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Wintertöchter 3 - Die Frauen
Verfasser: Mignon Kleinbek (3)
Verlag: Pinguletta (7)
VÖ: 24. Oktober 2019
Genre: Gegenwartsliteratur (2719)
Seiten: 463
Themen: Frauen (657), Medaillon (41), Schwestern (976), Tagebücher (352)
Reihe: Wintertöchter (3)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Er ist neu. Er ist anders. Er ist spannend. Und doch ist der Roman die konsequente Fortsetzung und ein mehr als würdiger Abschluss der „Forstau“-Saga – der dritte und letzte Teil der „Wintertöchter“ von Mignon Kleinbek. Er erzählt von den starken Frauen, die ihre besondere Gabe über die Jahrhunderte hinweg bewahrt und weitergetragen haben. Blickt mit scheuer Neugier in die Vergangenheit, schildert lebhaft die Ereignisse der Gegenwart und lässt vage Ahnungen über die Zukunft zu. Immer wieder spannend, überraschend, ungewöhnlich und mitreißend.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich beim Pinguletta Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Mignon Kleinbek gibt es bei Twitter und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Ich bin pappsatt«, erklärte sie und massierte sich den Bauch. Rosa deutete auf die Fleischwurststücke, die Helenas Tellerrand säumten.
     »Gib die mir, wenn du sie nicht magst.« Sie zog den Teller zu sich her und kratzte die Stücke auf den eigenen herüber.
     »Sei mir nicht böse, Rösle, es hat hervorragend geschmeckt«, entschuldigte sich Helena, »aber du weißt, dass ich das Zeug nicht essen kann. Es schmeckt nach«, sie suchte nach Worten, »ach, es schmeckt einfach eklig. Ich kann die armen Viecher dahinter sehen. Ganz zu schweigen von dem ganzen anderen Mist, den sie da reintun. Und du solltest den Schweinkram ebenfalls nicht essen! Das ist total ungesund.« Angewidert schüttelte sie sich.
     Rosa stupfte die Wurststücke auf ihre Gabel und schob sie nacheinander in den Mund. »Ja ja, Frau Doktor.« Ein Sticheln lag hinter ihren Worten, als sie mit vollem Mund erklärte: »Spar dir deine Weisheiten, Nanni. Ich seh nur schöne rosa Fleischwurst. Das ist die beste Lyoner, die ich beim Metzger bekommen konnte, und ich finde, sie schmeckt hervorragend. Aber ich kenne dich. Und nein, ich bin dir überhaupt nicht böse. Ehrlich gesagt, ich hatte schon auf deine Portion spekuliert.«
     Helena lachte hellauf und sah amüsiert zu, wie die alte Dame genüsslich die Fleischwurst vertilgte. Genau dies war es, was sie an Rosa schätzte. Mutter wäre jetzt tödlich beleidigt gewesen; die vertrug Kritik am Essen überhaupt nicht. Die seltsamen Essgewohnheiten der Tochter waren ein ewiger Streitpunkt zwischen ihnen.
     Rosa räumte die Teller in die Spüle und wehrte ab, als Helena anbot, den Abwasch zu erledigen. »Das mache ich morgen früh. Magst du eine Tasse Kaffee? Komm, wir setzen uns ins Wohnzimmer. Und dann erzählst du mir, wie deine Woche war, ja?« Sie goss heißes Wasser in den bereitstehenden Porzellanfilter und wartete, bis das Kaffeepulver aufgequollen war. Dann schüttete sie erneut Wasser nach. Das Tröpfeln des durchrinnenden Kaffees erfüllte die Küche, begleitet vom steten Ticken der antiquarischen Pendeluhr.
     In stillem Einvernehmen schwiegen sie, sahen zu, wie die Glaskanne sich allmählich füllte, und Helena sog den köstlichen Duft ein. Rosa war in solchen Dingen altmodisch; sie besaß keine elektrische Kaffeemaschine und schwor darauf, dass von Hand aufgebrühter Kaffee der Beste überhaupt sei. Die Prozedur war ihr heilig.
     Die Frauen trugen ihre Tassen hinüber und machten es sich gemütlich; Rosa in dem plüschigen Fernsehsessel, das Fußteil hochgeklappt und die Beine daraufgelegt, Helena auf dem braun- und goldgemusterten Biedermeiersofa. Sie schlüpfte aus den Clogs und zog die Beine unter sich.
     Rosa reichte ihr ein Kissen. »Hier, mein Mädchen, mach es dir bequem. Und jetzt erzähl! Was ist los? Ich sehe dir schon die ganze Zeit über an, dass dich etwas beschäftigt.«
     Überrascht schaute Helena zu Rosa hin. »Bist du neuerdings das Orakel von Ziegelhausen? Das finden die Damen in deiner Altenrunde bestimmt spannend«, entgegnete sie mit leisem Spott und nippte an der Tasse. Der Kaffee war glühend heiß und sie hechelte Luft über die verbrannte Zungenspitze. Rosa lächelte, schwieg aber.
     Wo sollte sie beginnen? Bei dem unerquicklichen Telefonat, das sie heute Nachmittag mit der Mutter geführt hatte? Mit dem Gefühl der Unvollkommenheit, das sie stets beschlich, wenn sie miteinander sprachen? Oder mit den sonderbaren Büchern, die unerwartet ins Haus geschneit waren, und deren Inhalt sie so sehr aufgewühlt hatte. Eine aufdringliche Stimme in Helena flüsterte, dass alles auf irgendeine Weise miteinander zusammenhing. Die Ahnung schien derart monströs, dass sie Angst davor hatte, sie laut auszusprechen. Als ob sie dadurch wahr werden könnte.
     Helena hatte ohnehin vorgehabt, das Päckchen während des Telefonats nicht zu erwähnen - die Mutter hatte ihr auch keine Gelegenheit dazu gegeben. Die war völlig darin aufgegangen, in einem sprudelnden Wortschwall die Planungen zum Geburtstag der beiden Töchter auszubreiten. Sobald Helena Luft geholt hatte, hatte Erika Hartenau bereits wieder angesetzt und war ihr ins Wort gefallen. Sie liebte ihre Eltern, doch manchmal fühlte sie sich von deren Fürsorge fast erdrückt. Mutter konnte es einfach nicht lassen, sich in ihr Leben einzumischen. Es war gleich, ob sie das Elternhaus betrat oder sie am Telefon hatte. Irgendwie genügte ein Satz und Helena überkam das Gefühl, als erwachsene Person auf eine Rutsche zu steigen und als kleines Mädchen unten in den Sand zu plumpsen.
     »Tini kommt über Weihnachten nach Hause.«
     Rosa zog die Brauen hoch. »Ach was, das Prinzesschen gibt sich die Ehre?«
     Helena gluckste in ihre Tasse und stellte sie ab.
     »Bleibt sie länger oder geht sie wieder?«
     »Lieber Himmel, ich hoffe inständig, dass sie nicht bleibt! Sonst lande ich entweder im Zuchthaus oder in der Klapse!« Sie ächzte und warf in einer theatralischen Bewegung die Arme nach oben. »Mutter hat sich in den Kopf gesetzt, dass sie ein Fest für uns ausrichtet. Wenn wir schon mal beide an unserem Geburtstag da sind, wäre das ein Anlass, meint sie und hat sämtliche Honoratioren geladen. Ein riesiges Büffet ist bereits bestellt. Das Wohnzimmer wird komplett ausgeräumt und sogar Papas allerheiligstes Jagdzimmer muss dran glauben. Stell dir vor, Rösle, im Garten will sie Pavillons aufstellen lassen! Das ganze Programm, Fackeln, Feuerschalen und Glühwein.« Sie tippte sich an die Stirn, »Und eine Feuerstelle. Drinnen für die Alten und draußen für die Jungen, sagt sie.« Verdrossen verzog Helena das Gesicht. »Was für ein Getue. Glaub mir, ich hab alles versucht, doch sie lässt sich nicht dreinreden.«
     Mit Mühe verbarg Rosa ihre Heiterkeit.
     »Ich hatte nicht vor zu feiern. Und wenn überhaupt, dann nicht so. Aber das lässt sie nicht gelten. Immerhin darf ich selbst einige Leute einladen, bis nächsten Sonntag will sie meine Liste haben.« Sie zog die Mundwinkel abwärts und äffte die gekünstelte Ausdrucksweise der Mutter perfekt nach: »Kind, lade auf jeden Fall deine Chefin, die Frau Professor, und ihren gutaussehenden Mann ein. Natürlich auch alle deine netten Kollegen. Du weißt schon ...«
     Sie verdrehte die Augen und verzichtete darauf, Rosa zu erklären, dass sich ihre persönlichen Kontakte am AZKIM an einer Hand abzählen ließen. Helena war stolz darauf gewesen, dass man sie aus der Uniklinik abgeworben hatte, um das Institut mit aufzubauen. Die neue Aufgabe hatte sie gereizt und die meisten der Mitarbeiter hatte sie selbst eingestellt. Doch mittlerweile ertrank sie in langweiliger Schreibtischarbeit. Wenn sie tatsächlich einmal – und das selten genug – im Labor war, eingehüllt in den weißen Schutzanzug, fühlte sie sich wie bei einer Mondlandung; hermetisch abgeriegelt und vom Leben isoliert. Manchmal wünschte sie sich fast in die hektische Betriebsamkeit der Notaufnahme des Klinikums zurück. Dort war sie zwar ebenso ständig bleiern müde gewesen, doch immerhin hatte sie mit lebendigen Menschen zu tun gehabt. Wen sollte sie schon einladen? Etwa ihre Sekretärin Luise, die zwar das Vorzimmer mit eiserner Hand beherrschte, doch die Abende mit den Fallers und Wiederholungen der Schwarzwaldklinik verbrachte? Oder den ältlichen Herrn Seidel am Empfang, der die Nachtschichten schob? Ihn sah sie am häufigsten, denn meist verließ sie das AZKIM als Letzte und er hatte immer ein nettes Wort für sie übrig. Mutter würde Bocksprünge vollführen!
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