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Mit Lampenfieber und Musik
Verfasser: Heike Sonn (3)
Verlag: edition oberkassel (95)
VÖ: 29. November 2019
Genre: Romantische Literatur (29790)
Seiten: 342
Themen: Bands (459), Begegnungen (3624), Familien (1603), Frauen (1140), Lampenfieber (10), Musik (381), Sänger (532), Selbstbewusstsein (86), Trennung (1174), Verletzungen (88)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Ein Liebesroman mit Familienanschluss. Zum Lachen, zum Mitleiden, voller Trubel. Ohne Kitsch, aber mit einem Lümmel, den man adoptieren möchte, eine Nachbarin zum Abgewöhnen und einer Mutter, die niemand braucht.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe     Blogger (3)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Heike Sonn für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Heike Sonn gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

1


Da! Da war das blöde Ding. Tessa quetschte sich noch etwas weiter zwischen die Füße der Verkaufstische. Schemenhaft sah sie dunkle Umrisse ihres Portemonnaies und angelte danach.
     „Das ist kein Schnäppchen, sondern mein Fuß und den gebe ich nicht her“, teilte ihr prompt eine tiefe Stimme mit, deren amüsierter Unterton nicht zu überhören war.
     Erschrocken zog sie die Hand zurück, schoss hoch und knallte mit dem Kopf gegen die Unterseite der Tischplatte. Sie unterdrückte einen Fluch, richtete sich auf und rieb sich die schmerzende Stelle.
     „Coolpack? Sanitäter?“, fragte ein dunkelhaariger Typ mit Sonnenbrille.
     „Sehr witzig.“
     „Okay, Spaß beiseite. Es war nicht wirklich schlimm, oder?“ Er deutete auf ihren Kopf und nahm die Brille ab.
     Sie würde einfach nicht antworten. Doch der Coole ging nicht, kam sogar näher. Was wollte er? Diese meerblauen Augen, das schiefe Grinsen ... er kam ihr bekannt vor. Allerdings bekam sie den Eindruck nicht scharf gestellt. Außerdem musste sie ihr Geld finden. Sie ging wieder in die Hocke, zwängte sich erneut zwischen die Tischbeine und bereute ihre überzähligen Kilos, die das Unterfangen nicht eben leichter machten.
     „Gibt‘ s auf dem Boden bessere Angebote und suchen Sie etwas Bestimmtes?“
     „Sicher keine Tiefpreise, sondern mein Geld“, gab sie zurück. Ihr Gesicht brannte. Konnte er nicht einfach gehen?
     „Geld? Oder vielleicht ... Geldbeutel?“
     Tessa stutzte, zog sich aus dem Gestänge zurück und richtete sich auf. Tatsächlich hielt der verkappte Entertainer außer seiner Brille jetzt auch ihr Portemonnaie in den Fingern. Neben seinem Mundwinkel bildete sich ein Grübchen. Wie war der denn drauf? Warum sagte er das nicht gleich? Seufzend streckte sie ihm die Hand entgegen.
     „Moment! Erst will ich sicher gehen, dass es wirklich Ihre Börse ist.“ Er betrachtete den Geldbeutel. „Welche Buchstaben stehen drauf?“
     „O. P. E. R!“ Als Nächstes würde er wahrscheinlich auch noch nach Finderlohn fragen. Sie griff nach dem Portemonnaie – und entriss ihm die Sonnenbrille gleich mit. Tessa versuchte, sie aufzufangen, blieb mit ihrer Tasche am Tisch hängen und stolperte. Es knirschte unter ihrem Fuß, hässlich und vernichtend. Entsetzt starrte sie auf das zerstörte Brillengestell. „Oh nein.“
     „Oh doch.“
     Ein Himmelreich für einen Tarnumhang. Sie quetschte sich ein Lächeln ins Gesicht. Spätestens jetzt sollte sie so tun, als ob sie seine Sprüche witzig fand. Schnell taxierte sie ihn. Sein kurzer Mantel sah nicht billig aus; dann war es die Brille bestimmt auch nicht gewesen. Das hatte ihr gerade noch gefehlt.

Ein blonder, etwa zehnjähriger Junge schob sich durch den Gang. „Big Brother, bist du fertig? Ich finde hier nichts. Von Werder Bremen haben sie hier auch nichts Neues.“
     „Hast du auch auf dem Boden nachgesehen, Andy? Da soll es die besten Angebote geben!“
     „Hä? Spinnst du?“ Der Blondschopf ließ seinen Finger an der Schläfe kreisen, dann fiel sein Blick auf die Überreste der Brille. „Oh, das Teil ist Schrott. Hab mich schon gewundert, dass du sie abgesetzt hast. Wie ist das denn passiert? Setzt der Trottelmodus schon mit Anfang zwanzig ein?“
     „Mit achtundzwanzig anscheinend“, sagte Tessa leise. „Ich bin Schuld.“
     „Ach so.“ Der Junge grinste sie entwaffnend offen an. „Na, dann hat mein Bruder ja noch ein paar Jahre.“ Der Bengel sah sich um, verzog das Gesicht, fischte eine knallrote Mütze vom Grabbeltisch und gab sie seinem Bruder. „Da hinten droht nämlich Kreischalarm. Setz die auf, Ben! Schnell.“
     Natürlich! Ben und Andy! Das waren zwei der Brüder aus der Familienband Tyscon! Ben setzte die Bommelmütze tatsächlich auf, aber es war zu spät. Aufgeregte Rufe drangen von der anderen Seite der Verkaufsfläche zu ihnen herüber. Zahnspangen blitzten, fünf Mädchen deuteten auf sie und bahnten sich bereits einen Weg durch das Getümmel. Die Gelegenheit ihren Fauxpas mit der Brille wieder gutzumachen. „Hinter den Kleiderständern sind Umkleiden. Versteckt euch da und ich versuche, die Girls aufzuhalten.“ Hatte sie das jetzt tatsächlich laut gesagt? Es schien so, denn Andy reagierte bereits, packte seinen Bruder am Arm, riss ihn mit sich und beide verschwanden aus ihrem Blickfeld – und wie sie hoffte, aus dem der Fans auch.
     Tessa schlug einen Bogen, eilte im Zickzackkurs zwischen den Verkaufstischen hindurch der kreischenden Mädchengruppe entgegen und stellte sich ihnen in den Weg. „Habt ihr Ben auch erkannt? Cooler Typ, oder? Wenn ihr den noch erwischen wollt, müsst ihr euch beeilen. Da hinten läuft er!“ Sie deutete auf die andere Seite der Etage. Die Teenies liefen tatsächlich los. Tessa atmete auf und als sie sicher war, dass die Mädchen sie nicht beachteten, ging sie in die entgegengesetzte Richtung und huschte in den Raum mit unzähligen Kabinen. Unter den Vorhängen spähte sie durch und erkannte Bens Schuhe. Mit einer einzigen Bewegung sauste sie hinter den Vorhang und wäre in den Sänger hinein gerannt, wenn er sie nicht mit den Händen abgewehrt hätte.
     „Wow, wow, wow, erst meine Brille und jetzt ich? Wie kann ich das abstellen? Mit einem Autogramm?“
     „Von eurem Gesangsverein? Bestimmt nicht“, gab sie atemlos zurück und bemerkte Andys entrüsteten Blick. „Tschuldigung“, sagte sie leise, „aber für sowas ist keine Zeit. Wie wäre es, wenn ich die Mütze aufsetze und Ben und ich die Jacken tauschen? Dann laufen die Fans hoffentlich mir nach und ihr könnt verschwinden.“
     „Ob das klappt?“ Ben hob die Brauen. „Na ja, einen Versuch ist es wert“, fügte er hinzu und gab ihr seinen Mantel im Tausch gegen ihre Jacke. Die Skepsis in seinem Gesicht trieb ihren Puls in ungeahnte Höhen – und weckte ihren Trotz. Sie drückte ihm ihre Tasche in die Hand und fischte den gerade gekauften Schal heraus. „Umbinden und vor das Gesicht ziehen. Schnell, die Mädchen dürften gleich hier sein.“ Kurz bevor sie in Schnappatmung verfiel, atmete sie durch, setzte das rote Ungetüm auf und stopfte ihre Locken darunter. „Zum Zurücktauschen treffen wir uns am Süßigkeitenplatz, da hängt eine Marktbude auf Lebkuchenherzen. Findet ihr.“ Sie ignorierte Andys Kichern und Bens verständnislosen Blick, öffnete den Vorhang einen Spalt und lugte nach draußen.

     „Meinst du: Marktplatz und Stand mit Lebkuchenherzen?“
     Sie drehte sich um. „Sagte ich doch!“ Bens breites Grinsen weckte den Wunsch in ihr, alles rückgängig zu machen.
     Zu spät.
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