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TASCHENBUCH
 
Verrat
Verfasser: Ariana Lambert (3)
Verlag: Brighton (55)
VÖ: 6. Dezember 2019
Genre: Kriminalroman (7481)
Seiten: 250 (Taschenbuch-Version), 158 (Kindle-Version)
Themen: Anwälte (721), Auftrag (955), Dublin (68), Ermittlungen (1276), Intrigen (1203), Irland (381), Verrat (1053)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Eine Berliner Anwältin wird nach Dublin gerufen, um bei der Suche nach einem verschwundenen Kind zu helfen. Alle Spuren werfen mehr Rätsel auf und keine ist wirklich vielversprechend. Eine spannende Suche mit der irischen Garda durch Dublin.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Ariana Lambert für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Ariana Lambert gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Anna saß auf einer Bank am Fenster eines kleinen, noch leeren Pubs und blickte auf das Durcheinander der Menschen auf der Straße. Bunte Figuren, ein jeder mit seinen Angelegenheiten beschäftigt. Sie bestellte ein Steak, medium, mit Avocado-Salat und gerösteten Zwiebeln. Während sie auf das Essen wartete, schrieb sie Katharina, dass sie angekommen war. Ein paar Sekunden später summte ihr Telefon. Eine Nachricht von Katharina.
     Ich bin halb vier mit einem Garda verabredet. Können Sie dazukommen? Ich schicke Ihnen unseren Wohnort. VG. Katharina.
     Ein erneutes Summen war zu vernehmen und auf ihrem Display erschien der kleine Ausschnitt einer Karte mit einem roten Pfeil als Markierung. Katharinas Wohnort. Dort musste sie hin. Anna klickte auf die Karte, die sich in ihrer Maps-App öffnete. Mit Daumen und Zeigefinger verkleinerte Anna den Ausschnitt. Offenbar musste sie nach Clonskeagh, in ein Wohngebiet etwa fünf Kilometer von der City entfernt.
     Nach dem opulenten Lunch beschloss Anna, noch eine Runde zu laufen und sich dann am St. Stephen’s Green ein Taxi zu nehmen.
     Sie lief zügig in Richtung Temple Bar. Nach dem langen Sitzen in Flugzeug und Bus und dem reichlichen Essen tat ihr die Bewegung sehr gut. Das vor allem bei den Touristen beliebte Ausgehviertel war tagsüber nett, aber unscheinbar. Bei ihrem letzten Besuch, der nun schon mehr als zehn Jahre zurücklag, hatte sie die mannigfaltigen und zahlreichen Pubs bei Nacht erlebt. Wie eine nie enden wollende Party strömte nachts das Leben in den schmalen Gassen von einer Bar zur nächsten. Feiernde und lustige Menschen aller Nationalitäten und jeden Alters mit nur einer einzigen Gemeinsamkeit: Sie wollten das Leben genießen und Spaß haben.
     Für einen kurzen Moment kam ihr ein Bild des letzten Besuches auf der Insel in den Kopf, verschwommen und unvollständig, als würde ein alter Diafilm vor ihrem Auge ablaufen. Eine Woche Wandern, Erholen, Luftholen und Krafttanken. Mit Chris. Den ersten Tag ihres Urlaubs hatten sie hier in Dublin verbracht. Sich an den Händen haltend waren sie durch die Gassen geschlendert, hatten zu viel Guiness und Cider getrunken, miteinander gealbert, gelacht, sich von den fröhlichen Menschen und bunten Bildern der Stadt berauschen lassen. Erst in den frühen Morgenstunden waren sie in ihr kleines Bed-and-Breakfast zurückgekehrt, hatten sich trotz Müdigkeit und Alkoholrausches lange geliebt und fast den ganzen Vormittag geschlafen. Aus heutiger Sicht erschien ihr die Zeit damals unbeschwert und glücklich. Wer hätte ahnen können, wie anders ihrer Leben verlaufen würde.
     So viele Jahre war das her. Als noch alles in Ordnung war. Vor dem Unfall.
     Bevor das Schicksal sie mit dreißig zur Witwe machte und ihr Leben zerstörte.
     Anna schüttelte den Kopf. Als wären Erinnerungen nur Staubkörnchen, die man einfach abschütteln könnte. Die schönen Erinnerungen waren immer gepaart mit der Erkenntnis, dass dies alles vorbei, zerstört war. Das eine gab es nicht ohne das andere. So wie sie bei jeder Zigarette wusste, dass sie das Rauchen aufgeben sollte. Jeder genussvolle Zug wurde von einem schlechten Gewissen begleitet. So war das in ihrem Leben, alles Gute wurde von dem Gedanken getrübt, dass nichts gut war, es immer eine Schattenseite gab.
     Um die Menschenmassen in der Grafton Street zu umgehen, schlug Anna eine Seitenstraße ein. Sie erinnerte sich entgegen ihren Vorsätzen an einen Kaffee, den sie auf den unbequemen Stühlen vor dem Café Bestseller getrunken hatten. Und an die Bleistiftzeichnung, die sie von einem der Künstler gekauft hatten, die vor dem St. Stephen’s Green ihre Arbeiten anboten. In irgendeinem Karton auf dem Dachboden in ihrem Haus in Berlin lag das Bild, um das sie Chris damals regelrecht anbetteln musste, weil er es für Kitsch und völlig überteuert gehalten hatte.
     Die Flut an Erinnerungen hatte Anna völlig unterschätzt. Es gab in dieser Stadt einfach zu viele Ecken, die eine Erinnerung auslösen konnten. Jede Erinnerung begleitet von dem Schatten, den das Schicksal darüber ausbreitete.
     Konzentrier dich. Es war definitiv nicht die rechte Zeit für selbstmitleidige oder selbstzerstörerische Erinnerungen.
     Sie stieg in ein Taxi und nannte dem Fahrer die Adresse.
     Die Fahrt führte an dem großen Areal des St. Stephen’s Green vorbei, der vollständig umzäunt war mit einem schmiedeeisernen Zaun, dessen Pfähle wie schwarze, auf Hochglanz polierte Speerspitzen bedrohlich in den Himmel ragten. Von der Straße aus führte kein Blick in das Innere des hübschen Parks; ein wildes Dickicht aus wuchernden Büschen und hohen, uralten Bäumen ummauerten ihn vollständig. Der Fahrer bog ab und sie fuhren eine lange Straße entlang, die die irische Metropole in jedem Reiseführer symbolisieren könnte: links und rechts nur durch schmale Gassen unterbrochene Häuserreihen aus rotem Backstein, ein Eingang neben dem anderen mit aufwendig geschnitzten Holztüren, die sich lediglich in ihren Farben unterschieden, und hohen, einfach gearbeiteten Fenstern. Breite, von eisernen Geländern umrahmte Treppen führten zu den Eingängen. Viele der Häuser schienen erst unlängst aufwendig renoviert; alles wirkte sauber und schick. Hinter der nächsten Kreuzung erinnerte die Gegend plötzlich an einen Vorort. Die Straßen waren breiter. Die Häuser wirkten familiärer, große Familienautos standen in den Einfahrten neben Fahrrädern oder den in Dublin sehr beliebten Elektrorollern. Das Wohnviertel wirkte sehr ordentlich und sauber. Ein Häuschen schmiegte sich an das nächste, davor kleine, überschaubare Vorgärten.
     Familiäre Idylle.
     Vorstadt-Behaglichkeit.
     Früher hätte sie eine solche Gegend als kleinbürgerlich bezeichnet.
     Ganz früher.
     Heute wohnte sie selbst in ähnlich spießiger Umgebung. Klar, als Chris und sie sich für das riesige Haus in Grunewald entschieden hatten, waren sie noch voller Pläne für eine Zukunft mit Kindern, Gartenpartys und Drittauto. Wie es sich gehörte. Die Straße lag ruhig. Nur Anwohner durften sie befahren. Große Kastanien und Eichen säumten die schmalen Gehwege. Die auf den ersten Blick eckig und kompakt wirkende Villa stammte wie viele der Nachbarhäuser aus den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts und hatte sie viel Geld gekostet. Sie hatte in ihrer Festanstellung bei der Regierung gut verdient und Chris war ohnehin als Staatsanwalt und Beamter mit einer guten Bonität gesegnet, sodass es kein Problem gewesen war, die Bank zu überzeugen. Vier Stufen führten auf eine kleine Veranda, auf der früher Hortensien in Terrakotta-Krügen standen. Jetzt waren dort riesige Haufen von Laub aufgetürmt. Im Untergeschoss hatten sie Wände herausgerissen und sich einen geräumigen Wohn- und Essbereich geschaffen, mit einer offenen Küche und Kücheninsel. Alles in Weiß und Grau, ausgenommen das dunkelgrüne Sofa und die Sitzkissen der Stühle um den Eichentisch, welche im gleichen Ton gehalten waren. Den Esstisch, an dem bequem acht Personen zu Abend essen konnten, hatte ihnen ein bekannter Tischler aus dem Spreewald gezimmert. Er hatte ein kleines Vermögen gekostet, war dafür ein echter Hingucker. Im Obergeschoss hatten sie neben dem großen Schlafzimmer und begehbaren Kleiderschrank zwei Kinderzimmer eingeplant, die mit einer zweiflügeligen Tür miteinander verbunden waren. Eines der Zimmer hatte sie schließlich zum Bügelzimmer umfunktioniert, in dem nur das Bügelbrett stand. Das andere Zimmer stand leer. Sie hatten Pläne gehabt, wie es eingerichtet werden sollte, dieser Traum war jedoch jäh geplatzt. Bis heute konnte sie es nicht mehr betreten.
     Im nicht besonders großen, aber wunderschönen Garten mit altem Baumbestand, verwunschenen Hecken und einem kleinen Gartenhäuschen wurden nur wenige Male gemütliche Gartenpartys gefeiert. Heute verwilderte er. Zwei Mal im Jahr kam Annas Vater aus dem Spreewald und mähte den Rasen, beschnitt die Sträucher und Bäume. Sie würde sonst einwachsen und eines Morgens nicht mehr aus der Tür hinaustreten können, befürchtete er. Anna war das nicht recht. Sie wusste, dass ihr Vater altersbedingt nicht mehr in der Lage war, sich um ihren Garten zu kümmern, aber er nahm dies als Gelegenheit, seine Tochter, die ihn nicht sonderlich oft besuchte, zu sehen. Seit ihre Mutter vor fünf Jahren gestorben war und ihr Vater mit seiner Jugendliebe zusammenlebte, fiel es Anna schwer, in ihre Heimatstadt zu fahren. Sie freute sich, ihren Vater zu sehen, nicht aber sein aufgetakeltes Anhängsel mit den langen Fingernägeln und hohen Absätzen. So blieb es ein stilles Arrangement zwischen Vater und Tochter und beide taten so, als wäre es selbstverständlich. Sie sahen sich mindestens zwei Mal im Jahr und Annas Garten sah nicht ganz so verwahrlost und wild aus.
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