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Ingas Irrwege
Verfasser: Janina Hoffmann (4)
Verlag: Eigenverlag (17244)
VÖ: 1. Februar 2020
Genre: Horror (1333) und Mystery-Roman (359)
Seiten: 228
Themen: Freiheit (490), Gefangenschaft (482), Lügen (1024)
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Ihre Freiheit ist für Inga Klein nach Jahren der Gefangenschaft in einem mysteriösen Haus das Wichtigste. Für ein bequemes, unabhängiges Leben wählt sie bevorzugt den Weg des geringsten Widerstands und belügt ihr Umfeld. Nichts und niemand kann die temperamentvolle Inga aufhalten, wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat. Dabei erweisen sich ihre unüberlegten Handlungen im Nachhinein leider allzu oft als falsch. Inga geht dennoch entschlossen ihren Weg - und hinterlässt dabei blutige Spuren. Nach „Ingas Verbrechen“ und „Ingas Spiel“ der letzte Teil der Trilogie.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Janina Hoffmann für die Einsendung dieser Leseprobe!
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1. Brittas Ende


Ich habe immer gewusst, dass ich meine Schwester eines Tages töten werde. Jetzt lebt Britta tatsächlich nicht mehr. Und obwohl nicht ich sie umbrachte, war ich es, die den Auftrag dazu erteilte. Anstiftung zum Mord. Wie lange werde ich dafür ins Gefängnis gehen, wenn ich gefasst werde? Oder sollte ich lieber sagen: falls ich gefasst werde?
     Man muss clever sein, wenn man einen Mord plant. So clever wie meine Freunde und ich. Nach der Tat verwischten wir sorgsam alle Spuren. Ich bin mir sicher, dass wir nicht einen Fingerabdruck von uns in dem Gartenhaus zurückließen, in dem Britta und Thomas Curry aus dem Leben scheiden mussten. Das Auto meiner Schwester und den Wagen des angeblichen Architekten fuhren meine Freunde anschließend in einen naheliegenden Waldweg.
     „Keine Sorge“, sagte mein dicker glatzköpfiger Freund Poker lässig, als er schwerfällig zu Thomas Currys Geländewagen ging, um ihn zum Waldweg zu fahren. „Wir haben ein paar Bekannte, die genau solche teuren Schlitten suchen, um sie zu verkaufen. Die rufe ich an, sobald wir von hier weg sind. Kein Mensch interessiert sich dafür, woher die Autos kommen. Für uns springt dabei auch noch ein bisschen was raus. Die Wagen verschwinden noch heute Nacht.“
     Thomas Curry war auf meine Einladung hin an diesem verschneiten Dezemberabend allein zu der einsamen Schrebergartensiedlung gefahren. Dort erwartete ich ihn schon in der Gartenlaube. Meine Freunde hielten sich draußen in der Dunkelheit ein Stück weit entfernt in dem Auto versteckt, in dem sie mich mitgenommen hatten. Gegenüber Thomas Curry hatte ich behauptet, dass ich mit einem Mietwagen kommen würde.
     „Wieso parkst du denn ganz da hinten?“, fragte mich Thomas Curry verwundert, nachdem er die Hütte betreten hatte, die schon mit zahlreichen Kerzen dekoriert war. Schließlich hatte ich den aufdringlichen Kerl ja zu einem angeblichen romantischen Rendezvous eingeladen, als er wieder einmal vor dem Büro der Anwaltskanzlei Hamilton & Lace herumgelungert hatte, um mich abzufangen.
     Damit wir dich besser töten können, hätte ich am liebsten geantwortet. Doch stattdessen murmelte ich nur etwas von schlechter Ortskenntnis und dass ich die Gartenlaube zunächst verwechselt hätte. Dabei war sie mit ihrem leuchtenden lila Anstrich selbst in der Dunkelheit kaum zu verfehlen.
     „Ja, du hast dir einen ausgefallenen Ort für uns beide ausgesucht“, stimmte Thomas Curry selbstsicher lächelnd zu. „Ich hätte die Siedlung fast nicht gefunden. Aber jetzt bin ich ja hier. Bei dir.“
     Er ahnte nicht, dass sich meine Freunde bereits auf dem Weg zur Gartenlaube befanden und nur auf ihren Einsatz warteten. Das scharfe Fleischmesser lag schon griffbereit unter der Decke des schäbigen Doppelbetts versteckt, das meine Freunde und ich vom Sperrmüll geholt hatten, um Britta und Thomas Curry zu täuschen. Ich hatte meine weiße Steppjacke ausgezogen und auf das Sofa gelegt, damit sie nicht mit Blut besudelt werden würde, obwohl es in der Gartenlaube eisig kalt war. Thomas Curry verstand das als Aufforderung. Er kam sich sehr schlau und unwiderstehlich vor. In Wahrheit war er der Dumme. Es war mir die ganze Zeit über gelungen, meine Gedanken vor ihm zu verbergen, und so wusste er nicht, dass Adrian Adam, dem er so verblüffend ähnlich sah, mein Ein und Alles gewesen war. Stattdessen glaubte Thomas Curry, ich sei in ihn verliebt, der Narr. Ich hatte damals, in dem Sommer als ich fünfzehn wurde, nur einen kurzen Moment an die Geschichte von Adrians Tod geglaubt. Seit meiner Zeit in dem schwarzen Haus war ich überzeugt, dass Adrian Adam ähnlich Schlimmes widerfahren sein musste, dass er irgendwo gefangen gehalten wurde. Und jetzt war ich seinem Entführer begegnet: Thomas Curry. Daran hatte ich nicht den geringsten Zweifel. Und ich musste freundlich Thomas Currys widerliche Annäherungsversuche ertragen, die Teil von Brittas Spiel waren. Meine Schwester würde noch in dieser Nacht erfahren, dass es mein Spiel war und sie auf der ganzen Linie verloren hatte.
     „Wo ist Adrian Adam?“, fragte ich Thomas Curry ernst und ohne Umschweife. Dabei entzog ich mich seiner Hand, die er gerade vertraut auf meine Schulter legen wollte.
     „Ach, ihr tragt nicht nur denselben Nachnamen, sondern kennt euch auch noch?“ Thomas Curry schien aufrichtig verwundert. Er hatte also weder Brittas noch meine Gedanken gelesen, aus denen er erfahren hätte, dass mein richtiger Name Inga Klein war und es sich bei Britta nicht um meine Patentante, sondern um meine Schwester handelte. „Aber du musst doch noch ein ganz kleines Kind gewesen sein, als Adrian Adam verschwand.“ Thomas Curry ahnte ebenfalls nicht, dass ich nicht etwa, wie Britta behauptet hatte, zwanzig Jahre alt, sondern schon vierunddreißig war. „Also damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Dann ist dir ja sicher bekannt, dass Adrian Adam fast genauso aussieht wie ich. Oder ich wie er, je nachdem.“ Thomas Curry lächelte über seine Feststellung. „Irgendetwas an dir hat mich von Anfang an fasziniert. Es gab eine Anziehung, die ich mir nicht erklären konnte. Aber jetzt weiß ich, was es ist: Es ist deine Liebe für meinen Doppelgänger. In welchem Verhältnis steht ihr zueinander? Seine Tochter kannst du nicht sein, denn die beiden Kinder aus der Ehe mit Lucille kenne ich. Seine Nichte vielleicht? Um es gleich klarzustellen: Einen Onkel möchte ich für dich nicht spielen. Ich möchte etwas anderes spielen. Etwas ganz anderes.“
     Thomas Currys Worte machten mich rasend. „Wo Adrian ist, will ich wissen!“ Der Tonfall meiner Stimme war jetzt unverhohlen aggressiv.
     „Aber Inga“, versuchte mich Thomas Curry zu beruhigen, als wäre ich ein störrisches Kind, „rege dich doch bitte nicht so auf. Das hat sowieso keinen Sinn. Adrian Adam wird nicht zurückkommen. Vielleicht musste er bestraft werden, weil er seiner Frau gegenüber so illoyal war, wer weiß? Mit mir hast du einen mehr als adäquaten Ersatz. Das werde ich dir heute Abend noch beweisen.“ Suchend sah sich Thomas Curry in der Hütte um und wies auf die Tür in der Rückwand des Raums. „Gibt es hier eine Toilette? Die Fahrt hierher war doch recht lang, und ich pflege den ganzen Tag über viel Wasser zu trinken. Das hält die Körperzellen jung und verleiht mir ein strahlendes Aussehen.“
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