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TASCHENBUCH
 
Die Tote in der Tränenburg
Verfasser: Monika Loerchner (3)
Verlag: Alea Libris (9)
VÖ: 16. Oktober 2019
Genre: Fantasy (10455) und Jugendliteratur (6157)
Seiten: 248 (Taschenbuch-Version), 307 (Kindle-Version)
Themen: Geheimnisse (3737), Hexen (684), Mord (5093), Verrat (920)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Monika Loerchner für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Monika Loerchner gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Pfff!“, schnaubt Rebekka, „dass er es nicht nötig hat, das ist so schlimm daran!“
     „Gibst ihm wohl nicht genug Taschengeld, was?“, höre ich eine Kollegin sagen.
     Ich höre dem Frotzeln meiner Frauen nur noch mit halbem Ohr zu. Ich mag das, die ganze Atmosphäre hier: Alle verstehen sich, alle kommen miteinander klar. Auch wenn zum Beispiel Rebekka und ich nie die besten Freundinnen werden, genauso wie Fancy und Nicole. Doch darum geht es auch gar nicht. Wir sind mehr als das, wir sind Kolleginnen. Und ich gehöre dazu, obwohl ich von Heidrun, der Zweiten der Goldenen Garde, ganz offen protegiert werde und kürzlich sogar zu ihrer Stellvertreterin ernannt worden bin. Ich mache meine Arbeit und ich mache sie gut: Von den Stränden Lissabons bis zur Mauer hinter Lemberg, vom Nordkap bis zum Mittelmeer habe ich schon Fälle gelöst, bei denen die Stadt- oder Militärgarden nicht weiterkamen. Oberste Aufgabe der Goldenen Garde ist es, hier in der Hauptstadt die Goldene Frau zu beschützen. Darüber hinaus werden wir immer dann eingesetzt, wenn es die Belange der Goldenen Frau, der höchsten und mächtigsten Hexe des Landes, oder die Sicherheit des Reiches erfordert. Wir haben die Stadtgarden und die vier Militärgarden, aber das Reich ist groß. Die Goldene Garde besteht aus 250 handverlesenen Frauen, die alle sorgfältig ausgewählt werden. Goldene Gardistinnen unterrichten die Anwärterinnen selbst, formen und prüfen sie eingehend. Ich habe es trotz meiner schwachen Magie geschafft. Jetzt bin ich so weit oben, wie es eine Frau überhaupt bringen kann, sofern sie sich nicht in die Löwinnenarena namens Politik stürzen will.

Es liegt wieder in der Luft, dieses ganz spezielle Schwingen. Kein magisch erzeugtes, überhaupt nichts direkt von Menschenhand. Eher wie ein Wink der Welt, dass jetzt gleich etwas Bedeutsames geschehen wird. Ich weiß nicht genau was, aber es wird mit einem schweren Verbrechen zu tun haben. Sonst würde es meine Magie wohl kaum für nötig halten, mich darauf aufmerksam zu machen.
     Für meine ungenaue, schwammige Magie wurde ich seit ihrer Erweckung belächelt. Mal milde besorgt, mal voller Spott. Die netteste Reaktion, die ich bislang bekam, war der Vorschlag, mich auf eine weitere Magiesorte testen zu lassen. Ab und zu geschieht es tatsächlich, dass eine Magieart übersehen worden ist. Aber mal im Ernst: Was jahrelang nicht entdeckt wurde, kann nun wirklich nichts Großartiges sein! Oder es ist eine Magie so akkurat auf spezielle Umstände zugeschnitten, dass damit kaum etwas damit anzufangen ist.
     Dann gibt es natürlich auch noch jene, die behaupten, dass einer eine weitere Magieart wachsen könne; daran habe ich mich als Frischerweckte mehrere Jahre geklammert. Mittlerweile weiß ich, dass das ziemlicher Humbug ist und habe mich damit abgefunden. Wir werden geboren, wie wir sind und wenn wir zur Frau werden, reift auch die Magie in uns heran. Und dann ist Schluss, bis wir uns im letzten Lebensdrittel noch einmal verändern und, mit der Fähigkeit Leben zu gebären, auch die Fähigkeit verlieren jeden Monat unsere Magie zu erneuern.
     Also habe ich gelernt, mich mit dem zu begnügen, was mir die Göttin mitgegeben hat: Meine Basismagie ist ganz in Ordnung. Sie ermöglicht mir ein universales Sprachverständnis, Feuer zu machen, ein wenig Telekinese zu betreiben und einige Kleinigkeiten mehr. Was meine Magie nun anbelangt, ist sie bei weitem nicht stark genug, als dass ich es wagen würde, mich als Lügenleserin zu bezeichnen. Sie scheint mir viel mehr das zu sein, was die Männer als „Instinkt“ bezeichnen. Als könnte ich meine magielosen Sinne für alles öffnen: die Eleganz der Vögel, die Härte des Windes, den Geschmack der Stadt.
     Heute ist es die Luft selbst, die mich aufmerken lässt. Keine lacht eine aus, wenn sie sagt, dass es nahe der Nordsee nach Salz, Seetang und Sand riecht. Jeder See hat einen eigenen Geruch, ebenso wie jedes Haus, ganze Städte oder Landschaften. Unser Gebäude hier. Aber sage ich, dass es nach einem neuen und überdies ziemlich vertrackten Fall riecht, schauen mich alle an, als sollte ich ganz dringend zu einer Seelenärztin gehen. Also behalte ich es für mich. Es genügt mir zu wissen, dass ich es weiß.
     Ich setze mich gerader hin, strecke meinen Rücken durch. Rücke den Tintenstift auf meinem Schreibtisch zurecht. Der Tee in meiner Tasse ist kalt, also erhitze ich ihn etwas und trinke ich ihn aus. Ich hätte etwas zum Frühstück essen sollen. Die Härchen auf meinen Armen stellen sich auf.
     Gleich ist es soweit!
     Die Spannung, die in der Luft liegt, verdichtet sich, ähnlich wie vor einem Gewitter. Dinge verlangsamen sich und auch wieder nicht. Mein Herz hüpft. Vorfreude oder Sorge? Von allem ein bisschen.
     Eine Stadtgardistin stürmt herein. Ihr Blick schweift durch den Raum. Ich kenne sie nicht, sie muss also neu sein. Ich stehe auf. „Ja bitte?“
     „Frau Beatesdother?“
     Ich nicke.
     „Wir haben einen Mord.“


Kapitel 2


Im Goldenen Reich gibt es kaum Morde, vor allem nicht außerhalb der großen Städte. Früher, vor über 500 Jahren, als noch die Männer an der Macht waren, waren Mord und Totschlag an der Tagesordnung. Doch die jahrzehntelangen Hexenkriege haben den Menschen hier den Blutdurst abgewöhnt, so zumindest meine Theorie. Außerdem haben es die Menschen bei uns gut, sogar die Männer: Kein Mensch muss hungern oder sonst wie Not leiden. Und falls doch, kann er bei der zuständigen Dorf- oder Stadtoberen Anzeige gegen seine nächstverwandte Frau erstatten, denn diese ist für das Wohlergehen der magielosen Menschen ihrer Familie zuständig. Unter anderem bekommt jede nach einem alten Versprechen der Großen Anna von Katzenelnbogen bei größeren Seuchen kostenlose, heilmagische Versorgung. Wir haben viele Schulen und es werden immer mehr Akademien. Selbst einigen Jungen wird heutzutage Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht.
     In den größeren Städten kommt es seit der Magifizierung, bei der die Geldstücke der jeweiligen Stadtwährung nur magisch materiell gehalten werden und außerhalb der Stadtgrenze zu Staub zerfallen, kaum noch zu Diebstählen. Seit der Aufklärungskampagne vor fünf Jahren markiert jede Frau mit einem Hauch von Intelligenz ihre wertvollsten Besitztümer mit ihrem Blut, um Diebstahl zu umgehen – denn was nützt einer eine Beute, die sofort wieder herbeigerufen oder verfolgt werden kann?
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