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TASCHENBUCH
 
Die Tote in der Tränenburg
Verfasser: Monika Loerchner (3)
Verlag: Alea Libris (10)
VÖ: 16. Oktober 2019
Genre: Fantasy (10473) und Jugendliteratur (6161)
Seiten: 248 (Taschenbuch-Version), 307 (Kindle-Version)
Themen: Geheimnisse (3738), Hexen (687), Mord (5096), Verrat (920)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Monika Loerchner für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Monika Loerchner gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Ich will das Wort 'aber' nicht hören!“
     Sie senkt den Kopf und ich erlaube mir ein kleines Lächeln. Ich habe schon oft Widerspruch im Keim erstickt, indem ich der Betreffenden einfach das Wörtchen „aber“ verboten habe. Der ein oder andere Protest ist allein aufgrund der Schwierigkeit, ein Ersatzwort zu finden, in sich zusammengebrochen.
     „Doch, allerdings“, zähle ich still für mich auf, „entgegen, trotzdem, indes...“ Frieda blinzelt. „Allerdings weiß ich nicht, was ich falsch gemacht habe?“ Kluges Mädchen!
     „Ich wiederhole es noch einmal. Dein Fehler bestand darin, nicht genug nachgedacht zu haben.“
     Ich werde mich ihrer erbarmen müssen, von allein wird sie noch nicht darauf kommen. „Ich fasse zusammen: Du hast vorgeschlagenen, eine freie Lügenleserin zu akquirieren, stimmt's?“
     Sie nickt.
     „Nun, dann stelle ich dir jetzt eine einfache Frage: Woher weißt du, ob sie die Wahrheit sagt?“
     „Nun, ich ... Muss sie das als Lügenleserin nicht sowieso immer?“
     „Na, woher denn“, sage ich und lache. „Du machst mir Spaß! Wer sagt denn das? Und selbst wenn ich eine Lügenleserin für ehrlich halte, wer sagt mir denn, dass sie auch intelligent genug ist, sich nicht austricksen zu lassen oder etwas zu übersehen? Ich habe dir eben erklärt, dass sogar ich trotz meiner Magie reingelegt werden kann.“
     Verschiedene Ausdrücke der Verwirrtheit huschen über Friedas Gesicht.
     „Sie meinen, Magie allein macht aus einer Frau keine gute Lügenleserin?“
     „Genau das! Die Lügenleserinnen der Garden oder der Goldenen Frau werden genau geschult und streng vereidigt.“
     „Aber ... Jedoch muss auch eine Lügenleserin, die vor Gericht Zeugenaussagen bewertet, einen Eid ablegen?“
     „So ist es, und das aus gutem Grund. Dennoch ist das keine Garantie dafür, dass sie ihre Arbeit auch anständig macht.“
     „Wie viele Lügenleserinnen gibt es überhaupt in Annaburg?“
     Ich denke kurz nach. „Ich glaube vier. Die verdienen sich da eine Goldene Nase, soviel steht fest.“
     „Und da ist keine dabei, der sie trauen?“
     Ich gehe die Frauen im Geiste durch. Sofia von Ravensburg, Mercedes de Celestina, Linnea Nordin und Irene Tamarasra. Die erste können sich nur die reichsten Frauen leisten, die zweite arbeitet nur vor Gericht und bietet ihre Dienste ab und zu auch kostenlos alleinstehenden oder anderweitig armen Männern an. Mit Linnea habe ich schon ein paar Mal zusammengearbeitet, aber um ehrlich zu sein ist sie nicht der hellste Stern am Firmament und meine Magie hat ihren Aussagen schon ein paar Mal widersprochen. Beim Gedanken an Irene Tamarasra rinnt mir ein Schauer über den Rücken. Ich komme mit allen zurecht, nur mit ihr bin ich nie warm geworden. Irgendetwas stimmt mit dieser Frau nicht, wenn ich auch nicht genau weiß, was.
     „Ein oder zwei sind ganz in Ordnung“, erwidere ich, „doch so ganz traue ich keiner. Im Goldenen Schloss gibt es drei weitere Lügenleserinnen, die jedoch allein im Dienst der Goldenen Frau stehen.“
     Mein Tonfall macht Frieda hoffentlich deutlich, da nicht weiter nachzuhaken. Für Wissen über die wirklich dunklen Dinge ist sie noch zu unerfahren, zu unschuldig.
     „Wir könnten uns doch aber eine bei einer der Militärgarden ausleihen?“
     Ich denke an meine alte Schulfreundin Nihan. „Wie ich dir schon sagte, sind diese Frauen stark beschäftigt. Es klingt sicher zynisch, aber das ist es gar nicht: Die Gardistinnen verteidigen Tausende, uns alle, das ganze Reich. Dagegen ist unser Fall hier mit nur einer Toten nachrangig. Das fühlt sich übel an, ich weiß, aber es ist so und wenn du darüber nachdenkst, kommst du sicher zu demselben Entschluss.“
     Frieda schüttelt den Kopf. „Warum nur gibt es nicht mehr Frauen mit dieser Magie?“
     „Ich weiß es nicht. Meine Magie ist aber auch oft sehr hilfreich. Du wirst schon sehen. Hör nie auf, dich selbst zu hinterfragen“, komme ich langsam zum Ende, „Davon auszugehen, dass die Dinge so sind, wie du sie gewohnt bist zu sehen, ist der erste Fehler und kann fatale Folgen haben! Du bist hier nicht mehr in der Frauenschule, sondern im wahren Leben. Wo die Menschen faul sind, bestechlich, gemein, rachsüchtig und gierig. Wo sich kaum eine darum schert, wie sie sein sollte, sondern einfach ist, wie sie ist. Kein Mensch ist perfekt, Frieda, und viel öfters teilt sich die Welt nicht in gut oder schlecht, sondern in jene ein, die immerhin versuchen, gut zu sein und jene, die es aufgegeben haben. Hinterfrage alles und jede. Dich, mich, deine Gardeschwestern. Denk immer daran, wem du verpflichtetet bist. Der Goldenen Frau und dem Goldenen Reich! Das ist deine erste und oberste Aufgabe. Und eben dieser Treue zur Goldenen Frau und unserem Land schuldest du deine volle Aufmerksamkeit, deine größte Sorgfalt! Geh nie davon aus, etwas zu wissen, eine zu kennen oder alles durchschaut zu haben, bis du nicht den unwiderlegbaren Beweis dafür hast.“
     „Das werde ich!“ Friedas Augen funkeln entschlossen. „Ich werde von nun an alles hinterfragen, Dritte, und mich an alles halten, was Sie mir gesagt haben!“
     Da bin ich ja mal gespannt.
     „Na schön. Dann komm, lass uns die anderen einholen.“
     „Jawohl, Dritte.“
     Habe ich die Sache richtig gehandhabt? Habe ich Frieda das vermittelt, was mir wichtig war? Habe ich sie genügend angespornt, um sie nicht zu entmutigen? Wenn sie durch die nächste Prüfung fällt, wird das ebenso meine Schuld sein wie ihre.
     „Ach und noch etwas, Frieda.“
     „Ja, Dritte?“
     „Hör nie auf, Fragen zu stellen!“
     „Jawohl.“

Freudlos, trostlos und dennoch auf gewisse Art imponierend drückt sich die Tränenburg neben der Straße an einen dichten Wald heran. Das Haus wirkt seltsam langgezogen und besteht aus zwei Etagen. Genau in der Mitte verläuft eine dezente, aber nicht übersehbare schwarze Linie an der Hausfront entlang, die das Gebäude in - zumindest von außen - zwei identische Hälften teilt.
     Jede verfügt in der unteren Etage über eine Eingangstür und sechs ungemütlich kleine Fenster; im Obergeschoss sind es nur jeweils drei. Über all dies wurde ein flaches Schieferdach gespannt, das auch schon bessere Tage gesehen hat.
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