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Das Grand Hotel 1 - Die nach den Sternen greifen

Verfasser: Caren Benedikt (9)
Verlag: blanvalet (2022)
VÖ: 2. März 2020
Genre: Familienepos (911) und Historischer Roman (7638)
Seiten: 528 (Broschierte Version), 529 (Kindle-Version)
Themen: Berlin (1765), Besucher (195), Geheimnisse (6280), Hotel (1251), Ostsee (549), Rügen (138), Zimmermädchen (61), Zwanziger Jahre (516)
Reihe: Das Grand Hotel (Caren Benedikt) (3)
Erfolge: 9 × Spiegel Paperback Top 20 (Max: 11)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
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Erklärung der Bewertungssysteme
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MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 10. Oktober 2022 um 13:24 Uhr (Schulnote 5):
» Meine Meinung:
Unheimlich spannend und anders als erwartet

Das Cover hat mich dieses Buch blind kaufen lassen. Es zeigt das Travel Charme Kurhaus in Binz, auf meiner Liebingsinsel Rügen. Lange lag es nun auf meinem Stapel der ungelesenen Bücher. Bei meinem letzten Aufenthalt in Binz im September durfte ich die Autorin bei einer Lesung erleben. Genau in diesem prächtigen Hotel. In der Geschichte ist es das Grandhotel.

Wer hier nur auf eine entspannte Urlaubsgeschichte hofft, wird enttäuscht werden. Vielmehr handelt es sich in diesem Roman um einen Krimi mit Urlaubsflair. Die Charaktere sind sehr speziell und kommen oftmals sehr widersprüchlich daher.

Rügen und Berlin, 1924.

Bernadette von Plesow stellt in dieser Geschichte einen sehr starken Charakter dar. Ich weiß wirklich nicht, was ich von dieser Frau halten soll. Einerseits ist sie sehr einfühlsam, anderseits stellenweise ziemlich skrupellos. Durch ihre Kompromisslosigkeit und ihrem Fleiß ist das Grandhotel die Nummer eins auf der Insel. Ihr Sohn Constantin ist für mich ein Mensch, bei dem irgendwas total schief gelaufen ist. Ich war oftmals sehr entsetzt, ob der Brutalität dieses Mannes. Doch auch er hat eine sehr sensible Seite. Besonders dann, wenn es um seine Famile geht. In Berlin führt er erfolgreich das Hotel Astor. Nicht minder erfolgreich führt er ein verruchtes Varieté, bei dem sich politische Größen und Geschäftsleute gerne amüsieren. Weder die Tänzerinnen, noch die Mädchen für gewisse Stunden, haben bei Constantin etwas zu lachen. Alexander ist ein besonnener junger Mann. Bernadette überlässt ihm bereits größtenteils die Führung des Hotels. Jedoch muss jede Aktion und Geldausgabe mit ihr besprochen werden. Alexanders Frau kommt sehr unsympathisch und zickig rüber. Dann hätten wir da noch Tochter Josephine. Meine Güte, hat die mich genervt. Ihre künstlerische Ader ruht Anfangs. Sie malt längere Zeit kein Bild. Denkt ihn Berlin bei ihrem Bruder hätte sie wieder mehr Motivation. Hinter jedem Kompliment wittert sie Kritik. Die Erlaubnis ihrer Mutter nach Berlin zu gehen, wertet sie auch wieder negativ. Obwohl sie genau das wollte. Egal wie positiv eine Situation ist, sie findet ein Haar in der Suppe. Mit dem Zimmermädchen Marie pflegt sie eine innige Freundschaft. Die beiden jungen Frauen vertrauen sich alles an. Doch irgendwas scheint mit Marie passiert zu sein. Sie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Ich hatte beim Lesen das Rauschen der Ostsee in den Ohren und die Uferpromenade stets vor Augen. Bin den Steg entlang gegangen. Habe mit Marie gelitten. Was Marie betrifft, konnte Bernadette voll bei mir punkten. Sie hat der jungen Frau viel geholfen. Maries Selbstbewusstsein gestärkt. Dennoch muss ich gestehen, dass mir der Wandel mit Marie zu schnell ging. Aus einem verhuschten Zimmermädchen kann doch nicht innerhalb so kurzer Zeit eine selbstbewusste Frau werden. Oder doch? Hat die Stärke bereits in Marie geschlummert und musste nur noch geweckt werden? Es gibt ein Geheimnis, welches Bernadette Probleme bereiten könnte. Wie sich Bernadette gegenüber ihrer eigenen Familie in der Vergangenheit verhalten hatte, fand ich mehr wie gefühllos. Sie ist eine Frau mit zwei sehr gegensätzlichen Seiten. Eine Frau, die ihren Mann unter mysteriösen Umständen verloren hat. Ein Sohn hat den Krieg nicht überlebt. Josephine wächst am Ende über sich selbst hinaus. So viel Charakterstärke hätte ich ihr gar nicht zugetraut. Auch Bernadette zeigt immer mehr Gefühle. Ist sich bewusst, dass sie vor schrecklichen Dingen die Augen verschlossen hatte. Ich bin sehr gespannt, wie sich Bernadette in den Folgebänden verhalten wird. Alexander blieb etwas blass für meinen Geschmack. Von allen anderen Protas hatte ich ein genaues Bild vor Augen. Besonders Constantin. Ich bin total gespannt, was ich mit ihm noch erleben werde. So sollte und darf es wirklich nicht weitergehen. Ich habe den Eindruck gewonnen, Bernadette sieht das genauso. Ich bin wirklich gespannt!
Fazit:

Abwechselnd habe ich Binz und Berlin in den 20ern erlebt. Der flüssige und detaillierte Schreibstil hat mir den Wechsel leicht gemacht. Ein grandioser Auftakt zu einer Trilogie, die ich sehr gerne weiter verfolge. Trotz ein paar Schwächen von mir eine absolute Empfehlung. Ein guter Tipp am Rande: Haltet die Folgebände bereit!

Danke Caren Benedikt. Ich habe die Geschichte um das Grandhotel sehr genossen.«
  20      1        – geschrieben von Giselas Lesehimmel
 
Kommentar vom 27. November 2020 um 23:22 Uhr (Schulnote 1):
» Meine Meinung:

Ein gelungener spannender Roman, der uns in die Zeit der Goldenen Zwanziger entführt. Das Geheimnis, um Bernadette von Plesow, ist zum Greifen nah. Wir lernen sehr viele verschiedene Charaktere kennen. Manche begleiten uns bis zum Schluss, aber von einigen müssen wir uns früh verabschieden. Aber alle Protagonisten sind detailliert beschrieben, sodass man ihnen in ihrer Entwicklung sehr gerne folgt. Das Ende ist mehr als überraschend, aber rundet den ersten Teil sehr gut ab.

Der Autorin Caren Benedikt ist es gelungen, uns in die verschiedenen Gesellschaftsschichtender Goldenen Zwanziger einzuführen. Ihr Schreibstil ist angenehm und der Spannungsbogen hält uns bis zum Ende gefangen.

Die selbstbewusste Bernadette von Plesow, führt mit Konsequenz das Hotel und auch ihre Kinder. Zurecht ist sie Stolz auf ihr Haus, was sie alleine nach dem Tod von ihren Mann zum ersten Haus am Platz gemacht hat. Ihre anfängliche Gefühlskälte entwickelt sich in der Geschichte zum Positiven.

Auch ihre Söhne teilen die Liebe zum Hotel. Alexander ist Geschäftsführer des Grand Hotel in Binz und Constantin führt sein eigenes Hotel mit angeschlossenem Varieté in Berlin. Nur ihre Tochter Josephine mag nicht so Recht erwachsen werden.

Bernadette schickt Josephine nach Berlin zu Constantin, in der Hoffnung, das sie jetzt endlich lernt auf eigenen Füßen zu stehen. Doch findet die unsichere Träumerin Josephine ihr Glück in Berlin?

Die pflichtbewusste und fleißige Marie arbeitet als Zimmermädchen im Grand Hotel. Zudem ist sie noch eine Freundin von Josephine. Im Grand Hotel trifft sie auf ihre große Liebe, die ihr ganzes Leben verändert.

Der erste Teil der Familiensaga hat mich vom Anfang bis zum Ende in seinen Bann gezogen. Mein Kopfkino erweckte die Schauplätze mit den Protagonisten zum Leben. Gespannt warte ich nun auf die Fortsetzung oder eine evtl. Verfilmung.

Sehr gerne gebe ich 5 ⭐⭐⭐⭐⭐ und eine klare Leseempfehlung.«
  14      0        – geschrieben von leseHuhn
 
Kommentar vom 16. März 2020 um 17:28 Uhr (Schulnote 2):
» Handlung:
Rügen 1924
Nach all den Jahren kann Bernadette von Plesow eine erfolgreiche Bilanz ziehen. Sie führt mit dem Grand Hotel das erste Haus am Platz, dieses ist gut gebucht und genießt einen hervorragenden Ruf. Und auch privat hat Bernadette hier wunderschöne Stunden verbracht. Sie hat dort einige Jahre mit ihrem Mann gelebt und ihre Kinder großgezogen: Alexander, der Erbe des Grand Hotels, Constantin, der sich ein Hotel und Variete in Berlin aufgebaut hat und die einzige Tochter Josephine die künstlerisch begabt ist aber noch nicht weiß, was sie in der Zukunft anstreben will.
Zudem hat Bernadette das große Glück, mit ihren Angestellten mehr als zufrieden sein zu können. Allen voran mit dem Zimmermädchen Marie, die stets gut gelaunt ist und eine fantastische Arbeit leistet.
Eigentlich könnte Bernadette vollkommen glücklich sein. Sie hat eine neue Liebe gefunden und ihre Kinder gehen ihrer eigenen Wege. Doch eines Tages steht ein Mann im Hotel, der ein Geheimnis aufzudecken droht, welches eigentlich nie ans Licht kommen sollte...

Meinung:
Das Cover ist einfach wunderschön. Es wirkt herrschaftlich, edel und hat Klasse. Im Grunde gibt es also genau das wieder, für was das Grand Hotel steht. Nicht nur wirkt das Bild sehr idyllisch, auch die Farben harmonieren perfekt miteinander und laden zum Träumen ein. Besonders schick finde ich die goldene Schrift. Sie ist nochmal ein besonderer Hingucker und mit Struktur aufgedruckt, was ich immer schick finde!
Insgesamt ein sehr gelungenes Bild, welches auffallend ist und aus der Masse heraussticht. In einer Buchhandlung wäre es mir definitiv aufgefallen und ich hätte das Bedürfnis verspürt, das Buch in die Hand zu nehmen.

Schon längere Zeit habe ich auf den Erscheinungstermin des Romans hingefiebert. Seitdem ich das Cover gesehen und die Inhaltsangabe erstmals durchgelesen habe konnte ich es kaum abwarten, das Buch selbst in den Händen zu halten. Und immer wenn ich bei Instagram gesehen hatte, dass manche das Buch vorab lesen durften, wurde ich verdammt neidisch. Am Ende hatte ich das große Glück, bei Lovelybooks an einer Leserunde teilzunehmen und so auch über die Handlung diskutieren zu können. Das fand ich wirklich angenehm, es gab doch einiges, worüber ich mich austauschen wollte und die Meinungen anderer wissen wollte.

Von der ersten Seite an hat mir die Schreibweise richtig gut gefallen. Es gibt einen angenehmen Start in den Roman, der Prolog bietet einiges an Spannung und wirkt anregend, man hat folgend noch mehr Lust darauf, einfach weiterzulesen. Danach hat man Zeit um sich an das Setting, die ganze Situation und die Charaktere zu gewöhnen. Man wird nicht ins kalte Wasser gestoßen, es gibt zahlreiche Beschreibungen und Hintergrundinformationen, die man wie Puzzlestücke zusammenfügen kann.
Jede Szene wurde sehr bildhaft und lebendig beschrieben, sodass man sich nicht nur das Setting, sondern auch die Charaktere gut vorstellen konnte. Zudem war eine Lebendigkeit herauszulesen, die dem Roman sehr gut getan hat und die Geschichte wirkte dadurch noch authentischer.

Es gibt verschiedene Handlungsstränge. Sei es der von Constantin in Berlin oder die von Bernadette, Alexander und Josephine in Binz. Aus der Familie von Plesow kommt lediglich Alexander mit seiner Familie nur wenig zu Wort, er steht eher im Hintergrund und wird nicht so sehr in die Handlung eingebunden. Diese Kapitel der Familie haben mir richtig gut gefallen. Sie haben immer mal ein paar Fragen offen gelassen und somit zum weiterlesen, aber auch zum spekulieren animiert. Diese Kapitel haben alle einen tieferen Sinn gehabt und ließen sich auf eine bestimmte Art miteinander verbinden.
Dazu gibt es ab und an noch andere Kapitel von Gästen oder von dem Zimmermädchen Marie. Auch diese haben zueinander gepasst und ließen sich in die gesamte Handlung einordnen. Gerade bei Marie mochte ich die andere Seite ihres Lebens. Es war interessant zu hören, was sie von den von Plesows hält und in was für einfachen Verhältnissen sie eigentlich lebt. Dieser Unterschied zwischen dem Hotel und Maries Familie war drastisch und zeigte verschiedene Seiten der Bevölkerung.
Lediglich mit einer Sichtweise hatte ich Probleme. Ich will dazu keinen Namen verraten, nur so viel sei gesagt: es war eine nette, aber schockierende Nebenhandlung. Doch es wirkte auch etwas willkürlich, hatte nicht direkt etwas mit dem Grand Hotel oder den von Plesows zu tun. Daher hatte ich Schwierigkeiten, diese Ereignisse sinnvoll einzuordnen und darin einen Sinn für die weitere Handlung zu finden. Diese Kapitel hätte ich nicht zwingend gebraucht, sie haben dem Roman lediglich mehr Umfang gegeben.

Es gibt zwei Handlungsorte auf die sich die Ereignisse aufteilt. Der größere Teil der Handlung findet im Ostseebad Binz statt. Dort spielt so gut wie jedes Kapitel im titelgebenden Grand Hotel, dem grandiosen und exklusiven Hotel von Bernadette von Plesow. Dort lernt man sowohl das Hotel, als auch das Büro der Chefs kennen, sowie einige Gästezimmer und das Restaurant kennen. Lediglich die Orte des Personals werden nicht näher beschrieben. Ich habe das Hotel, aber auch die Räumlichkeiten lebendig vor mir gesehen und konnte mir auch die Charaktere in dieser Umgebung sehr gut vorstellen. Gerade durch genannte Details wie das Meeresrauschen oder den Akkordeonspieler gewann das Setting an viel Charme. Wahrlich traumhaft!
Doch auch der zweite Handlungsort, Berlin, konnte mit seiner besonderen Aura bestechen. Es gab einen angenehmen Unterschied zwischen dem ruhigen Binz und dem aufregenden Berlin, es werden zwei Welten beschrieben, die beide ihre Reize, aber auch Nachteile haben.
Mir hat auch der Handlungsort Berlin gefallen, doch irgendwie war dort häufig ein dunkler Schleier dabei, die Stadt erschien mir nie sonderlich strahlend oder bunt. Dabei herrschen die goldenen Zwanziger, die Menschen wollten und haben sich vielfältig amüsieren können. Mit den Berlin Kapitel geht meist eine gewisse Tristesse daher, die nochmal den Unterschied zum farbenfrohen und sonnigen Binz verstärkt.

Es gibt eine Vielzahl an Personen, doch tatsächlich hatte ich nicht einmal Schwierigkeiten, sie auseinanderzuhalten oder wiederzuerkennen. Dafür war ein jeder zu gut und abwechslungsreich gezeichnet. Oft wurde man von der Autorin leicht gelenkt, ob man einen Protagonisten nun sympathisch oder unsympathisch einschätzt, manchmal wird man auch lange Zeit geschickt getäuscht und erkennt dann plötzlich das wahre Gesicht. Ich hätte mir allgemein gewünscht, dass es dem Leser mehr selbst überlassen ist, wie er eine Person einschätzt. Vielleicht wäre eine objektivere Beschreibung vonseiten des Erzählers angebrachter.
Im Zentrum des Geschehens steht stets die verwitwete Bernadette von Plesow, ein Inbegriff einer erfolgreichen Geschäftsfrau und einer gesellschaftlich angesehenen Dame. Über ihre Person kann man einiges schreiben, sie ist einerseits sympathisch, doch gleichzeitig scheint sie ein recht kaltes Herz gegenüber ihren Kindern zu haben. Nur selten kann man sich in ihrer Person eine liebende Mutter vorstellen. Sie ist eine starke Person, die man einerseits nur bewundern kann für ihr Geschick, doch gleichzeitig gibt es auch viele Handlungen, die man nicht gutheißen kann. Stets ist man von ihr hin- und hergerissen und ich habe häufig meine Meinung über sie gewechselt. Auch am Ende finde ich sie, trotz ihrer Machenschaften faszinierend und freue mich auf ein Wiedersehen.
Auch ihre Kinder konnten meine Sympathie nie vollkommen erlangen, alle hatten Züge an sich, die ich negativ empfunden habe. Am wenigsten Beachtung bekam Alexander, über ihn kann ich mir auch am Ende nur schwer eine Meinung bilden. Dafür tritt er zu wenig auf, ist nicht so willensstark wie seine restliche Familie und kommt auch vom Charakterrecht blass daher.
Constantin ist ein abwechslungsreicher Charakter mit mehreren Gesichtern, dem man nie vollkommen trauen darf. Ich mochte seinen variablen Charakter meist recht gerne, er hat zwar einige negative Geschäfte im Hintergrund laufen, doch man merkt, dass sein Grundwesen positiv ist. Tatsächlich ist er mein Lieblingscharakter. Constantin verströmt einen gewissen Charme, der sehr einnehmend ist.
Josephine finde ich etwas zu ziellos. Sie ist für mich der Inbegriff eines reichen, gesellschaftlich angesehenen Mädchens, welches viele Ambitionen hat, diese aber nicht wirklich umsetzt. Oft finde ich sie etwas zu nörglerisch und schwierig, manchmal wäre es positiv gewesen, wenn ihr mehr Menschen offen die Wahrheit sagen würden...

Fazit:
Meine Vorfreude auf das Buch war zu weiten Teilen mehr als angebracht. Im Grunde hat mich das Buch umgehauen, ich bin so froh es gelesen zu haben und kann schon jetzt die Zeit bis zur Fortsetzung nicht mehr abwarten. Mir haben die Protagonisten hervorragend gefallen, gerade der Charakter von Bernadette war ganz besonders, über sie kann man wahrscheinlich Studien schreiben. Auch das Setting und die Schreibweise hat mich vollkommen überzeugt. Und eigentlich mag ich auch, dass verschiedene Erzählperspektiven gewählt wurden und sich so mehrere Erzählstränge ergeben. Doch mit einem kann ich auch am Ende nicht sehr viel anfangen, er passt nicht direkt zur Familie von Plesow. Dafür, aber auch für die leichte Führung der Erzählinstanz zwecks Sympathien bei den Charakteren ziehe ich einen halben Stern ab. Im Grunde ist das Meckern auf hohem Niveau, doch diese beiden Punkte liegen mir auf dem Herzen und haben mich auch während dem Schreiben dieser Rezension nicht losgelassen. Und so hat die Fortsetzung die Möglichkeit diese kleinen Fehler auszumerzen und mich noch mehr überzeugen zu können!«
  20      0        – geschrieben von MarySophie
 
Kommentar vom 12. März 2020 um 16:53 Uhr (Schulnote 2):
» "Das Grand Hotel - Die nach den Sternen greifen" von Caren Benedikt ist der erste Band einer opulenten Familiensaga, die um die erfolgreiche Geschäftsfrau Bernadette von Plesow kreist.

Rügen, 1924. Weiß und prächtig steht es an der Uferpromenade von Binz: das imposante Grand Hotel der Familie von Plesow. Vieles hat sich hier abgespielt, und es war nicht immer einfach, trotzdem blickt Bernadette voller Stolz auf ihr erstes Haus am Platz. Hier hat sie ihre Kinder großgezogen: den ruhigen Alexander, der einmal der Erbe des Grand Hotels sein wird; Josephine, die rebellische Künstlerin, die ihren Weg noch sucht; und den umtriebigen Constantin, der bereits sein eigenes Hotel, das Astor, in Berlin führt. Alles scheint in bester Ordnung. Natürlich gibt es hier und da Streitigkeiten mit ihrer Tochter, und irgendetwas stimmt auch nicht mit dem sonst so fröhlichen Zimmermädchen Marie –, aber all das ist nichts gegen das, was der unangekündigte Besuch eines Mannes auslösen könnte, der Bernadette damit droht, ihr dunkelstes Geheimnis aufzudecken …

Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet worden. Der feine Sand und die weitläufige Dünenlandschaft vermitteln das Inselflair, und im Hintergrund ist ein imposantes Hotelgebäude zu erkennen, das gehobenen Ansprüchen gerecht wird. Der Titel des Romans ist in goldenen Lettern gehalten worden, während der Untertitel perfekt auf den nächtlichen Sternenhimmel abgestimmt worden ist. Man fühlt sich ans Meer versetzt und glaubt das leise Rauschen der Wellen zu hören.

"Das Grand Hotel - Die nach den Sternen greifen" spielt in den Goldenen Zwanziger Jahren, genauer gesagt: 1924, an zwei verschiedenen Schauplätzen, nämlich in Binz, dem größten Seebad auf der insel Rügen, und in Berlin, wobei das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird. An beiden Standorten begegnen wir vielen interessanten Protagonisten, Hauptfiguren wie Bernadette von Plesow und ihrem Sohn Constantin und Nebenfiguren wie Josephine von Plesow , der künstlerisch begabten einzigen Tochter von Bernadette, und dem aus einfachen Verhältnissen stammenden Zimmermädchen Marie, die gut ausgearbeitet worden sind.

Zentrale Figur ist die erfolgreiche verwitwete Geschäftsfrau Bernadette von Plesow, welche das noble Grand Hotel in dem ruhigen Ostseebad Binz mit strenger Hand führt und die Geschicke ihrer Familie in ihrem Sinne lenkt. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die stets kühl kalkulierend agiert und ein dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit zu verbergen sucht.

In Berlin wiederum steht ihr Sohn Constantin im Mittelpunkt, der nicht nur das luxuriöse Hotel Astor mit einem angeschlossenen Variété betreibt, sondern auch in der Unterwelt die Fäden zieht. Er ist ein knallharter Geschäftsmann, der im echten Sinne des Wortes über Leichen geht.

Wenn man so will, hat Caren Benedikt die perfekte Mischung für eine packenden Familiensaga in der Goldenen Zwanziger Jahren gefunden: ein elegantes Hotel an der Ostsee, ein verruchtes Varieté in Berlin, eine starke Frau, die ihren Weg geht, und ein Geheimnis, das alles in Gefahr bringt. "Das Grand Hotel - Die nach den Sternen greifen" ist nicht nur ein interessanter historischer Roman, sondern enthält viele Elemente eines Krimis. Die vornehme Familie von Plesow ist tief in dunkle Geschäfte verstrickt; Bandenkriminalität, Drogen, Schutzgelderpressung, Korruption, Prostitution und Mord gehören zu ihrem täglichen Leben. Auf den zweiten Band darf man gespannt sein!«
  17      0        – geschrieben von Bücherfairy
Kommentar vom 7. März 2020 um 18:58 Uhr (Schulnote 1):
» Bernadette von Plesow ist Besitzerin des Grand Hotel, eines sehr angesehenen Hotels in Binz auf Rügen. Während sie dieses gemeinsam mit Sohn Alexander führt, hat sich der zweite Sohn, Constantin, ein eigenes Hotel in Berlin aufgebaut, und es herrscht eine rege Zusammenarbeit beider Hotels. Als jedoch eines Tages am Strand vor Binz ein Mann tot aufgefunden wird, bröckelt die Fassade der Harmonie und Idylle, und so manch einer geht - wortwörtlich - über mehr als eine Leiche, um an Erfolg und Karriere festhalten zu können.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht vieler verschiedener Personen, wobei die unterschiedlichen Perspektiven jedoch keinesfalls für Verwirrung, sondern vielmehr für wunderbar erfrischende Abwechslung sorgen. Es gibt gleich mehrere Nebenhandlungen, welche alle gekonnt mit der Haupthandlung verflochten werden, und fast jede beteiligte Person darf einen Teil ihrer eigenen Geschichte zum großen Ganzen beitragen. Da wären zum Beispiel Tochter Josephine, die noch auf der Suche nach sich selbst ist und gerade lernt, ihren innersten Gedanken und Gefühlen durch die Malerei Ausdruck zu verleihen; das Zimmermädchen Marie, welches Erfahrungen macht, die sie über sich selbst hinauswachsen lassen; oder Klaus Denker, der seine Familie auf grausamste Weise verloren hat und nun nach Rache sinnt. Auch Bernadette selbst wird eingeholt von der Macht der Vergangenheit, außerdem muss sie feststellen, dass nicht alle Menschen um sie herum wirklich die sind, für die sie sie gehalten hat.

"Das Grand Hotel" ist eine groß angelegte, komplexe Geschichte, die immer wieder überrascht. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und entführt den Leser problemlos in die 1920er Jahre, betont den Kontrast zwischen ruhigem, idyllischem Inselleben und der Metropole Berlin. Die Protagonisten zeugen von Individualität und viele durchlaufen eine große Entwicklung während des Romans. Morde, geheime Bündnisse, Drogen und Prostitution - all das kommt hier ebenfalls nicht zu kurz und wird all jene eines Besseren belehren, die ein seichtes Familiendrama erwartet haben.

Von mir gibt es 5/5 Sterne und eine Leseempfehlung - ich bin schon gespannt auf Band 2!«
  16      0        – geschrieben von Anna625
Seite:  1 2
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