Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
46.181 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »käthe750«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
 
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
Das wirkliche Leben
Verfasser: Adeline Dieudonné (1)
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1366)
VÖ: 24. April 2020
Genre: Gegenwartsliteratur (3468)
Seiten: 240 (Broschierte Version), 241 (Kindle-Version)
Themen: Brüder (1112), Mädchen (3065), Sommer (732), Väter (864)
Erfolge: 1 × Media Control Top 10 Print (Max: 10)
13 × Spiegel Hardcover Top 20 (Max: 7)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
1,00 (100%)
auf Basis von vier Bloggern
1
100%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1,56 (89%)
1
65%
2
19%
3
13%
4
1%
5
1%
6
1%
Errechnet auf Basis von 295 Stimmen
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Das wirkliche Leben« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (6)     Blogger (8)     Tags (4)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 22. Juni 2021 um 9:17 Uhr:
» Zum Inhalt

Ein bildgewaltiges Familiendrama.

Ein Mädchen ohne Namen hat mir ihre Geschichte erzählt. Eine Geschichte von ihrer Familie, die man als solche eigentlich gar nicht bezeichnen kann. Eine Mutter, die sie mit einer Amöbe vergleicht. Die ängstlich ist und keinerlei Bezug zu ihren Kindern hat. Ihre Ziegen verhätschelt und keinerlei Liebe für ihren Ehemann empfindet. Der Vater liebt das Jagen und Whisky. Zweiteres genießt er vor allem beim Fernsehen. Wenn er länger nicht auf Jagd war, wird das seiner Ehefrau zum Verhängnis.

Das 10 jährige Mädchen liebt ihren kleinen Bruder Gilles abgöttisch. Es ist Sommer. Wenn die Melodie des Blumenwalzers erklingt, kommt der Eiswagen. Die Geschwistern freuen sich jeden Abend darauf. Das Mädchen teilt mit dem alten Eisverkäufer ein Geheimnis. Einen Klecks Sahne auf die Eiswaffel lässt sie sich geben. Das darf der Vater nicht wissen. Als beide Kinder Zeuge eines großen Unglücks werden, erlischt das Lachen des kleinen Bruders.

Meine Meinung

Sehr intensiv erzählt das Mädchen von ihrem dramatischen Familienleben. Die Siedlung, in der sie leben, nennt sich *Demo!* Die Häuser haben eine triste Atmosphäre. Nur das ihrer Familie ist etwas größer und verfügt über einen Keller. Mit ihren gerade mal 10 Jahren versucht das Mädchen Gilles Augen wieder zum Leuchten zu bringen. Beide werden älter. Das Mädchen entwickelt sich zu einem hübschen Teenager. Der Bruder wendet sich von ihr ab. Das Mädchen ist sich sicher, dass irgendwo in dem verstörten Jungen noch ihr heiß geliebter Bruder steckt. Das intelligente Mädchen hat einen Plan.

Die Sprache ist einfach und kommt mit einer solchen Wucht daher, dass ich das Buch in einem Rutsch gelesen habe. Das Mädchen sieht in alten Händen eine Schönheit, die nur ein Mensch wahrnimmt, der mit dem Herzen sieht. Sie kann Angst schmecken. Sie spürt die Gefahr. Ich war mehrmals richtig fassungslos, ob der Brutalität des Jägers. (Die Bezeichnung Vater ist absolut nicht angebracht!) Nach außen hin bekommt man eine normale Familie präsentiert. *Das wirkliche Leben* in der Familie sieht jedoch anders aus. Von Fürsorgepflicht hat der Jäger anscheinend noch nichts gehört. Dennoch beschreibt das Mädchen, in einer fast schon poetischen Sprache, den kleinen enttäuschten Jungen, der in ihrem Vater steckt. Hat für ihr Alter sehr viel Verständnis und Empathie. Aber auch Verständnis hat seine Grenzen. Das Mädchen will kein Opfer werden. Was machen, wenn Mädchen keins werden will und Frau nicht mehr sein? Zu Jägerinnen werden!

Fazit

Ein Vater (Jäger), der in Menschen nur Opfer oder Jäger sieht, hat mich ein paar Stunden das Fürchten gelehrt. Ich war keine Leserin. Ich war dabei. Der unheimlich bildgewaltige Schreibstil hat mich an diesem Drama teilhaben lassen. Ein Drama, welches mit Sicherheit hinter vielen verschlossenen Türen passiert. Ein Jäger der Tiere erlegt und stolz die Trophäen an die Wand hängt. Ein Jäger, der keinen Stolz für eine intelligente Tochter aufbringen kann. Nein. Er will sie zur Beute machen ……..

Ob mir das Ende gefallen hat? Ich habe drei Menschen angefeuert. Hab mir die Haare gerauft und gebrüllt: Habt Mut!

Danke Adeline Dieudonné. Ich war mit dabei, dank ihrem Schreibstil.«
  14      0        – geschrieben von Giselas Lesehimmel
 
Kommentar vom 23. Juli 2020 um 10:39 Uhr (Schulnote 2):
» Völlig unerwartete, verstörende Geschichte

In einer gesichtslosen Reihenhaussiedlung wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Besonders kümmert es sich um seinen kleinen Bruder Gilles, denn sonst tut das niemand: Der Vater liebt vor allem den Rausch der Jagd, ansonsten seinen Fernseher und Whisky, die Mutter ist fast ausschließlich damit beschäftigt, unscheinbar zu sein, damit der Vater sie nicht verprügelt. Als beide Kinder eine traumatische Situation erleben, bleiben sie mit ihrem Schrecken allein. Das Mädchen will dem Bruder unbedingt sein Lachen wieder zurückbringen…

Diese Geschichte kommt bereits auf den ersten Seiten mit einer Wucht daher, die sich kaum aushalten lässt. Das Mädchen erhält nie einen Namen in dieser Geschichte, dafür aber ist es eine Heldin und Kämpferin wie kein anderer in dieser Erzählung. Ist es zunächst die Mutter, die als Punchingball für die Launen des Vaters herhalten muss, geschieht dies später auch mit dem Mädchen selbst, auf eine Art und Weise, die mich sprachlos hinterlassen hat. Wobei die Erwachsenen in diesem Buch fast allesamt schlecht dabei wegkommen, auf die eine oder andere Weise. Hier gerät m.E. die Geschichte zu sehr schwarz-weiß. Und dennoch ist die Erzählung beklemmend und verstörend, sie bringt das wichtige Thema häusliche Gewalt auf einen erschütternden Höhepunkt.

Dieses Buch mit dieser völlig unerwarteten, verstörenden Geschichte und einem äußerst wichtigen Thema empfehle ich sehr gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.«
  11      0        – geschrieben von Gisel
Kommentar vom 22. Juni 2020 um 11:32 Uhr (Schulnote 2):
» In einer französischen Reihenhaussiedlung am Waldrand: Mit ihrem jüngeren Bruder Gilles und den Eltern wohnt ein zehnjähriges Mädchen zusammen. Nach außen wirkt die Familie ganz normal, obwohl der Vater einen bedenklichen Hang zu Whisky und die Jagd auf Großwild hat. Doch die Geschwister halten zusammen - bis zu dem Tag, als eine Tragödie vor den Augen der beiden passiert.

„Das wirkliche Leben“ ist der Debütroman von Adeline Dieudonné.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus vielen kurzen Kapiteln. Erzählt wird in chronologischer Reihenfolge in der Ich-Perspektive aus der Sicht des Mädchens, allerdings mit erheblichem zeitlichen Abstand.

Der Schreibstil ist nüchtern und direkt, aber auch anschaulich und atmosphärisch dicht. Auffallend sind die ungewöhnlichen Metaphern, die ich teils als sehr gelungen, teils als etwas unpassend empfunden habe. Schon nach wenigen Kapiteln entwickelt die Geschichte einen starken Sog, sodass ich das Buch nur ungern zur Seite gelegt habe.

Der Fokus liegt auf den vier Familienmitgliedern. Die Gedanken und Gefühle des namenlosen Mädchens lassen sich sehr gut nachvollziehen. Sie ist einerseits kindlich und naiv, aber andererseits zugleich mutig und intelligent. Auch von ihrem Bruder und den Eltern entsteht ein deutliches Bild. Obwohl das Verhalten von Vater und Mutter krass ist, wirken die Figuren nicht unglaubwürdig.

Inhaltlich ist der Roman nichts für schwache Gemüter. Dass Gewalt eine große Rolle spielt, wird schon nach wenigen Seiten klar. Auch im weiteren Verlauf schockiert die Geschichte und macht betroffen. Doch es geht nicht nur um Grausamkeiten, sondern auch um die Liebe und den Zusammenhalt zwischen Geschwistern, das Erwachsenwerden und den Kampf um Emanzipation.

Bis zum Schluss herrscht eine unterschwellige Spannung, die immer stärker wird. Die Handlung kann mit einigen Wendungen überraschen, ist im letzten Drittel allerdings stellenweise etwas übertrieben. Das Ende konnte mich jedoch wieder überzeugen.

Die ungewöhnliche Optik des deutschen Covers weckt Aufmerksamkeit, könnte aber falsche Erwartungen wecken. Gut gefällt mir, dass der sehr treffende Originaltitel („La vraie vie“) ins Deutsche wörtlich übersetzt wurde.

Mein Fazit:
„Das wirkliche Leben“ von Adeline Dieudonné ist ein Roman, der zwar nicht ohne Schwächen ist, aber mich dennoch beeindruckt und berührt hat. Eine empfehlenswerte und außergewöhnliche Lektüre.«
  19      0        – geschrieben von milkysilvermoon
Kommentar vom 24. Mai 2020 um 18:35 Uhr (Schulnote 1):
» "Gilles kam jeden Abend zu mir ins Bett gekrochen. Mein Gesicht in seinen Haaren vergraben, konnte ich seine Albträume in den Nächten beinahe hören. Was hätte ich alles dafür gegeben, die Zeit zurückdrehen zu können, bis zu dem Moment, als ich das Eis bestellt hatte." (Buchauszug)
In einer Reihenhaussiedlung am Waldrand wohnt ein 10-jähriges Mädchen mit ihrer Familie. Alles könnte so normal sein, wäre da nicht die einzige Leidenschaft ihres Vaters für Whisky, TV und das jagen. Von seinen Großwildsafaris, für die er selten genug Geld hatte, bringt er regelmäßig Trophäen mit nach Hause, für die er eigens ein Zimmer eingerichtet hat. In einer solch bedrückenden Atmosphäre zu leben ist nicht einfach, weshalb sie mit Gilles meist zum Autofriedhof spielen geht und sie sich freuen wenn abends der Blumenwalzer des Eismanns ertönt. Doch dann geschieht eines Tages eine unfassbare Tragödie. Fortan ist nichts mehr wie zuvor, den diese Bilder haben sich in ihre Augen gebrannt.

Meine Meinung:
Die Geschichte die Adeline Dieudonné in diesem Buch beschreibt, hat mich mitgenommen in eine Umgebung voller Angst, Gewalt und Bedrohung. Der Schreibstil ist einfach, reduziert, sehr bildhaft, ich hatte öfters sogar das Gefühl, das beim Lesen der Film dazu ablief. Zudem gibt es einige Szenen, mit unbeschreiblichen Bildern voller unfassbarer Poesie, gleichzeitig aber auch kindlich gut umschrieben. So beschreibt sie zum Beispiel ihre Mutter als eine "Amöbe", weil sie so unscheinbar, farblos und ängstlich auf sie wirkt. Ihre Aufgaben beschränken sich mehr oder minder aufs Kochen und selbst das kann sie nicht besonders gut. Lediglich ihren Ziegen widmet sie alle Zeit und schenkt ihnen ihre ganze Liebe. Ihr Vater dagegen ist ein "Koloss", breite Schultern wie ein Abdecker und Hände wie ein Riese. Der gewalttätige Vater scheint seine Probleme regelrecht in sich hineinzufressen, bis er dann wieder einmal auf eine Großwildjagd gehen muss oder gar explodiert und auf die Mutter losgeht. Nur bei der Jagd scheint er seine Wut loswerden zu können, in dem er sich eine neue Trophäe schießt. Selbst im Hochzeitsfoto ihrer Eltern sucht sie vergebens nach Liebe, Bewunderung, Freude oder einem Lächeln. Das 10-jährige Mädchen im Buch bleibt leider namenlos, doch nicht blass, den ihr Wille ist unfassbar stark. Selten habe ich so ein Kind erlebt, das so um ihren Bruder und ihr eigenes Leben kämpft. Der 6-jährige glückliche, fröhliche Bruder Gilles wirkt nach dem Unglück apathisch, kraftlos und stumm, sodass sie Angst hat in seinen Augen jene Tragödie explosionsartig ablaufen zu sehen. Von der Hyäne einer Jagdtrophäe, die hier als eine Art Tod steht, wird er quasi angezogen. Weil sie sich die Schuld für die Tragödie gibt, möchte sie am liebsten alles ungeschehen machen. Doch die Zeit vergeht und die Sorgen, Ängste und Probleme nehmen weiter zu und sie wird immer mehr in die Opferrolle gedrängt wie ihre Mutter. Das einzige, was mir weniger gefallen hat, sind die sexuellen Gefühle für ihren verheirateten Nachbarn, wo sie doch sonst eher so konservativ erzogen war. Trotzdem bleibt das Mädchen für mich sehr mutig, entschlossen und äußerst fokussiert auf das einzige Ziel ihren Bruder zu retten. Das Ende kam dann explosionsartig und hat mich wirklich schockiert und unfassbar zurückgelassen. Dabei lässt die Autorin einem den Raum zum Revue passieren und nachdenken. Der Bestseller bekam verdient 14 Literaturpreise und die Filmrechte in 20 Ländern. Für mich ist es ebenfalls ein starkes, sprachgewaltiges und ungewöhnliches Buch und ich bin gespannt, wie dieses filmisch umgesetzt wird. Von mir gibt es darum 5 von 5 Sterne dafür.«
  20      0        – geschrieben von claudi-1963
 
Kommentar vom 19. Mai 2020 um 16:56 Uhr (Schulnote 1):
» Es ist nicht einfach für mich, etwas zu dem Buch zu schreiben, das auch nur annähernd das beschreibt, was ich beim Lesen empfunden habe. Obwohl oder vielleicht gerade weil die Geschichte relativ kurz ist, hat sie für mich so eine Wucht gehabt. Die Geschichte ist teilweise schon sehr drastisch und ich hätte mir gewünscht, dass ich auf manches besser vorbereitet gewesen wäre. Gewalt und auch Tierquälerei sind schon schwer zu ertragen.

Dazu kommt, dass der Schreibstil recht schnörkellos, nüchtern, teilweise sogar kühl ist, was den ganzen Eindruck meiner Meinung nach noch verstärkt.
Die Geschichte wird aus der Ich Perspektive eines 10 jährigen Mädchens erzählt, die aber im ganzen Verlauf des Buches ohne Namen bleibt. Ihr kleiner Bruder dagegen wird oft bei seinem Vornamen genannt, bis auf wenige Ausnahmen gibt es für die übrigen Personen nur Bezeichnungen. Sie bleiben damit meistens auf Distanz. Ihre Mutter bezeichnet das Mädchen sogar als Amöbe, die ein willenloses Einzeller Dasein führt. Ausgelöst wahrscheinlich durch die bloße Angst vor ihren gewalttätigen Mann und ihre Furcht vor seinen nächsten Ausbruch. Das alles wird sehr nüchtern analysiert und auch beschrieben, das war schon ziemlich heftig zu lesen.

Als dann vor den Augen des Mädchens und das ihres kleinen 6 jährigen Bruders ein furchtbares Unglück passiert, sind weder ihre Mutter noch ihr Vater, der sich nur für die Jagd, für das Fernsehen und für Whiskey interessiert für die beiden da, um sie aufzufangen. Der Vater nimmt noch einen gesonderten, furchteinflößenden Raum ein, allein dass er einen extra Zimmer für seine Kadaver, für seine Jagdtrophäen besitzt, ist schon beängstigend.
Vor allen für den kleinen Bruder hat dieses Unglück schlimme Auswirkungen und das hochintelligente Mädchen versucht mit Hilfe ihrer Neigung und Bewunderung für Physik die „Zeit zurückzudrehen..“

Das Mädchen strahlt für mich trotz der schlimmen und trostlosen Umstände und Umgebung eine Kraft aus, das ist unglaublich. Sie wird in der Geschichte langsam zur Frau, was sie allerdings nicht beunruhigt, sondern auf nüchterne Art kommentiert und annimmt. Sie wehrt sich, will kein Opfer sein und zielstrebig ihre Träume verwirklichen, auch um ihren Bruder wieder lachen zu sehen.
Am Ende wird es noch mal sehr heftig und trotz der Sanftheit und Hoffnung, die auch immer mal wieder durchblitzt ist das wie ein Schlag in den Magen.

Eine Geschichte, die bei mir noch lange nachhallen wird und ein wirklich sehr beeindruckendes Roman Debüt.«
  14      0        – geschrieben von Lissy31
Seite:  1 2
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2021)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz