Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
42.611 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »regdar29«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
Wintertöchter 3 - Die Frauen
Verfasser: Mignon Kleinbek (3)
Verlag: Pinguletta (7)
VÖ: 24. Oktober 2019
Genre: Gegenwartsliteratur (2722)
Seiten: 463
Themen: Frauen (658), Medaillon (41), Schwestern (978), Tagebücher (352)
Reihe: Wintertöchter (3)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
1,00 (100%)
auf Basis von einem Blogger
1
100%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Eine Durchschnittsnote wird erst angezeigt, wenn 10 Stimmen abgegeben wurden.
Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Er ist neu. Er ist anders. Er ist spannend. Und doch ist der Roman die konsequente Fortsetzung und ein mehr als würdiger Abschluss der „Forstau“-Saga – der dritte und letzte Teil der „Wintertöchter“ von Mignon Kleinbek. Er erzählt von den starken Frauen, die ihre besondere Gabe über die Jahrhunderte hinweg bewahrt und weitergetragen haben. Blickt mit scheuer Neugier in die Vergangenheit, schildert lebhaft die Ereignisse der Gegenwart und lässt vage Ahnungen über die Zukunft zu. Immer wieder spannend, überraschend, ungewöhnlich und mitreißend.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe     Blogger (2)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich beim Pinguletta Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Mignon Kleinbek gibt es bei Twitter und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Prolog. November 2004


Seit einer gefühlten Ewigkeit saß Barbara da und starrte auf die beiden Bücher. Schob das mit rotem Stickgarn zusammengeknotete Päckchen zur Tischmitte und zurück, nahm es in die Hand und legte es wieder hin.
     Es gab im Leben Entscheidungen, die wollten gut bedacht sein. Diese hier war eine davon. Wer wusste schon, was sie auslösen würde? Ein Wimpernschlag hier, woanders ein Wind, der ein Feuer anfachte, das sich nicht mehr eindämmen ließ. Sie hatte genug Schaden angerichtet.
     Leichte Schritte in der Diele; sie fuhr zusammen. Hastig zog sie die Schublade unter der Tischplatte auf und ließ das Päckchen hineingleiten. Draußen im Gang knallte das eiserne Ofentürl und gleich darauf ging die Tür zum Behandlungszimmer auf. Das protestierende Quietschen schabte an ihren Nerven. Der Junge muss die Angeln ölen, dachte sie, dieses Geräusch macht mich verrückt.
     »Ich wär soweit fertig. Brauchst du noch etwas zur Nacht?«
     Sie drehte sich nicht um, schob den Schieber betont langsam zu. Die Lade klemmte und ihre Hände verharrten. Marias besorgter Blick musterte sie; Barbara spürte es und beugte sich tiefer. »Nein. Schlaf wohl.«
     »Ist alles in Ordnung? Ich kann noch bleiben ...«
     Ihre Antwort kam gezwungen, sie hörte es selbst. »Ich geh ohnehin gleich schlafen. Pfiat di.«
     Es war eine Lüge – sie hatte nicht die geringste Absicht, ins Bett zu gehen.
     Die Tür fiel hinter Maria Suter zu. Ihre Enttäuschung blieb, hing spürbar zwischen Barbaras Schultern und eine Regung der Scham überkam sie. Mit einem Ruck schüttelte sie das dumme Gefühl ab, riss die Lade erneut auf und hob die Kladden heraus. Sie musste wissen, was Anna aufgeschrieben hatte! Es erschien ihr wie Verrat – nein, es war Verrat – doch ihre gekrümmten Finger nestelten wie von selbst an dem Knoten. Er war fest angezogen und mit einem unmutigen Laut suchte sie auf dem Schreibtisch nach einer Schere. Das Band fiel ab und achtlos wischte sie es zu Boden. Entschlossen klappte sie den Deckel des obersten Buchs auf und überflog die ersten Seiten. Ihre Augen fraßen sich an einem Satz, an den akkuraten, steil aufgerichteten Buchstaben fest.

Mein Vater wurde ins Haus meiner Tante Barbara gebracht.

Ein Stöhnen entrang sich der Alten und sie stellte die Arme auf, stützte die Stirn schwer in die Hände. Mit einem Schlag brach die Erinnerung an diesen unseligen Tag über sie herein, als ob es gestern gewesen wäre. Sie sah Toni dort auf dem Tisch liegen; den Kopf zerschlagen und das eisgraue Gesicht mit einer pudrig weißen Reifschicht bestäubt. Mit Anton Hohleitners sinnlosen Tod hatte all das Schlimme begonnen ...


Erster Teil

Kapitel Eins. Heidelberg November 2004


Helena reichte dem Pförtner den Funkempfänger unter der gläsernen Trennscheibe durch.
     »Ein schönes Wochenende, Frau Doktor Hartenau«, rief er ihr freundlich nach, während sie durch die Empfangshalle eilte.
     Sie lächelte über die Schulter zurück und winkte ihm zu. Die automatischen Glastüren glitten mit einem Zischen auseinander und Helena blieb kurz stehen, als die eisige Winterluft sie traf. Sie zog den Kopf ein, rannte durch den Schneeregen über den Parkplatz und schloss ihren Wagen auf. Wie immer klemmte die Tür; sie musste den Griff anheben und kräftig ziehen, bis sie sich öffnete. Die nassen Flocken abschüttelnd, ließ sie sich in die dunkelgrauen Ledersitze fallen und registrierte, dass es schon wieder durch das Verdeck tropfte. Auf dem Beifahrersitz hatte sich bereits ein feuchter Fleck gebildet. Helena warf den Laborkittel darüber und ließ ihre Handtasche darauf fallen.
     Während sie den Motor startete und sich vor der Uniklinik in den Verkehr einreihte, nahm sie sich vor, das Auto am Montag in die Werkstatt zu bringen. Zum wievielten Mal in diesem Jahr? Der silbergraue Opel Astra mit dem schwarzen Verdeck war mittlerweile Dauergast bei dem netten Türken, der seine liebe Mühe hatte, dessen Wehwehchen zu reparieren. Ein in die Jahre gekommener Patient, der ständig Ersatzteile brauchte. Und doch konnte sie sich nicht dazu durchringen, endlich einen neuen Wagen anzuschaffen. Sie fuhr das Cabriolet schon ewig und es war ihr ans Herz gewachsen.
     Der Freitagabendverkehr war wie immer eine nervige Tortur; die endlose Blechkarawane bewegte sich im Schneckentempo stadtauswärts. Obwohl es erst halb vier Uhr war, dämmerte es bereits. Vorsichtig lenkte Helena den Wagen durch den Schneematsch. Die abgefahrenen Sommerreifen trugen nicht wesentlich dazu bei, dass sie sich entspannte. Sie musste dringend Winterreifen aufziehen lassen!
     Als sie in den Schlossbergtunnel fuhr, stockte der Verkehr endgültig. Zum hundertsten Mal nahm sie sich vor, endlich eine Bleibe in der Nähe der Uniklinik zu suchen, zumindest für die Wochentage. Die Fahrt war ätzend, für die wenigen Kilometer brauchte sie jeden Tag mindestens eine halbe Stunde. Doch so schön sie Heidelberg fand, permanent in der Stadt zu leben kam für sie nicht in Frage. Zu viele Menschen, zu viel Verkehr. Wenn Helena ehrlich war, genoss sie es, außerhalb im verträumten Ziegelhausen zu wohnen. Dort tickten die Uhren langsamer und neben dem hübschen Zweifamilienhaus, in dem sie lebte, gab es immer einen Parkplatz. Der Neckar schlang sich nahe an die Häuser und mit wenigen Schritten durch den Garten war das nahe Flussufer zu erreichen. Im Sommer saß sie oft auf den Steinstufen, die zum Wasser hinunterführten.
     Ihr Mobiltelefon klingelte. Helena klaubte das blaugraue Nokia aus der Handtasche und warf einen Blick darauf. Mutter stand auf dem Display. Sie stöhnte und drückte das Gespräch weg. Nicht jetzt!
Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2019)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz