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Wir grüßen unseren neuesten User »Götz Häusler«!
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Die Diva
Verfasser: Michelle Marly (3)
Verlag: Aufbau (668)
VÖ: 18. Februar 2020
Genre: Biografie (1381) und Historischer Roman (4047)
Seiten: 420
Themen: Oper (36), Sänger (351)
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Wir haben uns intern umgehört, und wenn wir ganz aufrichtig sind, dann sind die meisten Mitglieder unseres Teams jenseits der Bücherblase solche Kulturbanausen, dass sie über Maria Callas eigentlich nicht viel mehr wissen, als dass sie ziemlich gut singen konnte. Tatsächlich hatten es die meisten von uns bisher noch nicht einmal geschafft, sich einen Moment Zeit zu nehmen, um wenigstens mal mit Hilfe eines Youtube-Videos reinzuhören, wie die gute Dame denn eigentlich klang. Zum Glück gibt es den Aufbau Taschenbuch Verlag, der es sich seit einer Weile zur Aufgabe gemacht hat, die Bildungslücken zu stopfen, die Ignoranten wie wir im Laufe der Jahre in Bezug auf mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe aufgeschichtet haben.

Die zugehörige Buchreihe nahm im Frühjahr des Jahres 2015 ihren Anfang, als Anne Girard einen Roman über Pablo Picassos Muse Eva Gouel verfasst hatte. Seitdem haben sich verschiedene Autorinnen zahlreichen weiteren historisch bedeutsamen Frauen gewidmet. Zwei der Bücher waren von Michelle Marly alias Micaela Jary geschrieben worden: Im Februar veröffentlichte der Verlag ein Buch von ihr, in dem sie sich Coco Chanel widmete, im vergangenen Frühjahr kam dann ein Roman über das Leben von Édith Piaf hinzu ... durch die wir spätestens dank einer Ausgabe der Rocket-Beans-Show »Du bist« seit drei Tagen wenigstens wissen, dass wir nicht die einzigen Banausen unserer Generation sind, die Sängerinnen dieser Zeit nicht im angemessenen Maße kennen.

Vor wenigen Wochen ist nun Michelle Marlys dritter Beitrag zu der erfolgreichen Buchreihe hinzugekommen, und dieser stellt eben die eingangs erwähnte Maria Callas in den Mittelpunkt. Das Buch startete kurz nach seiner Veröffentlichkeit in der Paperback-Bestsellerliste des Spiegels durch, und bei unserer hauseigenen Besucher-Abstimmung zum Buch des Monats Februar gelangte es bis auf den fünften Rang. Das 420 Seiten starke Werk hat einen Preis von 12,99 Euro, für die E-Book-Ausgabe fallen drei Euro weniger an. Eine ungekürzte Hörbuchversion mit einer Spielzeit von 10:42 Stunden wurde von Schauspielerin Nora Jokhosha eingelesen, die unter anderem schon wiederholt als Synchronsprecherin von Felicity Jones im Einsatz war, so dass man ihre Stimme womöglich daher kennen könnte.

Schon als Jugendliche stand Maria Callas singend auf Bühnen. Im September 1957 hatte die inzwischen schon 43 Jahre alte Diva also schon viele Jahr Arbeit in den Knochen und galt als größte Sängerin ihrer Zeit. Für den Menschen hinter der Stimme blieb jedoch oft nur wenig Raum, so dass sie zu diesem Zeitpunkt unter den Belastungen zusammenzubrechen drohte. Die Stimme quittierte langsam ihren Dienst, und sie sehnte sich nach einer Auszeit. Ihr Ehemann und Manager wollte ihr diese jedoch genausowenig gewähren wie die Betreiber der großen Bühnen der Welt, und so musste es immer weitergehen. Dann aber begegnet die große Sängerin dem schwerreichen griechischen Reeder Aristoteles Onassis, und die beiden verliebten sich ineinenander. Inmitten des Jetsets der sechziger Jahre erlebte die Callas fortan die Liebe ihres Lebens ... bis Onassis wiederum auf Jackie Kennedy traf.

»Die Diva« erweist sich als ein sehr gut ausgearbeiteter und offenkundig exzellent recherchierter Roman mit einem kleinen Manko, für das die Autorin allerdings selbst nur sehr wenig kann. Doch zunächst zum Positiven: Die Autorin hat hier ein hervorragendes Bild einer Person geschaffen, die anders als viele steril professionell arbeitende Stars tatsächlich deutlich sichtbarere Facetten hatte, die emotional chaotisch war, zerbrechlich und verletzlich ohne komplett zu zerbrechen. Die Autorin hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Leserschaft tief in die Seele der Frau hineinblicken zu lassen. Um sie herum wurde ein sehr gutes Bild jener Zeit inklusiver aller gesellschaftlicher, kultureller und politischer Umstände gezeichnet. Das alles wurde sprachlich gekonnt inszeniert, und das zeitliche Wechselspiel, das hier anstelle einer einfachen chronologischen Aufarbeitung verwendet wurde, verleiht dem Ganzen einen interessanten Drive.

Womit wir bei dem Manko wären: Das Leben von Maria Callas ist schlicht und ergreifend nicht so spektakulär spannend gewesen, dass es eine Story hergegeben hätte, die ähnlich mitreißend hätte werden können wie ein historischer Roman, bei dem der jeweilige Autor vollkommene inhaltliche Freiheit gehabt hätte. Wenn das Leben einer Prominenten von einer nicht unbedeutenden Note romantischen Schmalzes gekennzeichnet war, dann enthält auch ein biografischer Roman zwangsläufig selbige Note. Und da die Callas nun mal »nur« eine Sängerin war - das meinen wir gar nicht despektierlich -, war ihr Leben nun mal kein solcher Tanz auf dem Drahtseil, wie ihn Frauen durchmachten, die ständig Kopf und Kragen riskierten. Das ist schlussendlich auch gar nicht schlimm, immerhin kommen ganze Buchgenres ohne ein mitreißendes Spannungsmoment aus. Allerdings fehlt für Leser, die sich bis dahin ansonsten nie sonderlich mit Maria Callas beschäftigt haben, das Tüpfelchen auf dem i und der entscheidende Funke, der aus einem guten Buch ein exzellentes gemacht hätte. Was bleibt, ist ein informatives und gut geschriebenes Werk über eine Frau, die zu kennen Teil des Allgemeinwissens sein sollte. Und vielleicht wird ja am Ende der ein oder andere Banause mal dazu animiert, sich mal ein paar Klangbeispiele anzuhören.
– geschrieben am 20. März 2020 (4/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz