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TASCHENBUCH
 
Die Gebote des Templers
Verfasser: Tom Melley (1)
Verlag: epubli (1006)
VÖ: 16. Oktober 2019
Genre: Historischer Roman (3815)
Seiten: 417 (Taschenbuch-Version), 337 (Kindle-Version)
Themen: 12. Jahrhundert (112), Artefakte (231), Bundeslade (5), Festung (68), Jerusalem (52), Mission (596), Orden (152), Rache (1709), Tempelritter (55)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Tom Melley für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Tom Melley gibt es auf seiner Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Zum Vorschein kamen mehrere rostige Nägel, ein verbogenes Kruzifix aus Eisen, silbern glänzende Teile eines Kerzenleuchters, zwei gut erhaltene Steigbügel und eine Vielzahl an Tonscherben mit christlichen Symbolen. Das Wertvollste in diesem Müllhaufen schienen jedoch vier Ringe aus dunklem Metall zu sein, die lose an kunstvoll geschmiedeten Scharnieren hingen.
     »Das alles überlasse ich dir für ...« Harit machte eine einladende Handbewegung, »... für zehn Dirham.«
     Er bemerkte den unentschlossenen Gesichtsausdruck des Juden, der skeptisch die angeblichen Schätze musterte und setzte hinzu: »Gut, ich sehe, es könnte dir gefallen und ich bin kein Unmensch. Acht Münzen sollen genügen.«
     Ismaels Augen wanderten über den Müll und sein Blick blieb an zwei hellgrauen Steinplatten haften, deren Ecken unter dem Schutt im hinteren Teil des Karrens hervorragten. Er trat näher und vorsichtig zog er eine von ihnen in das rötliche Licht der untergehenden Sonne.
     Sie war etwa zwei Ellen hoch und eine Elle breit, zwei Daumen dick und wog, als er sie anhob, etwa doppelt so schwer wie der Cherub.
     Er wischte die anhaftende Staubschicht mit den Händen vorsichtig ab. Kleine, eingehauene Schriftzeichen kamen zum Vorschein.
     Mit zusammengekniffenen Augen versuchte er sie zu entziffern. Er kannte diese Schrift. Alte, zerfaserte Papyrusrollen mit ähnlichen Buchstaben lagerten oben in seiner Sammlung und beschrieben die Handelsbeziehungen eines längst untergegangenen Seefahrervolkes zum Reich der Pharaonen. Langsam strichen seine Finger über den seltsam warmen Stein und zeichneten die Linien der Schrift nach.
     Ich bin JHWE, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.
     Die Übersetzung der sorgfältig eingemeißelten phönizischen Keilschriftzeichen ließ ihn erschauern. Mit diesem Satz begannen die zehn Gebote Gottes! Die ersten fünf waren hier eingemeißelt. Hastig zog er die zweite Steinplatte hervor, betrachtete sie ebenfalls eingehend und schüttelte ungläubig sein weißes Haupt. Wie auf der anderen Tafel fand er die fünf anderen Gebote eingeritzt.
     Dem Rabbi wurden die Knie weich, er taumelte benommen zurück und hielt sich an der Schulter des Muslims fest.
     »Was ist mit dir?«, fragte Harit erschrocken. »Du siehst aus, als würdest du in den feurigen Abgrund der Hölle sehen!«
     Ismael konnte nicht antworten. Donnernd grollten die Worte des Sefer Schemot, des zweiten Buch Mose wie ein entfesseltes Unwetter durch seinen Kopf: »Du sollst in die Lade das Gesetz legen, das ich dir geben werde. Und es war nichts in der Lade als nur die zwei steinernen Tafeln des Mose, die er hineingelegt hatte am Horeb, die Tafeln des Bundes, den der HERR mit Israel schloss, als sie aus dem Ägyptenland gezogen waren.«
     Wenn ihn nicht alles täuschte, lagen vor ihm wirklich die hervorragend erhaltenen Überreste des Allerheiligsten: Der Inhalt der Bundeslade. Der längst verloren geglaubte, größte Schatz der Welt!
     Der Überlieferung nach soll die Lade von heidnischen Babyloniern geraubt worden sein und wurde seitdem nie mehr gesehen. Aber ... ist das wirklich der heilige Inhalt der Bundeslade, der hier liegt? Es scheint so ... und ausgerechnet ein ungläubiger Muslim soll der auserwählte Finder sein? Ich muss Gewissheit haben ... Oh Gott ... Wenn das wahr ist ...
     Ismael war sprachlos. Hin und her gerissen in seinen zweifelnden Gedanken hörte er wie von Ferne den jungen Araber von Bezahlung plappern. Als ob Geld jetzt wichtig wäre. Fahrig griff er in den Beutel an seinem Gürtel und zählte mit zitternden Fingern zwanzig silberne Dirham ab.
     »Ich ... ich kaufe das alles hier. Es muss aber noch eine zweite Figur mit Flügeln geben. Hast du diese auch gefunden?«, presste er hervor.
     Harit konnte beim Anblick der vielen Münzen zunächst kein Wort herausbringen. Er hielt die glänzenden Geldstücke nah an seine Augen. So viel verdiente er nicht in drei Wochen schwerer Schufterei. Am liebsten wollte er sich selbst ohrfeigen, dass er den Juden nicht früher aufgesucht hatte. Stattdessen hatte er einem nazarenischen Pilger die erste Figur für einen offenbar viel zu niedrigen Preis verkauft.
     In Gedanken sah er den hochgewachsenen Mann mit den blauen Augen vor sich, wie dieser sichtlich erfreut die günstig erstandene Statue in seinem Pilgersack verstaute und schnell im Gewühl der lärmenden Menschenmenge auf dem Markt untertauchte.
     »Ja, da gibt es noch eine zweite Figur und ich kann sie dir vielleicht bringen. Aber das müsste dir noch einmal ...«, Harit stockte, »...sagen wir ... zwanzig Dirham wert sein?«
     »Gut! Die sollst du bekommen ... Den zweiten Cherub muss ich auf jeden Fall haben«, sagte Ismael mehr zu sich selbst als zu dem überraschten Araber, der sofort überlegte, wie er den Pilger am schnellsten finden könnte. Für zwanzig Silberstücke würde er die ganze Stadt bis in den letzten Winkel absuchen, um das schlechte Geschäft mit ihm rückgängig zu machen.
     Der Goldschmied hielt den Atem an, legte die beiden Steintafeln vorsichtig übereinander, hob sie vom Karren und trug sie wie ein Arm voller roher Eier in sein Haus.
     Bei Allah, was immer es mit diesem Trödel auf sich hat, er ist seltsamerweise sehr wertvoll für den Alten. Harit zwang sich lieber nicht neugierig nachzufragen. Möglicherweise käme der anscheinend verwirrte Jude wieder zur Besinnung und könnte sein Geld zurückfordern. Er packte die restlichen Gegenstände in die schmutzige Decke und folgte dem Goldschmied schweigend.
     Mitten im Wohnzimmer stehend hielt Ismael die schweren Steinplatten fest an sich gedrückt und bedeutete Harit mit einer Kopfbewegung das Bündel an der Wand in einer Ecke des Raumes abzustellen.
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