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Henriette Honig ermittelt 12 - Der Sanddornmörder
Verfasser: Ele Wolff (38)
Verlag: Klarant (626)
VÖ: 15. März 2020
Genre: Kriminalroman (6912)
Seiten: 119
Themen: Detektive (975), Erbschaft (412), Leichen (1872), Ostfriesland (491), Säure (5)
Reihe: Henriette Honig ermittelt (12)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats März 2020 nominieren
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Der letzte Schluck ihres geliebten Sanddornlikörs war tödlich. Wenig später findet man nur noch Camilla Breedes Leiche in ihrem Haus im ostfriesischen Leer. Elsa, die Schwester der Toten, beauftragt die Privatdetektivin Henriette Honig mit der Lösung des Falls. Wer hat die toxische Blausäure unbemerkt in das Lieblingsgetränk des Opfers gemischt? Führt das gewaltige Erbe, das Camilla einen unerwarteten Geldsegen beschert hatte, zum Motiv für die Tat? Oder muss die Detektivin noch viel tiefer graben? Henriette ist sich sicher: Der Sanddornmörder muss aus dem näheren Umfeld des Opfers stammen, denn er kannte Camillas Gewohnheiten ganz genau. Keiner jedoch rechnet damit, dass der Täter nach kurzer Zeit erneut zuschlägt ...
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Herrn Gröger vom Klarant Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Ele Wolff gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Nach dem Duschen schlang Camilla Breede ein Handtuch um ihre nassen Haare und klemmte ein Ende des Tuchs in ihrem Nacken unter den Turban. Mit dem Ärmel ihres Bademantels wischte sie über die vom Dunst blinde Scheibe des Badezimmerspiegels und blickte in das Gesicht einer verbitterten Frau. Eine Weile stand sie mit leicht geneigtem Kopf da und betrachtete sich. Mit beiden Händen strich sie behutsam die Haut ihrer Wangen nach hinten. Die Falten waren jetzt zwar zum größten Teil verschwunden, aber sie sah jetzt einem Clown ähnlicher als einer Frau, die vor ein paar Monaten ihren sechzigsten Geburtstag gefeiert hatte.
     Sie lächelte. Der Gedanke an das rauschende Fest anlässlich ihres vierzigsten Hochzeitstags erfüllte sie mit Dankbarkeit. Gefeiert hatten sie bis in den frühen Morgen im Gemeindesaal der Kirche. Liebevoll hatten die Nachbarn einen Kranz aus Efeu und Papierblüten um ihre Haustür drapiert. Man hatte sie und Konrad hochleben lassen und mehrmals auf das Jubelpaar angestoßen. Vier mal zehn Jahre, sinnierte sie, das war eine lange Zeit. Mit täglichen Ritualen, langweiligen Alltagstätigkeiten und immer häufigeren Streitereien.
     Seit Konrad Frührentner war, hatten sich die Auseinandersetzungen zwischen ihnen von heute auf morgen verschärft. Camilla konnte noch nicht einmal einen konkreten Grund nennen, weshalb sie mit ihrem mürrischen Ehemann immer öfter aneinandergeriet.
     Müde ließ sie sich auf dem Rand der Badewanne nieder und dachte über diese negative Veränderung in ihrem ehelichen Zusammenleben nach.
     Heftig fuhr sie mit der Nagelfeile an ihren Nägeln entlang und biss dabei zornig die Lippen zusammen. Natürlich, es hatte genau an dem Tag begonnen, als sie in Begleitung ihres Ehemanns in der Kanzlei des Notars Rittmeister gesessen und vom Tod ihrer Tante Theodora erfahren hatte. Diese Mitteilung hatte keinerlei Trauer bei ihr ausgelöst, da sie besagte Tante nur dem Namen nach kannte. Aber dann eröffnete der Notar ihr, dass sie knapp dreihunderttausend Euro von der Schwester ihres Vaters geerbt hatte.
     Konrad hatte vor Aufregung angefangen zu husten und sie selbst hatte nach Luft geschnappt.
     Ja, genau seit diesem Tag war ihr Mann noch garstiger und unzugänglicher. Noch während der Heimfahrt hatte er einen Großteil des Geldes im Geiste schon ausgegeben, ohne die Belange der rechtmäßigen Erbin überhaupt in seine Überlegungen mit einzubeziehen.
     Mit ihrer linken Hand bearbeitete Camilla jetzt ihr Dekolleté, obwohl wohl niemand von ihren Bemühungen, das Alter in seine Schranken zu weisen, Notiz nehmen würde, vor allem Konrad nicht. Er sah durch sie hindurch, seitdem sie seinen Wunsch nach dem Erwerb eines Wohnmobils in der gehobenen Preisklasse abschlägig beschieden hatte.
     Damit die Creme gut in ihre Haut einziehen konnte, schlang sie ein weiteres Frotteetuch um ihren Hals und stopfte die Enden ineinander. Unschlüssig sah sie aus dem Fenster. Die abendliche Maisonne tauchte den Garten in ein warmes Licht und weckte in ihr das Verlangen, sich entspannt auf ihre Gartenliege zurückzuziehen.
     Im Erdgeschoss klapperte etwas. Camilla erschrak und lauschte mit angehaltenem Atem. War ihr Mann schon zurück? Es hörte sich an, als würden Schubladen aufgezogen und anschließend wieder heftig geschlossen werden. Oder täuschte sie sich?
     Seit geraumer Zeit zuckte Camilla bei jedem Geräusch erschrocken zusammen. Seitdem sie die Sache mit ... nein, noch nicht einmal in ihren Gedanken wollte sie ihren Verdacht formulieren. Aber dennoch durchforstete sie fast täglich ihr Gedächtnis nach Einzelheiten. Immer wieder erschienen die gleichen Sequenzen vor ihrem inneren Auge. Hatte sich vielleicht doch ein falsches Bild in ihr Gehirn geschmuggelt? Bildete sie sich nur ein, dass jemand ihr etwas Böses wollte? Hatte sie eventuell bestimmte Worte, die sie in den letzten Wochen gehört hatte, falsch interpretiert, und es war alles doch ganz harmlos? War ihre Furcht berechtigt? Die Unsicherheit blieb. Camilla war sich aber ganz sicher, dass sich alle Dinge, an die sie sich erinnerte, genau so vor langer Zeit abgespielt hatten.
     Eilig schlüpfte sie in ihre Hausschuhe, schlich aus dem Badezimmer und hielt sich etwas vornübergebeugt am Geländer fest. »Konrad? Bist du das?«, rief sie zaghaft, um sofort wieder zu verstummen.
     »Da stimmt doch etwas nicht«, raunte sie, raffte ihren Bademantel und stieg die steile Holztreppe herunter. Mit einem Blick auf die nostalgische Wanduhr im Flur stellte sie fest, dass sie, wollte sie pünktlich zu ihrer abendlichen Verabredung kommen, spätestens in einer halben Stunde aufbrechen musste.
     »Konrad?« Sie durchstreifte den Flur und öffnete die Tür zum Wohnzimmer. »Konrad, hör auf mit dem Quatsch«, rief sie verärgert. »Für solche Spielchen habe ich jetzt keine Zeit.«
     Ein leichter Luftzug ließ sie sich umdrehen. Wie ein Pfeil schoss der schwarze Kater an ihr vorbei. »Du sollst mich doch nicht so erschrecken«, rief Camilla dem Tier hinterher und legte ihre Hand auf ihr stark klopfendes Herz. Ihre Nerven waren auch nicht mehr die besten, stellte sie fest. Vielleicht würde sie sich besser fühlen, wenn sie noch etwas trinken würde.
     Sie öffnete das Barfach des Wohnzimmerschranks und nahm eine Flasche Sanddornlikör heraus. »Mist, schon wieder die Letzte«, murmelte sie. Trank sie vielleicht doch zu viel von dem Zeugs, wie Konrad immer behauptete? Camilla beschloss, ein andermal darüber nachzudenken. Ihre Hände zitterten und es dauerte eine Weile, bis sie den Verschluss der Flasche richtig greifen konnte. Voller Vorfreude goss sie die orangefarbene Köstlichkeit in ein Likörglas. Mit spitzen Lippen nippte sie an dem Glas und verzog sofort das Gesicht. Irgendwie schmeckte es anders als sonst, wunderte sie sich und hielt einen Moment inne. Das kam sicher daher, dass sie sich gerade die Zähne geputzt hatte. Egal, es ging in diesem Fall um Entspannung, nicht um Genuss des Alkohols. Mit zurückgelegtem Kopf ließ sie die Flüssigkeit durch ihre Kehle rinnen. Noch bevor sie das Glas abstellen konnte, spürte sie ein Brennen in der Speiseröhre und einen starken Druck in der Magengegend. Mit geöffnetem Mund sog sie die Luft ein, aber der lebenserhaltende Sauerstoff gelangte nicht mehr in ihre Lungen. Camilla ließ das Glas fallen und spürte nicht mehr, wie sie vornüberstürzte. Als sie mit der Schläfe auf die marmorne Tischplatte des Couchtisches aufschlug, war sie schon tot.
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