Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
42.830 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »miley5«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
Das Haus mit den traurigen Augen
Verfasser: Svea Kerling (2)
Verlag: Books on Demand (2524)
VÖ: 18. November 2019
Genre: Horror (1229) und Kurzgeschichtensammlung (1981)
Seiten: 180
Themen: Angst (710), Edgar Allan Poe (4), Trauer (334), Vampire (1407)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
BLOGGERNOTE DES BUCHS
noch nicht bewertet
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Leider existiert für »Das Haus mit den traurigen Augen« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Svea Kerling für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Svea Kerling gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Das Haus mit den traurigen Augen –
S. Kerling meets E. A. Poe

Seelenfrieden


Eine Weile schaute sie ihnen noch nach. Erst als die Meute nur mehr als ein dunkles Etwas in der Abenddämmerung zu erkennen war, fasste sie den Mut, ihren Blick abzuwenden. Es war ein ohrenbetäubendes Gegröle gewesen. Noch immer klangen die Schreie nach. Trunkener Jubel wechselte ab mit primitivem Gebrüll und gegenseitig zustimmendem Getöse.
     Sie hatte das Pack beobachtet, direkt in ihre Gesichter geblickt. In jene kalten toten Augen gesehen. Blind für jedes Anzeichen von Leben. Sie kannte ihre Gesichter. Eine kranke Form der Freude war ihnen abzulesen. Sie hatte ihre Fratzen genau beobachtet und nichts Menschliches darin erkennen können. Es waren nur mehr Masken, eine schrecklicher als die andere. Von Dämonen geschmiedet. Von Anwärtern getragen. Jedwede Barmherzigkeit hatten sie an die Hölle verkauft. Entstellte Grimassen, die sich am Leid anderer ergötzten. Sie labten sich am Elend, ergötzten sich an Marter.
     Es waren dieselben Monster, die dem Allmächtigen huldigten und ihn priesen. Heuchler, die nur dem Bösen dienten. Sie verbargen ihren wahren Glauben gekonnt hinter dem Schein der heiligen Instanz.
     Nunmehr war ihr Seelenopfer für niemanden mehr von Bedeutung. Unter Tage, als er sich noch die Seele aus dem Leib geschrien hatte, als das Entsetzen in seinen Augen noch deutlich zu erkennen war, da hatten sie noch gejohlt vor Freude. Doch ihre Euphorie war verstummt, in dem Augenblick, als der Schleier des Todes sich schützend über ihre Beute legte. Die Menge war befriedigt, ihre Gelüste gestillt. Für jenen Moment. Das grauenvolle Spektakel hatte sein Ende gefunden. Vorläufig.
     Sie hielt die Luft an, bündelte ihre Sinne und lauschte. Deutlich vernahm sie des Menschen letzten Atemzug. Ein Seufzen. Leise. Erlösend. Kein Wimmern. Sämtliches Wehklagen erloschen. Sie hatte diesen Anblick schon zu oft ertragen müssen. Dieser Augenblick, wenn die gepeinigte Seele sich dazu entschließt, das Leben ziehen zu lassen. Es war jener Moment, in dem man sich der Ausweglosigkeit bewusst wurde. Dann, wenn man die Endlichkeit des eigenen Leibes in sich aufnahm. Wenn das Leben dem Tod Platz machte. Wenn es sich bereitwillig und aus freiem Willen zurückzog.
     Ein letzter Kampf, ein letztes Aufbäumen, bis man es endlich verinnerlicht hatte. Ein letzter quälender Atemzug, nur um dann endlich loszulassen. Das Leben freizulassen und ihn willkommen zu heißen. Ihn, nach dem sich zu diesem Zeitpunkt alles in einem gequälten Körper sehnte: den Tod. Der Tod wollte nur eines: jene erlösen, die nach ihm riefen und ihn darum baten, sie von den Schmerzen zu befreien. Er kam als das, was er war. Als ein treuer Gefährte. Als eine Erlösung. Das Ende war immer gleich. Es waren nur Nuancen, die sich voneinander unterschieden. Ein bisschen höher, bisschen länger, klein wenig kürzer. Lauter, leiser. Doch nie war der Weg zur Erlösung auch nur um eine Spur gnädiger.
     In diesem Wald überlebten nur die Furchtlosen und die Kämpfer. Und das waren sie alle gewesen. Alle, die sie hier im Wald Zuflucht gesucht hatten. Ständig auf der Hut. Ständig auf der Flucht vor dem Grauen, das die Monsterhorden mit sich brachten. Die Menschen besaßen nur sich selbst und die Furcht, die sie vorantrieb. Die Furcht hielt sie am Leben. Hier gab es keinen Platz für Hoffnung.
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2020)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz