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Ozelot und Friesennerz
Verfasser: Susanne Matthiessen (1)
Verlag: Ullstein (1178)
VÖ: 15. Juni 2020
Genre: Historischer Roman (4209)
Seiten: 256 (Gebundene Version), 257 (Kindle-Version)
Themen: Begegnungen (2660), Heimat (180), Inseln (1616), Kindheit (122), Prominente (17), Siebziger Jahre (135), Sylt (164), Verlust (667)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats Juni 2020 nominieren
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Erklärung der Bewertungssysteme
Roman einer Sylter Kindheit in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts
Lesermeinungen (7)     Tags (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 2. Juli 2020 um 11:51 Uhr:
» Ausverkauf einer Insel

Klassenreisen nach Sylt und diverse kurähnliche Aufenthalte in einer wunderschönen Landschaft während der 60er Jahre prägten mein Syltimage. Als ich dann um 2000 herum erneut dahin zurückkehrte, war ich schockiert. Westerland voller steriler Bausünden, keine Inselbahn mehr, Kampen als Rückzugsort der Schönen und Reichen. Die Insel gehört jetzt nicht mehr den Insulaner, sondern den Investoren und Reichen.
Die Autorin schildert eindrucksvoll diese einschneidenden Veränderungen von kleinen Pensionen, in denen das Elternschlafzimmer vermietet wurde hin zum Luxusressorts für die sehr zahlungskräftige Klientel. Dabei liefert sie viele Anekdoten und Erlebnisse aus ihrer Kindheit, die sie humorvoll und nordisch nüchtern verpackt. Wehmut kommt bei diesem eklatanten Wandel auf, denn die Sylter können sich wegen der sehr hohen Mieten „ihre“ Insel kaum noch leisten.
Zwar wurden die Sylter Kinder früher während der Sommermonate vielfach sich selbst überlassen, denn die Frauen mussten bei der Privatvermietung ordentlich mit anpacken, aber es war eine heile Welt für die Familien. Heutzutage gibt es keine Geburtsklinik mehr, und auch die Panzerfahrer sind vom Strand verschwunden, denn sie stören den supertollen Eindruck, den die Insel „verkauft“.
Susanne Matthiessen berichtet voller Herzblut und Wehmut von dem zunehmenden Wohlstand für die Insulaner, der aber bedingungslos die eigenen Identität verkaufte. Andererseits muss angemerkt werden, dass in dieser Zeit kritiklose Anpassung an das Kapital, teilweise auch Korruption in vielen aufsteigenden Tourismusgebieten an der Tagesordnung waren, um auch den Privatbürger eine Gewinnmaximierung zu ermöglichen.
Die Autorin hat eindrucksvoll die Situation dargelegt und mir schöne Lesestunden beschert, aber aber auch eine starke Kritikneigung der Tourismusindustrie bei mir vertieft. Ich kann das tolle Werk jedem empfehlen«
  9      0        – geschrieben von rosenfreund
Kommentar vom 30. Juni 2020 um 21:59 Uhr (Schulnote 2):
» SYLT AUS DER SICHT EINER EINHEIMISCHEN
Sylt! Das ist für mich einer meiner Sehnsuchtsorte. Ich war noch nie auch nur in der Nähe. Deshalb wollte ich auch sehr gern dieses Buch lesen.
Aus dem Blickwinkel von Susanne Matthiessen, die 1963 auf Sylt geboren wurde, bekam ich Einsichten in das Inselleben der 60er und 70er Jahre.
Die Autorin wächst in einer Westerländer Kürschnerfamilie auf. Das Pelzgeschäft beherrscht das Leben der gesamten Familie. Alles dreht sich um die Rauchwaren, wird dem untergeordnet. Es ist von Entbehrungen die Rede - zu Beginn der 60er Jahre gab es noch kein mondänes Sylt! Der Großvater hatte sein berühmtes Pelzmodeimperium in den Sand gesetzt und starb zudem noch vollkommen unspektakulär an "Gas" (O-ton der Ehefrau).
S. 42 "Von Prunk zu prekär brauchte es nur wenige Jahre."
Die nächste Generation musste einen Neubeginn wagen. Sylt befand sich im Aufbruch! Die Zeit der Wirtschaftswunderjahre begann!

Der Schreibstil von Susanne Matthiesen gefiel mir zu Beginn in der Leseprobe. Sie bezeichnet sich selbst als „Mitglied einer bizarren Schicksalsgemeinschaft" S. 7. Da hatte sie die Charaktere recht gut beschrieben - die Mutter, "Twiggy-Mutter" S. 45 (klein, aber tatkräftig und willensstark), die Großmutter (pragmatisch, wenig emotional). Doch im weiteren Verlauf geriet mir die Erzählung aus der Ich-Perspektive dann doch zu sachlich und unterkühlt. Der Blick hinter die Kulissen zeigt zwar viele Facetten, viel Prominenz wird angeführt. Es gleicht aber mehr einer schlichten Aneinanderreihung von Fakten und Ereignissen, die hin und wieder humorvoll vorgetragen werden, im Fall der „Sache mit der Lederhose" einen hohen Ekelfaktor bereithielten oder bei dem Auffinden der beiden Leichen Unverständnis bei mir erzeugten. Warum mussten die Kinder in dem Hotel, in dem das geschah, unbedingt dabei sein und alles hautnah erleben?
So erhielt ich Einsichten auf die Bewohner der Insel, auf ihr Leben, auf ihre Privatsphäre, die sich bedingungslos dem Tourismus unterordnete. Selbst die Begegnungen mit berühmten Zeitgenossen hatten gewerbliche Hintergründe. Im Zusammenhang mit Gunter Sachs, der oft auf Sylt zu Gast war, wird auch der Niedergang der Pelzindustrie festgemacht. Seine Exfrau Brigitte Bardot wird vom Vater der Autorin wesentlich dafür verantwortlich gemacht. S. 129 „Brigitte Bardot war der Anfang vom Ende. Sie war wesentlich daran beteiligt, dass eine weltweit florierende, jahrtausendalte Traditionsbranche zum Einsturz gebracht wurde.“

Susanne Matthiesen erzählt im Roman aus ihrer Kindheit wie aus der Gegenwart. Das Buch besteht aus Prolog, Kapiteln und Epilog. Die acht Kapitel tragen die Überschriften „Die Sache mit...“ (und dann der Name eines Pelzes und in einem Fall eine Lederhose).

Mit Vor- und Nachwort vermittelte mir die Autorin umfassendere Einblicke in die gesellschaftliche Entwicklung von Sylt. Hier spannt sie den Bogen vom Damals zum Jetzt. Das gelingt ihr sehr gut. Hier zeigen sich ihre Sorgen über die Art und Weise der Verdrängung der einheimischen Bevölkerung, die steigenden Immobilienpreise, die touristische Vermarktung durch die Verwirklichung von Luxusbauprojekten, die Ausbeutung der Insel.

Fazit:
Unterhaltungsliteratur mit gesellschaftspolitischem Hintergrund, der zumindest zum Nachdenken anregen sollte.«
  19      0        – geschrieben von hennie
Kommentar vom 29. Juni 2020 um 21:51 Uhr (Schulnote 1):
» Das geliebte Sylt

Die Autorin Susanne Matthiessen erzählt ihre Kindheit auf Sylt in den Siebziger Jahren. Ihre Eltern hatten dort ein Pelzgeschäft. Die Autorin erzählt u.a. von Prominenten, die auf Sylt ihren Urlaub verbracht haben, wie z.B. Willy Brandt, Gunther Sachs oder Rudolf Augstein. Sie erzählt die Geschichten mit viel Humor.
Im Vor- und Nachwort wird die Autorin sehr direkt: sie zählt auf, was sich alles negativ entwickelt hat, sie wirft ihren Landleuten die Ausbeutung der Insel Sylt vor. Alteingesessene Sylter werden vertrieben, weil sie sich das Leben und Wohnen dort nicht mehr leisten können.

Die Sprache war sehr flüssig zu lesen. Die Autorin wählte beim Erzählen die Ich-Perspektive. Ich habe die Schilderungen von Susanne Matthiessen über ihre Kindheit auf Sylt sehr gerne gelesen. Mir hat ihre humorvolle Art des Erzählens gefallen. Ich musste häufig schmunzeln. Ausserdem finde ich toll, dass sie auch die wahre Situation auf Sylt angesprochen hat.

Ein Buch für alle Sylt-Liebhaber und die mal gerne diese wunderschöne Insel besuchen möchten. Ich hoffe, von der Autorin bald ein weiteres Buch zu lesen.«
  13      0        – geschrieben von esmeralda19
Kommentar vom 28. Juni 2020 um 17:09 Uhr:
» wunderbare Sommerlektüre


Sonne, Freiheit, Champagner: In den Siebzigerjahren lassen Stars, Politiker und Industriegrößen des Wirtschaftswunderlands, aber auch viele andere Inselurlauber, den Alltag am Strand hinter sich — und findige Sylter Unternehmer legen den Grundstein zu sagenhaftem Reichtum.

Fazit:
Sylt in den 60iger / 70iger-Jahren aus der Sicht eines Kindes, welches auf der Insel lebt. Da die Autorin aus ihrer Sicht erzählt, erhält man hier als Leser einen ganz besonderen Einblick in das Leben auf Sylt in der Vergangenheit.
Die Erzählungen über das Pelzbusiness sind nicht ganz so mein Geschmack, zwar interessant geschrieben mit vielen Informationen, aber eben nicht mein persönliches Interessensgebiet. Dennoch konnte mich das Buch gut unterhalten, denn die Einblicke in das Leben auf der Insel sind toll.

Das Buch ist mit einem schön flüssigen Schreibstil geschrieben - es lässt sich flüssig lesen.

Schöner Roman, der doch etwas mehr ist, wie eine reine Sommerlektüre über eine heutige Urlaubsinsel.«
  6      0        – geschrieben von book_lover
Kommentar vom 28. Juni 2020 um 16:56 Uhr (Schulnote 1):
» "Kindheit auf Sylt"

"Ozelot und Friesennerz" so nennt Susanne Matthiessen ihren neuen Roman, der im Ullstein Verlag erschienen ist, in dem sie über ihre Kindheit in den 70er Jahren in Westerland auf Sylt erzählt.

Die Eltern führten eine Kürschnerei mit Pelzladen, in dem maßgeschneiderte Pelze hergestellt wurden, zusätzlich hatten sie noch Feriengäste zu bewirten. So zogen damals die Sylter in den Keller, damit auch die Wohnungen an die Gäste vermietet werden konnten. Die Sylter Kinder mussten damals in den Betrieben ihrer Eltern mithelfen, hatten andererseits dann viele Freiheiten, da wenig Zeit für die Kinder vorhanden war.

Die Autorin hat auffallend gut beobachtet und das Erlebte in einer federleichten Schreibweise, versehen mit dem typisch nordischen trockenen Humor, in das Buch gepackt. Unterhaltsam und kurzweilig wird man in das Familienleben und in das damalige Sylter Inselleben geführt.

Die Vielzahl an prominenten Besuchern wie z.B. Willy Brandt, Rudolf Augstein und Gunter Sachs geben zudem einen interessanten Einblick in die Promiwelt der 70er Jahre. Doch auch Nachdenkliches über das Thema Tourimus bringt Susanne Matthiessen zur Sprache.

Beim Lesen ist spürbar, wie sehr das Herz der Autorin an der Insel Sylt hängt. Ein faszinierendes und bemerkenswertes Buch, nicht nur für Sylt-Urlauber!

Diese literarische Reise nach Sylt hat mich begeistert, daher kommt von mir eine eindeutige Leseempfehlung!«
  12      0        – geschrieben von bücherwurm10
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