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Die Kleider der Frauen
Verfasser: Natasha Lester (2)
Verlag: Aufbau (805)
VÖ: 18. Februar 2020
Genre: Historischer Roman (4734)
Seiten: 512 (Taschenbuch-Version), 479 (Kindle-Version)
Themen: Flucht (1827), Frankreich (718), Modedesigner (25), Mütter (768), New York City (1561), Paris (640), Résistance (20), Vierziger Jahre (239), Zweiter Weltkrieg (528)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Die Kleider der Frauen« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (9)     Blogger (4)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 18. Februar 2021 um 6:54 Uhr (Schulnote 2):
» 1940: Die Deutschen nehmen Paris ein und die Schneiderin Estella flieht auf Drängen ihrer Mutter nach New York. Dort möchte sie ihren Traum verwirklichen Designerin zu werden und sich in der von Männern dominierenden Modewelt einen Namen machen. Kurz vor ihrer Abreise trifft sie auf den Spion Alex, den sie in New York wiedersieht. Und dieser weiß mehr über das Schicksal ihrer Mutter, die ihn Frankreich bleiben musste, als er anfangs preis geben möchte...

Dieser Roman spielt in einer Zeit, wo der zweite Weltkrieg das Leben der Menschen erheblich verändert hat und gerade das Frankreich so wie es die Hauptperson Estella liebt, bald nicht mehr geben wird. Dennoch ist das große Themea in diesem Roman auch die Mode und Estellas Leidenschaft als Designerin, die für ihren Traum kämpft und auch Rückschläge einstecken muss.

Auch wenn der Hauptteil der Geschichte von Estella handelt ist dies ein generationsübergreifender Roman. Es gibt auch immer wieder Zeitsprünge ins Jahr 2015, wo aus der Sicht von Estellas Enkelin Fabienne erzählt wird, die sich schon bald auf den Spuren ihrer Großmutter befindet und so einige Familiengeheimnisse aufzudecken versucht.

Gerade dieses Zusammenspiel von mehreren Generationen, die aus starken und interessanten Frauen besteht und die alle die Leidenschaft für die Mode vereint, hat mir gut gefallen. Auch eine mitreißende Liebesgeschichte bietet dieses Buch. Besonders haben mir aber auch die Szenen zwischen Estella und ihren Freunden gefallen. Wer also gern historische Romane über die Modewelt und mitreißende Geschichten über Liebe und Freundschaft mag, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.«
  14      0        – geschrieben von SummseBee
Kommentar vom 18. Mai 2020 um 0:03 Uhr (Schulnote 3):
» Ein paar Wendungen zu viel

1940 muss die Haute-Couture-Schneiderin Estella vor den Nazis fliehen. Sie kommt nach New York und will sich dort ein neues Leben aufbauen, als Designerin hochwertiger Frauenkleidung. Jahrzehnte später soll ihre Enkelin das Label „Stella Design“ übernehmen.

Das Buch entführt den Leser recht schnell in das besetzte Paris von 1940, die Gefahr für Estella wird recht schnell deutlich. Mehrere Handlungsstränge kommen im Verlauf der Erzählung hinzu, überraschende Wendungen eröffnen neue Aspekte in der Geschichte. Manches davon wurde mir dann allerdings zu unrealistisch, es waren mir eindeutig ein paar Wendungen zu viel. Die Figuren geraten dabei manchmal zu oberflächlich. Das hat meinen Lesespaß etwas gedämpft.

Deshalb kann ich diesem Buch leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.«
  10      1        – geschrieben von Gisel
Kommentar vom 30. April 2020 um 2:05 Uhr (Schulnote 3):
» Die Kleider der Frauen, Historischer Roman von Natasha Lester, 512 Seiten, erschienen bei Aufbau Taschenbuch
Der große Traum der jungen Mode-Designerin Estella in den 40iger Jahren, von einem eigenen Mode-Label, führt bis in die Gegenwart zu ihrer Enkelin Fabienne.
Paris 1940 die junge Haute-Couture-Schneiderin Estella wird durch ihre Mutter in die Verwicklungen der Resistance hineingezogen. Ihr bleibt nur noch die Flucht nach New York. Dort beginnt sie sich als Designerin einen Namen zu machen. Hier begegnet sie Alex, der mehr über sie und ihre Mutter zu wissen scheint. New York 2015 ihre Enkelin Fabienne will mehr über die Ungereimtheiten im Leben ihrer Großmutter herausfinden.
Das Buch beinhaltet 12 Teile, die in 38 Kapitel aufgegliedert sind. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen und teilt sich in zwei Erzählstränge. Zum einen in den 40iger Jahren, die Geschichte Estallas und zum anderen die Erlebnisse ihrer Enkelin Fabienne im Jahr 2015. Jeder der beiden Frauen ist abwechselnd, ein Teil gewidmet, die Kapitel sind mit Ort und Datum überschrieben, die Zeitebenen und auch das Setting sind somit ganz klar erkennbar. Natasha Lester erzählt spannend, bildhaft und in auktorialer Erzählweise. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen.
Einfühlsam erzählt die Autorin wie sich Estella in der schillernden Welt der Mode einen Namen gemacht hat und wie die alte Dame ihrer Enkelin die Zukunft der Firma ans Herz legt. Nebenbei entwickelt sich eine Liebesgeschichte voller Verwicklungen, Dramatik und Romantik. Der Estella-Faden und die Geschehnisse in der Vergangenheit waren interessanter und auch ausführlicher beschrieben doch für meinen Geschmack stellenweise zu dick aufgetragen um noch nachvollziehbar zu sein. Der Fabienne-Faden ist auf einer eher emotionalen Ebene und weniger ereignisreich. Am besten gefallen hat mir die Beschreibung der Stoffe, der Kleider und die schillernde Welt der Haute Couture. Die Kleider sind so gut beschrieben, dass ich sie mir gut vorstellen konnte.
Durch den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, hat es die Autorin geschafft Spannung zu erzeugen, um die Ereignisse, die in den Jahren dazwischen geschehen sind, zu erkunden.
Die Personen handelten m. M nach nicht immer nachvollziehbar, die Trennung Estellas von Alex und die Gründe dafür fand ich hanebüchen, auch zur damaligen Zeit einfach nicht glaubhaft. Die gesamten Verwandtschaftlichen Verhältnisse, vor allem die Verbindung Evelyn Nesbitt und Harry Thaws musste ich noch einmal lesen, das habe ich auf Anhieb nicht durchschauen können. Interessanterweise erfährt der Leser im Nachwort, dass einem Teil des Romans tatsächliche Fakten zugrunde liegen.
Lieblingspersonen hatte ich mehrere z.B. Alex, Janie, Sam, Will und auch seine Schwester. Dagegen fand ich Estellas Mutter und natürlich Harry Thaws unmöglich. Fabienne blieb im Roman dagegen eher blass, diese Figur wäre es wert gewesen, sie besser auszubauen.
Insgesamt finde ich das Buch unterhaltsam, jedoch an einigen Stellen etwas zu langatmig und unglaubhaft. Meine Leseempfehlung gilt denjenigen Leserinnen die sich gerne in die schillernde Welt der Mode entführen lassen und dabei eine romantische Liebesgeschichte erleben wollen. Von mir dafür Note 3«
  15      0        – geschrieben von Ele95
Kommentar vom 25. März 2020 um 21:47 Uhr:
» Paris 1940

Estellas Leben als kleine französische Schneiderin der Haute Coture ändert sich schlagartig, als sie einem guten Freund der Familie hilft dringende, wichtige Dokumente für den Kampf gegen die Nazis an den geheimnisvollen Alex weiterzugeben. Nicht nur diese Begegnung mit Alex verändert ihr Leben. Er ist es auch, der ihr nahelegt sofort das Land zu verlassen, da nach dieser Aktion ihr Leben in Gefahr ist. Aber es kommt noch schlimmer. Ihre Mutter drückt ihr Papiere in die Hand und schickt sie nach Amerika mit den Worten, du kannst dorthin, du bist Amerikanerin und lebe deinen Traum, werde eine berühmte Designerin.

Mai 2015

Fabienne trifft in New York bei einer Ausstellung über "Die Schneiderin von Paris" ihre Großmutter Estelle. Diese möchte ihr Unternehmen "Stella Design" gerne in die Hände ihrer Enkelin legen. Auch sie hat früher einmal Kleidung für Frauen entworfen. Jetzt ist sie sich nicht mehr sicher, ob sie gut genug wäre um in die Fußstapfen ihrer Großmutter - der Schneiderin von Paris - zu treten.

Die Situation verändert sich relativ schnell, als Estelle erkrankt. Eigentlich wollte sie ihrer Enkelin noch einige Familiengeheimnisse enthüllen. Fabienne hatte sich über die Geburtsurkunde ihres Vaters gewundert, auf der statt des Namens ihrer Oma und ihres Opas völlig fremde Namen als Eltern standen. Es dauert lange, bis es ihr gelingt alle Geheimnisse ihrer Großmutter zu entschlüsseln.

Das Schöne ist, wir dürfen beim Lesen an der Auflösung der Geheimnisse teilhaben. So erfahren wir viel mehr über das Leben und die Entwicklung von Estelle damals in Paris, als auch später dann in New York. Aber auch das Leben von Fabienne und ihre Spurensuche in Australien und Amerika liest sich wirklich interessant.

Je mehr ich von Estelle erfahren habe, umso mehr hat mich ihr Schicksal berührt. Ganz besonders interessant fand ich dann im Nachwort, dass ein Teil der Geschichte wirklich passiert ist, dass es einige Personen die in ihrem Buch Erwähnung fanden und einen Teil der Hintergrundhandlung ausmachten gegeben hat.

Gut gefallen hat mir auch der Perspektivwechsel bei den beiden Protagonistinnen und wie es der Autorin gelungen ist, beide Handlungsstränge dann geschickt zusammen zu führen.

In diesem Buch geht es nicht nur um Liebe, sondern auch um Familiengeheimnisse, um Spionage und Mode. Diese Mischung liest sich wirklich gut. Der Autorin ist es gelungen eine Spannung zu erzeugen, bei der man gar nicht mehr aufhören will in dem Buch zu lesen.

Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.«
  10      0        – geschrieben von Xanaka
Kommentar vom 24. März 2020 um 14:00 Uhr (Schulnote 1):
» Handlung:
Paris 1940
Nach einem langen Arbeitstag und einer angenehmen Zeit mit Freunden will die junge Haute-Couture-Schneiderin Estella eigentlich nur in ihr Bett. Doch durch eine zufällige Begegnung wird sie in eine Mission der Résistance verwickelt. Dabei lernt sie den mysteriösen Alex kennen, der ihr rät, das Land zu verlassen. Auch Estellas Mutter unterstützt diesen Ratschlag und hilft ihrer Tochter bei der Flucht nach New York. Dort soll Estella ihren großen Traum verwirklichen: ihre fantasievollen, ausdrucksstarken und bezaubernden Skizzen und Ideen verwirklichen und sich in der Modewelt einen Namen machen.
So einfach ist der Weg nicht, doch Estella hat Freunde an ihrer Seite, die sie vollkommen unterstützen. Doch auch in New York warten allerhand Geheimnisse auf die junge Frau. Sie trifft Alex aus Paris wieder, ihre Mutter hatte mehr Heimlichkeiten vor ihr als gedacht und plötzlich steht Estella einer ganz besonderen jungen Frau gegenüber...

Meinung:
Das Cover ist wunderbar altmodisch, mit leicht verblassten Farben und auch die Damen passen modisch perfekt in die Zeit kurz vor / zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Fast könnte man meinen, man betrachte eine Filmszene, für das sich die Handlung des Buches sehr gut eignen würde. Die Szenerie stellt Paris dar, eindeutig erkennbar anhand des Eiffelturms. Im Vordergrund laufen zwei Frauen, die sich eindeutig vertraut sind und scheinbar ein freundschaftliches Verhältnis miteinander pflegen. Die Farben ihrer Kleidung finden sich auch im Hintergrund wieder, sei es in der Schriftfarbe oder in der Farbe des Himmels. Insgesamt ein mehr als stimmiges Bild, welches einen ganz besonderen Charme hat und durch seine nostalgische Art definitiv auffällt.

Erstmals gesehen habe ich das Buch in der Verlagsvorschau. Und da ist es direkt auf meine Wunschliste gewandert. Die Geschichte klang für mich direkt interessant und mein Lesegeschmack wird mit dem Inhalt genau getroffen. Zudem war ich daran sehr interessiert, mehr über die Résistance zu erfahren und wie Estella das Kriegsgeschehen wahrnimmt und ob sie es schafft, ihren großen Traum in New York zu erfüllen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei dem Aufbau Verlag ganz herzlich für das Zusenden des Rezensionsexemplars bedanken. Das Lesen des Buches war nicht nur spannend, sondern hat auf eine angenehme Art auch viele Emotionen mit ins Spiel gebracht.

Ich hatte schon mit einer aufregenden und handlungsreichen Geschichte gerechnet, doch so viele Handlungsstränge und Details hatte ich nicht erwartet. Ich hatte den Roman leichter eingeschätzt und war von der Komplexität sehr angetan. Die Geschichte lässt sich nicht so nebenbei lesen und ist auch nicht dafür gemacht, das Buch lange liegen zu lassen und erst nach einigen Tagen wieder in die Hand zu nehmen. Dafür gibt es viel zu viele kleine Details, die nicht nur beständig die Spannung erhöhen, sondern die man auch leicht vergessen könnte. Immer wieder tauchen neue überraschende Wendungen auf, die sowohl positiver, als auch negativer Natur sind. Vielleicht habe ich auch dadurch eine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen können und habe die Handlung mit so viel Interesse verfolgt. Dazu ist es der Autorin gelungen, dass man aufgrund der vielen Erzählstränge nie durcheinander kommt und immer sofort klar ist, auf was es gerade eine Anspielung gibt oder was / wer damit gemeint ist.

Schon nach wenigen Seiten war ich von der Schreibweise verzaubert. Es gibt immer wieder Sätze, die fast schon poetisch anmuten, unglaublich viel Wahrheit in sich tragen und die Handlung auf eine ganz besondere Art wiedergeben. Ich bin fix mit dem Lesen vorangekommen, wollte das Buch nur selten aus der Hand legen und war einerseits fasziniert von den Ereignissen, andererseits auch schockiert von manchen Charakteren und was sie durchmachen mussten.
Immer wieder wurden historische Details eingebunden. Diese gab es nicht zu häufig, aber auch nicht zu selten und wurden anschaulich vermittelt. Als Leser wurde man damit nicht überfordert und konnte sie genau in die Handlung einordnen, aber auch geschichtlich verordnen. Und wie ich schon erwähnt hatte, hat mich vor allem der Fakt der Résistance interessiert. Darüber habe ich bisher nur spartanisch gehört oder gelesen und war froh, mich in diesem Aspekt weiterzubilden. Vor allem dazu gibt es zahlreiche Informationen und ich konnte einiges neues lernen. Ich habe größten Respekt vor den Leuten, die dieser Gruppierung angehört haben und nach dem Lesen auch im Internet noch einiges nachgelesen und mich dazu weiter informiert.

Ein besonderes Highlight war für mich stets die Stimmung. Ich konnte unglaublich gut mit den Charakteren mitfühlen, habe mich sowohl mitgefreut, als auch mit ihnen geheult. Und das ist mir bei einem Buch schon längere Zeit nicht mehr passiert. Hier haben mich die Ereignisse einfach so mitgenommen und ich habe mich gefühlt, als wären die Protagonisten nicht nur Buchcharaktere, sondern lebendige Menschen, mit denen ich irgendwann mal die Bekanntschaft gemacht habe.

Verteilt wurde die Handlung auf zwei Zeitebenen. Einmal taucht man mit Estella in das Paris, aber auch New York der 1940er Jahre ein, eine Zeit, in der das Weltgeschehen, die Politik, aber auch Kleinigkeiten wie die Mode im Wandel sind. Hier gibt es sehr tiefgehende Beschreibungen der politischen Situation, aber auch einige, sehr emotionale Stellen, in denen Details aus Estellas Privatleben beschrieben werden.
Zum anderen lernt man Fabienne kennen, die Enkelin von Estella. Dieser Zeitstrang spielt 2015 und berichtet von dem Weitergang von Stella Designs, sowie kommt die junge Frau manchen Geheimnissen auf die Spur. Hier kommt auch eine Liebesgeschichte ins Spiel, die mir etwas zu konstruiert und gewollt ist und auf die ich gut hätte verzichten können.
Deshalb muss ich sagen, dass mir die Handlung in der Vergangenheit, zur Zeit des Zweiten Weltkrieges aufgrund der abwechslungsreicheren und spontaner wirkenden, aber auch authentischeren Handlung besser gefallen hat. Die Handlung war eindringlicher und zudem fand ich Estella und ihre Freunde deutlich sympathischer und aufregender als Fabienne.

Im Buch werden zwei Städte genutzt, in denen die gesamte Handlung stattfindet. Die Handlung beginnt in Paris, kurz vor der Einnahme der Stadt von den Deutschen. Einerseits kommt der Charme des Ortes durch, an vielen Stellen kann man das Lebensgefühl der Franzosen spüren und ich konnte mir einige Orte vorstellen. Dabei schienen die Ereignisse in meiner Vorstellung stets einen Filter zu haben, der die Welt etwas grauer erscheinen lassen hat. Das ist wahrscheinlich durch den Krieg und das Wissen geschehen, wie sich die Lage in Europa und der Welt noch verändern wird. Häufig hatte ich ein paar Probleme, mir die Gebäude vorzustellen. Sie wurden zwar mit vielen Details und Besonderheiten beschrieben, doch meine Fantasie konnte damit nicht so recht etwas anfangen, zudem war ich nie sehr an der Architektur und den Verschönerungsarten von Häusern interessiert.
Der größere Teil der Handlung spielt dann in New York, einer aufregenden und lebendigen Stadt. Genau so habe ich sie auch wahrgenommen, die Handlung wirkte deutlich farbenfroher und dynamischer. Hier konnte ich mir viele Gebäude besser vorstellen und habe die beschriebenen Orte auch deutlicher vor Augen gehabt. Gerade die Straßen mit den großen Geschäften, aber auch den Modeateliers haben sehr genaue Bilder entstehen lassen. Hier wurde der Charme der Stadt aber nicht so deutlich, oft wirkte alles etwas anonymer und nicht so gesellig wie in Paris.
Insgesamt haben beide Settings Vor- aber auch Nachteile, gleichen sich aber gut aus. Was ich bei der einen Stadt kritisiert habe, hat mir bei der anderen gut gefallen und keinen Anlass zum meckern gegeben.

Es gibt einige Protagonisten, die ich immer sehr gut auseinanderhalten konnte und die man während der Lektüre auch nicht vergessen kann. Sie haben ausgewählte Charaktere, es gibt welche, die keiner Fliege etwas zuleide tun können und es gibt auch das genaue Gegenteil dessen. Auf diese fiese und furchtbare Person, der man niemals persönlich begegnen möchte, will ich nicht zu viel verraten. Sie ist aber auf jeden Fall ein sehr gelungener Antagonist und zieht negative Meinungen und Eindrücke vonseiten des Lesers nur so an.
Ansonsten sind die Charaktere meist mit einem heiteren Gemüt ausgestattet. Viele empfand ich recht sympathisch und einige würde ich nur zu gerne persönlich kennenlernen. Mir hat es besonders gefallen, dass man einige Protagonisten nicht sofort einschätzen konnte und sie einem ihr Leben nicht direkt auf den Präsentierteller dargeboten haben. Man hat erst nach und nach etwas zu ihrem Charakter und über die bisherigen Lebensumstände erfahren. So bleibt allein bei der Entdeckung der Figuren immer ein Funken Spannung erhalten und man will natürlich wissen, wie deren Entwicklung ist, den eine Entwicklung ist bei allen Charakteren zu sehen. Ein jeder wird reifer und findet mehr zu sich selbst, erkennt Fehler und neue Wege. Dabei öffnen sich viele, lassen eine Maskerade fallen und zeigen ihr wahres Ich, welches mich genauso überzeugen konnte wie ihr erster Auftritt.
Estella steht eindeutig im Vordergrund, als Leser begleitet man sie auf ihren Lebenswegen und kann mit ihr ihre Wünsche verfolgen. Sie war mir direkt sympathisch, Estella ist mutig, fröhlich und aufgeweckt. Ihr Charakter ist mitreißend und lebensbejahend, was erfrischend ist und dazu beiträgt, dass man sie einfach mögen muss. Ich finde auch ihre offene Art sehr angenehm, Estella sagt einfach ihre Meinung und macht sich nicht zu viele Gedanken, bevor sie spricht. So entstehen interessante, lustige aber auch manchmal peinliche Situationen, die authentisch wirken. Insgesamt ist Estella ein sehr lebendiger Charakter, der mir sehr gut gefallen hat. Ich hätte sie gerne noch besser kennengelernt auf der zweiten Zeitebene, wo sie eine ältere Dame ist und viel Lebenserfahrung gesammelt hat. Hier stand Fabienne mehr im Vordergrund, die für mich nicht so ein spannender Charakter ist wie Estella.
Mein liebster Charakter war Alex. Ich fand ihn direkt faszinierend, er hat einen liebenswerten Charakter und ich mochte es sehr, dass er lange Zeit sehr mysteriös und geheimnisvoll aufgetreten ist. Dabei verliert er nie seine Manieren und ist im Grunde ein vollendeter Gentlemen. Seine Entwicklung war auch am stärksten, Alex hat sich unglaublich verändert und man konnte beim ihm stets neue Seiten seines Charakters kennenlernen.

Fazit:
Ich bin unglaublich begeistert von dem Buch, es hat mich vollkommen überzeugen können und ich wollte es gar nicht aus der Hand legen. Einfach alles hat gestimmt und ein besonderes Highlight waren die Stimmungen und Emotionen der Protagonisten, die einfach fantastisch und authentisch beschrieben wurden und mich während des Lesens mitgenommen haben. Ich habe nach langer Zeit mal wieder bei einem Buch geheult, was nicht häufig vorkommt.
Doch auch die Schreibweise oder die Darstellung der Charaktere war hervorragend, an vielen Stellen hatte ich das Gefühl, nicht nur eine fiktive Geschichte zu lesen die mit tatsächlichen Geschehnissen gespickt ist. Nein, ganz oft fühlte es sich an wie eine Geschichte von Freunden, die genau so tatsächlich stattgefunden hat. Und das fand ich ganz wunderbar!«
  24      0        – geschrieben von MarySophie
 
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