Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.142 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »livia61«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
TASCHENBUCH
 
La Libertad - Folter und Befreiung
Verfasser: Bernhard Conrad (6)
Verlag: Eigenverlag (17114)
VÖ: 8. Januar 2020
Genre: Gegenwartsliteratur (3019)
Seiten: 364
Themen: Befreiung (114), Folter (125), Putsch (21), Südamerika (52)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
noch nicht bewertet
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Ein philosophischer Roman um Macht, Gewalt und Folter, Befreiung, Schuld und die Frage: Kann es Vergebung angesichts menschenverachtender Folterqualen überhaupt geben?
Ein junger Mann reist in ein imaginäres Südamerika, gerät unversehens in einen Militärputsch, wird gefoltert und verliert sich selbst in der Sprachlosigkeit des „Fisches“.
Durch Maria wird er zusammen mit Carlos, einem alten Guerillero und Ziehvater Marias, befreit. Mit der endlosen Schwäche des Gefolterten konfrontiert, muss Maria sich selbst finden und verliebt sich dabei in den „Fisch“.
Als sie auf einen der Folterer treffen, beginnt ein unerbittlicher Kampf um Leben und Tod, ein Kampf um die Fragen nach Schuld, Sühne und Freiheit.
Der Roman beschreibt eine Reise, die sich von Äußerlichkeiten in den inneren Raum der Existenz bewegt und dabei nach provokanten Antworten sucht.
Durch die Ereignisse der letzten Jahre, in denen von einigen Staaten die Frage nach der Legalität von Folterungen aufgeworfen wurde und in denen die Welt immer mehr mit Gewalt konfrontiert wird, erhält der Roman eine Aktualität, die über die allgemeinen philosophisch-politischen Fragen hinausreicht.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Bernhard Conrad für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Bernhard Conrad gibt es auf seiner Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Die Tochter.
     Und Carlos.
     Und der ... Fisch.
     Nachdem wir ohne Zwischenfälle im Camp angekommen waren, ließ ich den Fisch sofort los und ging in die Frauenhütte. Wir hatten nicht viele Gebäude auf dem Gelände: ein Frauenhaus, ein Männerhaus, eine Hütte für Paare, in denen es kleine Zimmer gab, eine Sanitätshütte, eine Küche, das Munitionslager und eine kleine Hütte, in der Carlos jetzt wohnte. Alle Gebäude waren tief geduckt und zur Hälfte ins Erdreich eingelassen. Von oben war das Lager von Bäumen und Tarnnetzen bedeckt, so dass es auch aus der Luft nur schwer zu finden war. Zudem gab es einige Höhlen, die zu einem alten Bergwerk gehörten.
     Das Carlos ausgerechnet mich für den Fisch bestimmt hatte, nahm ich ihm immer noch übel. Er hatte mir nicht erklärt, was es mit dem Fisch auf sich hatte und warum ausgerechnet ich mich um ihn kümmern sollte. Die Stimmung zwischen Carlos und mir war daher gespannt. Ich hasste den Fisch! Er hatte die Wiedersehensfreude, die gelungene Befreiung, meine erste Aktion als Anführerin einer Guerillagruppe, zunichte gemacht!
     Trotzdem interessierte mich, was er wohl machen würde, nachdem ich ihn einfach so losgelassen hatte. Ich blickte verstohlen aus dem Frauenhaus. Er hatte sich an der Stelle, wo ich ihn stehen gelassen hatte, hingesetzt, mitten auf dem kleinen Platz, der zwischen den rund angeordneten Hütten lag. Es interessierte mich nicht mehr. Sollte er doch sitzen, wo er wollte! Sollte er doch seine Pisse in seine Hose fließen lassen wie ein Baby! Ich würde ihm nicht mehr helfen, seinen entstellten Schwanz zu entleeren! Ja, selbst das hatte ich auf dem Weg hierher für ihn machen müssen. Carlos bestand darauf. Die anderen Männer der Gruppe hatten zum Glück keine Bemerkungen gemacht. Sie waren gute Kämpfer. Doch alle spürten meinen Zorn auf Carlos, wie er meine Autorität hintertrieb. Würde mich nach all dieser Erniedrigung, der er mich ausgesetzt hatte, noch irgendjemand im Camp ernst nehmen?

(...)

In den nächsten Wochen saß der Fisch auf der Stelle, wo ich ihn hingesetzt hatte. Er urinierte sich in die Hose, nur für das Andere bewegte er sich kriechend einige Meter zur Seite und streifte sich seine Hose im Sitzen herunter. Mich entsetzte es zutiefst, dass Carlos sogar das Wechseln der stinkenden Wäsche von mir verlangte. Ich konnte diese Erniedrigung nur ertragen, weil auch Carlos selbst den Fisch pflegte, ihm die Kleidung wechselte und reinigte, ihn fütterte wie ein Baby, ihn wusch. Carlos ging zu jeder Mahlzeit zum Fisch, ihn zu füttern. Ich verstand die Welt nicht mehr. Mein Vater redete leise mit ihm, und gelegentlich glaubte ich, ein kaum bemerkbares Nicken festzustellen. Er nahm mich immer mit zu diesen Fütterungen, Fragen nach dem Fisch hingegen beantwortete er so verschwommen, dass sich daraus kein Bild ergab. So wurde mit der Zeit dieser gebrochene Mann eine Herausforderung für mich.

Nach langer Zeit ist der „Fisch“ zu einem Guerilla geworden und mit Maria vereint. Diese hilft ihm, wieder zu sprechen. Als er schließlich auf einen seiner Folterer trifft, verändert sich die Welt endgültig für ihn und Maria.
Seite: 1 2 3 4
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2020)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz