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TASCHENBUCH
 
Blutroter Schleier
Verfasser: Karsten Krepinsky (1)
Verlag: Eigenverlag (15070)
VÖ: 17. Januar 2020
Genre: Thriller (6114)
Seiten: 256 (Taschenbuch-Version), 258 (Kindle-Version)
Themen: Atlantischer Ozean (44), Bohrinsel (7), Mord (5234), Notlandung (7), Unwetter (51), Urlaub (726)
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Lesermeinungen (2)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Karsten Krepinsky für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Karsten Krepinsky gibt es auf seiner Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Prolog


Meine Hände! Oh, meine wunderschönen Hände! Die weißen Baumwollhandschuhe färben sich rot ein. Irgendwann sind die Handschuhe durchtränkt von meinem Blut. So rot, meine wunderschönen Hände! –– Ich hatte schon häufiger diesen Traum gehabt, aber so realistisch hat er sich nie zuvor angefühlt.
     Was ist diesmal anders?
     Es ist da dieser alte Mann.
     Was macht er?
     Der alte Mann zieht mich an meinen Händen aus dem Bett. Wissen Sie, ich fühle mich so gut aufgehoben in meinem Bett. Es ist so kuschelig unter der Decke. Doch der alte Mann zerstört die Geborgenheit, die ich empfinde. Er nimmt mir alles.
     Was denken Sie, hat das zu bedeuten?
     Das weiß ich nicht. Ich hab’ noch nie von diesem alten Mann geträumt. Er trägt einen langen Mantel und Hut. Ich bin kein furchtsamer Mensch, wissen Sie. Da muss ich schon weit zurückblicken, dass ich vor etwas Angst hatte. Als Kind fürchtete ich mich vor dem, was unter meinem Bett passiert. Diese Geschichten mit dem großen Wandschrank, in dem ein Monster lauert. Wer kennt das nicht. Bei mir war es das Bett. Oder besser gesagt, was unter meinem Bett so vor sich geht.
     Hatten Sie Alpträume deswegen?
     Ja, früher. Häufig.
     Und in letzter Zeit?
     Niemals. Ich reise oft, komme durch meinem Job viel rum. Manchmal schlafe ich alleine, manchmal liegt ein Mann neben mir. Diesmal habe ich das Bett nur für mich. Ich fühle mich unter der Decke so geborgen. Draußen regnet es, müssen Sie wissen. Es gibt da diesen Sturm. Ich denke, es ist das schwerste Unwetter, das ich je erlebt hab’. Ich bin mit einem Flugzeug abgestürzt. Oder ist es ein Hubschrauber gewesen? Ich bin mir nicht sicher. Alles fühlt sich merkwürdig weit weg an. Jedenfalls bin ich auf einer Insel gestrandet. Na ja, es ist keine Insel im eigentlichen Sinn. Nicht aus Stein und Sand ist die Insel jedenfalls, sondern ganz und gar ... irgendwie ... also ... metallisch. Ja, metallisch, das beschreibt es am besten. Die Insel ist auf jeden Fall von Menschen gemacht.
     Und dann kommt dieser alte Mann zu Ihnen?
     Unter der Bettdecke ist es doch so kuschelig.
     Was macht der alte Mann mit Ihnen?
     Schrecklich. Er zieht mich aus dem Bett. Ich schreie, schlage wie wild um mich, doch der alte Mann ist stark. Warum ist er nur so mächtig? Verdammt nochmal, er ist nur ein Greis. Und ich bin eine Frau, die sich zu wehren weiß. Aber er reißt mich mühelos zu Boden. Wie kann das sein? So ein alter Mann mit diesen unglaublichen Kräften?
     Was empfinden Sie?
     Es ist ein Gefühl der Kälte.
     Sie verspüren keinen Schmerz?
     Vielleicht am Anfang. Da hat es ... muss es höllisch weh getan haben, wenn man an das ganze Blut denkt. Aber jetzt schmerzt es nicht mehr. Der alte Mann sieht eigentlich freundlich aus. Trägt einen Bart und lächelt. Aber da ist etwas in seinem Gesicht. Etwas Verstörendes. Furchtbares. Seine Haut. Sie verändert sich. Schwarze Flecken tauchen auf seinem Gesicht auf und verschwinden wieder. Wie dunkle Schatten.
     Können Sie sich denken, was das bedeuten soll?
     Nein, das ist mir schleierhaft.
     Haben Sie diesen alten Mann schon früher gesehen?
     Ich weiß es nicht.
     Denken Sie nach.
     Es könnte sein.
     Wann haben Sie ihn gesehen?
     In Berlin. Irgendwo da. Ich erinnere mich nicht genau.
     Versuchen Sie es.
     Warum ist das so wichtig?
     Alles ist wichtig.
     Hören Sie auf, mich zu quälen. Ich möchte jetzt endlich meine Ruhe haben.
     Ich bin nicht dazu da, um Sie zu quälen.
     Natürlich nicht. Sie sind mein Therapeut.
     Warum denken Sie, dass ich Ihr Therapeut bin?
     Wer sollten Sie sonst sein?
     Ich bin nicht ihr Therapeut.
     Natürlich nicht. Jedenfalls nicht wirklich. Das ist ein Traum. Sie sind der Therapeut, den sich mein Unterbewusstsein ausgedacht hat.
     Wie kommen Sie darauf?
     Hab’ ich mal in ’nem Artikel gelesen.
     Das ist kein Traum.
     Kein Traum? Nicht? Sie machen Witze! Was soll das hier sonst sein?
     Ihr Schmerz ist zu stark. All die Wunden, die sie haben.
     Ich hab’ keine Ahnung, wovon Sie sprechen.
     Ich will es Ihnen erklären. Es ist wie bei einem Gnu, das von Löwen gerissen wird.
     Ich bin kein Tier.
     Das weiß ich auch. Es ist ein Beispiel, damit Sie verstehen, was mit Ihnen passiert.
     Gut.
     Zuerst wehrt sich das Gnu nach Leibeskräften, will nicht wahrhaben, dass es gefressen wird. Aber irgendwann, wenn die Lebensenergie nicht mehr reicht, gibt das Gnu den Kampf verloren. Endorphine werden ausgeschüttet, um das Leiden zu verringern. Apathisch starrt das Tier vor sich hin. Die letzten Augenblicke seines Lebens ist der Verstand des Tieres losgelöst von den Qualen, die der Körper durchstehen muss.
     Ja und? Was hat das mit mir zu tun?
     Sie können jetzt aufhören zu kämpfen.
     Ich kann aufhören zu kämpfen?
     Ja.
     Warum zum Teufel sagen Sie das?
     Um es ihnen leichter zu machen.
     Was leichter zu machen?
     Das Sterben.


1
Nordatlantik, 100 km vor der schottischen Küste.


Bedrohlich türmte sich die pechschwarze Wolkenfront am Horizont auf. Die Wellen des aufgewühlten Meeres schlugen meterhoch. Mit voller Wucht peitschte Starkregen gegen die Scheiben des CH 53 Sea Stallion. Der Pilot steuerte den Transporthubschrauber geradewegs in das Unwetter hinein. Noch bekamen die Passagiere in der luxuriös ausgestatteten Kabine des CH 53 nicht viel mit von der Naturgewalt, die sich unaufhaltsam näherte. Auf Flachbildschirmen flimmerte ein Werbevideo der Firma Global Companion. Es waren Aufnahmen lächelnder Menschen, die über eine grüne Wiese schlenderten. Beschwingt und sorglos schauten die makellosen Werbemodels in die Kamera. GC kümmerte sich um alles, war die Botschaft des Clips. Es gab nichts, weswegen sich der Kunde Sorgen machen musste. Die Philosophie des Weltunternehmens war, den Menschen durch das Leben zu begleiten, ein treuer Kompagnon in allen Lebenslagen zu sein. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hatte der mächtige Mischkonzern tausende andere Industriebetriebe aufgekauft und sich in vielen Ländern der Erde eine Monopolstellung gesichert. Das Firmenlogo prangte auf Bieren, Zahnpasten, Kaffees, Handys, Kühlschränken, Computern und Medikamenten. Global Companion war Stromanbieter, Versicherer, produzierte Elektroautos, baute Häuser und gewährleistete die Sicherheit auf Großveranstaltungen. Kam man ins Krankenhaus, war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man sich in einem Bett von GC wiederfand und die Infusion in einem GC-eigenen Unternehmen hergestellt wurde. Von der Wiege bis zur Bahre begleitete das Logo von Global Companion den Menschen.

Sechs Angestellte des Konzerns saßen auf den gepolsterten Ledersitzen in der Passagierkabine des GC-Hubschraubers. Jeder von ihnen trug ein Namensschild. Da es bei GC üblich war, sich untereinander zu duzen, stand nur der Vorname darauf. Weder die Rolle innerhalb der Firma konnte vom Sticker abgelesen werden, noch war ein Titel angegeben. Drei Männer und drei Frauen waren es, die in der GC-Lotterie gewonnen hatten. Alle, von der Kassiererin im GC-Supermarkt bis zum CEO einer der GC-Investmentbanken, bekamen bei der jährlichen Auslosung die gleiche Chance, aus der digitalen Lostrommel gezogen zu werden. Der Hauptpreis war ein einwöchiger Luxusurlaub auf der Yacht Love One, die vor der Küste Schottlands vor Anker lag.

Kim schlug die Beine übereinander und drehte sich zu Rick um. Der Mittzwanziger war ein äußerst attraktiver Mann mit kantigem Gesicht, leuchtenden blaugrauen Augen, dunklen Haaren und breiten Schultern. Kim seufzte innerlich. Leider war Rick für eine Frau von 1,81 m etwas klein geraten. Und etwa zehn Jahre zu jung. Bei dem Piloten des Hubschraubers, mit dem sie kurz in Glasgow auf dem Rollfeld reden konnte, hingegen stimmte alles. Groß gewachsen, grau meliert, vielleicht Ende dreißig wie sie selbst. Mike war ein Typ wie George Clooney in seinen besten Jahren. Reif, männlich und doch von einer neckischen Verspieltheit, die signalisierte, dass er den Charme der Jugend noch nicht verloren hatte. Leider trugen Mike, Rick und auch die beiden anderen Männer an Bord des Hubschraubers allesamt Bärte. Kim fluchte über dieses unselige Hipstertum, das sich wie eine Seuche ausweitete und ihr Horden von Männern bescherte, die das stachelige Unkraut in ihren Gesichtern wuchern ließen. Kim mochte es am liebsten glattrasiert bei einem Mann, und zwar am ganzen Körper. Nur der Kopf bildete eine Ausnahme, denn den kahlen Jason-Statham-Typen fand sie ebenso unattraktiv. Da sich Mike in der Kanzel des CH53 außer Sichtweite befand, war Rick Kims Favorit – zumindest während des Flugs. Ed und Claas, die ihr gegenübersaßen, zogen Kim in sexueller Hinsicht in keiner Weise an. Claas war ein langer Schlaks mit roten Haaren und androgynen Zügen. Eine unnahbare, nahezu asexuelle Erscheinung. Der perfekte metrosexuelle Gegenentwurf zum vor Kraft strotzenden Piloten Mike. Ed, Mitte vierzig, mit tiefen Stirnfalten und mürrisch dreinblickend, fand Kim von den drei Männern am unattraktivsten. Sie drückte den Rücken durch und räkelte sich lasziv im Ledersitz. Ihre Brüste schoben sich über den Gurt, der nun wie ein Push-up-BH wirkte. Ricks Aufmerksamkeit war erregt. Wie süß er lächelte, registrierte Kim verzückt. Wenn er doch nicht nur zu klein für sie wäre, haderte sie und biss sich auf die Unterlippe. Doch auch Kim war nicht perfekt. Gegenüber ihrem atemberaubenden Körper schien den Männern auf der Straße ihr Gesicht keinen zweiten Blick wert zu sein. Wie oft spürte Kim die Blicke von Verehrern im Rücken. Wie sehr genoss sie es, wenn ihr schlanker Körper im Mini abgetastet wurde. Doch dann registrierte Kim die Enttäuschung in den Augen der Bewunderer just in dem Moment, als sich diese zu ihr umdrehten. Es war das Brechen eines erotischen Versprechens, eine zerstörte Fantasie, die sich in den enttäuschten Gesichtern der Männer spiegelte. Hässlich war Kim nicht, nur nicht von jener Schönheit und Anmut, die einen Mann um den Verstand brachte. Unscheinbare Langeweile, als wäre dem göttlichen Steinmetz bei der Ausarbeitung ihres Antlitzes beim Übergang vom Hals zum Kopf die Leidenschaft und Hingabe abhanden gekommen. Es war nun einmal, wie es war. Kims Zeit kam dann, wenn sie leicht bekleidet flirten konnte. Im Pool oder am Strand, wenn die Blicke der Männer selten höher wanderten als bis zu ihren makellosen Brüsten. Der Körper war Kims Trumpf, Kapital schlug sie aber aus ihren perfekt geformten Händen. Kim zog die Baumwollhandschuhe aus und inspizierte ihre Finger mit kritischem Blick. Die Pflegelotion war vollständig in die Haut eingedrungen. Derzeit arbeitete sie für GC-Fashion als Handmodel. Kim achtete peinlich darauf, dass die Haut ihrer Hände keinen schadhaften Einflüssen ausgesetzt war. Im Sommerurlaub trug sie dünne Handschuhe, um die Zellen vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen. Elfenhaft grazil waren ihre Finger. Wenn in Werbebroschüren Hände mit dem Teint einer hellen mitteleuropäischen Haut zu sehen waren, handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Kims Hände.

»Mann, lange halte ich diese Werbescheiße nicht mehr aus«, sagte Ed genervt. »Ich dachte, wir hätten hier das große Los gezogen. Eine Woche auf dieser Luxusyacht. Und jetzt müssen wir uns diese flachbrüstigen Models mit ihrem dümmlichen Grinsen reinziehen.«
     Liv, die neben Ed saß, fuhr sich mit der Hand über ihren Dutt. »Betrachte den Transfer mit dem Hubschrauber als Vorspiel. Erst wenn wir auf der Yacht sind, geht es los.«
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