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TASCHENBUCH
 
Die Gebote des Templers
Verfasser: Tom Melley (1)
Verlag: epubli (997)
VÖ: 16. Oktober 2019
Genre: Historischer Roman (3807)
Seiten: 417 (Taschenbuch-Version), 337 (Kindle-Version)
Themen: 12. Jahrhundert (112), Artefakte (230), Bundeslade (5), Festung (68), Jerusalem (52), Mission (594), Orden (152), Rache (1705), Tempelritter (55)
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Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Tom Melley für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Tom Melley gibt es auf seiner Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Pierre eilte schluchzend in die Festung der Templer zurück. Er weckte den Kaplan der Brüder und beichtete ihm voller Scham und Ekel seine Vergewaltigung aus ehrlicher Angst vor Höllenfeuer und ewiger Verdammnis. Gleichzeitig zeigte er Guillaume als Verführer und Vergewaltiger eines Untergebenen an und entband den Geistlichen damit von seinem Beichtgeheimnis.
     Der Kaplan war erschüttert, beruhigte den zitternden Knaben und schickte ihn in seine Kammer. Am nächsten Morgen unterrichtete er den Großmeister. Als hätte er auf eine solche Gelegenheit gewartet, reagierte er sofort.
     Guillaume wurde nach seiner Rückkehr in den Tempel verhaftet und verlor auf der Stelle den weißen Habit, den Mantel eines Ritterbruders, das sichtbarste Zeichen seines hohen Standes. Von Stund an musste er dunkles, grobes Sackleinen tragen. Seine Waffen, Schwert, Lanze, Schild und Kettenpanzer nahm man in Verwahrung und er durfte seine Zelle nur noch zu den täglichen Gottesdiensten verlassen. Einer Kerkerhaft in Ketten stimmte der Großmeister vorerst nicht zu. Die schweren Anschuldigungen eines niederen Knappen gegen einen adligen Ritter bedurften einer eingehenden Prüfung, bevor man eine harte Maßnahme wie diese anwenden durfte.
     Guillaume nutzte den günstigen Umstand, ohne Zögern aus. Der vertrauensselige und unbedarfte Knappe besuchte seinen ehemaligen Herrn während einer mondlosen Nacht in seiner Zelle. Es wäre nie seine Absicht gewesen, den Turkopolier anzuzeigen, angeblich hätte ihn der Kaplan dazu gedrängt, erklärte er stammelnd. Einzig die Sünde der Sodomie wollte er ihm beichten und dafür Absolution erhalten. Niemals hätte er Guillaume schaden wollen, es würde ihm unfassbar leidtun, dass sein Gebieter so schwer bestraft wurde.
     Unbedachte Worte können größere Wunden als Schwerter schlagen. Guillaume nahm den törichten Knappen mit leidvoller Miene in die Arme, ganz so, als wolle er ihn trösten und ihm verzeihen. Doch dann brach er ihm mit einem kräftigen Ruck das Genick. Mit großer Mühe und ungesehen schaffte er die Leiche auf den Turm der Templerkirche und stieß sie hinab.
     Beim Gedanken an diese Nacht zogen sich Guillaumes Augenbrauen zusammen. Sein Gesicht erstarrte zu einer verbissenen Fratze. Wäre der tumbe Bursche nicht zu ihm gekommen, könnte er jetzt noch leben. Der kleine Pierre wird nie wieder sein geschwätziges Maul als Ankläger aufreißen. Die Schuld für seinen Tod liegt nicht bei mir.
     Später wurde Pierres nächtlicher Sturz vom Kirchendach von allen als nachvollziehbare Selbstbestrafung für seine Sündhaftigkeit angesehen. Dennoch stellte die Tat ein unverzeihliches Verbrechen vor Gott dar, der allein über Leben und Tod zu entscheiden hatte. Jetzt lag er in ungeweihter Erde vor den Mauern der Stadt, so wie man immer mit Selbstmördern verfuhr.
     Durch das Zellenfenster drang plötzlich aufgeregtes Stimmengewirr einer großen Menschenansammlung zu ihm herauf. Erneut stand er auf und blickte hinaus.
     Die Armenspeisung begann. Hungerleider, Tagediebe und Bettler, die sich jeden Nachmittag im Hof der Templerburg zahlreich versammelten, drängten sich fluchend und schreiend um die Tafeln, auf denen sich in Töpfen und Weidenkörben die Reste des Mittagsmahls der Kriegermönche befanden. Sieben dienende Brüder verteilten das Essen und schenkten dünnes Bier aus. Ein bewaffneter Tempelritter versuchte Ordnung in die vor Schmutz und Ungeziefer starrende, in Lumpen gehüllte Menge zu bringen, damit sie in ihrer Gier nicht die Tafeln umstürzten.
     Diesen Aufsichtsdienst musste auch Guillaume kurz nach seinem Eintritt in den Orden vor vielen Jahren versehen. Noch heute widerten sie ihn an, diese Kranken, Verstümmelten und Gestrandeten, die froher Hoffnung ins Heilige Land gekommen waren und hier nur ein Leben in Elend fanden. Akkon war zur Stadt des Abschaums und des Gesindels verkommen, seit der Heidensultan Saladin das lateinische Königreich mit einer Unzahl von Kriegern verwüstete und tausende Flüchtlinge an die schmalen Küstenabschnitte spülte, die in christlicher Hand verblieben waren.
     Die Bedürftigen zerrten sich gegenseitig Becher und Schalen aus den Händen und verschlangen hastig deren Inhalt, den viele von ihnen auf der Stelle wieder erbrachen, weil ihre dürren Bäuche und hungernden Mägen feste Nahrung nicht mehr gewöhnt waren.
     Guillaume wurde schlecht, wenn er an den sauren Geruch dachte. So wollte er niemals enden. Er wandte sich vom Fenster ab und wickelte mürrisch den Rest des harten Brotes in einen leinenen Tuchfetzen und ließ ihn achtlos auf sein Bett fallen. Der Hunger war ihm vergangen und er hockte sich wieder mit dem Rücken zur Wand nieder.
     Erneut beschlich ihn die bange Ungewissheit, wie man mit ihm verfahren würde. Auf Sodomie stand die schmachvolle Ausstoßung aus dem Orden, sogar lebenslange Kerkerhaft wäre möglich. Bei Verfehlungen mit Weibsbildern drohte der Verlust des weißen Habits für ein Jahr und einen Tag, wenn die Templerregeln großzügig ausgelegt werden würden. Andererseits hatte er alles in seiner Macht stehende getan, dass es nicht zu einer Verurteilung kommen konnte. Und er hoffte auf die Unterstützung seines besten Freundes, Marschall Raoul de Garlande.
     Schwere Schritte polterten auf dem Flur vor seiner unverschlossenen Tür und rissen ihn aus seinen Gedanken. Vielleicht sollte er jetzt Gewissheit darüber bekommen. Ein Tempelritter in voller Rüstung, den Helm unter seinen rechten Arm geklemmt, trat ohne Klopfen in Guillaumes unverschlossene Zelle ein.
     Das blutrote Tatzenkreuz auf der Schulter des schneeweißen Mantels schien neu aufgenäht zu sein und stach Guillaume sofort ins Auge. Solch einen prächtigen Umhang nannte er früher sein Eigen. Er kratzte sich den juckenden Hals, der vom harten Saum seiner groben Kutte wundgescheuert war.
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