rätsel und spitzt sich weiter zu, als ausgerechnet einer der Verdächtigen das zweite Opfer ist...
Quelle: Klarant
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei David Gröger vom Klarant Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Sina Jorritsma gibt es bei Facebook.
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Kommissarin Antje Fedder wäre lieber am Strand gewesen, als Bürodienst zu schieben. Zu den Vorzügen ihrer Arbeit als Inselpolizistin auf Juist gehörte der häufige Aufenthalt an der frischen Luft. Als tief verwurzelte Einheimische wollte sie an gar keinem anderen Ort auf der Welt leben. Außer während der Ausbildungszeit und einem alptraumhaften Großstadteinsatz unmittelbar danach war sie dem »Töwerland« immer treu geblieben.
     Momentan saß Antje an ihrem Schreibtisch in der kleinen Inselwache. Sie musste noch ein paar Protokolle tippen, dann konnte sie endlich nach draußen gehen und sich den Sommerwind um die Nase wehen lassen. Die Kommissarin hielt engen Kontakt zu den Bewohnern und Besuchern des Eilands. Bei jeder Streife durch den Ort gab es den einen oder anderen »Klönschnack«. Das war ihrer Meinung nach die beste Art der Verbrechensvorbeugung – zu erkennen, wo den Menschen der Schuh drückte.
     Die Tür wurde aufgestoßen. Antje blickte auf. Sie rechnete damit, Roland Witte eintreten zu sehen. Er war dienstlich ihr Kollege und privat ihr Freund. Die Kommissarin wunderte sich darüber, dass sein Termin mit der Bürgermeisterin so schnell beendet wurde. Doch es war nicht Roland, der nun zögernd das Wachlokal betrat.
     Antje hatte die junge Frau, die im Eingangsbereich verharrte, noch nie zuvor gesehen. Das musste nichts bedeuten, denn auf einer so beliebten Ferieninsel waren die Touristen gegenüber den Einheimischen stets in der Überzahl. Die Kommissarin kannte praktisch alle gebürtigen Juister beim Namen, und auch die Saisonkräfte in Hotels und Lokalen waren ihr spätestens nach ein paar Wochen vertraut. Bei Urlaubern, die nur eine oder zwei Wochen auf der Insel blieben, sah die Sache schon anders aus.
     Antje schätzte die Besucherin auf Ende zwanzig oder Anfang dreißig. Sie trug knielange Jeans-Shorts, ein ärmelloses T-Shirt sowie Flipflops. Ihr blondes, schulterlanges Haar war nur unwesentlich dunkler als das der Kommissarin.
     »Störe ich?«, fragte die Fremde. Ihre ganze Körpersprache drückte Unsicherheit und Zurückhaltung aus. Sie drückte ihre Knie gegeneinander, die Schultern waren hochgezogen, und sie vermied den Augenkontakt mit der Inselpolizistin. Antje erhob sich von ihrem Stuhl und machte eine einladende Geste.
     »Nein, treten Sie doch bitte näher. Möchten Sie Platz nehmen?«
     Antje deutete auf ihren Besucherstuhl. Die junge Frau zögerte kurz, kam dann auf die Kommissarin zu. Sie setzte sich so vorsichtig auf das Möbelstück, als ob sie befürchtete, dass es unter ihr zusammenbräche.
     »Wie lautet Ihr Name?«, forschte die Inselpolizistin.
     »Lotta Dolke.«
     Frau Dolke hatte grüne Augen, deren Blick unruhig wirkte. Die Besucherin schaute nur einen Moment lang Antje ins Gesicht, dann starrte sie Richtung Fenster. Ob sie befürchtete, dass jemand sie verfolgte und irgendwo an der Carl-Stegmann-Straße lauerte? Im nächsten Moment senkte die Frau den Kopf und packte die Handtasche auf ihrem Schoß fester. So, als würde sie befürchten, dass Antje ihr die Tasche entreißen könnte. Der Kommissarin fiel ein altmodisch wirkender Siegelring auf, den sie am linken Ringfinger trug. Er passte nicht so richtig zu ihrem modischen Outfit.
     Antje kam direkt zur Sache.
     »Ich bin Kommissarin Fedder. Was kann ich für Sie tun?«
     Die junge Frau atmete tief durch und antwortete: »Ich glaube, dass ich jemanden anzeigen möchte.«
     Die Kommissarin runzelte die Stirn und hakte nach.
     »Also geht es um eine strafbare Handlung?«
     Lotta Dolke nickte. Sie biss die Zähne so stark aufeinander, dass die Wangenmuskulatur hervortrat.
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