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Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse
Verfasser: Frida Skybäck (1)
Verlag: Insel (145)
VÖ: 29. September 2019
Genre: Frauenliteratur (1191)
Seiten: 540
Themen: Buchladen (65), England (1068), Erbschaft (387), Geheimnisse (3698), Katzen (532), London (1427), Neuanfang (864), Schweden (348), Schwestern (969), Themse (25), Witwen und Witwer (220)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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Lesermeinungen (3)     Blogger (3)     Tags (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 8. November 2019 um 14:37 Uhr (Schulnote 4):
» Vorhersehbar und voller Plattitüden

Charlotte hat von ihrer unbekannten Tante eine Buchhandlung und das dazugehörige Haus in London geerbt. Sie selbst ist noch ganz in Trauer versunken, hat sie doch vor einem Jahr ihren geliebten Ehemann durch einen Unfall verloren. Sie ist in der Arbeit aufgegangen, in der Kosmetikfirma, die sie zusammen mit ihm aufgebaut hat. Nun will sie eigentlich so schnell wie möglich das Haus und die Buchhandlung verkaufen und in ihr Leben in Schweden zurückkehren. Doch dann kommt alles ganz anders…

In zwei Zeitebenen erzählt die Autorin Frida Skybäck zum einen die Geschichte von Charlotte, zum anderen die der Schwestern Sara und Kristina, die gemeinsam von Schweden nach London aufgebrochen waren in ein neues Leben. Auch die Liebe spielt eine Rolle, in beiden Handlungssträngen. Eine Geschichte, oft erzählt, in immer wieder neuen Variationen. Hier wird schnell vorhersehbar, wie das Buch endet, wobei mich sehr vieles daran gestört hat: die starren Charaktere, in denen Welten mit Wucht aufeinanderprallen; die Erzählung voller Plattitüden und Klischees, kaum glaubwürdig und völlig überzogen. Zwischendurch hätte ich am liebsten die Protagonisten geschüttelt und gefragt: Warum spricht denn hier keiner mit dem anderen?! Kleinigkeiten werden zu Riesenproblemen aufgebauscht, während echte Probleme (z.B. finanzieller Art) sich wohlwollend plötzlich in Luft auflösen dürfen. Der angenehme Schreibstil der Autorin kann hier nur wenig rausreißen, vor allem weil sich manches dann doch in die Länge zog.

Nein, dieses Buch war so gar nichts für mich. Vom Inhalt her - schnell gelesen und schnell vergessen - kann ich nur 2,5 Sterne vergeben.«
  10      0        – geschrieben von Gisel
Kommentar vom 15. Oktober 2019 um 16:13 Uhr (Schulnote 3):
» Der Anfang war mir gleich wieder von der Leseprobe bekannt und ich hatte absolut keine Startschwierigkeiten. Es gibt einen recht ruhigen Start, gerade auf den ersten Seiten gibt es die Möglichkeit, Charlotte und Martinique, sowie den Buchladen näher betrachten zu können. Beide Damen treten anfangs recht nachdenklich und ruhig, mit etwas Angst vor der Zukunft auf und dies wird nicht nur durch die Handlungen perfekt ausgedrückt. Auch durch die Gedanken gibt es einen ersten Blick auf die Charaktere. So fällt es leicht, sich einen ersten Eindruck zu machen und die Protagonisten langsam kennenzulernen.

Mir hat die Schreibweise durchweg sehr gut gefallen. Sie war einfach gehalten, ohne viel Schnörkel und somit leicht verständlich. Das hat natürlich auch zu einem schnellen Lesen beigetragen, besonders die Kapitel, die in der Vergangenheit spielen, lassen sich unglaublich schnell lesen. Mit fortschreitender Handlung verändert sich der Schreibstil leicht, er wird teilweise schwereloser und immer lockerer. Dies passt sehr gut auch zu Charlottes Entwicklung, sie ist nicht mehr so ernst wie noch am Anfang und durchlebt einen positiven Wandel

Ich empfand das Setting etwas schwierig. Es gibt eine Einheit des Ortes, die gesamte Handlung findet in London statt. Und die Stadt selbst war auch ganz ansprechend und genau beschrieben, das fand ich gar nicht schlecht. Etwas gehinkt hat für mich leider die Darstellung des Buchladens, sowie von Saras Wohnung. Diese beiden Orte dienen als Haupthandlungsorte, vielleicht 90 % der Handlung findet dort statt. Und leider waren beide Orte nicht greifbar oder vorstellbar. Obwohl es einige Beschreibungen davon gibt, konnte ich mir nichts davon vorstellen. Sie werden zwar recht klein und überschaubar dargestellt, sind aber ziemlich vollgestellt und nehmen dadurch andere Dimensionen an. So dehnten sich die Räume stark aus und entsprachen in meiner Vorstellung nicht mehr dem, wie sie beschrieben wurden.

Ich war überrascht, dass die Handlung auf zwei zeitlichen Ebenen stattfindet. Davon war ich nicht ausgegangen und dementsprechend überrascht. Es gibt einen Zeitstrang in der Gegenwart, dabei lernen wir Charlotte, sowie Martinique kennen und erfahren allerhand über die Buchhandlung. Dazu findet ein geringer Teil der Handlung in der Vergangenheit statt. In diesem gibt es die Möglichkeit, Sara und Charlottes Mutter Kristina kennenzulernen und ihren Neuanfang in London zu verfolgen. Ich bin etwas zwiegespalten über diese Erzählweise. Einerseits fand ich diese Aufteilung richtig gut und interessant geschrieben. Fast fand ich es etwas schade, dass es nur wenige und kurze Rückblicke gibt. Gleichzeitig fand ich vieles nicht so wichtig für die Handlung, außerdem konnte ich keine Sympathie für Sara und Kristina aufbringen. Sie waren zu blass gezeichnet, waren nicht willensstark und viele Handlungen fand ich zu impulsiv und teilweise gruslig. Ich glaube, gesamt hätte es mir besser gefallen, wenn die Geschehnisse in Briefform verfasst worden wären und nicht anhand von Rückblicken.

Leider fand ich das Ende etwas rasch herbegeführt. Angefangen von dem überraschenden Treffen mit der Autorin, über einige, kurze Gespräche bis zum Ende. Es ging alles etwas Knall auf Fall und war mir zu schnell vorbei. Ein kleiner Ausblick in die Zukunft wäre auch ganz schön gewesen, anhand eines Epilogs...
Tatsächlich habe ich mich hier auch gefragt, wie hoch der Wahrheitsgehalt sein könnte. So wirkt die Geschichte etwas an den Haaren herbeigezogen und für mich nicht sonderlich realistisch. Gerade das Treffen mit der Autorin, sowie die Folgen dessen konnten mich nicht überzeugen.

Als Protagonisten dient eine bunte Schar unterschiedlichster Persönlichkeiten. Viele treten nur mal kurz und fast schon nebenbei auf, trotzdem erhielt eine jede eine kleine, unterhaltsame Geschichte. Im Grunde dienen als Hauptprotagonisten nur die Mitarbeiter des Riverside Bookshops, sowie William und Charlotte.
Eigentlich fand ich Charlotte richtig angenehm. Sie war sympathisch, freundlich und zeigt auch eine zarte, nachdenkliche Seite. Doch manchmal ging sie mir mit ihrem Selbstmitleid etwas auf den Geist. Ich hatte öfter das Gefühl, dass Charlotte ihr Dasein als Witwe wie ein Schutzschild vor sich hält und sich dahinter versteckt. Dazu empfand ich ihren Charakter und ihr ganzes Auftreten manchmal als etwas langweilig und träge. Charlotte hatte nicht wirklich Besonderheiten, die sie auffallend mache.
An ihrem Charakter war die stärkste Wandlung zu sehen. Sie hat zwar viele Züge beibehalten, wurde aber auch stärker, begutachtete Menschen nicht mehr nach ihrem Auftreten und ist entschlossener, hängt nach dem traumatischen Erlebnis nicht mehr ganz so in der Schwebe. Charlotte hat endlich wieder ein Ziel und blüht auf.
William ist an sich ein interessant gestalteter Charakter, der sich aber auch gerne von einer weinerlichen Seite zeigt, um kurze Zeit später wieder anders aufzutreten. So hat er immer wieder Wandlungen und zeigt verschiedene Seiten seiner Person. Ich fand ihn etwas schwer einzuschätzen und kann auch jetzt nicht wirklich sagen, ob ich ihn den sympathisch finde oder nicht.
Die anderen beiden Damen der Runde, Sam und Martinique hatten besondere Charaktere, die sehr speziell waren. Sie durchlebten ebenso verschiedene Stimmungen und zeigten einige Seiten von sich selbst. Mir hat es immer gefallen, wenn beide zusammen aufgetreten sind und miteinander agiert haben. Dann kam Stimmung in die Geschichte und beide zusammen waren richtig sympathisch.

Fazit:
Im Grunde hat das Buch meinen Erwartungen gesprochen, es wird eine interessant gehaltene Geschichte rund um eine Buchhandlung erzählt. Dazu gibt es einige private Probleme und eine hervorragende Schreibweise, die mir ein angenehmes Lesen ermöglicht hat. Leider gibt es einige kleine Makel, die mir beim Lesen aufgefallen sind und die ich schon erwähnt hatte. Deshalb vergebe ich nicht die volle Punktzahl, fand das Buch aber trotzdem unterhaltsam und es hat mir schöne Lesestunden bereitet.«
  22      0        – geschrieben von MarySophie
 
Kommentar vom 4. Oktober 2019 um 13:16 Uhr (Schulnote 1):
» „Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse“ von Frida Skybäck, erschienen vom Insel Verlag, habe ich als Taschenbuch gelesen. Es hat 541 Seiten, die in 41 Kapitel eingeteilt sind, diese sind mit Wochentag und Datum überschrieben.
Charlotte ist eine junge Witwe, die in Schweden lebt. Der plötzliche Tod ihres Mannes hat sie ziemlich aus der Bahn geworfen und nun steht sie allein mit ihrer Firma da. Dann bekommt sie auch noch die Nachricht, dass sie von ihrer verstorbenen Tante eine Buchhandlung in London geerbt hat. Damit ist sie komplett überfordert. Sie fährt hin, um sie schnellstens zu verkaufen. Aber dann ändert sich alles. Sie lernt die freundliche Mitarbeiterin Martinique kennen, ebenso die eigenwillige Sam und den im Haus lebenden Schriftsteller William. Und natürlich den guten Geist des Hauses, Kater Tennyson. Obwohl sie schon mit dem Anwalt über den Verkauf gesprochen hat, fällt es ihr immer schwerer, den Laden aufzugeben. Außerdem hat sie in den Hinterlassenschaften ihrer Tante alte Fotos gefunden, auch von ihrer verstorbenen Mutter. Charlotte hatte ihre Tante nie kennengelernt und ihre Mutter hat nie über die Vergangenheit gesprochen. Was ist da passiert? Sie will dem Geheimnis auf die Spur kommen.
Zwischendurch gibt es Kapitel, die in das Jahr 1982/1983 zurückreichen. Darin wird über die Schwestern Sara und Kristina erzählt, die von Schweden nach London gegangen sind und dort ein neues Leben aufbauen wollten.
Es ist eine ganz wunderbare Geschichte, mit vielen tollen Charakteren. Charlotte ist anfangs recht unbeholfen, da sie kaum mal ein Buch gelesen hat und nun einen ganzen Laden voll besitzt. Dazu kommen noch einige sprachliche Probleme. Aber sie meistert das alles super.
Martinique ist das Urgestein im Laden, eine super freundliche, sympathische Frau. Aber privat hat sie so ihre Probleme. Ihre pubertierende Tochter Angela hat sich von ihr zurückgezogen und von ihrer Schwester Marcia wird sie ausgenutzt. Marcia ist eine unmögliche, egoistische, manipulative Person, die ihre Schwester als billiges Kindermädchen missbraucht.
Sam hat ihre eigene Art, mit den Menschen umzugehen. Sie ist noch jünger und flirtet mit allem, was ihr unterkommt. Meistens ist sie ziemlich ruppig, aber richtig böse sein kann man ihr nicht.
Die beiden Frauen leben nur für die Buchhandlung und zusammen mit Charlotte versuchen sie alles, um den Laden zu retten.
Dann gibt es noch den gutaussehenden William, der versucht, seine Schreibblockade zu überwinden, er wohnt über dem Laden und zahlt fast keine Miete.
Alle zusammen sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die immer zusammenhält, auch in schweren Zeiten.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist genau die richtige Geschichte für Leseratten und Buchliebhaber.
Und das Cover passt prima dazu. Eine schöne Buchhandlung mit Katze, London und Themse. Was will man mehr.«
  20      0        – geschrieben von Anett Heincke
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