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TASCHENBUCH
 
Die Gebote des Templers
Verfasser: Tom Melley (1)
Verlag: epubli (997)
VÖ: 16. Oktober 2019
Genre: Historischer Roman (3807)
Seiten: 417 (Taschenbuch-Version), 337 (Kindle-Version)
Themen: 12. Jahrhundert (112), Artefakte (230), Bundeslade (5), Festung (68), Jerusalem (52), Mission (594), Orden (152), Rache (1705), Tempelritter (55)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Tom Melley für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Tom Melley gibt es auf seiner Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Auf den ersten Blick sah er, dass auf seinen hübsch bestickten Kissen, die Leah sorgfältig auf einem Teppich mitten im Raum aufgeschichtet hatte, kein Abgesandter des großen Sultans lümmelte und seinen Tee schlürfte. Der Unbekannte trug ein zerschlissenes, ausgeblichenes, grünes Gewand. Sein schmutziger grauer Turban und die vor Dreck starrenden Holzsandalen ließen ihn eher wie einen der dunkelbraunen syrischen Müllarbeiter aussehen, die jeden Abend zum Misttor fuhren, um den Abfall der Stadt vor die Befestigungsmauern in tiefe Löcher und Erdspalten zu schütten. Er schien noch sehr jung zu sein. Klein war er, unterernährt und unter einem Nest schwarzer Locken, die sich wirr über der Stirn kräuselten, blickten ihn unruhige, dunkle Augen an. Auf seiner Oberlippe und den glatten Wangen war der Ansatz eines Bartes nur zu erahnen.
     Als der Muslim Ismael kommen sah, sprang er auf und ein schwerer, in einen zerfetzten Lumpen gehüllter Gegenstand polterte von seinem Schoß auf den Boden. Sofort hob er ihn auf, presste ihn an die Brust und verbeugte sich tief. Zu tief, fand Ismael, selbst arabische Müllfahrer behandelten Juden oftmals weniger aufmerksam als ihre Fracht.
     »As-salamu alaikum!«, krächzte der Araber hastig hervor und schaute unterwürfig in das zerknitterte Gesicht Ismaels, der ob der Begrüßung verwundert den Besucher musterte. Muslime grüßten Juden nie zuerst. Ihr Stolz gegenüber den ungläubigen Schriftenlesern ließ das nicht zu.
     »Shalom«, antwortete Ismael kühl und bedeutete dem Fremden sich wieder zu setzen. Er selbst ließ sich ihm gegenüber auf einem der zahlreichen farbenfrohen und weichen Kissen nieder.
     »Bist du Ismael, der weise Goldschmied und der Ismael, den man unter euch Juden den alten Rabbi nennt?«, fragte der Besucher. Ein unsicheres Lächeln verzog seinen Mund und entblößte eine Reihe strahlend weißer Zähne, deren tadelloser Zustand in bemerkenswertem Gegensatz zu seinem abgerissenen Äußeren standen. Seine dunklen Augen zuckten und der unstete Blick schien überall im Raum Gefahr zu sehen.
     »Nein, ich bin der Kalif von Bagdad«, antwortete Ismael schroff. »Natürlich bin ich es.«
     »Ja, selbstverständlich. Verzeih ...« Der Araber beugte sich nervös nach vorn.
     »Mein Name ist Harit ibn Tharit ibn Harit ibn ...«
     »Bitte verschone mich mit deiner Familiengeschichte! Ein Name reicht mir«, unterbrach der Rabbi ihn unhöflich, denn er bemerkte, wie klumpiger Dreck von den schmutzigen Sandalen auf den kostbaren, mit Seidenfäden durchwirktem Teppich bröselte. Das schönste Schmuckstück des ansonsten bescheiden eingerichteten aber äußerst gepflegten Hauses.
     Sein Gegenüber nickte beflissen. »So nenne mich einfach Harit.«
     »Nun denn, was willst du von mir?«
     Der Muslim sah sich nach allen Seiten um, als hätten die Wände Ohren und flüsterte: »Ich bin gekommen, um dir etwas zum Kauf anzubieten. Etwas Wertvolles denke ich, ich glaube sogar, etwas sehr Wertvolles!«
     Ismaels Haltung versteifte sich. Wieder einer dieser Leute, die glaubten, dass Juden alles kaufen würden, was sich in der bedeutenden, von unzähligen Pilgern besuchten Stadt an Trödel täglich anhäufte.
     »Verlass mein Haus, ich kaufe nichts. Egal was du da bei dir hast!«, sagte er barsch.
     Enttäuscht biss sich Harit auf die Unterlippe und hob den prall gefüllten Lumpensack auf seinen Knien an. »Bitte, wirf einen Blick darauf! Du wirst es nicht bereuen!«
     Seufzend nickte Ismael. Barmherzigkeit und Mitleid waren selten genug in dieser Welt, und der junge Mann vor ihm hatte anscheinend beides nötig.
     Obwohl niemand außer ihnen beiden im Zimmer war, schaute Harit noch einmal im Raum umher. Dann wickelte er das Paket vorsichtig aus. Zum Vorschein kam eine schwarzgrau glänzende Figur, etwa eine Elle lang, eine halbe Elle breit und eine halbe Elle hoch. Ein geflügelter Löwe mit Menschenkopf, der beide gefiederten Arme weit nach vorn streckte und das Haupt halb gesenkt hielt. Ein Cherub.
     Ismaels Gesicht überflog ein Staunen. Eine offenbar sehr alte, wunderbar gearbeitete Nachbildung eines der Wächter, die Gott vor dem Paradies postierte, um den Baum des Lebens zu bewachen. So wurden die Cherubim in alten Überlieferungen beschrieben. Christen und Muslime nannten sie Engel. Für die Juden stellten sie die Beschützer der heiligen Bundeslade dar, das Symbol ihres Glaubensbündnisses mit Gott. Dieser Schrein aus Akazienholz beinhaltete die in Stein gemeißelten zehn Gebote des Herrn, die Moses am Berg Sinai vom Höchsten selbst empfangen hatte. Die Bundeslade trug zwei Cherubim aus purem Gold auf ihrem Deckel und den alten Schriften nach sollte genau in ihrer Mitte die Anwesenheit Gottes auf Erden ihren Sitz haben.
     Dieses größte Heiligtum seines Volkes galt als verschollen, geraubt vor tausenden von Jahren.
     Vorsichtig nahm er den Cherub aus den Händen des Muslims. Erstaunlich schwer wog die Figur. Fast drei Pfund schätzte er und betrachtete sie fachmännisch von allen Seiten.
     Harit freute sich über das Interesse des Juden und seine Augen strahlten. »Sie besteht vielleicht aus Stein oder gar Kupfer. Ist sie nicht hübsch? Ich habe dir nicht zu viel versprochen, nicht wahr? Sieh nur, sogar ein wenig Gold ist daran.«
     Möglicherweise aus Blei gegossen, vermutete Ismael bei sich, denn seine Finger verfärbten sich dunkel, als er etwas fester mit den Händen über die Figur strich. Oder Bronze. An einigen Stellen waren tatsächlich winzige Spuren von Gold zu erkennen. Der Materialwert schien gering. Offensichtlich eine äußerst gelungene Kopie des Originals, zumindest stimmten Form und Größe genau mit den Beschreibungen überein.
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