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Notruf Deichklinik 10 - Wie ein Fels in der Brandung
Verfasser: Edna Schuchardt (44)
Verlag: Klarant (600)
VÖ: 16. November 2019
Genre: Romantische Literatur (18111)
Seiten: 123
Themen: Deich (19), Krankenhaus (466), Nordsee (262), Ostfriesland (451)
Reihe: Notruf Deichklinik (10)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Die junge Ostfriesin Jenna hat ihren geliebten Bruder verloren. Böse Zungen behaupten, sie habe ihn getötet. Auch dass die Auricher Kriminalpolizei den Tod zwar routinemäßig untersucht, aber keinerlei Hinweise auf ein Verbrechen gefunden hat, bringt die brodelnde Gerüchteküche in Norddeich nicht zum Schweigen. Besonders ihre Nachbarin Tine tut sich als unerträgliche Dreckschleuder hervor. Halt findet Jenna in ihrer Liebe zu Simon, doch der schreckliche Verdacht hängt wie ein Damoklesschwert über ihrer Beziehung. Simon will sie heiraten, aber sein Vater, der einflussreiche Chefarzt des Emder Klinikums, Prof. Dr. Dr. Michels, ist strikt dagegen: Eine Frau mit solch einem Ruf kommt auf gar keinen Fall in seine Familie. Er droht Simon, ihn zu enterben und ihm beruflich Steine in den Weg zu legen, so dass er keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt. Wie wird Simon sich entscheiden? Steht er zu seiner ostfriesischen Liebe oder wählt er die lukrative Karriere als Chefarzt an einer Privatklinik?
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Rena Larf vom Klarant Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Edna Schuchardt gibt es bei Facebook und bei Instagram.
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01. Kapitel


Die alte, im gotischen Stil erbaute Kirche von Greetsiel war bis auf den letzten Platz mit festlich gekleideten Besuchern besetzt, es waren alle da, die man geladen hatte. Seit geraumer Zeit warteten sie auf die Dinge, die da kommen sollten. Inzwischen war ihre Unruhe hörbar, ein Tuscheln und Raunen lag über den Köpfen, während die Füße unruhig auf dem Boden scharrten. Derweil mühte sich der Kantor mit einer Bach-Fuge, die er immer aufs Neue variierte.

Inga Petersen lehnte ganz hinten an der Wand und sah gelangweilt auf den kleinen Strauß in ihrer rechten Hand, der die ersten Anzeichen des Welkens zeigte. In der Sakristei wartete der Bräutigam, die Braut saß dagegen immer noch in der Kutsche, die ihr Vater extra für diesen Tag gemietet hatte.
     Peer Jansen, der zweite Trauzeuge, umrundete wieder und wieder das Taufbecken. Längst hätte die Trauungszeremonie beginnen sollen. Doch es tat sich nichts. Die Ursache dafür hatte Inga bisher nicht ergründen können, aber irgendjemand in der Nähe hatte geflüstert, dass der Pastor nicht aufzufinden sei. Das konnte durchaus möglich sein, wenn man der Miene des Küsters trauen wollte, die immer verzweifelter wirkte, während er hektisch hin und her lief.
     Sollte der gute Hauke doch noch mit heiler Haut davonkommen? Nachdenklich zupfte Inga an einer Margeritenblüte, während sie an ihre Cousine Freya dachte, die draußen in einem Berg aus Seide und Tüll auf ihre Trauung wartete.
     Es waren keineswegs familiäre Gefühle, die Inga dazu veranlasst hatten, Trauzeugin zu spielen. Einzig die Drohung ihres Vaters, ihr das üppige Taschengeld extrem zu kürzen, hatte sie von der Notwendigkeit überzeugt, an der Zeremonie mitzuwirken. Tatsache war nämlich, dass Inga ihre Cousine auf den Tod nicht ausstehen konnte. Damit war sie allerdings nicht alleine. Die meisten Menschen teilten diese Antipathie mit ihr, denn Freya war alles andere als eine angenehme Zeitgenossin. Und als hätte ein schlechter Charakter alleine nicht gereicht, hatte die Natur sie auch noch mit einem unansehnlichen Äußeren ausgestattet. Selbst nach mehreren Stunden unter den Händen des besten Visagisten und Coiffeurs von Paris und in extra für sie geschneiderten Kleidern glich Freya immer noch fatal einem Mops, der unter chronischen Magenbeschwerden litt.
     Wie sie es dennoch geschafft hatte, sich den gut aussehenden Hauke Endowill zu angeln, war Inga ein Rätsel. Es gab eigentlich nur eine Erklärung: Freyas Vater hatte dem zukünftigen Schwiegersohn so hohe goldene Berge angeboten, dass dieser einfach nicht hatte widerstehen können. Fokko Harmsen gehörte die Harmsen-Werft, die Segel- und Motoryachten für die Reichen und Superreichen aller Länder baute und in der Hauke seit drei Jahren arbeitete.
     Der junge Mann brachte alle Voraussetzungen mit, um später einmal die Werft zu leiten. Er stammte aus kleinen Verhältnissen, aber seine Intelligenz und sein unglaublicher Ehrgeiz hatten ihn mit den besten Examensnoten belohnt. Grund genug für Fokko Harmsen, den jungen Hochschulabsolventen von der Uni weg in sein Unternehmen zu holen. Inga konnte sich gut vorstellen, dass Fokko ihm dabei nicht nur die gut dotierte Stellung, sondern auch seine Tochter angeboten hatte. Die Aussicht, demnächst ein ganzes Werk leiten zu dürfen und, ausgestattet mit einem dicken Geldpolster, zu den Reichen und Mächtigen des Landes zu gehören, machte die Hässlichkeit der Zugabe durchaus erträglich.

Die Gäste wurden immer unruhiger, was den Organisten dazu veranlasste, sein Instrument noch mehr zu quälen. Mitten in das Tosen und Brausen der Pfeifen hinein kam plötzlich der Küster durch die Nebentür gefegt. Seine Blicke hasteten über die Köpfe der Anwesenden und blieben schließlich an Fokko Harmsen hängen. Dieser sah sich hektisch um, ehe er dem Küster entgegeneilte. Die beiden tuschelten aufgeregt miteinander, dann rannte Fokko aus der kleinen gotischen Kirche. Die Gäste starrten ihm verwundert hinterher. Der Küster erklomm indessen die Kanzel, wo er laut in die Hände klatschte, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

„Meine Damen, meine Herren, liebe Hochzeitsgäste“, begann er seine Rede, als alle Blicke auf ihm ruhten. „Ich muss Sie bitten, sich noch eine kleine Weile zu gedulden. Wir haben ein kleines Problem, das aber sicher bald behoben sein wird.“
     Aus den Bankreihen erhob sich erneutes Raunen. Was mochte das wohl für ein Problem sein, von dem der Küster gesprochen hatte? War etwa der Bräutigam verschwunden?

Nein, das war ganz und gar nicht der Fall. Hauke Endowill wartete brav in der Sakristei und sah ergeben seinem Schicksal entgegen. Er war sich absolut im Klaren darüber, dass er eine reine Geschäftsehe einging, die nichts, aber auch gar nichts mit Liebe oder auch nur Zuneigung zu tun hatte. Aber diese Ehe sicherte ihm seine Zukunft und das war ihm der Verlust seiner Freiheit wert.
     Nein, Hauke Endowill dachte nicht daran, seine Braut zu blamieren. Es war der Pfarrer, der die Eheschließung sabotierte. Der Gottesmann lag auf dem historischen Friedhof hinter der kleinen Kirche, lang hingestreckt neben einem der alten Grabsteine. Der laue Septemberwind blähte seinen Talar, seine weit aufgerissenen Augen starrten gen Himmel, ohne die Wolken zu sehen, die gemächlich dahinsegelten. Der gute alte Pastor sah und hörte nichts mehr von dem, was um ihn herum geschah. Er war tot, mitten aus dem Leben gerissen worden und ohne vorher noch seines Amtes zu walten.

Fokko Harmsen nahm ihm das sehr, sehr übel.
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