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TASCHENBUCH
 
Die Tote in der Tränenburg
Verfasser: Monika Loerchner (3)
Verlag: Alea Libris (10)
VÖ: 16. Oktober 2019
Genre: Fantasy (10481) und Jugendliteratur (6168)
Seiten: 248 (Taschenbuch-Version), 307 (Kindle-Version)
Themen: Geheimnisse (3742), Hexen (687), Mord (5098), Verrat (920)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Monika Loerchner für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Monika Loerchner gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Geschieht dennoch ein Mord, so handelt es sich mit allergrößter Wahrscheinlichkeit sowohl bei der Täterin, als auch bei dem Opfer um eine Frau. Fräulein werden als magielos geborene, weibliche Menschen vor allem auf dem Land mit Spott und Häme überzogen und müssen sich so einiges gefallen lassen, aber wirklichen Schaden richtet bei ihnen keine an.
     Nein, das ist so nicht richtig, ihre Seelen nehmen sicher so einiges an Schaden, aber dafür sind wir nicht zuständig. Es gibt auch Frauen, die ihre Männer schlagen, aber das ist so jämmerlich und einer Frau nicht würdig, dass es kaum vorkommt. Zumindest nicht auf den Dörfern, wo jede jede kennt. Eine Frau, die so was Hilfloses wie einen Mann oder ein Kind misshandelt, würde sofort ihre Ehre verlieren. Mehr Sorgen bereiten uns angehende Großmütter: Immer wieder gibt es Frauen, die es nicht verkraften können, bald für immer ihre Magiejahre hinter sich zu haben. Wollen mit einem großen Knall abtreten. Ihre Wut und ihre Angst vor der Zukunft an Unschuldigen auslassen. Wir bekommen jedes Jahr so drei, vier Fälle von der Goldenen Frau zugewiesen, in denen es um Verbrechensprävention geht: Dann schicken wir zwei Frauen los, um eine angehende Großmutter, die über besonders mächtige Magie verfügt und an der Schwelle zu ihren Wechseljahren steht, zu überwachen. Oft geht es gut aus und nichts passiert. Oft helfen Gespräche. Mitunter nicht immer.
     „Das Opfer ist eine Frau.“
     Na bitte.
     „Und was genau ist an dem Fall so außergewöhnlich, dass ihr damit zu uns kommt?“
     Der Blick der Stadtgardistin verfinstert sich. Anscheinend sieht sie mein rein faktisches Nachhaken als Zweifel an den Fähigkeiten ihrer Garde; nächstes Mal sollte ich diese Frage taktvoller stellen.
     „Wo ist es denn passiert?“, schaltet sich Rebekka ein, „Und wie?“
     Die Stadtgardistin zuckt mit den Schultern. „In der Tränenburg, Widdersbach, etwa 80 Kilometer südöstlich von hier. Über das Wie können wir noch nichts Sicheres sagen.“
     „Die Tränenburg?“ Rebekka runzelt die Stirn. „In der Gegend kenne ich nur die Neuhünenburg.“
     „Keine richtige Burg“, korrigiert die Stadtgardistin, „sondern ein Jungenheim. Aber fragen Sie mich bloß nicht, warum es so heißt.“
     „Keine Sorge, das werde ich schon selbst herausfinden. Und Sie meinen, Sie wissen noch nicht, durch welche Magie das Opfer starb?“
     „Ich meine, dass wir uns nicht sicher sind, ob der Mord überhaupt mit Magie begangen wurde. Der Tod der Frau kann theoretisch auch von einem Mann herbeigeführt worden sein.“
     Ein kollektives Seufzen geht durch den Raum. Einen einfachen Mord hätten die zuständigen Stadtgardistinnen selbst untersucht, aber beim kleinsten Hinweis auf außergewöhnliche Todesumstände gehört der Fall uns. Einen Fall, bei dem ein Mann als Täter in Frage kommt, hatten wir nicht mehr seit ... nun, zumindest nicht, seit ich hier bin.
     Meine Finger kribbeln und ich muss mich stark zusammennehmen, nicht vor Freude aufzuspringen.
     „Wollen Sie tatsächlich sagen, dass es auch ein Mann gewesen sein könnte?“, vergewissere ich mich noch einmal.
     Alle halten den Atem an.
     „Ja.“
     Ich spüre, wie sich ein vorfreudiges Lächeln auf meinem Gesicht ausbreitet. Diesen Fall werde ich persönlich übernehmen. „Dann lassen sie mal hören.“
     „Oder“, die Stadtgardistin kann sich ein stolzes Grinsen nicht verkneifen, „ich kann es Ihnen zeigen.“
     „Umso besser.“ Ich stehe auf. „Dann gehe ich eben mit nach unten und gebe der Wächterin Bescheid, Ihre Magie loszulassen.“
     Jeder Besucherin wird vor Betreten unseres Gardegebäudes die Magie gefesselt, das ist bei uns Standard.
     Doch die Stadtgardistin schüttelt den Kopf. „Doris hat mich so reingelassen. Wir kennen uns vom Stammtisch.“
     „Vom Stammtisch, so so.“ Diana und ich tauschen einen Blick. Das kann ich Doris unmöglich durchgehen lassen. Ich weiß, dass sie es hasst, Wachdienst zu haben, aber deswegen kann sie noch lange nicht jede Hilda und Tilda hier hereinlassen, nur weil sie mit ihr einmal im Monat ihre Bierchen zischt.
     „Dann legen Sie mal los!“
     Die Stadtgardistin dreht sich suchend um, dann deutet sie auf die Tür zur Küche. „Wäre es dort in Ordnung?“
     Ich schätze, sie verfügt über eine Art Projektionsmagie. Zu dumm, dass unsere Wände so mit Notizen, Karten, Plakaten und anderem Zeug wie zig Restaurantkarten zugehängt sind. Spontan beschließe ich, das Ganze als längst überfällige Aufräummaßnahme zu nutzen.
     „Corinna“, ich nicke meiner besten Telekinetikerin zu und zeige dann auf die Nordwand. „Hol doch bitte mal das ganze Zeug da herunter.“
     Corinna sieht mich aus großen Augen an. „Äh, und wo soll ich damit hin, Dritte?“
     Jedes Mal, wenn mich meine Frauen mit dieser nicht-existenten Rangbezeichnung ansprechen, muss ich schmunzeln.
     „Erstmal in die Küche.“
     Stumm beobachten meine Frauen, wie Corinna in wenigen Sekunden die Wand leert. Die Karten, die die verschiedenen Gerichtsbezirke des Reiches darstellen, waren mit Nägeln befestigt gewesen. Ich könnte schwören, dass es Corinna besonderen Spaß macht, sie aus der Wand zu reißen. Überhaupt geht sie mit recht viel Schmackes ans Werk. Ich vermute, die letzten ereignislosen Tage haben meinen Frauen genauso wenig gutgetan wie mir. Nun, das wird sich ja jetzt ändern.
     Die Stadtgardistin tritt vor, hebt beide Arme und beginnt auf mein Nicken hin ihre Vorstellung. Magie flimmert aus ihr heraus und projiziert sich an der nun leeren weißen Wand. Schatten tanzen über die Löcher, die die Nägel hinterlassen haben, und Schlieren täuschen das Auge über altbekannte Flecken hinweg. Die Farben verdichten sich, Konturen nehmen Schärfe an. Ich kneife die Augen zusammen. Ein Bild entsteht. Linien. Das Blut. Die gebrochenen Augen. Und Schmerz.
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