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Das Mädchen
Verfasser: Edna O’Brien (1)
Verlag: Hoffmann und Campe (266)
VÖ: 4. März 2020
Genre: Gegenwartsliteratur (2894)
Seiten: 256
Themen: Entführungen (1583), Flucht (1661), Gefangenschaft (448), Nigeria (11)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Auch wenn im deutschsprachigen Internet weniger darüber gesprochen wurde als über so manch trivialen Roman, so steckt hinter »Das Mädchen« von Edna O'Brien eine viel bemerkenswertere Geschichte als hinter fast allen anderen Neuerscheinungen der vergangenen Monate. Den Stoff, der dafür verarbeitet wurde, trug die inzwischen neunzig (zum Zeitpunkt ihrer Reisen 88) Jahre alte Schriftstellerin eigenhändig zusammen, indem sie sich in Nigeria auf die Spur von verschleppten Schülerinnen begab. Das Ergebnis ist 256 Seiten lang und wurde vom Verlag Hoffmann und Campe veröffentlicht. Man kann das Buch für 23 Euro erwerben, die Digitalausgabe hat einen Preis von 16,99 Euro. Eine 5:26 Stunden lange Hörbuchausgabe wurde von Schauspielerin und Sprecherin Hannah Baus eingelesen.

In der Nacht vom 14. auf den 15. April 2015 kam es im Nordosten Nigerias zu einer Massenentführung von 276 jugendlichen Schülerinnen durch die islamistischen Terroristen der Organisation Boko Haram. Auch zum jetzigen Zeitpunkt ist das Schicksal von mehr als hundert der damals entführten Mädchen noch immer ungeklärt. In Edna O'Briens Buch begegnet man der jungen Maryam, die zu den Entführten gehörte, mit einer Freundin die schreckliche Gefangenschaft überstand und schließlich mit ihr floh. Dabei handelt es sich nicht um ein tatsächliches Einzelschicksal, vielmehr fügte die Schriftstellerin den Charakter aus verschiedenen Fällen zusammen, die ihr während ihrer beiden Reisen geschildert wurden.

Form, Story & Co. einmal ganz beiseite gelassen ist das Entscheidende an dem Buch selbstverständlich kein Spannungs- oder Unterhaltungsfaktor, sondern die Tatsache, dass die Autorin damit einen Umstand ins Gedächtnis der Leser zurückholt, den die meisten vermutlich schon längst aus ihrem Blickfeld verloren haben. In Zeiten, in denen selbst größere Zwischenfälle meist nur noch dazu taugen, für fünf, sechs Stunden zu einem Twitter-Trend zu werden, der dann durch die nächste Sau abgelöst wird, die durchs virtuelle Dorf getrieben wird, ist es umso wichtiger, auch später noch einen Finger in die Wunde zu legen - insbesondere in einem Fall wie diesem, in dem die Wunde nach wie vor noch immer offen klafft und nicht genäht wurde. Gerade auch deshalb, weil es nicht nur die Täter sind, die noch frei herumlaufen, sondern weil die Folgen sowohl für die - oberflächlich gesehen - geretteten Opfer als auch die nach wie vor verschwundenen Mädchen unabsehbar groß und katastrophal sind. Da ist es eher zweitrangig, dass das Buch selbst nicht in jeder Weise perfekt ist, denn trotz der gewählten Ich-Perspektive verbleibt stets ein seltsamer Eindruck bleibender Distanz zu den Figuren und zur Geschichte, und natürlich - das wäre auch unangebracht - ist das Ganze nicht auf eine spezielle Sogwirkung hin ausgelegt, sondern einfach darauf, Sachverhalten ein Gesicht zu geben. Und das leistet das Buch definitiv, denn hier bekommt man einen umfassenden Einblick in eine Welt, die beklemmend und erschreckend ist, und die im Jahre 2020 eigentlich auf keinen Fall mehr so in der richtigen Welt existieren dürfte. Daher: Ein wichtiges Buch, ein lesenswertes Buch.
– geschrieben am 16. Mai 2020 (4.5/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz