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Wintertöchter 3 - Die Frauen
Verfasser: Mignon Kleinbek (3)
Verlag: Pinguletta (7)
VÖ: 24. Oktober 2019
Genre: Gegenwartsliteratur (2718)
Seiten: 463
Themen: Frauen (657), Medaillon (41), Schwestern (976), Tagebücher (352)
Reihe: Wintertöchter (3)
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Er ist neu. Er ist anders. Er ist spannend. Und doch ist der Roman die konsequente Fortsetzung und ein mehr als würdiger Abschluss der „Forstau“-Saga – der dritte und letzte Teil der „Wintertöchter“ von Mignon Kleinbek. Er erzählt von den starken Frauen, die ihre besondere Gabe über die Jahrhunderte hinweg bewahrt und weitergetragen haben. Blickt mit scheuer Neugier in die Vergangenheit, schildert lebhaft die Ereignisse der Gegenwart und lässt vage Ahnungen über die Zukunft zu. Immer wieder spannend, überraschend, ungewöhnlich und mitreißend.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich beim Pinguletta Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Mignon Kleinbek gibt es bei Twitter und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Selbstverständlich nur diejenigen, die einen akademischen Titel vor dem Namen tragen; du kennst sie doch. Rösle, weißt du was? Ich glaube, ich frag den Mehmet, ob er mitkommt. Ein türkischer Automechaniker würde den erlesenen Kreis doch bestens abrunden.«
     Rosa kicherte in sich hinein. Sie kannte Erika Hartenau ebenso lange, wie sie Helena kannte und wusste um deren kleinen Standesdünkel und ihren Hang zu rauschenden Festen. In den letzten Jahren war es still um die Hartenaus geworden. Robert Hartenau hatte einen hohen Posten am Amtsgericht innegehabt; seit seiner Pensionierung war er kränklich und ging am Stock. Anscheinend hatte Erika beschlossen, es noch einmal richtig krachen zu lassen und der Heidelberger Oberschicht zu zeigen, dass man im Hause Hartenau nach wie vor standesgemäß zu feiern wusste. Bei dieser Gelegenheit genoss sie es mit Sicherheit, ihre hübschen Töchter anzupreisen; die studierte Helena in gehobener Position und die weitgereiste Christina, zu ihrem Leidwesen beide noch immer ohne einen passablen Ehemann.
     »Hört sich doch nett an mit der Party im Freien.« Rosa kreuzte die nylonbestrumpften Knöchel auf dem Plüsch. »Der zehnte Dezember fällt auf einen Sonntag, oder? Vielleicht liegt sogar Schnee. Ich stell mir das durchaus hübsch vor, mit den Fackeln, dem Feuer und so. Ich hoffe doch, ich bin eingeladen.« Der Schalk blitzte ihr aus den wasserhellen Augen. »Es wäre eine gute Gelegenheit, mir neue Winterstiefel zu kaufen. Schließlich will ich draußen bei den Jungen sein.« Sie grinste breit. »Moonboots vielleicht, was denkst du? In diesem herrlich knalligen Pink. Deine Mutter wäre sicher begeistert! Und ich hoffe, dein türkischer Moslemfreund trinkt Glühwein«, stichelte sie und verkniff sich erneut ein Lachen.
     Helena drohte mit dem Finger. »Fall mir nur in den Rücken, du verrückte Nudel. Mama würde hyperventilieren, wenn du in rosa Moonboots aufkreuzt. Sie hält dich eh schon für plemplem.« Wieder parodierte sie die Mutter und ihre Stimme stieg einen Ton höher: »Kind, diese Rosa ist kein adäquater Umgang für dich. Du solltest dich mit Menschen umgeben, die dich weiterbringen.«
     Rosa gluckste. »Wo sie recht hat, hat sie recht.«
     Helena tätschelte Rosas Hand. »Damit das gleich mal klar ist, Rösle, ohne dich geh ich gar nicht erst hin! Ich brauche dich als Rückendeckung, sonst übersteh ich diesen Abend nicht. Da müssen wir beide durch, meine Liebe. Mutter kennt kein Erbarmen.« Nachdenklich tippte sie sich ans Kinn. »Deine Idee mit dem Schwächeanfall ist übrigens nicht dumm. Diese Option haben wir, wenn es uns stinkt. Dann kippst du einfach aus den Latschen und ich muss dich natürlich heimbringen. Ich reserviere uns schon mal einen Tisch beim Italiener.«
     Sie gackerten beide bei der Vorstellung los, wie sie sich aus dem Staub machten. Helenas Verärgerung löste sich langsam auf und wich einer Art Gelassenheit. Was soll’s, dachte sie, mag Mutter doch ihren Spaß haben, wenn ihr so viel daran liegt.
     »Rösle, eigentlich wollte ich über etwas ganz anderes mit dir reden.« Helena stand auf und holte ihre Handtasche aus dem Flur. Sie zog die beiden Kladden heraus, reichte sie Rosa hin und machte es sich wieder auf der Couch gemütlich. Während sie an dem lauwarmen Kaffee nippte, wartete sie gespannt auf eine Reaktion.
     Rosa setzte die Lesebrille auf, die sie an einem violetten Band um den Hals trug und blätterte das oben liegende Heft durch. Die Brille mit dem Zeigefinger zur Nasenspitze vorziehend, schaute sie Helena über die runden Gläser hinweg an. »Waren die in dem Päckchen gestern?«
     Helena nickte und griff in die Tasche ihrer Jeans. »Zusammen mit dem hier«, sagte sie leise und legte die Kette mit dem Medaillon auf den blankpolierten Kirschholztisch, mitten auf den Intarsien-Stern, der darin eingearbeitet war. Rosa hob sie auf und drehte das angelaufene Medaillon nachdenklich zwischen den Fingern.
     »Das ist der Heilige Leonhard, glaube ich. Ich meine, ich habe dieses Bild schon mal gesehen.«
     »Das ist tatsächlich Sankt Leonhard, ein katholischer Schutzheiliger. Ich habe vorhin im Internet nachgeschaut. Man nennt ihn auch den Bauerngott.«
     Rosa klappte das Buch zu, legte es in den Schoß und schob die Hand darüber. »Wer hat dir das geschickt, Nanni?« Sie schaute Helena ernst an. »Das scheint ein Tagebuch zu sein.«
     »Ich habe keine Ahnung, Rösle. Es stand kein Absender darauf. Aber ich hab’s gelesen und es ist ganz schön traurig.« Sie stockte, da spukte schon wieder diese verrückte Idee in ihr.
     »Magst du mir davon erzählen?«
     »Ansonsten würde ich es dir nicht zeigen. Eigentlich wollte ich mit Mutter darüber sprechen, doch die hat grad anderes im Kopf. Ich kam gar nicht dazu.«
     »Ich bin ganz Ohr.« Die alte Dame setzte sich im Sessel zurecht, schaute Helena erwartungsvoll an, die sich mit fahrigen Fingern durch die Haare strich. Der flotte Kurzhaarschnitt steht ihr, dachte Rosa. Sie sieht hübsch damit aus.
     Den schlanken Nacken und über den Ohren millimeterkurz ausrasiert, die längeren weißblonden Deckhaare zur Seite gescheitelt und hinters Ohr gestrichen, kam das feingeschnittene Gesicht gut zur Geltung. Helena war eine attraktive Frau, groß gewachsen, schlank und trotzdem zierlich. Ein klares Antlitz mit elegant geformten Wangenknochen und spitzem Kinn. Unter den gewölbten Brauen schauten große schiefergraue Augen, klar und intelligent. Der volle Mund schien fast zu breit für das schmale Gesicht. Und doch verlieh er ihr einen reizend koboldhaften Ausdruck, wenn sie lachte. Ein herziges Grübchen grub sich dann tief in ihre rechte Wange. Das Mädchen – Rosa bezeichnete Helena noch immer als Mädchen - war im Charakter ernst, zu ernst für ihren Geschmack, doch unzweifelhaft besaß sie Humor und eine fast komödiantische Ader. Für sie hatte Helena etwas Feenhaftes, auch wenn sie ansonsten nicht zu solchen Ausdrücken neigte. Nicht zum ersten Mal fragte sie sich, weshalb Erika Hartenau ihre Tochter nicht endlich so akzeptieren konnte, wie sie war.
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