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TASCHENBUCH
 
Eine Minute
Verfasser: Elisabeth Ligensa (4)
Verlag: Eigenverlag (14380)
VÖ: 12. Mai 2019
Genre: Gegenwartsliteratur (2717)
Seiten: 236 (Taschenbuch-Version), 238 (Kindle-Version)
Themen: Begegnungen (2349), Beziehungen (1459), Briefe (492), Rettung (418)
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Die erschütternde Geschichte einer späten Liebe und ihres Niedergangs, geschrieben als Brief an den Ex

50 Jahre alt und vor dem Zusammenbruch ihrer Existenz: Für diese Frau ist die Begegnung mit einem charmanten, erfolgreichen und vermögenden Mann die Rettung in letzter Minute. Obwohl er noch verheiratet ist, wollen sie gemeinsam ein neues Leben beginnen. Das Paar baut ein Haus, schafft einen Hund an. Doch hinter dem Glück schwelen Konflikte. Der Mann entpuppt sich als Rechthaber und Geizkragen. Er verletzt den Stolz der Ich-Erzählerin und geht sogar noch weiter, um ihre Seele zu zerstören. Ein Psychodrama bahnt sich an.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Elisabeth Ligensa für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Elisabeth Ligensa gibt es auf ihrer Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Ich gebe zu, dass es mir eine gewisse Genugtuung bereitet, mir vorzustellen, wie Du Dich von Fast Food ernähren wirst und um Dich herum das Chaos immer größer werden wird. Es wird ein paar Wochen dauern, bis Du es bemerken wirst. Dann wird kein Kaffee mehr da sein, kein Waschmittel. Dann wirst Du Dein Fertigpesto nicht mehr finden und schon gar nicht das amerikanische Müsli, das ich Dir regelmäßig gebacken habe. Dann werden die Kalkflecken im Bad gelb und die Fensterscheiben trübe. Ameisen werden bis in die Küchenoberschränke vorgedrungen sein. Aber diese Genugtuung wiegt nur wenige Gramm gegenüber der Tatsache, dass ich geglaubt habe, dass dieses Haus meine Heimat für immer sein würde.
     Seit Du weg bist, mache ich tatsächlich nichts, sitze nur da, behüte meinen Hund, schaue hinaus und rieche die Blütenluft. Wenn Wind aufkommt, segeln tausend rosa Blättchen von dem Zierapfelbaum zwei Grundstücke weiter. Der weite Blick nach vorn ist immer gleich, aber vor meinem inneren Auge zieht unsere Geschichte vorbei. Wie aus einer späten Liebe so ein heilloses Desaster werden konnte, zeichnet sich darin ab. Ich mag mich nicht mehr gern daran erinnern, weil alles von heute aus gesehen einen bitteren Beigeschmack hat.


2.


Wir begegneten uns vor zehn Jahren am Rande einer Pressekonferenz, mit der ich weiter nichts zu tun hatte. Ich begleitete lediglich eine Freundin, die als Fotografin gebucht worden war. Fünf Minuten vor Beginn nahm ich eine Tasse Kaffee vom Buffet und balancierte sie samt Untertasse durch eine schwere Glastür hinaus, um draußen noch schnell eine Zigarette anzuzünden.
     Dich sah ich nicht kommen, hörte nur plötzlich ganz nah bei mir jemanden rufen: „Das ist ja nett, dass es hier Kaffee gibt!“
     Dann nahm mir dieser Mann die Tasse aus der Hand und hob sie an seine Lippen. Über dem Tassenrand schauten mich helle, kluge, schalkhaft glitzernde Augen an.
     Ich war dermaßen aus dem Konzept gebracht, dass ich nur stottern konnte: „Ist aber kein Zucker drin!“
     Das machte Dir nichts. Erst jetzt nahm ich wahr, dass Du groß warst und gut aussehend. Du trugst ein helles Jackett, und eine Lesebrille steckte in der Hemdtasche darunter. Unter Deinem Arm klemmte eine rote Aktenmappe.
     „Solange Sie meinen Kaffee halten, kann ich mir ja endlich eine Zigarette anzünden!“, antwortete ich mit leichter Verzögerung und kramte grinsend in meiner Tasche nach der Schachtel und dem Feuerzeug.
     „Gern würde ich auch die mit Ihnen teilen, aber ich muss jetzt leider rein.“ Mit diesen Worten reichtest Du mir die Tasse zurück.
     Du hast dermaßen warm gelächelt, dass ich mich von einer Extrasonne bestrahlt fühlte. Zuletzt nahm ich noch wahr, dass Du in Begleitung warst. Vier Herren in Anzügen baten Dich mit unterdrückter Dringlichkeit höflich hinein. Du schautest Dich nach mir um, und ich lächelte zurück.
     Dass Du der Hauptgrund für die Pressekonferenz warst, begriff ich, als ich mich nach einigen Minuten hinein schlich und Dich vorn am Pult in der Mitte sitzen sah, flankiert von zwei Damen, die von den Journalisten wenig gefragt wurden. Während Du seriöse Antworten gabst und das kleine Publikum zum Lachen brachtest, begegneten sich unsere Blicke immer wieder, bis ich das Gefühl nicht mehr loswurde, dass wirklich etwas passiert war.
     Nach der Pressekonferenz wartete ich draußen, bis meine Freundin ihre Sachen zusammengepackt hatte. Ich sah auch Dich heraustreten und beobachtete, wie sich sofort eine Menschentraube um Dich bildete. Aber dann hast Du Dich entschuldigt, sie alle stehengelassen, kamst quer über den Vorplatz auf mich zu.
     „Freut mich sehr, dass wir uns kennengelernt haben!“, sagtest Du, und Dein ganzes, schönes, schmales Gesicht war mir zugetan.
     „Das kann ich nur zurückgeben“, antwortete ich ebenso überförmlich.
     Dann lachten wir beide.
     Zu meiner Überraschung hatte ich plötzlich Deine Visitenkarte in der Hand. Verlegen suchte ich in meinem Portemonnaie nach meiner eigenen. Als ich sie Dir reichte, drücktest Du kurz meine Hand. Dann kam ein Mann auf Dich zu, wies auf eine geparkte, dunkle Limousine, eilte vor und öffnete Dir die Wagentür. Bevor diese zuschlug, sah ich noch Deinen winkenden Arm.
     Im Auto meiner Freundin seufzte ich: „Ich glaub, ich habe mich in diesen Mann verschossen.“
     „Vergiss es. Er ist dreißig Jahre verheiratet. Kannst Du bei Wikipedia nachlesen.“
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