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TASCHENBUCH
 
Die Gebote des Templers
Verfasser: Tom Melley (1)
Verlag: epubli (997)
VÖ: 16. Oktober 2019
Genre: Historischer Roman (3807)
Seiten: 417 (Taschenbuch-Version), 337 (Kindle-Version)
Themen: 12. Jahrhundert (112), Artefakte (230), Bundeslade (5), Festung (68), Jerusalem (52), Mission (594), Orden (152), Rache (1705), Tempelritter (55)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Tom Melley für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Tom Melley gibt es auf seiner Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Nun, was meinst du? Es ist doch wertvoll, oder? Kaufst du es?« Die Fragen prasselten aus ihm heraus, Harit wurde ungeduldig.
     »Hmmm ... das scheint Blei oder Bronze zu sein. Ein Guss. Damit kann man nicht viel anfangen. Sie ist nett anzusehen und damit du mein Haus schnell wieder verlässt, gebe ich dir einen Dirham dafür. Mehr ist sie leider nicht wert«, sagte Ismael und wollte die Figur zurückreichen. Abwehrend hob Harit die Hände.
     »Drei Dirham und bei Allah, sie ist dein. Ich habe noch mehr solcher Dinge draußen auf meinem Karren. Vielleicht können wir einen Gesamtpreis machen?«
     Ismael hob die Schultern. »Ach, ich weiß nicht. Woher hast du sie? Hoffentlich hast du sie nicht gestohlen, denn sonst würde ich mich strafbar machen, wenn ich von dir kaufe.«
     Harit frohlockte innerlich. Wahrscheinlich hatte er einen weiteren Käufer gefunden, nachdem er schon am Vormittag einem fränkischen Pilger im Suq, dem größten überdachten und quirligen Markt der Stadt, eine ähnliche Figur für einen Dirham verkauft hatte. Der Ungläubige fragte ebenfalls nach der Herkunft des Menschenvogels, gab sich aber mit Harits Auskünften sehr zufrieden.
     »Ich arbeite für den Emir unseres großmütigen Sultans, `Izz ad-Din Jurdik, Allah schenke ihm Gesundheit! In seinem Auftrag räume ich den Schutt weg, den die ungläubigen Jesusanbeter, die verdammten Nazarener, dort vor Jahren hinterlassen haben. In den riesigen Kellern unter dem al-haram asch-scharif, dem edlen Heiligtum, von dem aus Mohammed in den Himmel stieg, erledige ich meine Arbeit. Die Moschee wird gerade neu hergerichtet und unter ihr befinden sich hohe Gewölbe mit viel Geröll und Steinen. Die bösartigen Tempelritter, Allah strafe sie für ihre Verbrechen an uns Rechtgläubigen, haben dort bis zu ihrer Vertreibung durch unseren ruhmreichen Sultan Pferde gehalten. Wenn ich etwas finde, was die Ungläubigen in ihrer Hast zurückließen, dann muss ich es meinem Vorarbeiter melden. Er entscheidet, ob es für unseren Emir von Wert ist. Wenn nicht, dann kann ich damit machen was ich will. Meist fahre ich das Gerümpel hinaus zu den Müllgruben.«
     Er war nicht ganz ehrlich mit seinen Erklärungen. Um seinen kargen Lohn aufzubessern, wollte er die restlichen Fundstücke verkaufen. Den Vorarbeiter nach einer Erlaubnis dafür zu fragen, traute er sich nicht. Es war kein Diebstahl in seinen Augen, dennoch war er vorsichtig und achtete sehr darauf, seine Geschäfte möglichst unauffällig zu tätigen.
     Harit räusperte sich, nahm einen Schluck Tee und fuhr fort: »Bei meiner Arbeit entdeckte ich unter einer Treppe eine unscheinbare Holztür, hinter der sich ein kleiner Raum befindet. Dort gewahrte ich diese verstaubte Figur und weitere Gegenstände. Der Vorarbeiter meinte, sie wären wertlos, aber ich wusste es besser, packte sie auf meinen Karren und hier bin ich!«
     Ismael sah ihn nachdenklich an. Der Araber grub in den heiligsten Stätten des jüdischen Volkes, die kein Jude mehr betreten durfte, seit die Christen Jerusalem erobert hatten. Auch die jetzigen muslimischen Herrscher ließen das nicht zu. Der Ort, von dem er so unbefangen sprach, war mit Sicherheit der sagenhafte Pferdestall des König Salomon. Die al-Aqsa Moschee war auf den Grundmauern des Tempels der Juden errichtet worden, den barbarische Römer vor über tausend Jahren zerstört hatten. Anschließend wurden die Juden von ihnen vertrieben und in alle Welt zerstreut. Der Beginn eines langen Leidensweges.
     Den stolzen und unbarmherzigen Tempelherren diente der Platz seit der Eroberung Jerusalems vor fast hundert Jahren als Hauptsitz und Kirche im Heiligen Land, bis der Sultan Salah-ad-Din sie aus der Stadt jagte. Um die Gewölbe des Tempelberges rankten sich seit alten Zeiten immer noch Legenden um kostbare Schätze, wirklich gefunden wurde aber nie etwas.
     Ismaels Neugier erwachte. Vielleicht wäre da unten noch mehr zu entdecken, als nur der eine Cherub aus Blei? Möglicherweise ... die mächtige Bundeslade? Unmöglich ... Das wäre zu schön, um wahr zu sein.
     Bei dem Gedanken schoss ihm das Blut in den Kopf und er begann zu schwitzen.
     »Vertrau mir, Rabbi. Wie ich schon sagte, der Müll wurde vom Aufseher der Bauarbeiten bereits durchsucht und mir wieder übergeben. Ich kann damit tun und lassen was ich will. Du kannst bedenkenlos von mir kaufen. Komm, ich zeige dir noch den Rest!«
     Mit Sorge hatte Harit die Veränderung im Gesicht des Juden gesehen, das unvermittelt hochrot geworden war. Auf Hehlerei stand die Todesstrafe im Reich des Sultans. Der Goldschmied musste natürlich misstrauisch sein.
     Ismael nickte zustimmend. »Schon gut, gehen wir zu deinem Karren. Zeige mir, welche Dinge du noch feilzubieten hast.« Er stellte den Cherub vorsichtig auf den Boden.
     Harit erhob sich freudig und half dem Alten auf, dessen Knie beim Aufstehen vernehmlich knackten.
     Sie verließen das Haus und betraten gemeinsam die menschenleere Straße, die sich durch das verwinkelte, kleine Judenviertel im Norden Jerusalems schlängelte. Nur das Zirpen einiger Zikaden und ihre leisen Schritte auf dem Sand waren zu hören. Es wurde Abend. Die blutrote Sonne stand tief über den Giebeln und warf lange Schatten in die Gasse. Viele Bewohner der Stadt hatten die Tagewerke beendet und sich in ihre kühlen Behausungen zurückgezogen.
     Der Muslim führte Ismael zu seinem klapprigen Handwagen, der zwei Häuser weiter rechts neben einer verschlossenen Toreinfahrt stand. Dabei schaute er ständig nach allen Seiten, als ob er befürchtete verfolgt zu werden. Zum Glück konnte er niemanden entdecken. Beruhigt schlug Harit eine zerflederte Wolldecke auf der Ladefläche zurück.
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