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The Grace Year
Verfasser: Kim Liggett (1)
Verlag: Dressler (94)
VÖ: 20. Februar 2020
Genre: Dystopie (590) und Jugendliteratur (6528)
Seiten: 416
Themen: Gefahr (1009), Gnade (4), Mädchen (2373), Natur (131), Rebellion (457), Verbannung (65), Wildnis (166)
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Gelegentlich weisen wir in unseren Buchbesprechungen auf Romane hin, bei denen in den Klappentexten durch Vergleiche eine unmöglich einzuhaltende Erwartungshaltung aufgebaut wird. Einer dieser Fälle ist das Buch »The Grace Year«, das vor wenigen Wochen im Dressler Verlag auf Deutsch erschienen ist. Das Buch, das sich im Herbst des vergangenenen Jahres zwei Wochen lang in der Young-Adult-Sparte der Bestsellerliste der New York Times platzieren konnte, wird als eine Begegnung der »Tribute von Panem« und des »Reports der Magd« beworben. Gegen die erste Hälfte kann man wenig sagen, schließlich wird mehr oder weniger jede Neuerscheinung des Genres mit der Reihe von Suzanne Collins verglichen. Ein Vergleich mit einer Dystopie, deren Autorin sich damit in die Kategorie von Aldous Huxley und George Orwell hochgeschrieben hat, sollte sich hingegen eigentlich von selbst verbieten - ob so etwas gebührlich ist, kann man erst beurteilen, wenn man in zehn, zwanzig Jahren auf die Bedeutung des Werks zurückblickt. Und was die dadurch aufgebaute Erwartungshaltung angeht, kann das auf diese Weise beworbeen Buch per se nur verlieren. Daher haben wir den Verweis auf Margaret Atwoods großen Roman schnell aus unserem Geist verbannt und versucht, uns »The Grace Year« unvoreingenommen zu nähern.

»The Grace Year« wurde von der amerikanischen Autorin Kim Liggett verfasst. Diese war erst in der Welt der Musik unterwegs, fungierte als Backup-Sängerin einiger namentlich nicht benannter großer Rockbands und wechselte dann die Kunstform hin zum geschriebenen Wort. 2015 feierte sie ihr schriftstellerisches Debüt mit einem Werk namens »Blood ans Salt«, das jedoch (bisher) nicht auf Deutsch übersetzt wurde. Ihr neuer Roman erschien nun mit dem Untertitel »Ihr Widerstand ist die Liebe« im Februar auch hierzulande. Es hat einen Umfang von 416 Seiten und kostet 22 Euro. Für 14,99 Euro kann man es in digitaler Form erwerben. Die Filmrechte an dem Romanstoff wurden an die Universal Studios vergeben, als Regisseurin ist Schauspielerin Elizabeth Banks vorgesehen ... was angesichts deren bisheriger Regiearbeiten leider nichts Gutes verheißt. Aber das sagt selbstverständlich nichts über die Qualität der Romanvorlage aus.

Kim Liggett führt ihre Leser in das fiktive »Garner County«, in dem das Leben von Männern bestimmt wird. Frauen wird hier nachgesagt, sie würden über eine »Magie« verfügen, die ihnen die Macht verleiht, Ehemänner aus ihren heimischen Betten zu locken und Jungen verrückt zu machen. Ausgetrieben wird den Frauen die »Magie«, indem man sie in ihr »Gnadenjahr« schickt: Ein Jahr lang werden sie in die Wildnis verbannt und müssen dort überleben. Wer es schafft, das Ganze zu durchstehen, wird anschließend verheiratet oder muss ins Arbeitshaus. Überleben ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. In diesem Setting begegnet man der jungen Protagonistin Tierney James, welcher eben jenes Gnadenjahr bevorsteht. Und in der Wildnis muss sie erkennen, dass zwischen allen dort drohenden Gefahren eine besonders heraussticht, und diese geht von den Mädchen höchstselbst aus.

Die Ausgangslage hört sich natürlich ziemlich spannend an, zumal ein solches Zukunftsszenario angesichts einer jahrtausendelangen Menschheitsgeschichte, in der pausenlos mit absurdesten Unterstellungen ein Gefälle zwischen den Geschlechtern erschaffen und aufrechterhalten wurde, vollkommen denkbar ist. Und so viel kann man eindeutig sagen: Es ist nicht nur bei der Idee geblieben, auch die Art und Weise, in der die Autorin diese Rahmenbedingungen in Worte gegossen hat, überzeugt auf der ganzen Linie. Die Atmosphäre ist äußerst stimmig und nimmt den Leser schnell in sich auf. Als Glück erweist es sich auch, dass der deutsche Untertitel, der eine Schmonzette in dystopischem Rahmen androht, nicht die Richtung vorgibt: Eine Liebesgeschichte gibt es hier zwar, und für den Hergang der Dinge ist sie auch von großer Bedeutung, zumeist tritt sie jedoch erfreulich in den Hintergrund und gibt der übrigen Storyline genug Raum, sich auf spannende und häufig unvorhersehbare Weise zu entwickeln. Wie es so oft bei dystopischen Romanen der Fall ist, wird auch hier das Rad nicht neu erfunden, jedoch finden sich hier genügend frische Ideen zusammen, um sehr gut zu unterhalten - und dass man hier eine starke weibliche Figur im Mittelpunkt hat, tut ihr Übriges hinzu. Geschrieben ist das alles in einem mitreißenden Stil, der dem Leser nicht durch Durchhaltephasen zwingt, sondern durchweg zufriedenstellt, und so hat man hier ein Buch, das sich trotz des eingangs erwähnten anmaßenden Vergleichs als ein lesenswertes entpuppt, und an dem Freunde des Genres definitiv ihren Spaß haben dürften.
– geschrieben am 25. März 2020 (4.5/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz