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Marianengraben
Verfasser: Jasmin Schreiber (2)
Verlag: Eichborn (183)
VÖ: 28. Februar 2020
Genre: Gegenwartsliteratur (3311)
Seiten: 256 (Gebundene Version), 288 (Taschenbuch-Version)
Themen: Begegnungen (3110), Depression (142), Lebenswille (4), Unfälle (1232)
Erfolge: 11 × Spiegel Hardcover Top 20 (Max: 13)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Marianengraben« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (9)     Blogger (5)     Tags (5)     Cover
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 4. Juni 2021 um 9:46 Uhr:
» Ein wunderbarer Weg aus der Trauer.

Meine Meinung


Das Gefühl war so schlimm, dass ich nicht mehr aufsehen konnte, nicht mehr duschen, gar nichts mehr. Und irgendwann ist das komisch umgekippt und ist weggegangen, aber kein neues Gefühl setzte sich an seine Stelle. Stattdessen war da nur noch: Leere. (Seite 12)




Es gibt Bücher, in die man nur mal kurz hineinliest und absolut nicht mehr aufhören kann. *Marianengraben* ist so ein Buch. Es erzählt von sehr schmerzhafter Trauer. Vom nicht Loslassen können. Von Schuldgefühlen, die sich der Trauerende meist selbst einredet. So auch Paula.

Paula ist eine sehr junge Frau, die mich von Anfang an abholen konnte. Ich habe ihr jedes Wort geglaubt. Ihre Trauer vollkommen verstanden. Ihr Bruder Tim ist mit nur 10 Jahren gestorben. Ertrunken, bei einem Urlaub mit den Eltern. In jeder freien Minute hing sie mit Tim ab. Erfreute sich an seinem großen Interesse für Fische und Flüsse. Der *Marianengraben* lies Tims Vorstellungskraft schier platzen. Ein Tiefseegraben im westlichen Pazifischen Ozean, der 11.000 Metern unterhalb des Meeresspiegels liegt. Was es da wohl für besondere Fische gibt?

Paula bringt auch nach zwei Jahren keine Kraft auf, um Tims Grab zu besuchen. Ihr Psychotherapeut gibt ihr einen versteckten Rat. Paula setzt ihn in die Tat um und lernt so den kauzigen alten Helmut kennen. Von nun an nimmt Paulas Leben eine entscheidende Wende.

Paula steht seit zwei Jahren im Dialog mit ihrem verstorbenen Bruder. Helmut möchte einige Dinge erledigen, die mit Sicherheit nicht alltäglich sind. Hat er sich Anfangs noch dagegen gewehrt Paula mitzunehmen, so ist er dann doch froh um ihre Gesellschaft. Es gibt in dieser Geschichte sehr viele lustige Szenen. Ich habe Tränen gelacht. Dann hatte ich wieder Tränen in den Augen ob der Verluste von Paula und Helmut. Mit jedem Kilometer merken beide, wie ähnlich sie sich im Grunde genommen sind.

Die vielen Gespräche mit Helmut helfen Paula sehr. Abwechselnd wechselt er von liebevoll zu total abweisend. Paula versteht ihn. Helmut versteht Paula. Und als Leser*in versteht man beide.


Wenn Trauer eine Sprache wäre, hatte ich jetzt zum ersten Mal jemanden getroffen, der sie genau so flüssig sprach wie ich ..... (Seite 96)


Die Geschichte wird aus der Sicht von Paula erzählt. Dies geschieht in eine wunderschönen, stellenweise poetischen Sprache. Jeder Mensch, der selbst schon mal stark getrauert hat, fühlt sich verstanden. Dieses Buch könnte tatsächlich helfen, seine Trauer anzunehmen. Viel wunderschöne Zitate laden zum Nachdenken ein. Zahlreiche lustige Szenen lassen einen immer wieder lachen und befreit aufatmen. Die Geschichte kommt mit sehr wenigen Menschen aus. Vielmehr haben ein Hund und ein Huhn eine tragende Rolle, in dieser warmherzigen Story. Ich erzähle nun nichts mehr. Euch soll es so gehen wie mir. Taucht ein in diese bittersüße Geschichte, deren positive Elemente unbezahlbar sind, und lasst Euch überraschen.

Fazit

Gestern am Spätnachmittag habe ich begonnen dieses Buch zu lesen. Eben habe ich mich von Paula, Tim, Helmut und Helga verabschiedet. Wer Helga ist? Das müsst Ihr selber herausfinden. Ich kann Euch versprechen: Dieses Buch ist nicht traurig! Bittersüß und voller Leben. Ja, das ist es. Die Botschaft: Das Leben ist schön.

Danke Jasmin Schreiber, für dieses wertvolle Buch. So schnell vergesse ich Paula und Helmut nicht. Auch Helga wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben«
  20      0        – geschrieben von Giselas Lesehimmel
 
Kommentar vom 7. Februar 2021 um 21:05 Uhr (Schulnote 1):
» Die Biologie Studentin Paula trauert um ihren kleinen Bruder Tim. Der zehnjährige ist vor zwei Jahren im Urlaub ertrunken und Paula fällt in eine tiefe Depression. Sie fühlt sich wie in den Titelgebenen Marianengraben versunken, in 11000 Meter Tiefe umgeben von nichts, nur Schwärze. Dieses Bild fand ich wirklich gut und sehr treffend.

Der flüssige und angenehme Schreibstil machte es mir leicht, die Geschichte zu lesen, obwohl ich auch immer wieder schlucken musste, weil sich Paula an kleine Unterhaltungen mit ihrem Bruder erinnert und die Liebe und Wärme zwischen ihnen war für mich mehr als greifbar und sehr berührend.
Auch dass Paula in ihrer Therapie nicht über ihren Bruder sprechen kann, sondern wenn überhaupt nur Belanglosigkeiten erzählt, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Dennoch ringt sie sich auf Anraten ihres Therapeuten durch, das erste Mal Tims Grab zu besuchen.

Dort trifft sie auf Helmut, der um seine verstorbene Frau trauert und ihr noch einen letzten Wunsch erfüllen will. Die Begegnung der beiden auf den nächtlichen Friedhof ist herzerwärmend und gleichzeitig urkomisch. Ich habe schon beim Lesen gedacht ne,oder? Und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Auch wenn ich mich gefragt habe, ob man DAS darf.

Die beiden beschließen nun spontan nach einer notwendigen Säuberungsaktion in die Berge zu fahren, damit der 83 jährige Helmut seiner Helga den letzten Wunsch erfüllen kann und weil Paula, die ihre Doktorarbeit auf Eis gelegt hat, auch nicht genau weiß was sie sonst tun soll. Aber die Berge hat sie immer schon geliebt.
Die beiden machen sich also in einem Wohnmobil auf ihre abenteuerliche Reise. Und diesen Roadtrip fand ich einfach toll mitzuerleben! Helmut und Paula gewöhnen sich zwangsläufig aneinander, wobei gerade Helmut schon seinen eigenen Kopf hat und mich manches Mal auch fassungslos machte. Dabei ist er aber so liebenswert, dass ich ihn einfach mögen musste. Das gemeinsame Schweigen, die gemeinsamen Gespräche, manchmal unwirsch, dann wieder ernst und sehr klug, haben mir super gefallen! Zwei unterschiedliche Menschen, die ähnliches erleben mussten und sich dadurch auch ohne Worte verstehen.
Dabei ist die Geschichte auch so humorvoll geschrieben, dass es trotz des traurigen Themas einfach schön ist, sie zu lesen.
Am Ende geschieht noch etwas unerwartetes, aber die Geschichte strahlt auch so viel Hoffnung und Wärme aus und ich war am Schluss schon fast traurig, Helmut und Paula ziehen lassen zu müssen. Die allerletzte Seite hat mich noch mal ganz fest schlucken lassen und sie ist auch noch mal zusätzlich ein Grund warum ich diese wunderbare Geschichte nicht vergessen werde.

Eine absolute Leseempfehlung von mir!«
  20      0        – geschrieben von Lissy31
Kommentar vom 24. Mai 2020 um 2:39 Uhr (Schulnote 1):
» Roadmovie mit Trauerbewältigung

Paula trauert um ihren kleinen Bruder, so sehr, dass sie an Depressionen leidet. Dann trifft sie Helmut, einen alten Herrn, unter seltsamsten Umständen. Kurz entschlossen bricht sie mit ihm auf eine gemeinsame Reise auf zu Helmuts Elternhaus, und diese Reise verändert Paulas Sichtweise enorm.

Paulas Depression, ihre Schuldgefühle um Tims Tod, ihr fehlender Lebenswille, das ist sehr überzeugend und feinfühlig beschrieben. Als skurriles Element bricht hier Helmut ein, den sie nachts auf dem Friedhof trifft. Aus dieser Begegnung, ungeplant und überraschend für beide, folgt die gemeinsame Fahrt – eine Fahrt für sie zurück ins Leben. Die Autorin Jasmin Schreiber kann in der Geschichte auf eigene Erfahrungen als Sterbebegleiterin zurückgreifen, und kombiniert diese dabei mit einer äußerst humorvollen Geschichte, die von mancherlei Situationskomik lebt. So lassen sich auch die vielen traurigen Momente dieses Buches gut verarbeiten.

Dieser Roadmovie hat mich sehr berührt, der Mix aus ernsthaften Themen und vielen humorvollen Szenen finde ich gut gelungen. Sehr gerne vergebe ich alle 5 möglichen Sterne und empfehle das Buch unbedingt weiter.«
  8      0        – geschrieben von Gisel
Kommentar vom 21. Mai 2020 um 11:03 Uhr (Schulnote 1):
» Fische mochte er immer besonders gern, Tim, Paulas kleiner Bruder. Und tausende Fragen an die Welt hatte er, die ihm die große Schwester versuchte zu beantworten. Doch jetzt ist Paula allein, vor allem allein mit ihrer Trauer nach Tims Unfalltod. Immer mehr verkriecht sie sich, das Leben hat sie aufgegeben, sie vegetiert nur noch vor sich hin, die Doktorarbeit wartet vergeblich auf ihre Fortsetzung. Auch ein Therapeut kann ihr nicht helfen, doch er rät ihr das Grab des Bruders zu besuchen, aber so am helllichten Tag, wenn noch andere Menschen dabei sein könnten, das will sie nicht. Also bricht sie nachts in den Friedhof ein. Doch ihr ruhiger Plausch mit dem Bruder wird jäh gestört, denn noch jemand ist auf nächtlicher Mission: Helmut, bereits über 80 und mit Schaufel bewaffnet. So absurd ihr Kennenlernen, so absurd auch der Trip, den das vermeintlich ungleiche Gespann unternimmt, denn bald schon merken sie, dass sie gar nicht so verschieden sind, Trauer und Verlust führen sie immer näher zusammen.

Jasmin Schreiber setzt in ihrem Debütroman gekonnt Erfahrungen als Sterbebegleiterin in eine traurige, aber auch urkomische Geschichte um. Es geht ums Sterben und ums Leben und vor allem ums Leben nach dem Sterben. Paula wie auch Helmut müssen mit dem Verlust eines geliebten Menschen umgehen und bilden so eine unerwartete Schicksalsgemeinschaft, die es ihnen jedoch erlaubt, das Leid und die Trauer zu teilen. Dominiert zu Beginn noch Paulas tiefe Depression, die sie geradezu handlungsunfähig macht, kehrt zunehmend Leben zurück und damit auch wieder Hoffnung.

»Ich glaube … ich würde nur wieder gerne leben, irgendwie. Und das auch genießen.«
»Na, endlich«, seufzte er, »damit kann man doch schon arbeiten.«

Wie kann man den Verlust betrauern und weiterleben, wenn man sich selbst die Schuld gibt? Paula wird von den Vorwürfen, die sie sich macht, innerlich aufgefressen und findet kein Ventil und keinen Menschen, um den Druck, der auf ihr lastet, entweichen zu lassen. Zu dem fremden alten Mann fasst sie Vertrauen und kann sich öffnen, denn Helmut weiß, wie es sich anfühlt, wenn die Welt sich einfach weiterdreht, während man selbst noch auf der Stelle steht und sich nicht bewegen kann, der Verlust von Sohn und Frau hat auch Spuren bei ihm hinterlassen. Aber er hat bereits Wege gefunden, damit umzugehen. Gemeinsam machen sie sich auf die Reise zu Helmuts Elternhaus in den Bergen, denn dort hat er noch etwas zu erledigen, er hat ja die Urne des Nächtens nicht ohne Grund ausgebuddelt.

Viel Situationskomik wechselt sich ab mit liebevolle Erinnerungen an den kleinen Bruder, der neugierig die Welt erforschte und mit der Trauer, die Paula immer wieder übermannt. Der Autorin gelingt dabei die perfekte Mischung, die einem immer wieder schmunzeln lässt, bevor einem die negativen Gefühle selbst übermannen. Perfekt austariert, um zu zeigen, dass es immer ein Morgen gibt und der Blick zurück gut und erlaubt ist, der Weg aber nur in eine einzige Richtung führen kann.«
  19      0        – geschrieben von miss.mesmerized
 
Kommentar vom 4. Mai 2020 um 8:46 Uhr (Schulnote 1):
» 11000 irgendwas, so tief ist Paula in den Abgrund ihrer Trauer gestürzt. Zwei Jahre ist es her, dass ihr kleiner Bruder tödlich verunglückte und nichts mehr so ist, wie es war. Eine extreme Depression beherrscht ihr Leben, sie gibt sich die Schuld und kann an nichts anderes als an ihren Bruder denken. Auf ungewöhnliche Weise lernt sie Helmut, einen über Achtzigjährigen mit einer Mission, kennen. Auch er hat ein trauriges Schicksal, ist brubbelig und direkt. Beide schenken sich nichts, sind direkt bis an die Schmerzgrenze und helfen sich genau dadurch. Jasmin Schreiber hat eine zutiefst emotionale Reise beschrieben, bewahrt mit diesem Roman ihrem Bruder ein liebevolles Gedenken und lässt den Leser teilhaben an einer wunderbaren Geschwisterliebe. Unglaublich, aber auch ein feiner Humor ist spürbar und ein Weg zurück in eine optimistische Einstellung wird sichtbar. Sehr angenehm, dass die Kapitelüberschriften die 11000, symbolisch für die Tiefe des titelgebenden Marianengrabens auf 0 abgebaut werden und so einen schweren Weg verdeutlichen. Eine wunderbare und ergreifende Lektüre.«
  14      0        – geschrieben von SanneL
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