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Feindesland
Verfasser: C.J. Sansom (8)
Verlag: Heyne (2761)
VÖ: 13. Januar 2020
Genre: Thriller (6122)
Seiten: 768
Themen: Alternative Weltgeschichte (6), Besatzung (25), Drittes Reich (64), England (1124), Fünfziger Jahre (141), Widerstand (104)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Nachdem wir hier zuletzt ein Buch thematisiert haben, in dem eine alternative Weltgeschichte des 19. Jahrhunderts über der Leserschaft entblättert wurde, schauen wir uns heute in einem anderen Werk um, das die Menschheitsgeschichte umgedichtet hat. In diesem Fall befinden wir uns jedoch ein Jahrhundert später in der Zeit als gestern. Den ursprünglich aus Edinburgh stammenden und heute in Brighton lebenden Schriftsteller Christopher John »C.J.« Sansom kennt man hierzulande vor allem durch seine Matthew-Shardlake-Reihe, er hat jedoch vor nunmehr sieben Jahren auch ein Aufsehen erregendes Standalone-Werk namens »Dominion« verfasst, das beim englischsprachigen Amazon beinahe 1.600 (überwiegend positive) Rezensionen einheimste. Hierzulande hat es bis zum Januar dieses Jahres gedauert, ehe eine Übersetzung erschienen ist. Diese erinnert sowohl vom deutschen Titel her als auch in Sachen Ausgangssituation auffällig an Robert Harris' bemerkenswertes Romandebüt »Vaterland« aus dem Jahre 1992, geht storytechnisch dann aber doch in eine ganz andere Richtung.

»Feindesland«, so der Name des Buches, wurde vor drei Wochen vom Heyne Verlag veröffentlicht. Es handelt sich um einen 768 Seiten starken Wälzer, den man für 10,99 Euro erwerben kann. Für die E-Book-Ausgabe fällt ein Euro weniger an. Eine 25:10 Stunden lange Hörbuchausgabe wurde von Schauspieler Oliver Brod eingelesen.

Sansom belässt die Weltgeschichte in seinem Roman bis ins Jahr 1940 genauso, wie sie sich tatsächlich zugetragen hat. Dann aber lässt er die Briten eine Entscheidung anders treffen, als sie einst wirklich fiel: Eine Unterredung zwischen Neville Chamberlain mit seinen potenziellen Nachfolgern Winston Churchill und Lord Halifax endet nicht mit der Versetzung des Letzteren auf den britischen Botschafterposten in den USA, sondern mit dessen Berufung zum neuen britischen Premier, woraufhin die Briten ein Abkommen mit Nazideutschland treffen. Die Folge ist, dass die Deutschen bis Mitte der fünfziger Jahre bei Sanson nahezu ganz Europa erobert und sich lediglich in der Sowjetunion erfolglos festgebissen haben, während sich Großbritannien auf sein Commonwealth konzentriert und man mit den Deutschen (mehr oder weniger) freundschaftliche Beziehungen pflegt. Winston Churchill landet indessen im Untergrund und hat Gruppen von Widerständlern organisiert, wenngleich nicht ganz klar ist, ob er eigentlich überhaupt noch lebt.

Dem Klappentext des Buches nach wird inmitten dieses Settings die Geschichte der Frau eines Spions erzählt, die in den Widerstand hineingezogen wird. Tatsächlich ist das nicht ganz das, was man bekommt, vielmehr wird über weite Strecken die Geschichte ihres Ehemanns geschildert sowie die eines Wissenschaftlers mit psychischen Problemen, der eine erschreckende Information enthält und daraufhin durchdreht. Letztlich kann man in dieser Hinsicht aber nicht von einer falschen Erwartungshaltung sprechen, sondern eher in einer anderen: Aufgrund der Ausgangslage geht man unweigerlich davon aus, hier eine Geschichte serviert zu bekommen, in der es pausenlos um die Planung des ganz großen Umsturzes geht. Stattdessen wird hier viel mehr aufs Detail und in persönliche Schicksale hineingeblickt und im Kern die Geschichten von Figuren erzählt, die der gesamten Gesellschaft nur nebenher.

Was das erwähnte »Detail« angeht, so lässt sich C.J. Sansom bisweilen etwas arg viel Zeit. Dass nicht gehetzt wird, ist natürlich grundsätzlich erfreulich, wenn dann aber beispielsweise eine Wohnung durchsucht wird, von der man als Leser weiß, dass dort nichts zu finden ist, und die Durchsuchenden gar nicht so recht wissen, wonach sie überhaupt suchen, und die über viele Seiten gestreckte Durchsuchung ergebnislos verläuft, dann zuckt die Augenbraue des Lesers schon ein wenig nach oben. Und wenn einige Seiten später die nächsten Suchenden anrücken, um das gleiche Spiel noch einmal durchzuexerzieren, dann stellt sich schon der Eindruck ein, dass es hie und da ein wenig gestraffter hätte zugehen können. Die Geschichte verliert dadurch nicht ihren Reiz, hat aber durchaus ihre anstrengenden Momente. Überwogen wird dies alles jedoch durch die exzellente Gestaltung des fiktiven Großbritannien, das in seiner beklemmenden Stimmung, den erschreckenden Auswüchsen von Rassismus und Antisemitismus, der Unfairness der Personen untereinander, der ständig drohenden Gefahr, der Missachtung des Wertes von Menschen & Co. vielen historischen Romanen, die im »tatsächlichen« Nationalsozialismus spielen, nichts nachsteht. So erhält man hier einen bedrückt-stimmungsvollen Roman, der es trotz seiner Längen verdient hat, dass ihm Aufmerksamkeit geschenkt wird.
– geschrieben am 4. Februar 2020 (3.5/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz