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TASCHENBUCH
 
La Libertad - Folter und Befreiung
Verfasser: Bernhard Conrad (6)
Verlag: Eigenverlag (17131)
VÖ: 8. Januar 2020
Genre: Gegenwartsliteratur (3019)
Seiten: 364
Themen: Befreiung (115), Folter (125), Putsch (21), Südamerika (52)
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Ein philosophischer Roman um Macht, Gewalt und Folter, Befreiung, Schuld und die Frage: Kann es Vergebung angesichts menschenverachtender Folterqualen überhaupt geben?
Ein junger Mann reist in ein imaginäres Südamerika, gerät unversehens in einen Militärputsch, wird gefoltert und verliert sich selbst in der Sprachlosigkeit des „Fisches“.
Durch Maria wird er zusammen mit Carlos, einem alten Guerillero und Ziehvater Marias, befreit. Mit der endlosen Schwäche des Gefolterten konfrontiert, muss Maria sich selbst finden und verliebt sich dabei in den „Fisch“.
Als sie auf einen der Folterer treffen, beginnt ein unerbittlicher Kampf um Leben und Tod, ein Kampf um die Fragen nach Schuld, Sühne und Freiheit.
Der Roman beschreibt eine Reise, die sich von Äußerlichkeiten in den inneren Raum der Existenz bewegt und dabei nach provokanten Antworten sucht.
Durch die Ereignisse der letzten Jahre, in denen von einigen Staaten die Frage nach der Legalität von Folterungen aufgeworfen wurde und in denen die Welt immer mehr mit Gewalt konfrontiert wird, erhält der Roman eine Aktualität, die über die allgemeinen philosophisch-politischen Fragen hinausreicht.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Bernhard Conrad für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Bernhard Conrad gibt es auf seiner Autorenseite.
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Ein ungenannter junger Deutscher reist auf der Suche nach Abenteuern nach Französisch-Guayana, wo er zuerst in einem Indianerdorf an der Küste wohnt und später einige seltsame Erlebnisse hat. Er verläßt schließlich das Land nach Brasilien, wo er sich erotische Abenteuer erhofft. Doch auch hier wird er ständig mit unschönen Erfahrung konfrontiert.
     Schließlich entscheidet er sich zur Rückreise in seine Heimat, möchte vorher jedoch noch die Wasserfälle Foz do Iguaçu in Argentinien besuchen. Dabei gerät er unversehens in die schrecklichen Ereignisse eines Militärputsches.
     Ein Bus voller einkaufshungriger Brasilianer brachte ihn in den Grenzort, unweit der Wasserfälle. Die Stimmung war ausgelassen, alle freuten sich auf den lukrativen Einkaufsbummel im viel billigeren Paraguay, wo es echtes Channel No 5 genauso gefälscht zu kaufen gab wie allen anderen Tand, den man nicht wirklich brauchte. Dieser würde sich in Rio oder anderenorts sicherlich mit entsprechender Gewinnspanne wieder verkaufen lassen, sodass die Reisekosten ohne Probleme wieder hereinkommen würden. Touristen hingegen sah er im Bus keine und auch am Grenzort und selbst bei den Wasserfällen waren nur wenige Ausländer zu finden, angesichts der zunehmenden Kälte des Südwinters, der mit heftigen Regenfällen Einzug hielt.
     Er fuhr zu den beeindruckenden Wasserfällen, zuerst auf der brasilianischen Seite, die einen guten Überblick über die etwa 150 einzelnen Kaskaden bot, dann über die Grenze nach Argentinien, um sich den Wassermassen direkt gegenüberzustellen. Noch nie hatte er einer solchen Wucht gegenübergestanden, sich so verloren gefühlt, wie auf dem plötzlich endenden Steg direkt über den Fluten, dessen weiterer Verlauf schon vor Jahren hinweg gerissen worden war. Schließlich der Blick in eine unergründliche Tiefe, in eine Gischt, die schon nach wenigen Metern die Sicht auf das tosende Teufelsloch verhinderte. Auf dem Rückweg zu seinem Bus überraschte ihn ein Gewitter mit solch einer Wucht, dass er sich dem Erdenende nahe fühlte.
     Der Himmel verdunkelte sich an jenem Nachmittag eines unbestimmbaren Jahres mit schwarzen Wolken, aus denen sich ein Regen ergoss, der die Natur zu erschlagen versuchte. Die wild zuckenden Blitze erhellten die ungewöhnliche Dunkelheit mit einem fahl-tödlichen Licht und der Donner vermischte sich mit dem Tosen der Wasserfälle zu einem Inferno, das wie ein Dampfross vergangener Tage durch die Schlucht jagte, alles mit sich reißend, was sich ihm in den Weg stellen würde. Nachdem der heftige Regen etwas nachgelassen hatte, bemühte er sich, so schnell wie möglich zu seinem Bus zu kommen, völlig durchnässt und mit matschigen Schuhen. Doch an der Bushaltestelle war keine Menschenseele zu finden, kein Bus weit und breit. Das Unwetter schien alles Leben weggespült zu haben. Alleine machte er sich auf den Weg in die rund fünf Kilometer entfernte Stadt, um sich dort in einem Café aufzuwärmen und einen Bus nach Brasilien zu ergattern. Es war schon spät, als er am Stadtrand eintraf, der hinter Wolken verborgene Sonnenuntergang bereits fast abgeschlossen. Er folgte der Avenida Victoria Aguirre in die Stadtmitte. Die Straßen waren menschenleer, die Geschäfte geschlossen, ebenso die Cafés und die kleinen Supermärkte. Er fragte sich unwillkürlich, ob er in einen lokalen Feiertag geraten sei, denn er wusste, dass um diese Zeit normalerweise alle Geschäfte noch geöffnet sein sollten. Ihn begann zu frösteln, nicht nur wegen seiner durchnässten Kleidung, sondern auch, weil er unwillkürlich spürte, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Plötzlich ein kurzes Donnergrollen, nicht natürlich, nein, ganz anders als das tiefgründige Grollen der Natur, von Menschenhand auf Menschen geschmettert. Der Explosion in einer nahe gelegenen Straße folgten mehrere Schüsse und Maschinengewehrsalven. Instinktiv warf er sich zu Boden und robbte an eine nahe gelegene Häuserwand. Was sollte das? War er schon wieder in einen dieser wirklich zum Kotzen schlechten Filme dieser Reise geraten? - Es hing ihm zum Halse heraus! Er hatte keine Lust mehr auf all diese unsinnigen, unschönen Abenteuer, wirklich nicht! Es war eine tödliche Ruhe um ihn herum eingetreten, die ihn nachdenken ließ. Er begann sich an Dinge zu erinnern, die er nicht gesehen oder erlebt hatte, es war wie ein Traum, der ihn in dieser leblosen Starre gefangen zu halten schien: Der Garten liegt still in der untergehenden Sonne, leicht weht eine Brise vom Meer über den Mangrovensumpf, nur die Hunde sind unruhig. Vor der hübsch zurechtgemachten Wellblechhütte, die orange und hellrosa angestrichen ist, wachsen die Früchte im säuberlich gepflegten Garten. Die Straße befindet sich in Sichtweite, dahinter das moskitoverseuchte Ufer der Baggerlagune, in der einige Segelboote vor Anker liegen. Von weitem kann man ein Auto nahen hören, das zielsicher zum Garten fährt. Die Hütte ist menschenleer, die Tür geschlossen oder zumindest angelehnt. Drinnen jedoch erblickt der Betrachter ein heilloses Durcheinander: Möbel liegen umgestürzt herum, eine Moskitospirale glüht vor sich hin, Essen steht auf dem Tisch, halb verschüttet, nasse Kleidung liegt auf dem Bett und Erbrochenes bedeckt den Boden. Doch es herrscht Stille. Der Garten mit der Hütte gehört einer surinamischen Familie, die, geflohen vor den Wirren des Bürgerkrieges, in Französisch Guayana versucht, sich eine neue Zukunft aufzubauen. Sie sind liebe Menschen, arm und voller Hoffnung, intelligent. Das Auto, obwohl es zielstrebig auf den Garten zugefahren war, hält unvermittelt auf der Straße an. Der Hausherr steigt aus, verharrt unschlüssig, blickt sich nach seinen beiden französischen Begleitern um, geht dann, jedoch nicht allein, in den Garten. Im Garten unter dem großen Baum, unweit des Brunnens, liegt eine Gestalt. Die Hunde bellen, laufen verwirrt umher. Die Gestalt lächelt aus einem aufgedunsenen Gesicht, ein Bein angewinkelt, die blond gefärbten Haare kurz geschoren. Die Gestalt ist tot. Noch warm. Ein Legionär. Deserteur. Erschossen. Der Hausherr verliert die Fassung. Wenige Wochen später ist auch er tot. Er hat sich erhängt. Die Hoffnungen haben sich zerstoben. Der Garten überwuchert und breitet Vergessen aus. Ungewollte Erinnerungen. Gewalt. Das Fort von Macapa ist ein großes Fort, seine Mauern dick, die Kanonen mächtig, das Munitionsdepot bedrohlich. Wenn die großen Kanonen, die auf den Amazonas blicken, zum Wald hin ausgerichtet werden sollen, da wo die Indianer ihr Unwesen treiben, müssen sie die langen Rampen hinunter- und hinaufgeschoben werden. Das Eingangstor ist riesig, links davon das Offiziersgebäude, rechts das Munitionsdepot, das wie ein fensterloser Bunker Unmenschlichkeit ausstrahlt. Die einfachen Soldaten hausen in den dunklen Mauern, wo sich endlose Ganghallen erstrecken, in deren Wänden Kochstellen eingelassen sind. Es ist Mittag, die Äquatorsonne brütet unsichtbar gewordene Schatten, der Schweiß der Soldaten verdampft wie ihre Seelen. Befehle durchzucken die Stille des Windes, klar, unmissverständlich, brutal. Ein Trommelwirbel ertönt, ein Priester betet leise vor sich hin. Sonnenverbrannte Hände greifen nach glühenden Gewehren, heben diese an, bis sie waagerecht ausgestreckt sich im Spalier erheben. Ein Wort zuckt auf, ein viel tönender Knall durchreißt die ohnmächtige Stille, grollt wie Donner nach, Pulverdampf steigt auf. Leblos sinken Gestalten mit ledrigen Gesichtern zu Boden. Aus kleinen Wunden fließt Blut, das den Sand rot färbt. Stille herrscht. Hoffnungen zerbrechen. Ungewollte Imagination. Gewalt.
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