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Die Kinder von Nebra
Verfasser: Ulf Schiewe (14)
Verlag: Bastei Lübbe (2850)
VÖ: 27. März 2020
Genre: Historischer Roman (4117)
Seiten: 624 (Gebundene Version), 625 (Kindle-Version)
Themen: Bronzezeit (3), Fürsten (152), Himmelsscheibe von Nebra (3), Priester (243), Widerstand (116)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Bisweilen ist man ein ziemlicher Banause: Wenn man sich nicht intensiv damit beschäftigt, könnte man schnell zu dem Schluss kommen, dass die »Himmelsscheibe von Nebra«, die vor zwanzig Jahren von Raubgräbern in Sachsen-Anhalt ausgebuddelt wurde, ein ganz schön unspektakuläres Ding ist, denn sie ist recht klein und dünn, und ihre Intarsen wirken eher zufällig als durchdacht angebracht. Das Aufhebens, das man rund um den Fundort darum macht, kann einem daher schnell übertrieben vorkommen. Natürlich ist dies der Tatsache geschuldet, das man als Otto Normalignorant so wenig Wissen über die Bronzezeit mitbringt, dass man die dahintersteckende Arbeit und die Bedeutung des Fundes gar nicht richtig einordnen kann. Umso besser, dass es einen neuen historischen Roman gibt, der rund um die Erschaffung der Schreibe gestrickt wurde.

Erschienen ist das Buch vor fünf Wochen im Lübbe Verlag. Verfasst wurde es von Ulf Schiewe, der nun schon seit anderthalb Jahrzehnten intensiv daran arbeitet, die Lücken im Geschichtswissen seiner Leser anhand aufwändig recherchierter Romane zu stopfen. »Die Kinder von Nebra« hat einen Umfang von satten 625 Seiten und kann zum Preis von 24 Euro als gebundenes Buch erworben werden. Die digitale Fassung hat einen Preis von 16,99 Euro, überdies gibt es eine ungekürzte Hörbuchausgabe mit einer Spielzeit von 18:43 Stunden. Eingelesen wurde sie von Reinhard Kuhnert, der Schiewes Romanen nun schon seit vielen Jahren regelmäßig seine Stimme leiht.

In Schiewes Buch geht es 4.000 Jahre in die Vergangenheit, wo die Nebroni unter einem mächtigen Fürsten zu leiden haben, der sich auf einer uneinnehmbaren Festung in den Kuffabergen verschanzt und seine Mannen dafür einsetzt, das Volk zu drangsalieren. Ihm stellt sich eine jugendliche Frau in den Weg: Rana, die Tochter der örtlichen Priesterin der Destarte. Helfen soll ihr dabei ein Werk ihres Vaters: Der Schmied hatte sich einst auf eine lange Reise begeben und das dabei gewonnene Wissen auf einer bronzenen Scheibe verewigt. Vor Rana liegt ein beschwerlicher Weg, auf dem sie - und auch ihre liebsten Menschen - viel zu verlieren haben.

Die meisten historischen Romane setzen bekanntermaßen irgendwo ab dem Mittelalter an, und sie greifen verschiedene Einzelthemen - die Pest, fiese Geistliche, Vergewaltigungen, fiese Adelige, Kreuzzüge & Co. - immer wieder aufs Neue auf, was ein wenig an ihrer Innovativität zehrt, es jedoch leicht macht, als Fan des Genres in neue Bücher hineinzufinden. Die Bronzezeit liegt indessen weit zurück, vermutlich haben die meisten unter uns nicht einmal in der Schule etwas darüber erfahren, und in den »üblichen« historischen Romanen kommt sie nicht vor. Das hat zum einen den Anreiz, hier mal etwas Neues zu lesen, das man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt, zum anderen aber birgt es auch die Gefahr, dass man kaum einen richtigen Bezug zum Erzählten findet. Dass man dennoch recht leicht in Schiewes Werk hineinfindet, liegt vor allem daran, dass trotz der thematisierten Ära die meisten Motive immer noch die gleichen bleiben: Auch hier leidet der »kleine Mann« (bzw. die kleine Frau) und es wird von unten nach oben geschaut, auch hier wird über die Wahl des richtigen Gottes gestritten, und selbst Einzelszenen - etwa der psychologische Aufbau eines Bösewichts, indem er die wehrlose Protagonistin beim Nacktbaden im Wald aufstöbert und sie vergewaltigen bzw. vergewaltigen lassen will - sind schon so oft in Büchern erprobt wurden, dass man ihnen unweigerlich schon begegnet ist. Daher wird man auch von dem hier erzählten Kampf zwischen Gut und Böse gut mitgerissen, kann schnell mit Figuren sympathisieren oder sie fürchten und verachten, und sich insgesamt gut unterhalten lassen. Für jede Menge Faktenwissen wird im Vorbeigehen ebenso gesorgt. So ergibt sich hier ein lesenswerter Roman.

Daran, dass man am Ende den Eindruck hat, ein gutes, aber kein exzellentes Werk gelesen zu haben, ist man indessen vermutlich wieder aufgrund der bereits eingangs erwähnten Ignoranz selbst schuld: Durch die aus heutiger Sicht absonderlich klingenden Namen der Figuren, die fremd wirkende Götterwelt und das Fehlen einer dem Leser bekannten historischen Ereigniskette, entlang der beispielsweise Mittelalter-Romane erzählt werden, bleibt stets eine etwas größere emotionale Distanz zum Erzählten. Das hätte der Autor vermutlich auch niemals ändern können, es sei denn, er hätte dafür die inhaltliche Korrektheit geopfert. Das wäre aber natürlich auch nicht im Sinne des Erfinders. Schlussendlich haben wir hier also ein lesenswertes Buch, bei dem einzig die eigene Unwissenheit das Leseerlebnis ein wenig trübt.
– geschrieben am 9. Mai 2020 (4/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz