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Corona-Stilblüten
Verfasser: Rega Kerner (7)
Verlag: Eigenverlag (16442)
VÖ: 19. Mai 2020
Genre: Humoristisches Buch (1276)
Seiten: 56
Themen: Coronavirus (30), Stilblüten (17), Tagebücher (373)
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Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Rega Kerner für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Rega Kerner gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Buch: Corona Stilblüten - Seltsamkeiten in Virus-Zeiten

14. April
#CoronaStilblüten 5
Anders einkaufen.


Nach den üblichen drei Wochen Isolation, abgeschnitten von allen sozialen Kontakten, fanden wir endlich einen stadtnahen Liegeplatz für unser Binnenschiff.
     Erleichtert nahm ich das Kind an die Hand, hängte die Kinderschwimmweste ans Stegende und ging einkaufen.
     Doch etwas war anders.
     Auf einmal waren wir nicht mehr die Einzigen, die ihren Einkaufswagen voll luden. Und die vorwurfsvollen Blicke richteten sich nicht mehr, wie sonst, auf unseren vollen Reiseproviant, sondern trafen andere.
     Ich konnte es mir nicht erklären und versuchte, ein System hinter den Unfreundlichkeiten zu entdecken. Es schien irgendwie davon abzuhängen, wieviel Klopapier jemand im Wagen hatte.
     Noch etwas was sehr seltsam.
     Niemand rempelte uns an. Alle machten große Bögen umeinander und warteten sogar höflich, wenn mein Kind im Weg stand.
     Träumte ich?
     Es schien fast, als ob nur noch Binnenschiffer im Supermarkt wären. (Von den paar Meckerern abgesehen.)
     Auf dem Rückweg, über leere Straßen, wurde mir doch mulmig.
     Vorhin war mir die Stille, in der Freude über den Landgang, gar nicht aufgefallen: Warum waren so wenig Menschen unterwegs?
     Auch beim Schiff nichts von den gewohnten Lebenszeichen:
     Es hätten doch längst Salatköpfe und Eier an Deck liegen müssen – von den Anwohnern der teuren Neubauten mit Rheinblick, die uns aus ihrer Stadt weg haben wollten?
     Die forderten, dass Binnenschifferfamilien mit Kindern, sowie arbeitende Männer mit Lust auf Feierabend, wochenlang von der Zivilistation abgeschnitten werden, für ihre schöne Aussicht und dieselfreie Luft?
     Was war mit der Welt passiert?
     Ich hätte doch ab und an Fernsehen gucken sollen, aber auf so engem Raum mit dem kleinen Kind, waren Nachrichten ja pädagogisch bedenklich.
     Schnell stopfte ich das Kind in die Weste, schleppte den Einkauf an Bord und schaltete das Radio an ...
     Dies war eine kleine Vision, wie es mir bei einem Ausbruch des Coronavirus vor acht, neun Jahren hätte ergehen können. Als ich noch, mit Kleinkind, den Rhein auf- und ab schipperte.
     Und wie es möglicherweise der einen oder anderen Binnenschifferin nun ergangen ist.
     Inzwischen an Land lebend, ist einiges einfacher.
     (Aber nicht alles.)


23. April
#CoronaStilblüten 9
Welttag des Buches!


Was macht die Autorin?
Kinderzimmer aufräumen.


14. Mai
#CoronaStilblüten 12
Venedig oder Vegesack?


Auch im Bremer Norden werden die Fische sichtbarer.
     Sie treiben den ganzen Tag derart faul um mein Boot herum und lassen sich den Rücken von der Sonne wärmen, dass man eifersüchtig werden könnte.

Ansteckend ist das wohl auch: Solch ein großes Aquarium vor dem Fenster wirkt unglaublich beruhigend. Ohne Kosten für Strom oder Futter.
     Letzteres wird leider massenhaft, manchmal aus Tüten, in den Hafen gekippt. Was die Trägheit der Tiere vermutlich erklärt.

Die Männer diskutieren natürlich gleich: Angel, Kescher, Speer oder Harpune? Ich sag nee, das ist im Hafen verboten.
     Unterstrichen mit der Ausrede, die würden doch nur nach altem Brot aus Tüten schmecken. Insgeheim natürlich für das Kind, es kann sie bereits fast alle unterscheiden. Ich warte nun auf Namensgebung.

Ganz besonders einen der Größten, mit einigen grauen Narben, hat meine Tochter ins Herz geschlossen. Seinen vermutlich heldenhaften Kampf mit einem Kormoran, als Ursache der Verletzungen, haben wir uns komplett ausgemalt und visualisiert.

Dieser Brocken kommt auch recht neugierig in Richtung Hand geschwommen. Dann kreist er langsam so dicht darum herum, dass man meint, ihn streicheln zu können – nur knapp eben nicht.
     Die Kleine meint, sie kennt ihn schon vom Planschen letzten Sommer. Da hätte sie etwas Angst gehabt, als er so nah kam. Aber nun wüsste sie ja, dass er lieb sei ... dafür beginnt Mama zu zweifeln.
     Aber nur ein wenig. Trotz großem Maul, das sie gern demonstrativ weit aufstülpen, sind diese Kandidaten wohl Vegetarier, keine Kinderfresser.

Alte wie junge Spaziergänger bleiben nun häufig als Fischgucker stehen, da wird gezeigt, beobachtet und fotografiert. Die meisten zählen hörbar bis zu zehn Fische, wir bisher auch.

Die Tiere benehmen sich exakt so lässig wie ausgewachsene Koi-Karpfen im Zierteich. In dieser Größe, mit bunten Mustern, wäre das ein Gottvermögen ... sie sind aber unscheinbar tarnfarben.
     Hier und da haben sie trotzdem einzelne Glitzerschuppen. Wie eine Prise Goldpulver, auf eine kleine Stelle gestreut. Zu wenig, um Edelfisch zu sein. Doch gerade genug, um ein paar Träume anzuregen.

Egal, wie nah wir gucken, reden, Schatten werfen, die Fischtruppe ignoriert uns fast komplett.
     Cool und mutig?

Ich habe den Verdacht, sie tun, was sie immer taten.
     Und haben einfach noch nicht kapiert, dass wir sie, mangels aufgewühlter Sedimente, plötzlich alle sehen können.


#CoronaStilblüten 16
Meerjungfrauen besetzen geschlossene Bäder!


Seit Wochen dümpelten die Chlorwasserbecken vor sich hin. Ab und an wischte, strich oder reparierte ein Bademeister drumherum, dann harrten sie wieder aus, traurig glucksend in ihrer Einsamkeit.

Wo sonst tagtäglich das Lachen und Kreischen aus hunderten Kehlen zu Gehörschäden führen konnte, herrschte absolute Ruhe.

Wunderbar, dachten die magischen Wesen.
     Es war eine kleine Nixe, aus den braunen Kanälen des Bremer Bürgerparks, die es zuerst entdeckte. So viel klares, reines, warmes Wasser! Die nervigen Menschen verschwunden, Durchblick bis auf den Grund, herrlich!
     Sie benachrichtigte ihre Freundinnen aus der Weser. Die ersten kleinen Besetzungstrupps robbten nachts durch die Straßen und eroberten die Bremer Bäder, dann breiteten sie sich auch im Umland aus.


Und jetzt leben sie dort. Überall.
     Ob die Bademeister sich noch herein trauen? Ob es eines Tages gelingen wird, die Besetzerinnen heim in Fluss und Graben zu jagen, um den Menschen ihre Bäder zurück zu geben?

Okay, das war gelogen.
     Oder zumindest habe ich nicht gesehen, was jetzt in den verlassenen Schwimmbädern lebt, und schon gar nicht fotografiert. (Ausschließen kann ich es also nicht.)

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