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TASCHENBUCH
 
Die Gebote des Templers
Verfasser: Tom Melley (1)
Verlag: epubli (1005)
VÖ: 16. Oktober 2019
Genre: Historischer Roman (3810)
Seiten: 417 (Taschenbuch-Version), 337 (Kindle-Version)
Themen: 12. Jahrhundert (112), Artefakte (231), Bundeslade (5), Festung (68), Jerusalem (52), Mission (595), Orden (152), Rache (1708), Tempelritter (55)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Tom Melley für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Tom Melley gibt es auf seiner Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Mittlerweile nahmen diese Tätigkeiten für die Zuwanderer so viel Zeit in Anspruch, dass er kaum noch dazu kam in den alten Schriften seines Volkes zu lesen, die er so liebte und von denen sich Dutzende im Regal hinter ihm stapelten.
     Ismael kraulte sich den dichten, weißen Bart und ein Lächeln vertiefte die zahlreichen Falten in seinem Gesicht. Er schaute blinzelnd aus dem Fenster, durch das er fröhliches Vogelgezwitscher und lachende Kinder hörte. Ein lauer Wind strich in seine aufgeräumte kleine Werkstatt im ersten Stock des Hauses und trug den süßlichen Duft des blühenden Mandelbaums hinein, der unten im kleinen Innenhof wurzelte.
     Das Schicksal hat sich zu meinen Gunsten gewendet. Jerusalem, die Heilige Stadt der alten Wunder, verdient ihren Beinamen.
     Dabei war es erst zwei Jahre her, dass er selbst als heimatloser Flüchtling hier ankam.
     Mühevoll und gefährlich war die Reise aus den kalten deutschen Landen bis hierher gewesen. In Köln hatte er fast fünfzig Sommer seines Lebens in Frieden verbracht, bis fanatische christliche Wallfahrer Juden als Jesusmörder verleumdeten und mitverantwortlich für den Verlust der Heiligen Stadt an die Muslime machten. Wilde Haufen beutegieriger Söldner, die zu arm für eine Pilgerreise ins Heilige Land waren, begannen seine Freunde und Nachbarn reihenweise auszuplündern und schließlich aufzuhängen. Die Bürger Kölns und der Adel zeigten sich machtlos und ließen die Schlächter ungeschoren. Wohl auch, weil sie so ihre Schulden bei den geldverleihenden Juden bequem loswurden. Ismael entkam dem Gemetzel mit einigen weiteren Überlebenden und sah, trotz seines fortgeschrittenen Alters, keine andere Möglichkeit als ein neues Leben zu beginnen und zu seinem jüngeren Bruder Esau nach Jerusalem zu fliehen.
     Esau war Witwer, lebte dort allein mit seiner Tochter Leah und betrieb ein einträgliches Geschäft als Geldwechsler. Er hatte seinen Bruder lange vor den furchtbaren Ereignissen eingeladen, künftig in der Stadt ihrer Vorfahren bei ihm zu wohnen. Leider sah er ihn nie wieder. Ein paar Tage bevor Ismael nach langer Flucht in Jerusalem ankam, starb Esau an einem Herzleiden und hinterließ ihm sein Haus im Judenviertel und ein beachtliches Geldvermögen.
     Dafür übernahm Ismael die Vormundschaft für seine unverheiratete Nichte Leah, denn es waren keine weiteren Verwandten mehr in der Stadt, die sich um die junge Frau hätten kümmern können. Ihre beiden älteren Brüder trieben bereits seit langer Zeit Handel mit Getreide und Wolle im fernen Antiochia.
     Ismael eröffnete eine Goldschmiedewerkstatt im Haus und schon nach kurzer Zeit florierte das Geschäft auf Grund seiner hohen Kunstfertigkeit zu günstigen Preisen. Die jüdischen Mitbürger bewunderten seine Belesenheit, Weisheit und Gottesfürchtigkeit und erhoben ihn bald darauf zu ihrem Rabbi.
     In seiner neuen Heimat wurde er nicht mehr verfolgt und gedemütigt. Hier stand er unter dem Schutz des Sultans, zahlte die Dschizya, eine Kopfsteuer, welche alle geduldeten Nichtmuslime in seinem Reich entrichten mussten und fühlte sich glücklich wie selten im Leben. Köln und seine mordlüsternen Bürger verblassten langsam in seiner Erinnerung. Vergessen aber konnte er sie nie.
     Ein ungeduldiges Klopfen an der Tür riss ihn aus seinen Gedanken.
     »Onkel, Onkel! Mach bitte auf!«
     Ismael stemmte sich vom Hocker und schlurfte zur fest verrammelten Holztür seines Arbeitszimmers. Viele Kostbarkeiten lagerten hier in der Werkstatt, im Obergeschoss des bescheidenen Hauses: Vorräte an kleinen goldenen und silbernen Barren, Rohdiamanten, Lötzinn, Bleikugeln, Kupferdraht und seltene Werkzeuge zur Herstellung von Schmuck und Geschmeide. Hinzu kamen alte, unbezahlbaren Papyrusrollen, in denen die Geschichte des jüdischen Volkes von Beginn an aufgezeichnet war.
     Vorsichtshalber hatte er gegen Diebe und Einbrecher schwere Riegel aus Hartholz von innen und außen anbringen lassen, die er jetzt aus ihren Haspen hob.
     Er öffnete die in den Angeln knarrende Tür einen Spalt und sah seiner Nichte Leah in die dunkelbraunen Augen.
     »Was gibt es, Kind? Ich möchte das Licht noch nutzen, um zu lesen. Wenn du bereits das Essen fertig hast, bring es mir bitte herauf.«
     Leah schüttelte ihre halblangen, dunkelbraunen und lockigen Haare. »Nein, Onkel, du hast Besuch. Ein Muslim steht vor unserem Haus und will dich dringend sprechen.«
     Ismaels aschgraue Augenbrauen hoben sich. Ein Muslim. Das kam selten vor. Vielleicht ein Bote des Statthalters. Der Armreif war erst für den nächsten Tag bestellt, der Emir war aber für seine Ungeduld bekannt.
     »Bitte ihn doch herein. Ich bin gleich unten. Biete ihm einen süßen Tee an und sieh, dass er es bequem hat.«
     Leah nickte und lief rasch die Treppe hinab.
     Gutes Kind, dachte Ismael und ging zum Fenster, um es mit dem schweren hölzernen Fensterflügel und einem Querbalken fest zu verschließen. Obwohl, Kind kann ich sie wahrlich nicht mehr nennen. Seine Nichte zählte immerhin gute achtzehn Sommer und war eine zierliche schöne und erwachsene Frau, wie er sich eingestand. Ihre Mutter starb, als sie zwölf Jahre alt war. Sie musste früh Verantwortung für den Haushalt ihres Vaters übernehmen und sich um ihre beiden Brüder kümmern, ehe sie nach Antiochia auszogen, wo sie ihr eigenes Leben führten. Gewissenhaft führte Leah die Geschäftsbücher ihres Vaters. Sein unvermittelter Tod nach kurzer Krankheit traf sie hart. Umsichtig, freundlich und herzensgut umsorgte sie nun ihren Onkel, der froh war sie in seinem hohen Alter als tatkräftige Hilfe bei sich haben zu dürfen.
     Das Gehen fiel ihm nicht mehr leicht, seine knirschenden Kniegelenke machten ihm zu schaffen. Er schlurfte zurück in die Werkstatt, legte den Armreif in ein mit grüner Seide ausgeschlagenes Kästchen aus Walnussholz und verstaute es sorgfältig in der Schublade seines Arbeitstisches. Beim Hinausgehen zog er die Tür seiner Kammer kräftig hinter sich zu und verriegelte auch diese sorgfältig mit einem Vorhängeschloss. Dann stieg er vorsichtig die steile Treppe hinunter, die direkt in den Wohnraum des Hauses führte.
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