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Wintertöchter 3 - Die Frauen
Verfasser: Mignon Kleinbek (3)
Verlag: Pinguletta (7)
VÖ: 24. Oktober 2019
Genre: Gegenwartsliteratur (2719)
Seiten: 463
Themen: Frauen (657), Medaillon (41), Schwestern (978), Tagebücher (352)
Reihe: Wintertöchter (3)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Er ist neu. Er ist anders. Er ist spannend. Und doch ist der Roman die konsequente Fortsetzung und ein mehr als würdiger Abschluss der „Forstau“-Saga – der dritte und letzte Teil der „Wintertöchter“ von Mignon Kleinbek. Er erzählt von den starken Frauen, die ihre besondere Gabe über die Jahrhunderte hinweg bewahrt und weitergetragen haben. Blickt mit scheuer Neugier in die Vergangenheit, schildert lebhaft die Ereignisse der Gegenwart und lässt vage Ahnungen über die Zukunft zu. Immer wieder spannend, überraschend, ungewöhnlich und mitreißend.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich beim Pinguletta Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Mignon Kleinbek gibt es bei Twitter und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Mutter, lass uns morgen reden, ja? Ich bin gerade erst von der Arbeit heimgekommen und hundemüde.«
     Großzügig überhörte Erika den Einwand und plapperte weiter: »Und stell dir vor, die Lohsens haben zugesagt, zu dem Fest zu kommen. Weißt du noch? Herr Lohsen, der Schuldirektor eures Gymnasiums! Wir gehen neuerdings miteinander zum Kegeln. Er ist ja schon lange in Pension, aber er erinnert sich noch gut an deine Schwester und ...«
     Es klingelte an der Tür und Helena war fast dankbar. »Es hat geläutet«, schnitt sie Erika das Wort ab, »ich rufe dich morgen an, ja? Grüß Vater.« Hastig drückte sie auf das rote Symbol. Jede Störung war ihr in diesem Augenblick willkommener als die endlosen Tiraden ihrer Mutter. Nach einem langen Arbeitstag wie heute fand sie sich nicht mehr in der Lage, mit der Mutter über den anstehenden Geburtstag zu diskutieren. Wozu auch? Die letzten Male hatte keiner groß Notiz davon genommen, wenn sie ein Jahr älter wurde. Nur weil die Zwillingsschwester einmal wieder daheim aufschlug, nach langer Familienabstinenz wohlgemerkt, sollte sie die brave Tochter spielen und ein Fest feiern, das ihr in der Seele zuwider war? Das Mobiltelefon noch in der Hand, riss sie die Tür auf.
     Die Vermieterin, Rosa Tobel, stand davor und streckte ihr lächelnd ein Päckchen entgegen. »Nanni, das ist heute mit der Post gekommen. Ich habe es für dich angenommen.«
     »Rösle, du hast mich gerettet!« Helena warf das Mobiltelefon auf die Kommode und nahm Rosa das Päckchen ab. »Ich hatte eben Mutter am Telefon. Sie plant meinen Geburtstag – mit meiner Schwester zusammen.«
     »O je«, Rosa bleckte strahlend das neue Gebiss, auf das sie mächtig stolz war, »du armes Kind.« Aus ihrem Mund hörte es sich lustig an und Helena musste lachen. »Sag mir Bescheid, wenn du eine Ausrede brauchst, Nanni. Ich könnte jederzeit einen kleinen Schwächeanfall vortäuschen«, versprach Rosa mit einem Kichern.
     Helena beugte sich vor und küsste die grauhaarige Frau auf die Wange. »Hat dir schon mal jemand gesagt, wie klasse du bist?«, sie klemmte sich das Päckchen unter den Arm. »Ich komme morgen zu dir hoch und dann trinken wir einen Tee zusammen, okay? Ich habe bis Dienstag frei.«
     »Schlaf dich erst mal aus, Mädchen. Und komm lieber am Abend, ich koche uns was Feines. Wie ich dich kenne, hast du eh nichts im Haus.« Rosa tätschelte ihr die Wange und wandte sich zur Treppe. »Aber erst nach der Sportschau!«, rief sie, über das Geländer gebeugt, nach unten.
     Helena schwenkte das Glas und prostete ihr zu. Schloss, noch immer lachend, die Tür. Rosa Tobel war ein wahrer Goldschatz und trotz ihrer achtundsiebzig Jahre jung in Herz und Kopf. Die alte Dame begeisterte sich für Fußball und Tennis; sie verpasste keine Sportsendung und betete die Tabellen der letzten drei Jahrzehnte auswendig herunter. Seit dem Medizinstudium bewohnte Helena die Einliegerwohnung und Rosa hatte Jule praktisch mit großgezogen. Die beiden Frauen verband eine innige Freundschaft und das war einer der Gründe, weshalb Helena noch immer in Ziegelhausen lebte. Sie genoss Rosas unaufdringliche Fürsorge ebenso sehr wie deren speziellen Humor; ab und zu saßen sie zusammen und bei Rosa konnte Helena einfach sie selbst sein.
     Verwundert betrachtete sie das Päckchen und die österreichischen Weihnachtsmarken darauf. Sie kannte niemanden in Österreich. Ein Absender war nicht zu entdecken, lediglich Helenas Adresse. Jemand hatte sie in dicken Filzbuchstaben auf das braune Packpapier geschrieben. Mit einem flauen Gefühl in der Magengrube holte sie ein Messer aus der Schublade und schlitzte das Päckchen den Rand entlang auf.
     Wenn es etwas gab, das Helena Hartenau nicht mochte, dann war es Unvorhergesehenes. Um genau zu sein, sie hasste das wie die Pest. Sie mochte es nicht, wie vorhin, in zentimeterhohem Schneematsch auf Sommerreifen nach Hause zu fahren. Wobei der Wetterbericht den Wintereinbruch gewiss vorausgesagt hatte, doch das war ihr leider entgangen. Im Institut glitten die Jahreszeiten irgendwie unbemerkt vorüber. Seit sie dort arbeitete, ging sowieso alles an ihr vorbei. Spontane Anrufe der Mutter mit verrückten Ideen, wie gerade eben, waren ihr verhasst.
     Und sie mochte keine Pakete ohne Absender! Nun lag dieses Päckchen auf dem Küchentisch und sie ahnte, dass mit ihm etwas faul war. Helena nahm einen Schluck und behielt den Wein im Mund.
     Ein Medaillon war herausgefallen, eine kleine dunkel angelaufene Scheibe mit einem Heiligenbildchen an einer silbernen Kette. Darunter lagen zwei dünne schwarz kartonierte Bücher. Und während sie sich noch fragte, wer ihr das zugesandt hatte, wusste sie bereits, dass es einen Grund hatte. Haben musste.
     Sie schluckte den mundwarmen Wein hinunter, bekam einen Tropfen in den falschen Hals und klopfte sich auf die Brust. Hustete unterdrückt und mit einem Mal schmeckten die Papillen ihrer Zunge nicht mehr den fruchtigen Geschmack der Trauben, sondern etwas Herbes, Bitteres, das tief darunter lag. Abrupt stellte Helena das Weinglas ab und schlug den Deckel der zuoberst liegenden Kladde auf. Einen Moment wunderte sie sich über die steil aufgerichtete, altmodische Handschrift, dann begann sie zu lesen, während im Backofen die Pizza vor sich hin schmurgelte. Was war das denn? Eine Art Tagebuch? Wer war diese Anna Hohleitner?

Im Nachhinein fragte sie sich, ob es nicht gescheiter gewesen wäre, sie hätte alles zusammengepackt und schleunigst im Mülleimer entsorgt.


Kapitel Zwei


Helena erwachte, weil etwas Hartes störend in ihre Seite drückte. Unwirsch warf sie sich herum. Das flappende Geräusch, mit dem die Kladde auf den Parkettboden fiel, weckte sie endgültig. Benommen setzte sie sich auf. Mit beiden Händen fuhr sie durch die kurzen weißblonden Haare und rieb sich die verklebten Augen. Der runde Lichtkegel der Stehlampe warf einen milden Schein auf den niedrigen Glastisch; auf den Teller mit den übriggebliebenen Krusten, die geleerte Weinflasche und das Glas daneben. Ein Rest Rosé stand darin und milchige Fingerabdrücke glänzten auf dem bauchigen Weinglas. Draußen war es noch dunkel; die breite Schiebetür zur Terrasse spiegelte das gelbe Licht der Lampe. Helena blinzelte auf die Armbanduhr. Ihr Nacken schmerzte und sie massierte ihn, gähnte und beschloss, noch für ein paar Stunden ins Bett zu gehen. Sie knipste die Stehlampe aus und tappte im Dunkeln ins Schlafzimmer hinüber. Ließ sich auf das breite Bett fallen und zog die Decke über den Kopf.
     Der Schlaf wollte nicht kommen. Als sie die verspannten Glieder ausstreckte, ihre Wange ins Kissen drückte und die Augen schloss, stiegen die Gesichter auf. Schemenhafte Gestalten, die sich um sie scharten und flüsternd in ihren Kopf drängten. Anneli und Mathis. Marie. Roman. Barbara. Helena warf sich auf den Rücken, stopfte die Bettdecke fester um sich und zwang sich, tief ein und auszuatmen. Drängte die Gesichter weg. Schlafen, sie wollte einfach nur schlafen. Doch sie kam nicht zur Ruhe, drehte sich von einer Seite auf die andere. Der seltsame Aufschrieb dieser Frau wollte ihr nicht aus dem Kopf. Die Geschichte hatte etwas in ihr angestoßen.
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