Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
43.030 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »marisa 8«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
HÖRBUCH
 
American Dirt
Verfasser: Jeanine Cummins (1)
Verlag: Rowohlt (1504)
VÖ: 24. Januar 2020
Genre: Gegenwartsliteratur (2795)
Seiten: 448
Themen: Blutbad (46), Buchhändler (31), Flucht (1591), Kartelle (42), Mexiko (107), Mord (5270), Söhne (232), USA (526)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
1,50 (90%)
auf Basis von einem Blogger
1
0%
2
100%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »American Dirt« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (0)     Leserkanonen-Einblick     Tags (6)     Bild
KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
In den vergangenen beiden Wochen thronte Jeanine Cummins mit ihrem Roman »American Dirt« an der Spitze der Bestsellerliste der New York Times. Dies war die Folge einer Menge an Vorschusslorbeeren, welche unter anderem Lobpreisungen einiger der prominentesten Autoren der Welt, vorab verkaufte Filmrechte und eine Empfehlung im Book Club von Oprah Winfrey beinhalteten. Inzwischen hat sich das Lob in eine gesellschaftliche Debatte verwandelt, in der kritische Stimmen ebenso laut tönen wie die der Befürworter des Werks. Dies ist - auch in Folge verschiedener Patzer während der Vermarktung - unter anderem dem Vorwurf geschuldet, eine weiße Autorin würde darin mexikanische Flüchtlinge und deren Leid missbrauchen. Selbst die große Oprah Winfrey ist inzwischen für ihren Beitrag ins Schwimmen geraten. An dieser Stelle wollen wir nicht die öffentliche Diskussion analysieren, möchten aber zumindest auf diesen lesenwerten Artikel von Zeit Online hinweisen, in dem vieles davon sehr gut zusammengefasst wurde.

Wenn ein Buch schon so heftig diskutiert wird, wollten wir es uns natürlich auch nicht entgehen lassen, einmal selbst einen Blick hinein zu werfen. Wir hatten uns die englischsprachige Ausgabe besorgt, erfreulicherweise gibt es dank des Rowohlt Verlags allerdings schon jetzt die Möglichkeit, es auf Deutsch zu lesen. Zwar wird die Taschenbuch-Ausgabe erst Mitte April erscheinen, als E-Book ist »American Dirt« allerdings schon jetzt erhältlich. Ob der frühe Starttermin der großen öffentlichen Aufmerksamkeit zu verdanken ist, lässt sich für uns nicht rekonstruieren, dennoch ist es erfreulich, dass man auf diese Weise so zeitnah nachlesen kann, was die Buchwelt gerade so intensiv bewegt. Das E-Book hat einen Preis von 4,99 Euro, die 448 Seiten starke Taschenbuch-Ausgabe wird zwölf Euro kosten. Dann wird es auch ein Hörbuch geben, das von Synchronsprecherin und Schauspielerin Vera Teltz eingelesen wird.

»American Dirt« erzählt die Geschichte einer Frau namens Lydia, die einen Buchladen besitzt und ein glückliches Familienleben führt. Ein Drogenkartell richtet ein Blutbad an, dem ihre gesamte Familie zum Opfer fällt, und nur sie und ihr achtjähriger Sohn Luca überstehen das Massaker lebendig. Um der Situation zu entkommen, entschließt sich Lydia, mit ihrem Sohn gen amerikanisch-mexikanischer Grenze Reißaus zu nehmen und dabei den Güterzug »La Bestia« zu nutzen, der diesen Namen trägt, weil er als ein Flüchtlinge verschlingendes Monstrum gilt. Die Flucht wird zu einem gefährlichen Ringen ums Überleben, und das Kartell lässt nicht locker.

Mag es an unangemessener Ignoranz unsererseits liegen oder an der zu großen räumlichen Distanz zu den Vereinigten Staaten, um dort regelmäßig mit der mexikanischen Flüchtlingsproblematik konfrontiert zu sein: Aus dem Lesen des Buchs heraus hat sich der Grund für den großen Aufschrei eigentlich nicht erschlossen. Natürlich ist ein großer Teil der Debatte gar nicht inhaltlicher Natur, sondern der Konstellation aus der Identität der Autorin und der Story geschuldet, aber auch die anderen Vorwürfe, etwa die klischeehafte Überzeichnung von Mexikanern anhand popkultureller Referenzen fiel uns beim Lesen nicht in der Form auf, dass wir mit dem Kopf geschüttelt hätten. Doch wie gesagt: Wir sehen das Ganze aus der Entfernung, und womöglich ist der Eindruck - insbesondere auf Latinos - ein anderer und die Kritik dementsprechend berechtigt. Uns blieb stattdessen recht neutral die Möglichkeit, das zu betrachten, auf das es in einem Roman im Normalfall eigentlich ankommt: auf die erzählte Geschichte. Und diese weiß vollkommen zu überzeugen. Jeanine Cummins hat es geschafft, auf vergleichsweise nüchterne Weise einen trotzdem extrem intensiven Roman zu schaffen, der eine ganz außergewöhnliche spannende Atmosphäre aufbaut, den Leser sehr nah dran ans Geschehen führt und ihn mitleiden und mitbangen lässt. Das Ganze wird in hoher Schlagzahl erzählt, lässt niemals nach, berührt und reißt mit - kurzum: Ein Buch, das auch jenseits allen öffentlichen Aufruhrs eine Menge Aufmerksamkeit verdient hat.
– geschrieben am 9. Februar 2020 (4.5/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz