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TASCHENBUCH
 
Verrat
Verfasser: Ariana Lambert (4)
Verlag: Brighton (55)
VÖ: 6. Dezember 2019
Genre: Kriminalroman (7493)
Seiten: 250 (Taschenbuch-Version), 158 (Kindle-Version)
Themen: Anwälte (723), Auftrag (959), Dublin (68), Ermittlungen (1279), Intrigen (1208), Irland (383), Verrat (1056)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Eine Berliner Anwältin wird nach Dublin gerufen, um bei der Suche nach einem verschwundenen Kind zu helfen. Alle Spuren werfen mehr Rätsel auf und keine ist wirklich vielversprechend. Eine spannende Suche mit der irischen Garda durch Dublin.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Ariana Lambert für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Ariana Lambert gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Statt wie erhofft ihr den Stand der Ermittlungen umfassend darzulegen, kam der Garda knapp, aber direkt zuerst auf ihre Person zu sprechen. „Mrs. Bowen erzählte mir, Sie kennen sich mit Kinderentführungen aus? Und haben ausreichend Erfahrung mit Observation und Ermittlung? Als Anwältin? Wie das?“
     Du fällst gleich mit der Tür ins Haus. Anna fühlte sich überrumpelt und überlegte, wie sie das Thema elegant umschiffen konnte. Aus vielerlei Gründen ging sie mit ihrer Vergangenheit als Ermittlerin beim deutschen Geheimdienst ausgesprochen selten hausieren. Es war ihr grundsätzlich nicht verboten, zu erzählen, dass sie beim Bundesnachrichtendienst angestellt gewesen war, lediglich bezüglich der Details ihrer Aufgaben unterlag sie bis heute strengen Sicherheitsauflagen. Die hiesige Situation erschien ihr allerdings keineswegs geeignet, um dies darzulegen. Andererseits kam sie wohl nicht umhin, sich vor dem Garda rechtfertigen und beweisen zu müssen. Sonst, befürchtete sie, würde sie nicht an die begehrten Informationen kommen.
     Also griff sie auf ihre Standardformulierung zurück, die sie seit Jahren verwendete, wenn das Thema auf ihre brisante Tätigkeit kam. „Ich habe als Juristin in einer Verwaltungsstelle der Regierung gearbeitet.“ Sie ergänzte heute: „Ich arbeitete in einer staatlichen Stelle, die sich mit dem internationalen Menschenhandel und Zwangsprostitution befasste. Eine Zusatzausbildung und Erfahrungen im Nahkampf, in der Observierung und anderen investigativen Möglichkeiten versprachen bessere Karrierechancen.“ Anna lächelte schüchtern, um das Gesagte weniger gehaltvoll erscheinen zu lassen.
     Doch Black war offenbar schlauer, als sie dachte. „Für mich hört sich das nach BND an. Aber das soll uns nicht weiter interessieren. Entschuldigen Sie, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten.“
     Das schien er tatsächlich ernst zu meinen, was ihn in Annas Achtung erheblich steigen ließ. Mehr Kopfzerbrechen bereitete ihr, woher Katharina von ihrem Job beim BND gewusst hatte. Sie hatte bereits am Telefon bestimmte Andeutungen gemacht. Was, wie viel und vor allem woher wusste Katharina?
     Doch jetzt war weder der geeignete Zeitpunkt noch der richtige Ort für die Erörterung dessen. Anna kam ohne Umschweife zur Sache. Die Zeit war zu kostbar. Sie mussten handeln. „Katharina, Sie sagten, es habe bereits Durchsuchungen gegeben? Bei wem?“
     Katharina verteilte die Tassen mit heiß dampfendem und leicht bitter duftendem Kaffee und setzte sich auf die andere Seite des Tisches links neben Anna, sodass sie dem Garda gegenübersaß. Wieder war Anna überrascht, dass Katharina sich derart geschmeidig und entspannt bewegte und verhielt; für eine Mutter, deren Kind seit fast einer Woche vermisst wurde, schien sie sehr gefasst.
     Bewundernswert.
     Viele Mütter waren ihr schon begegnet, deren Kinder entführt, missbraucht oder vernachlässigt worden waren. Mütter, die es als belanglos abtaten, was passiert war. Solche, denen es egal war. Mütter, die zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren oder die zu viel Angst vor dem Leben hatten, als dass sie sich um ihre Kinder kümmern könnten. Auch Mütter, die sich hysterisch verhielten, die nicht mehr klar denken konnten. Das Verhalten der Menschen in dramatischen Situationen ist so vielfältig wie die Ereignisse, die diesen jeweils zugrunde lagen. Ihr Gegenüber gehörte zu einer seltenen Art, die ihren Alltag weiterlebte, entspannt wirkte, weil der Alltag nun mal weiterging, weil es nicht anders ging. Katharina hatte zwei weitere Kinder, um die sie sich kümmern musste, eines davon schwerbehindert. Sie konnte es sich nicht leisten, sich gehen zu lassen, in Selbstmitleid zu verfallen.
     Trotzdem schlich sich ein Tränenschleier über ihre Augen und sammelte sich im unteren Lid als kleiner See. „Eóin hat vor sechs Tagen die Schule in Dundrum verlassen. Gegen fünfzehn Uhr. Gewöhnlich geht er mit seinem Bruder nach Hause. Das sind etwa eineinhalb Kilometer.“ Sie schluckte und fuhr fort. „Seit vier Jahren geht er auf eine besondere Schule, die sich hervorragend um seine Defizite im Schreiben und Lesen und Rechnen kümmert. Sie würden ihn heute nicht wiedererkennen, Anna. Er schreibt gute Noten. Er kommt gut klar. Hat Freunde. Da mache ich mir um Kilian mehr Sorgen. Er ist rebellisch, buhlt um Aufmerksamkeit. Sowohl unter seinen Mitschülern als auch hier zu Hause.“
     Anna schaute von ihrem Notizbuch auf. Sie bemerkte das Strahlen in den Augen der Mutter, die über ihr Kind sprach. Der Tränenschleier war verschwunden. Katharina redete mit Stolz in der Stimme. Das war nicht immer so gewesen. Anna erinnerte sich, dass Katharina damals mit sich und der Welt gehadert hatte, unzufrieden und trübsinnig in die Zukunft geschaut hatte. Eóin war nie ein einfaches Kind gewesen. Er hatte spät laufen und sprechen gelernt und Schwierigkeiten im Kindergarten mit den anderen Kindern gehabt. Sein Zwillingsbruder Kilian war ihm keine große Hilfe gewesen. Rebellisch und laut war dieses Kind ihr in Erinnerung. Hinzu kam Aylin, die die ganze Aufmerksamkeit der Eltern brauchte. Zu allem Überfluss dann noch die Geschichte mit der Glasscherbe und hatte die schreiende Ungerechtigkeit komplettiert.
     Das Schicksal ist ein Arschloch.
     Ein Gedanke, der auch Annas Leben regelmäßig begleitete.
     Black beugte sich mit auf dem Tisch gefalteten Händen nach vorn und wandte sich an Anna mit einem sparsamen Lächeln in den Mundwinkeln. „Kilian hatte an dem Tag länger Unterricht. Eóin ging allein nach Hause. Wir wissen sicher, dass er das Schulgelände verlassen hat. Dies zeigen die Überwachungskameras der Schule. Die Kameras einer Tankstelle zeigen, dass er auch in diese Straße eingebogen ist. Er kam nur nicht zu Hause an. Kurz vor fünf erhielten wir den Anruf von Mrs. Bowen.“
     Katharina fügte erklärend hinzu: „Ich dachte, er ist zu Freunden gegangen oder wurde in der Schule aufgehalten. Manchmal vergisst er die Zeit, wenn er in der Bibliothek sitzt. Aber nachdem ich alle angerufen hatte, die infrage kamen ...“ Katharina stockte, seufzte tief und fuhr dann fort. „... alle Freunde abgeklappert, in der Schule angerufen, sogar seine Lehrer angerufen hatte, wurde mir klar, dass etwas passiert sein musste.“
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