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TASCHENBUCH
 
Gottes Zorn
Verfasser: Simon Geraedts (10)
Verlag: Eigenverlag (15148)
VÖ: 20. Januar 2020
Genre: Thriller (6139)
Seiten: 303 (Taschenbuch-Version), 259 (Kindle-Version)
Themen: Außenseiter (193), Blutrausch (9), Erniedrigung (14), Frankfurt (234), Kommissare (1702), Leichen (1826), Massaker (55), Rache (1771), Serienmörder (845)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Konrad Mayer wird von allen Seiten gemobbt und geärgert - am Arbeitsplatz seine Kollegen und sein Chef, zu Hause seine Frau und der Nachbar. Nur die Nachbarin Martha ist nett zu Konrad. Eines Tages beschließt er Suizid zu begehen, doch seine Frau kommt dazwischen und so tötet er sie. Und ab diesem Zeitpunkt ist Konrad im Blutrausch. Jan Theisen und Laura Schüle ermitteln somit in ihrem 1. Fall.
Lesermeinungen (2)     Leseprobe     Tags (1)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Simon Geraedts für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Simon Geraedts gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Mein Name ist Konrad Mayer. Ich bin zweiundvierzig Jahre alt, arbeite in einem Online-Versandhandel für Gartenwerkzeuge und habe seit letzter Woche fünf Menschen getötet. Dies ist mein Geständnis.
     Ich nenne es Geständnis, weil die Nachwelt meine Taten als Verbrechen einstufen wird. Die Morde, die ich begangen habe, wird man als grausam und blutrünstig bezeichnen. Die meisten werden mich als geisteskranken Serienkiller brandmarken – doch einige wenige werden mich verstehen. Die Wehrlosen und Gedemütigten dieser Welt werden mich als Helden feiern und meinen Text als Manifest der Rache begreifen. Ihnen ist dieses Werk gewidmet.
     Meine bisherigen Opfer waren nur ein Vorgeschmack auf das große Finale, das jetzt unmittelbar bevorsteht. Mit einem krachenden Feuerwerk werde ich mich verabschieden und die Menschen ins Höllenfeuer stoßen. Wenn diese Zeilen an die Öffentlichkeit gelangen, bin ich bereits tot, doch ich hinterlasse eine blutige Schneise der Verwüstung als Abbild meiner Seele.
     Man wird mich das personifizierte Böse nennen, Antichrist oder Satan. Doch nichts davon entspricht der Wahrheit. Nach einem Leben voller Schmerz und Erniedrigungen hole ich bloß zum Gegenschlag aus.
     Der Tod ist eine Brücke, die vom Licht in die Dunkelheit führt. Ein One Way Ticket in die Ewigkeit. Wir sehen uns bald auf der anderen Seite wieder.

Konrad M.,

Frankfurt am Main, 15. September


1.

Frankfurt am Main
Freitag, 30. August


Im Nachhinein fällt es mir schwer, meine Verwandlung an einem bestimmten Ereignis festzumachen. Vorletzte Woche Freitag war ich aber auf jeden Fall noch ganz der Alte.
     Um kurz vor halb zwölf stand ich vor der Bürotür des Firmenchefs und war fest entschlossen, eine überfällige Gehaltserhöhung einzufordern. Im Geiste ging ich noch einmal die Sätze durch, die ich daheim vor dem Spiegel eingeübt hatte.
     Wie Sie wissen, arbeite ich inzwischen seit fünf Jahren für dieses Unternehmen und gehöre zu den zuverlässigsten Mitarbeitern. Ich erledige meine Aufgaben stets fristgerecht und habe mich bislang nur zweimal krankgemeldet – wegen einer Blinddarm-OP und einer komplizierten Wurzelbehandlung. Gestern haben Sie mich spontan gebeten, mehr als fünfhundert Artikel ins Warensystem einzupflegen und Ihnen einen Ausdruck des aktuellen Lagerbestands zu überreichen. Dafür haben Sie mir bis nächsten Mittwoch Zeit gegeben, aber wie Sie sehen, habe ich den Ausdruck bereits bei mir. Nach all den Jahren habe ich mir meiner Meinung nach eine Gehaltserhöhung verdient, Herr Kreuzmann.
     Meine Hände waren schweißnass, das Herz schlug mir bis zum Hals. Aber diesmal würde ich keinen Rückzieher machen, heute würde ich endlich ...
     »Die Alte glotzt mich an, als hätte ich sie zu Tode beleidigt, aber das war natürlich nur Show. In Wahrheit stehen die Weiber drauf, wenn man ordentlich rangeht.«
     Ich drehte so ruckartig den Kopf, dass meine Nackenwirbel knackten. Erik Ziegler, die Stradivari unter den Arschgeigen, kam mit seinem Kumpel Dennis Böhm den Flur entlanggeschlendert. Die beiden hatten vor drei Monaten zusammen im Außendienst angefangen und komplett gegensätzliche Zwischenbilanzen vorzuweisen. Mit seiner großspurigen Art zog Ziegler einen Kunden nach dem anderen an Land, während Böhm noch so gut wie gar nichts vorzuweisen hatte. Aus diesem Grund war Ziegler schon jetzt der absolute Liebling des Chefs. Als Einziger in der Belegschaft durfte er neben Kreuzmann auf dem Hinterhof parken und quasi nach Belieben kommen und gehen. Der Chef hatte ihn sogar schon zu sich nach Hause zum Abendessen eingeladen.
     Diese Vorzüge genoss Böhm nicht, was ihn augenscheinlich wurmte. Aber das war noch nicht alles; auch privat war er seinem Buddy komplett unterlegen. Ständig prahlte Ziegler mit neuen Frauengeschichten und anderen Abenteuern, während Böhm mit unbewegter Miene und zusammengepressten Lippen zuhörte. Sogar ein Blinder hätte erkannt, dass da mächtig Neid im Spiel war und diese Männerfreundschaft so unweigerlich dem Untergang geweiht war wie die Polkappen der Antarktis.
     Falls Sie sich fragen, was mich das anging: Ziegler war mir aus diversen Gründen verhasst. Zunächst einmal war dieser Kerl nicht nur ein blasierter Lackaffe mit zurückgekämmtem Haar, glattrasiertem Kinn und schickem Designeranzug. Er war auch ein Blender ersten Grades, ein schmieriger Hochstapler, dem alles zuflog, weil die Leute ihm auf den Leim gingen. Sein protziger Sportwagen, ein silberner Porsche 991 Cabrio, war geleast, der Anzug eine billige Kopie und die meisten Anekdoten, die er zum Besten gab, waren frei erfunden. An diesem Typen war praktisch nichts echt, abgesehen von seiner großen Fresse und den One-Night-Stands mit irgendwelchen Schlampen, die er in abgeranzten Diskotheken abschleppte. Während er sich mit seinen Sexabenteuern brüstete, spielte er meist gedankenverloren an seinem Ehering. So eine schamlose Verlogenheit kann ich auf den Tod nicht ausstehen.
     Aber das Schlimmste war seine sadistische Ader; Ziegler ließ keine Gelegenheit aus, auf Schwächeren herumzuhacken. Als stiller, introvertierter Mann, der ich in den vergangenen Monaten noch gewesen bin, hatte er mich von Anfang an auf dem Kieker. Es waren gezielte Grausamkeiten, mit denen er sich die Zeit vertrieb. Eine bissige Bemerkung hier, ein absichtlich verschütteter Kaffeebecher dort, ein ausgestrecktes Bein, wenn ich mit Akten beladen den Flur entlangging, eine vor meiner Nase zugeschlagene Tür, ein Papierstau in meinem Drucker, ein spurlos verschwundenes Pausenbrot und Klebezettel an meinem Rücken, auf denen Dinge standen wie »Ich stinke aus dem Mund wie eine Kuh aus dem Arsch« oder »Ich hab meinen Hund geschwängert«.
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